Dienstag, 7. Dezember 2010

Gemeinsam feiern

Sicher, gesund und munter sind wir hier in Bodhgaya angekommen. Jedes Jahr von Neuem und jedes Jahr mehr beruehrt mich die Kraft dieses Ortes, an dem Buddha Shakyamuni uns allen bewies, dass wir alle das Potenzial haben, ueber die weltlichen Ansichten hinauszugehen und die hoechste Weisheit und reinste Liebe zum Erwachen zu bringen.
Was fuer eine Freude! Und genau vor dieser Tatsache verbeugen wir uns, fuer dies beten wir mit Herzen voller Hingabe und dieses Potenzial feiern wir.
Dank der heutigen Vernetzung koennen wir alle gemeinsam feiern, auf der Webseite http://www.kagyumonlam.tv koennt ihr bei den Aktivitaeten der naechsten Tagen mitdabei sein.

Morgen, 8.Dez., beginnt die Eroeffnung der 900-Jahre-Karmapa-Feier
Nur etwas fuer Fruehaufsteher (Zentraleuropaeische Zeit): 3:30 – 6:30 Uhr

10. bis 12. Dez., Belehrungen zum Text von Lord Atischa: Eine Lampa fuer den Pfad
Morgen-Belehrungen (Zentraleuropaeische Zeit): 4:30 – 6:30 Uhr
Nachmittags-Belehrungen (Zentraleuropaeische Zeit): 10:30 – 12:30 Uhr

13. Dez., Guru Rinpoche Einweihung
Zentraleuropaeische Zeit: 4:30 – 6:30 Uhr

15. bis 20. Dez., Kagyu Monlam:
1. Session (Zentraleuropaeische Zeit):1:30 – 4:00 Uhr
2. Session (Zentraleuropaeische Zeit):4:30 – 6:30 Uhr

3. Session (Zentraleuropaeische Zeit):9:00 – 10:30 Uhr
4. Session (Zentraleuropaeische Zeit):11:00– 12:30 Uhr

21. Dez., Kagyu Monlam
1. Session (Zentraleuropaeische Zeit):1:30 – 3:30 Uhr
Kangyur Procession(Zentraleuropaeische Zeit):3:30 Uhr
2. Session (Zentraleuropaeische Zeit):4:00 – 6:30 Uhr

3. Session (Zentraleuropaeische Zeit):9:00 – 10:30 Uhr
4. Session (Zentraleuropaeische Zeit):11:00– 12:30 Uhr

22. Dez., Kagyu Monlam
1. Session (Zentraleuropaeische Zeit):1:30 – 4:00 Uhr
2. Session (Zentraleuropaeische Zeit):4:30 – 5:30 Uhr

3. Session (Zentraleuropaeische Zeit):8:30 – 10:00 Uhr
4. Session (Zentraleuropaeische Zeit):10:30– 12:30 Uhr
Marme Monlam (Zentraleuropaeische Zeit):15 Uhr


Somit freue ich mich, wenn wir moeglichst viele gemeinsam feiern, den Dharmanektar trinken, Gebete rezitieren koennen und Wuensche zum Wohle der Wesen sich auf der ganzen Welt verbinden werden.

Freitag, 3. Dezember 2010

Unterwegs

Heute, wenn diese Zeilen auf dem Blog erscheinen sind, wir unterwegs nach Bodhgaya.
Wie die letzten Jahre haben wir auch dieses Jahr das unglaubliche Glück an den Kagyu Mönlam in Bodhgaya zu fahren. Dem Mönlam der am 15. Dezember starten wird, gehen weitere Aktivitäten unseres Lamas voraus. Zuerst wird der Auftakt der festlichen Aktivitäten zur Feier von 900 Jahren Karmapa (siehe letzten Blogeintrag) sein- welche während eines Jahres mit den verschiedensten Anlässen stattfinden werden. Dann werden wir drei Tage Belehrungen von Gyalwang Karmapa erhalten, zu Atishas Text: Eine Lampe auf dem Weg zum Erwachen.
Der Mönlam selbst; immer wieder eine wunderbare Möglichkeit sich mit dem grossen Sangha zu verbinden, gemeinsam diese starke Bindung durch das gemeinsame Rezitieren der Texte für den Frieden der Welt zu vertiefen. Die Präsenz von Gyalwang Karmapa und vielen hohen Lamas der Linie gibt diesem Erlebnis eine grosse Kraft und lässt uns in diese Tradition der Kagyu Mönlams einsinken, die bis zum Siebten Karmapa zurückgehen. Die Texte selbst, ausgewählt von Gyalwang Karmapa, geschrieben von den grossartigen buddhistischen Meistern bis zurück zum Buddha Shakyamuni mit dem tiefen Wunsch, dass jedes Wesen inneres Glück und Frieden findet.
Wer immer Lust hat, einmal reinzuschauen, hat durch den Live-Webcast die Möglichkeit, während der Belehrungen (10. - 12. Dez.) so wie auch während dem Mönlam (15. – 22. Dez.) mit dabei zu sein. Die genauen Zeiten und die Webseite werde ich hier auf dem Blog noch veröffentlichen.

Dienstag, 23. November 2010

900 Jahre zum Wohle der Wesen

Am 8. und 9. Dezember wird in Bodhgaya der Auftakt der festlichen Aktivitäten statt finden die für ein Jahr in Indien und überall auf der Welt zelebriert werden. Zelebriert werden die 900 Jahre, in denen der Karmapa auf dieser Erde zum Wohle der Wesen wirkt.

Es schrieb das Jahr 1110 als der erste Karmapa, Düsum Khyenpa, im östlichen Tibet in einer bescheidene Familie geboren wurde. Und es war Düsum Khyenpa, der aus seinem unfassbaren Mitgefühl für alle Wesen die Zukunft des tibetischen Buddhismus formen wird. Durch die grosse Kreativität wie am besten für das Wohl der Wesen gesorgt werden kann- haben die Karmapas immer wieder neue Methoden entwickelt, um möglichst vielen Wesen zu helfen ihr tiefstes Potenzial zur Verwirklichung zu bringen. Der Anfang machte Düsum Khyenpa (was übersetzt soviel heisst wie; der Kenner der drei Zeiten) indem er bewusste Wiedergeburt ins Leben gerufen hatte.
Bodhisattvas- deren einziges Ziel es ist die Wesen zum vollem Erwachen zu führen, haben die Fähigkeit durch ihre Verwirklichung eines gewissen spirituellen Levels, im Todesprozess bei vollem Bewusstsein zu bleiben und somit den Ort und die Form ihrer nächsten Wiedergeburt zu wählen. Je mehr diese Fähigkeit fortgeschritten ist, desto klarer können die Bodhisattvas ihre nächste Wiedergeburt voraussagen.

Obwohl schon zahlreiche Bodhisattvas davor Wesen zum höchsten erwachen verhalfen, war es Düsum Khyenpa, der mit dem zweiten Karmapa, Karma Pakshi (1206-1207), eine Reinkarnationslinie begann, die sich bis heute zum siebzehnten Karmapa, Orgyen Trinley Dorje, fortsetzte. Dieses geschickte Mittel, sich auf diese Weise um seine Schülerinnen und Schüler und die Kontinuität der Linie über den physischen Tod hinaus zu sorgen, wurde von vielen Tibetischen Meistern und auch Meisterinnen (wenige, jedoch gab und gibt es sie) übernommen und ist eine nicht mehr wegzudenkende Basis des Tibetischen Buddhismus.

Somit gibt uns diese 900 Jahres Feier die Gelegenheit über die unglaubliche Güte und unfassbaren Qualitäten dieses grossen Meisters nachzudenken, über unsere limitierten Vorstellungen von Leben, Tod und der Möglichkeit des Geistes hinauszugehen und durch das Wachsen dieser Inspiration und der inneren Überzeugung über unser innewohnendes Potenzial,Verantwortung zu übernehmen, alles in unserer Macht stehende zu tun, um eines Tages auch von so grossem Nutzen für alle Wesen zu sein.

Freitag, 12. November 2010

Hochbetrieb

Fast zwei Wochen ist es her, als Damchö-la mit leuchtenden Augen und einem wunderbaren Strahlen zur Türe unseres kleinen Klösterchen hereinkam und sagte: „Nun halte ich den ganzen Kangyur in meinem Geiste…“.
Anfangs September lud Gyalwang Karmapa Damchö-la ein, bei dem „Lung“ (der mündlichen Übertragung) des Kangyurs (die direkten, wörtlichen Belehrungen von Buddha Shakyamuni- die alle von Sanskrit ins Tibetische übersetzt wurden) mit dabei zu sein. Erst ein paar Tage später realisierten wir was das wirklich hiess; Damchö-la konnte zusammen mit der der Schwester Seiner Heiligkeit als einzige Nonnen und Frauen in einer Gruppe von etwas 15 Leuten diese mündliche Übertragung der Worte Buddhas von Sangye Nyingpa Rinpoche erhalten. Für zwei Monate fuhr sie dann ein bis zwei Mal pro Tag für drei Stunden ins Gyuto Kloster um zusammen mit Gyalwang Karmapa, Gyaltsap Rinpoche, Khamtrul Rinpoche, etc. diese Perlen von Dharma in sich einsinken zu lassen und so die Verbindung zu den Lehren Buddhas auf eine Weise zu vertiefen, die weit über dieses Leben reichen wird.

Wir drei wurden zu einem „Support-Team“, sodass Damchö-la all diesen Aktivitäten nachgehen konnte und kann. Denn genau in dieser Zeit beauftragte Gyalwang Karmapa Damchö-la ein ziemlich grosses Buchprojekt für die 900 Jahr- Feier der Karmapas. Sei es mit Kochen, Waschen, Schiatsu-Massage, Email-Verkehr etc. unterstützen wir nun so gut wir können dieses wunderbare Projekt. Daneben sind meine beiden Mexikanischen Schwestern in ihrem Abschluss der Übersetzung des Milarepa Schauspiels, Nangpel-la auch in der Überarbeitungsphase der spanischen Übersetzung des Buches: „Die Reise auf dem Pfad des Mitgefühls“ von Gyalwang Karmapa, Drölma-la hilft zwei mexikanischen Freunden alles für ihre Indienreise zu organisieren und ich versuche Damchö-la mit kleinen Arbeiten hier und da zu unterstützen. Somit ist ein ziemlicher Hochbetrieb hier im Haus- ein Endspurt um dann uns für die vier Monate auf Mönlam in Bodhgaya und Studium in Nepal zu konzentrieren.
Die formale Praxis ist für mich die Säule, die all dieses mehr nach aussen beschäftigt sein hält und jeden Tag wieder einen (meist) stabilen Boden legt auf dem kommt was kommen will und die Motivation für all die Arbeiten auf eine grössere Perspektive richtet, als das sichtbare Resultat in Form von abgehäkelten Listen.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Schneebergen und Ricolatäfeli

Von einer Nacht auf die andere wurden den Vorhimalayas- die wir hier von unserem Klösterchen aus sehen können- einen weissen Zuckerhut aufgesetzt. Mit grosser Freude machte ich meine Dharmaschwestern auf diesen bezaubernden Anblick aufmerksam und musste feststellen, dass nicht alle die gleiche Begeisterung teilen. Im Gegenteil, einen Tag später bin ich am Kräutertee brauen, Rigolahustentäfeli aus dem hintersten Ecken der geheimen Vorräten ausgraben, Echinaceapastillen und homöopathische Mittel am Verteilen.
Zum Glück sind wir zu viert und wir haben verschiedene Wetterlagen bei denen wir uns gegenseitig Teeli brauen können. Hat es mich Ende Monsun doch ziemlich ins Bett gelegt, kämpfen nun zwei Dharmaschwestern mehr mit der Kälte. Mit den Tipps und Tricks unserer Mütter in unseren Herzen, üben wir uns darin auch in diesen Fällen so gut wie möglich füreinander zu sorgen.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Spieglein, Spieglein...

(Fortsetzung der Herbst-Belehrungen von Gyalwang Karmapa.)Mit einigen Geschichten brachte Gyalwang Karmapa mit viel Humor und Leichtigkeit die tiefgründigen Themen auf den Punkt. So auch in der Geschichte über einen König und seinem Diener. Eines Tages erhaschte der König einen Blick in einem Spiegel und rief aus: „Was ist dies für ein hässliches Gesicht!“ Offensichtlich überzeugt, dass das Problem im Spiegel liegt, entschied der König den Spiegel nicht mehr in die Hand zu nehmen und empfahl dem Diener ebenfalls nicht in den Spiegel zu schauen. Der Diener jedoch sah dies als eine Gelegenheit um dem König sein Leid zu klagen: „Ihre Majestät, Sie haben Ihr Gesicht einmal im Spiegel gesehen und müssen dies nun nie mehr tun. Ich jedoch muss dieses Gesicht die ganze Zeit angucken, Tag für Tag, und werde es auch in der Zukunft ansehen müssen.“
Gyalwang Karmapa fügte dann hinzu, dass genau wie wir in den Spiegel schauen für unsere körperliche Erscheinung, ist es noch von viel grösserer Notwendigkeit einen Spiegel zu haben, der uns erlaubt, unseren eigenen Geist zu sehen.
Wenn wir analysieren, wie die Wut funktioniert, scheinen wir häufig nicht zu verstehen, dass unsere Wahrnehmung von einem Feind da draussen eigentlich von unserer eigenen Haltung von Böswilligkeit kommt und von unserer Gewohnheit den Groll kleiner Begebenheiten zu nähren, erklärte Gyalwang Karmapa. Wenn wir es uns aussuchen uns kontinuierlich in Verletzungen, die uns in der Vergangenheit angetan wurden, zu drehen- meistens Ereignisse die nur einen kleinen Teil dessen andauerten, als wir danach darüber brüten- machen wir uns unsere liebevollen Mutter- und Vater-fühlende Wesen zu unseren Feinden. Als Praktizierende auf dem spirituellen Weg können wir jedoch auf die Verletzung der anderen mit noch grösserem Mitgefühl antworten.

Freitag, 1. Oktober 2010

Zeitgemäss, humorvoll und tiefgründig

Ein bisschen einen Geschmack der letzten Belehrungen von Gyalwang Karmapa möchte ich hier weitergeben. Dieser kleine Einblick in einen Ozean von Weisheit habe ich hauptsächlich aus den Zusammenfassungen auf der Webseite (in Englisch) und von ein paar Worten aus meinen Notizen entnommen.

Gyalwang Karmapa bewies einmal mehr seine Fähigkeit die tiefgründigen Lehren des Buddha in den Kontakt mit unserer Zeit zu bringen. Als er über den Unterschied des Buddhas und unsereins sprach sagte er, dass wir denken mögen, dass Buddhas königlicher Reichtum ihm gewissen Vorteil verlieh, als hätte er Apple Computers angefragt ihm einen speziellen Mac Gehirn herzustellen während wir uns und mit einem Windows XP - Gehirn zufrieden geben müssen. Jedoch ist das Gegenteil der Fall, wir alle teilen den grundsätzlichen Wunsch, glücklich zu sein und Leiden zu vermeiden, während wir jedoch verwirrt darüber sind, wie wir unsere eigenes Glück schaffen, hat der Buddha ganz und gar verstanden, was die wirklichen Ursachen für Glück und Leid sind.

Traditionell wird im Thema des Kultivierens von Bodhichitta über die liebende Güte der Mutter reflektiert. Bevor Gyalwang Karmapa jedoch tiefer in dieses Thema einstieg nahm er zur Kenntnis, dass uns, durch das unterschiedliche kulturelle Gepäck, diese Präsentation etwas befremden kann. Jedoch sollten wir uns nicht sorgen, da wir sicherlich eine Person haben, die uns in diesem Leben ihre liebende Güte zeigte, Vater, Freunde oder sogar unseren Hund oder die liebende Güte die wir uns selber zeigten.
In diesem Zusammenhang beschrieb Gyalwang Karmapa, wie er in seinen ersten Jahren in der er in der abgelegenen Nomadenfamilie aufwuchs, so warm und liebevoll von seiner Mutter umsorgt wurde. Wie sie ihn mit ihrer eigenen Milch nährte und die Wärme ihres eigenen Körpers mit ihm teilte. Von Anfang an begannen wir dieses Leben im Körper unserer Mutter und waren zu beginn sogar ein Teil ihres Fleisch und Blutes.

Obwohl wir tatsächlich so viel liebende Güte von fühlenden Wesen empfangen und eigentlich die Kapazität haben mit anderen im Kontakt zu sein, was ist es denn, das uns hindert? Es ist unsere Selbstbezogenheit die uns in unserem Kontakt mit anderen limitiert. Als würden wir uns selbst in einem Gefängnis gefangen halten, das nur beschränkte Besucherrechte hat, ist es unsere egozentrische Selbstbezogenheit die limitiert, wen wir hereinlassen. So einfach ist die Sache eigentlich, kommentierte Gyalwang Karmapa.
(Fortsetzung der Zusammenfassung folgt...)

Montag, 13. September 2010

Dharmanektar

Die Freude mit dem Geist zu arbeiten lässt meinen Wissensdurst für Dharma immer grösser werden. Da ist es immer wieder ein riesen Geschenk, Belehrungen von den verschiedenen Lehrern zu erhalten, um immer mehr Worte mit den Erfahrungen verknüpfen zu können.
Um ein bisschen dieses Glück und diese Freude mit euch teilen zu können, möchte ich euch hier mitteilen, dass Gyalwang Karmapa Orgyen Trinley Dorje, vom nächsten Mittwoch,15.09. für fünf Tage, bis zum 19.9., zum Thema „Wie kultivieren wir relatives Bodhichitta?“ Belehrungen geben wird. Hier in Indien von 16.00 bis 18.00 Uhr, in der Schweiz/Deutschland von 12.30 bis 14.30 Uhr werden diese Belehrungen live übers Netz übertragen auf http://www.karmapa-teachings.org/. Die Übersetzung wird auf Englsisch sein. So freue ich mich mit möglichst vielen von euch diesen wertvollen Nektar zu kosten.

Sonntag, 5. September 2010

Einfach das Licht anschalten

Manchmal ist es schon ein bisschen hart... Dann steigt doch irgendwelche Aversion oder Wut auf und dann, ganz nach seiner alten Gewohnheit findet der verblendete Geist die Schuldige oder der Schuldige oder das Schuldige, das uns scheinbar dieses grosse Leiden bringt. Ganz schnell steigt dann auch noch die dazugehörige Geschichte und die 100 Gründe auf, warum wir diese Person, diese Situation oder dieses Ding wirklich nicht leiden können. Hört man sich die Geschichten und all die Gründe jedoch etwas genauer an, muss man sich zugestehen, dass die Geschichten alles andere als neu sind und die Gründe, … hmmm, haben nicht sehr viel mit der Realität zu tun. So sitzt man also in diesem Haufen von verblendeten Emotionen und hat plötzlich niemanden und nichts was man dafür beschuldigen könnte. Einen guten Moment um tief Luft zu holen und zu beginnen die Verantwortung für das eigene Leiden zu übernehmen. Ja, ja, nicht immer ein ganz einfacher Prozess, jedoch langzeitig sehr wertvoll und unheimlich lehrreich und sogar befreiend. Auch mit einem sehr ungezähmten Geist ist es doch am Ende einfacher den eigenen Geist zu zähmen als die unzähligen Menschen, Situationen und Dinge zu verändern,die uns- nach der Theorie des verblendeten Geistes- all dieses Leiden bescheren.
In diesem Sinne erklärte Seine Heiligkeit Dalai Lama in den Belehrungen Ende August im Namgyaltempel, Mc Leod Ganj: Wenn wir unseren friedlichen Geist verlieren müssen wir hingucken, was der störende Faktor ist, der uns diesen Frieden raubt und dann den entgegengesetzten Faktor anwenden. Ebenso wie wir das Licht einschalten, wenn wir im Dunklen sitzen und Licht brauchen, wenden wir die entgegengesetzten Faktoren an, um unsere störenden Emotionen zu überwinden. Wenn wir zum Beispiel wütend werden denken wir über die Liebe nach.

Samstag, 21. August 2010

Report aus Ladakh und Hilfe für Ladakh

Hier setze ich zwei Briefe in den Blog von einer deutschen Frau- Nicke- Ann- die mit uns einen Teil des Pullaharikurses in Nepal besuchte.
Nicke-Ann ist diesen Sommer für eine Forschungsarbeit nach Ladakh gereist und hat so das ganze Disaster der Naturkatastrophe miterlebt. Im Moment hilft sie, wo immer sie kann und bittet um finanzielle Unterstützung.

Erster Brief

Liebe Freunde
Der Familie, mit der ich zusammenlebe und mir geht es gut. Jedoch starben hier viele Leute, die Anzahl der gefundenen Leichen ist ungefähr bei 140 bis jetzt, jedoch mehr als 500 Personen werden nach wie vor vermisst und mehr als 1000 Häuser wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zerstört. Die am meisten betroffenen Gebiete sind in Leh das öffentliche Spital, die Radiostation und der Busstand und die Dörfer Phyang und Saboo aber auch Choglamsar in dem ich im Moment lebe. Wir hatten Glück, dass der riesen Erdrutsch und die Schlammkatastrophe unseren Teil des Flüchtlingscamps nicht traf. Wir mussten aber mitten in der Nacht fliehen, da ein grosser Fluss plötzlich direkt bei unserem Haus erschien. Wir brauchten einige Minuten um die 7 Kinder, die Grossmutter und der Grossvater und uns 5 der Generationen dazwischen zu sammeln, die 4 Hunde zu befreien und ein paar Dinge zusammen zu suchen, das Haus zu verlassen und alles in einen Jeep zu packen. Hunderte von Menschen hatten nicht dieses Glück und wurden unter den Tonnen von Schlamm begraben. Schliesslich hat es zu regnen aufgehört und unser Haus und die Gegend rundherum wurde nicht zerstört. Jedoch wusste und weiss niemand wie sich die Dinge entwickeln werden, aus diesem Grund zogen wir zu einem anderen Ort um, an dem es hoffentlich sicherer ist. Die Situation ist sehr schlecht; viele tote Menschen; Menschen, die vermisst werden, viele Verletzte; Brücken, Strassen und Telephone, Spitäler, Radiostation und viel mehr wurde zerstört oder erlitt ernsthafter Schaden.

Am Sonntagmorgen war es mir möglich von Choglsmsar wegzugehen und nach Leh zu fahren. Gestern habe ich geholfen, den Schlamm aus dem Spital zu tragen. Jede und jeder wie auch ich, gehen umher und versuchen herauszufinden, ob die Liebsten am leben und wohlauf sind.

Zweiter Brief

Ihr Lieben alle
Die aktuelle Situation in Ladakh
Die Naturkatastrophe, die kürzlich in Ladakh stattgefunden hatte, betraf nicht nur Leh, die naheliegenden Siedlungen und das tibetische Flüchtlingslager Choglamsar, jedoch alle Dörfer entlang des Flusses „Indus“, Dörfer im Nubra-Tal wie auch im Markha–Tal und im Changthang-Gebiet. Diese Liste ist nicht komplett.

Die wirklichen Zahlen, wie sie von der Ladakh Buddhist Association- welche eines der Hauptorganisatoren ist die Freiwillige organisiert und Spenden gibt und sammelt für die Ladakhi Flutopfer- herausgegeben werden, sind folgende: 200 Leute starben, 800 werden immer noch vermisst, 500 Leute sind ernsthaft verletzt, die Häuser von mehr als 1000 Familien wurden zerstört oder haben ernsthaften Schaden; 15 Schulen, das öffentliche Spital in Leh, die Radiostation und die Telefonzentrale wie auch 5 wichtige Brücken und 20 Brücken in Dörfern wurden zerstört/total beschädigt. Die Leute verloren auch ihre Herden und ihre Ernte und anderen Besitztum.

Diese Situation ist das Resultat von einer der schlimmsten Naturkatastrophen so weit sich die Ladakhi Leute erinnern können. Nach wie vor sind da viele Regenwolken am Himmel und viele Blicke gehen immer wieder nach oben, um die Wettersituation abzuchecken. Viele Leute, die hoch oben in den Bergen wohnen, die Leh umgeben, können bei weiteren Fluten in Gefahr sein.
Überall sind Putz- und Reparier- arbeiten im Gange. Durch die Anstrengung und Zusammenarbeit vieler Leute wurde es möglich das Spital innerhalb weniger Tage total zu reinigen. Die Armee und verschiedene Organisationen für Strassenbau arbeiten hart um die Strassen von Schlamm und Steinen zu befreien und sie zu reparieren, wie auch die Brücken.

Es ist viel Hilfe nötig für beides; sofortige Hilfe für die Grundversorgung der Flutopfer wie auch Hilfe für das Wiederaufbauen von Häusern und anderen Infrastrukturen, die zerstört wurden.

In Choglamsar, welche zu den meistbetroffenen Gebieten gehört, hat das Camp No 12 die meisten Verluste und Zerstörungen erlitten. Von 63 Familien wurden die Häuser von 34 Familien zerstört. Da das ganze Gebiet von den Zerstörungen der flutartigen Überschwemmung und dem grossen Schlamm-Erdrutsch verschmutzt ist, mussten alle Familien dieses Gebiet verlassen.

Nun leben alle diese Familien in Zelten im Camp No 2 in Choglamsar. Gewisse Grundversorgung wird von der indischen Armee und Regierung zur Verfügung gestellt, wie Zelte und gewisse elementare medizinische Hilfe. Abgesehen davon haben die Leute, die alles verloren haben, bis jetzt noch keine institutionelle Hilfe bekommen.

Bitte, helft mir jetzt etwas Geld zu sammeln, um fähig zu sein wesentliche Hilfe zu leisten dort, wo es am dringendsten nötig ist.

Beginnen wir von heute; es war nicht genug Geld da um alle Leute, die ihre Häuser in Choglamsar verloren haben, mit Essen zu versorgen. Im Namen von Tara Trust und Bodhicitta e.V. Deutschland konnte ich dem Gruppenführer des Camps Geld überreichen das, 3 Mahlzeiten für alle 180 Leute für eine Woche ermöglicht.
Unteranderem versuche ich im Moment den Alten Leute zu helfen, welche keine Kinder haben, indem ich ihnen Essen kaufe und es ihnen nach Hause bringe. Während den nächsten Tagen werde ich weitere Möglichkeiten auschecken, um den Flutopfer auf sinnvolle weise zu helfen.
Bitte, versucht zu helfen. Jeder Eure ist hilfreich!

Was wir zur Verfügung stellen können:
- Mahlzeiten für einen Tag (3 Malzeiten bestehend aus Reis und Dal) für 180 Leute: 42 € 50 Cent
- einen 10 kg Sack Reis: weniger als 5 €
- einen 10 kg Sack Mehl: 3 € 40 Cent

Wenn es dir möglich ist, zu spenden, bitte überweise das Geld auf die folgende Adresse. Diese Organisation wird mir das Geld direkt nach Ladakh überweisen.

Tara Trust: http://www.taraforchildren.com/ "Ladakh"

or

Bodhicitta e.V.
Klaudia Bluecher
Kto. 1225124716
Blz 20050550
Sparkasse HAmburg


"Ladakh"

(Briefe sind aus dem Englischen übersetzt.)

Mittwoch, 4. August 2010

Monsunzeit-Krabbelzeit

Seit nun etwa einem Monat ist der Monsun in vollem Gange hier. Dieses Jahr ist es ein „richtiger“ Monsun, nicht solch schwache Post wie letztes Jahr. Jedoch haben wir dieses Jahr das grosse Glück, dass uns keine Wasserfälle im Haus überraschen. Der Besitzer des Hauses war letzes Jahr glücklicherweise genau in der Monsunzeit zu Besuch gekommen, so konnte er einige Vorrichtungen gegen die Wassermenge grad selbst in die Hand nehmen.
Nicht nur uns Menschen (oder wenigstens den meisten- siehe Foto...) ist es in dieser Zeit häufig etwas zu Nass, auch alle verschiedensten Kreaturen scheinen einen trockenen Platz zu bevorzugen. Auch wenn sie da in die Gefahr laufen von so grossen Riesen wie uns zertrampelt zu werden. Auf diese Weise helfen uns vor allem die Ameisen in verschiedensten Grössen und Formen, unsere Achtsamkeit zu schulen und beim Gehen und Putzen vorsichtiger zu sein. Bei meiner morgendlichen Praxis unter dem Vordach der Terrasse habe ich mich damit abgefunden und sogar Freundschaft geschlossen mit den fleissigen Ameisen, die da rund um mich ihre Strassen bauen und ihren Geschäften nachgehen.
Manchmal kommen die (nach meinem Geschmack, ziemlich grossen) Achtbeiner zu Besuch, die vor allem Drölma-la und mich testen, wie weit entwickelt unser Mitgefühl schon ist. In diesem Fall rufen wir unsere Mitschwester Nangpel-la, die sich anscheinend an noch viel grössere Spinnen gewöhnt ist, als diejenigen die wir hier antreffen. Mit geschickten Händen, mit Becher und Papier ausgerüstet, bringt Nangpel-la den Achtbeiner an einen etwas distanzierteren Platz nicht ohne uns davor den Becher mit dem armen Spinnengetier unter die Nase zu halten, mit der Erklärung, dass auch dieses Tierchen in einem unserer Leben unsere Mutter war (wie wir es durch logische Erklärung und Überlegungen mit allen fühlenden Wesen lernen). Na ja, Drölma-la und ich versuchen die Erklärung anzunehmen- so lange die Spinne unter dem Becher bleibt... Somit ist der Monsun eine grossartige Möglichkeit unsere Gastfreundschaft auszudehnen und unsere Achtsamkeit zu vertiefen.

Sonntag, 25. Juli 2010

Zu Besuch bei Jetsunma Tenzin Palmo

Jetsunma Tenzin Palmo, eine wahrlich inspirierende Nonne, die im Jahr 1964 nach Indien aufbrach, ihren Lehrer fand und mit 20 Jahren die Novizinnen Gelübde nahm. Als einer der ersten westlichen Nonnen erhielt sie die volle Ordination in der chinesischen Tradition im Jahr 1973. Sie praktizierte für 12 Jahre in einer Höhle im indischen Himalaya (inspirierende Biografie: "Das Licht das keinen Schatten wirft") und ist nun die Gründerin des Nonnenklosters Dongyu Gatsal Ling in Indien, das die fast ausgestorbene Linie der Togdenmas- weiblichen Yoginis- wieder reetablieren will.
Zum zweiten Mal hatten wir drei (Nanpel-la, Drölma-la und ich) letzten Freitag dieses grosse Glück uns mit Jetsunma im Nonnenkloster zu treffen.
Vor nicht ganz einem Jahr hatte sie uns den so hilfreichen Rat gegeben, dass das Leben in einer Gemeinschaft wie das Herstellen von tibetischer Medizin vor sich geht. Am Anfang sind diese tibetischen Kräuterklümpchen sehr unförmig. Um sie zu geschmeidigen, runden Kügelchen zu formen, werden sie in grossen Geräten hin und her gerollt, sodass sie ständig aneinander schlagen. Auf dieselbe Weise ist es ein Teil des Prozesses, dass wir immer wieder „aneinander schlagen“ bis jede Einzelne von uns eine geschmeidige „Form“ bekommt.
Dieser Ratschlag kontemplieren wir immer mal wieder nach den Morgengebeten um diese Worte tiefer in den Alltag sinken zu lassen und so mehr Gleichmut zu entwickeln in den verschiedenen „bangs“ die in einem Gemeinschaftsalltag passieren.
Dieses Mal gab uns Jetsunma unter anderem den Rat, wie wichtig es ist, immer wieder zu sehen, wo wir im Moment sind und von dort aus zu starten. Es sei wichtig unsere Fehler zu erkennen wir sollten uns jedoch nicht über sie aufregen, sondern sie als eine Chance zu sehen, um zu arbeiten und uns auf dem Weg zu entwickeln. Unser Treffen schloss damit, dass Jetsunma Tenzin Palmo und nahe legte, uns an unseres innewohnendes Potenzial zu erinnern, das rein und vollkommen ist.
(Ein neues Buch von Jetsunma Tenzin Palmo in Deutsch "Lebendige Lehren unserer Zeit" ist im "Edition Steinrich"-Verlag erhältlich.)

Sonntag, 18. Juli 2010

Das erste Drehen des Dharmarades

Am 15. July wurde nach dem tibetischen Kalender "Das erste Drehen des Dharmarades" gefeiert.
Das heisst, dass Buddha Shakyamuni vor mehr als 2500 Jahren Buddha, in Sarnath, seine erste Lehrrede über die vier edlen Wahrheiten gab.
Mit dieser tiefen Freude und Dankbarkeit, dass der Dharma bis zur heutigen Zeit, gelehrt, praktiziert, niedergeschrieben und übersetzt wurde, nahmen wir dies als einen Anlass zum Feiern.
Mit Mahajanagelübden, spezifischen Rezitationen, zweistündiges Hören der Lehren aus der Studienzeit von Pullahari, persönlichen Praxis, Übersetzungsarbeiten und dann einem Abschluss mit speziellen Widmungsgebeten und der Chenrezigpraxis zelebrierten wir diesen Tag. Damchö-la nicht hier in Indien jedoch sehr mit uns verbunden, war an diesem Tag speziell, und auch die folgenenden Tage in die Übersetzungsarbeit und Zusammenfassung der Geschichten der Nonnen aus Buddhas Zeiten vertieft. Aus diesem Grund erhielten wir das grosse Geschenk, die so tief inspirierende Geschichte der ersten Bhiksuni, Mahāprajāpatī Gautamī gemeinsam zu lesen. Diese Geschichte ist nun auch auf unserer Webseite auf Englisch nachzulesen.
Somit beendeten wir diesen Tag mit einer tiefen Freude, erfüllten Herzen und grosser Dankbarkeit in einer Zeit geborenen zu sein, in der das Dharmarad noch immer dreht und uns den Weg aus dem Kreislauf des Leidens aufzeigt.

Montag, 5. Juli 2010

Was bei uns so läuft...

Es ist ein kontinuierliches Ausprobieren und immer wieder von neuem Abchecken, was denn nun täglich wirklich möglich ist, wie wir unseren Tag als Gemeinschaft und individuell gestalten und welche Schwerpunkte wir setzen wollen. Vor einem halben Jahr hatten wir den Wunsch, uns dieses Jahr als ganze Gemeinschaft mehr dem Studium zu widmen, (siehe Bericht von Nov.2009) jedoch mussten wir einsehen, dass mit der intensiven formalen Praxis die Drölma-la und Nangpel-la im Moment haben- sie sind nun in der letzten Ngöndro (vorbereitenden Uebungen) und widmen sich auch zwei Stunden der „Shine-Meditation“- , dem Gemeinschaftsleben und den damit verbundenen Aufgaben ist es nicht realistisch genau so mit unserem Studienprogramm zu starten, wie wir es urspünglich anstrebten. Jedoch widmen wir uns einem kontinuirlichen Hören und Nachdenken der kostbaren Lehren aus der intensiven Studienzeit in Pullahari.
Als wir uns entschieden haben, das Studiumsprojekt etwas langsamer anzugehen, kam dann ein paar Wochen später prompt noch eine andere grössere Arbeit angeflogen, die nun meine zwei mexikanischen Schwestern nochmals anders auslastet. Mit grosser Freude haben wir vernommen, dass die Untertitel zum DVD des Milarepaschauspiels das von Seiner Heiligkeit Gyalwang Karmapa geschrieben wurde, auch in Spanisch sein sollten- nicht nur in Englisch und Chinesisch. Aus diesem Grund haben sich Damchö-la, Nangpel- la und Drölma-la noch vor Damchö-la’s Abreise dieser Arbeit sehr intensiv gewidmet, sodass Drölma-la und Nangpel-la nun an der Sprache „schleifen“ können.
Damchö-la ist zurzeit in der Welt unterwegs, das heisst, sie reiste zuerst nach Tibet um die Sprache etwas zu vertiefen- bekam jedoch nur 15 Tage Reiseerlaubnis- nicht gerade viel, um in die Sprache einzutauchen. Diese Woche wird sie nach Deutschland fliegen, um dort am Buch über die Nonnen zur Zeit Buddhas zu arbeiten und an der Uni Hamburg auch eine Lesung zu geben. Falls es doch der Fall sein sollte, dass jemand am 13.Juli in Hamburg sein sollte, kann die Lesung zum Thema "Hierarchy and Gender in Buddhist Monasticism" an der Uni Hamburg besuchen. Abschliessen wird sie ihre Reise Mitte August mit einem Retreat, das sie in Mexico leitet.
Auch für mich hat sich im Tageslauf ziemlich viel verändert, da ich mich nun mehr der formalen Praxis widme und mich im Tibetisch hauptsächlich darauf fokussiere, die Texte die ich täglich rezitiere, Wort bei Wort zu verstehen.
So sieht unsere tägliche Struktur im Moment ungefähr folgendermassen aus (ständige Veränderungen inbegriffen):
Am Morgen um spätestens um 5 Uhr sitzen Nangpel-la, Drölma-la und Ich in unserer formalen Praxis Session bis um etwa 7 Uhr. Um 7.30 Uhr haben wir eine halbe Stunde Rezitation in der Gemeinschaft, worauf das Frühstück Vorbereiten und frühstücken folgen. Um 9. Uhr starten wir unsere zweite zweistündige Praxissession. Danach beginnen zwei mit Kochen, sodass das Mittagessen um 12 Uhr bereit ist.
Spätestens um 14.30 Uhr vertiefe ich mich die Tibetische Sprache und meine mexikanischen Schwestern nun meist in die Uebersetzungsarbeit oder nochmals in die Ngöndro. Nach wie vor haben wir das unwahrscheinlich Glück zwei Mal die Woche, in dieser Zeit, die öffentliche Audienz von unserem Lehrer Gyalwang Karmapa zu besuchen. Vier mal die Woche hören wir uns von 17.00 bis 18.00 Uhr die Vorträge von Pullahari an und können damit nochmals durch unsere Notizen gehen und die Worte von Drupon Khenpo-la tiefer sinken lassen.
Um etwas 20.30 Uhr treffen wir uns nochmals alle in der Gompa um den Tag mit der Praxis von Chenrezig und den Widmungen abzuschliessen.

Sonntag, 27. Juni 2010

Zum download bereit

Der spirituelle Weg ist ein gradueller Prozess, welcher damit beginnt, zu lernen ein guter Mensch zu sein. Wenn diese Basis nicht gelegt ist, wird es schwierig, sich auf einem spirituellen Weg zu entwickeln.
Da wir als Menschen die Möglichkeit haben unser kritisches Urteilsvermögen zu schulen und zu lernen was es anzunehmen und was es aufzugeben gilt, haben wir die Möglichkeit unseren Geist im Heilsamen zu üben und damit zum Wohle der Wesen zu wirken. Wenn wir dieses enorme Potenzial, das wir als Menschen haben, wertschätzen und die Verantwortung übernehmen, dann können wir wirklich hilfreich sein in dieser Welt und unser Leben nützlich zu machen.
Was immer wir tun, betrifft und beeinflusst nicht nur uns selbst, es wirkt sich auch auf viele andere aus. Alles ist in Abhängigkeit verbunden und jede kleinste Handlung wirkt sich im Guten wie auch im Schlechten aus. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Menschen die Kostbarkeit der menschlichen Geburt erkennen und die Verantwortung übernehmen unsere geistigen Verblendungen wie Hass, Gier, Stolz etc. zu verringern und unsere immer da gewesenen heilsamen Qualitäten wie Liebe, Mitgefühl und Weisheit zu verstärken.
Ein klitzekleiner Einblick, mit ein paar Worten aus den Notizen zusammengefasst, in die Lehren von Gyalwang Karmapa vom 18. bis 20. Juni.
Diese Lehren sind nun auf der Seite http://www.karmapa-teachings.org/teachings/2010st , zum Download bereit, übersetzt in Englisch und Chinesisch. Viel Freude beim Hören und Nachdenken!

Donnerstag, 17. Juni 2010

Live-Webcast der Lehren von Gyalwang Karmapa

Eine wunderbare Möglichkeit tut sich hier auf, die Lehren von Gyalwang Karmapa direkt mitzuverfolgen.
Morgen Freitag, 18.6., bis Sonntag, 20.6. wird Seine Heiligkeit Gyalwang Karmapa Unterweisungen geben zum Text von Lord Gampopa: Die kostbare Girlande für den höchsten Weg.
Die Lehren werden direkt auf Englisch und Chinesisch übersetzt. Live kannst du mit dabei sein auf der folgenden Webseite: www.karmapa-teachings.org
Die Morgensession wird von 6.30 bis 8.00 Uhr (Zentraleuropäische Sommerzeit) und die Nachmittagssession wird von 12.30 bis 14.00 Uhr (Zentraleuropäische Sommerzeit) statt finden.
Freue mich mit möglichst vielen von euch gemeinsam diese wunderbaren Lehren zu erhalten.

Samstag, 12. Juni 2010

Den Geist neu ausrichten

Wie ich im Bericht vom 20. März mitteilte, haben wir uns in diesem ersten Jahr in Pullahari vor allem mit dem Thema der Entsagung oder Neuorientierung auseinandergesetzt. Traditionell wird dies häufig anhand der vier allgemeinen Vorbereitungen, die den Geist neu ausrichten, erklärt. In diesem Bericht möchte ich diese vier allgemeinen Vorbereitungen als Grundlage nehmen, um ein bisschen einen Einblick in unsere Studienzeit in Pullahari zu geben.

Zuerst wird darüber kontempliert, wie wertvoll diese menschliche Wiedergeburt ist:
Grosse Freude, Dankbarkeit und tiefe Wertschätzung erfüllte unsere Herzen, je mehr wir verstanden, was für ein unglaubliches Glück es ist, für zehn Wochen die Worte des Buddhas zu hören, über diese nachzudenken und damit zu meditieren und dies an einem so wundervollen, friedlichen Ort wie das Pullahari Kloster in Nepal. Nicht nur das, auch hatten wir dieses unglaubliche Glück Drupon Khenpo Lodro Namgyal als unseren Hauptlehrer zu haben – einen wirklich grossartigen, wahrhaftigen Lehrer, der intellektuelles Verständnis und buddhistische Praxis auf eine Art zu verbinden wusste, dass seine Worte nicht nur im Kopf sitzen blieben, sondern jeden von uns tief berühren konnte.
Wir drei Nonnen (Nangpel-la, Drölma-la und ich, 75% unserer Gemeinschaft…)- die einzigen Nonnen im Kurs- fanden es unglaublich hilfreich, dass wir dieses Programm gemeinsam besuchen und somit diese Erfahrung des Studierens, Diskutierens und gegenseitigen Unterstützens teilen konnten.
Dazu kommt, dass wir die Fähigkeiten von Körper und Geist zur Verfügung hatten, die uns befähigten, uns in solche Studien und in die Praxis zu vertiefen. Zu guter Letzt haben wir auch noch die Novizinnengelübde, die uns von vielen äusseren Ablenkungen fernhielten und uns somit sehr halfen, unseren Geist freud- und hingebungsvoll zu fokussieren.

In der zweiten allgemeinen Vorbereitung wird die Vergänglichkeit kontempliert:
Schon die Bauchgeschichten konnten uns darauf aufmerksam machen, wie fragil solch unterstützende Bedingungen sind und wie schnell der Geist und der Körper ausser Balance geraten können, sodass die Konzentration und das freudvolle Zuhören plötzlich nicht mehr so leicht möglich sind. Dies lässt die Alarmglocke klingen und den Wunsch jeden Tag mit guten Bedingungen voll und ganz auszukosten, da diese sich in jedem Moment verändern können. Krankheit und Tod; Leiden, von dem wir nicht davon rennen können, die eine Realität unseres menschlichen Daseins sind und von denen wir in jedem Moment überrascht werden können. Je mehr wir gewillt sind, uns jetzt mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen und einzusehen, dass wir im Zeitpunkt unseres Todes nichts, aber auch gar nichts von angesammelten Gütern, Freunden, Familien etc. mitnehmen können, desto mehr sind wir gewillt schon jetzt nicht so übermässig an Besitz und Menschen zu haften. Dies wiederum erlaubt dem Geist flexibler und offener zu sein, was uns glücklicher und zufriedener macht in jedem Moment. Versunken in diesen Gedanken und Kontemplationen, verstärkte sich für uns ein Gefühl der Gewissheit und tiefer Freude für diesen Weg.

In der dritten allgemeinen Vorbereitung, wird über die Handlungen und dessen Wirkungen nachgedacht:
Ursache und Wirkung begreifen und akzeptieren wir ganz leicht und ohne Diskussion, wenn wir uns die Natur anschauen. Pflanze ich einen Apfelsamen, wächst ein Apfelbaum, wenn alle günstigen Umstände vorhanden sind, jedoch wird von einem Apfelsamen nie einen Pflaumenbaum wachsen. Dies ist das Gesetz der Natur. Wenn wir dieses jedoch auf unsere Handlungen beziehen, haben wir gössere Mühen zu verstehen, dass auch diese ein Ursache-Wirkung Prinzip haben. Eine Handlung ausgeführt mit der Motivation von Mitgefühl, Weisheit und liebender Güte wird immer Freude bringen. Eine Handlung, die mit der Motivation von Aversion, Anhaftung und Ignoranz ausgeführt wird, führt garantiert zu leiden.Wir können dies in unserem Alltag selbst immer und immer wieder untersuchen. So musste ich einsehen, dass Eifersucht auf das „Leichte Lernen“ anderer nur zu mehr Leiden führt, jedoch die Freude an den Fortschritten anderer mich wahrlich beglücken konnte. Immer wieder von Neuem einzusehen, dass ich mir die Stolpersteine selbst in den Weg gelegt habe, und somit die Verantwortung für das Resultat selbst übernehmen muss, hilft nicht immer einen Schuldigen ausserhalb zu suchen. Diese Belehrungen über Handlung und ihre Wirkungen mehr detailliert zu hören, gab uns natürlich viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Das Bedürfnis wächst, den Geist mehr unter die Lupe zu nehmen und zu verstehen, warum man welche Handlung ausführt, warum dieses oder jenes Leiden immer und immer wieder auftaucht, warum man gewisse Dinge sagt und etwas genauer hinzugucken, welche Motivation(en) nun tatsächlich hinter einer Handlung mit Körper und Rede steckt/stecken. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, mit einem umherhüpfenden Geist wie dem meinen. Da wird offensichtlich, dass die Meditaionspraxis wie „Shine“(ruhiges Verweilen), in der man lernt den Geist ruhen zu lassen, wirklich nötig ist. Darum war es nicht von ungefähr, dass die 10 Tage Meditationsretreat nach dem Studienprogram „Shine“ zum Thema hatten…

In der vierten allgemeinen Vorbereitung wird die unbefriedigende Situation des Daseinskreislaufs gelehrt:
Immer wieder ist das so, obwohl wir alle Bedingung so wundervoll beisammenhaben, wir nun denken, dass wir von nun an einfach glücklich sein werden, kommt nur etwas ganz Kleines in die Quere wie zum Beispiel eine Bemerkung von einer Dharmaschwester, die uns irritiert- da sie überhaupt nicht in unser Konzept passt, oder Strom der aussteigt, in der Mitte unserer Email-Arbeit etc. sitzen wir schon wieder in der Mitte irgendwelcher verblendeten Emotionen die uns unseres Glücks berauben.
Deshalb, solange wir diese übertriebenen Erwartungen kultivieren, dass alles in dieser Welt genau so verlaufen sollte, wie wir es uns vorstellen, werden wir immer wieder Endtäuschung und Leiden erleben. Aus diesem Grund macht es Sinn, sich mehr nach innen zu richten und zuerst mal zu gucken, was wir denn alles so für Erwartungen haben und dann mal abzuchecken, ob diese Erwartungen auf irgendeine Weise realistisch sind. Mit dieser Untersuchung können wir mehr und mehr entdecken, dass wir uns ganz häufig in Gedanken und Konzepte verfahren und diese so fest und konkret machen, dass wir ganz aus den Wolken fallen, wenn diese sich verändern. Alles Anhaften, sei es an Familie, Besitz, Ideen, Position, Beruf etc, wird uns früher oder später leiden bringen. Jedoch heisst das nicht, dass wir nicht voller Freude sein können, wenn wir wundervolle Eltern haben, uns gut gekocht wird, wir von liebevollen Freundinnen und Freunden umsorgt werden. Jedoch ist es gut zu überprüfen, wie stark wir die Erwartung haben, dass dies ein unveränderlicher Zustand ist- spätestens wenn wir Reis und Dhal vor uns auf dem Teller haben, sehen wir wie fest wir an der Pizza von gestern anhaften…

Dies hier nur so einen kleinen Geschmack hauptsächlich aus meinen Kontemplationen inspiriert und durchtränkt von den Belehrungen von Drupon Khenpo Lodro Namgyal die selbst durchdrungen sind, mit all der Weisheit und Realisationen Buddhas und allen früheren Lamas.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Vergeben

Nordirland vor mehr als dreissig Jahren; bittere Kämpfe, viel Gewalt, viele Menschen wurden getötet. In dieser düsteren Zeit in Derry, war der 10-jährige Richard Moor auf dem Heimweg von der Schule. Es war nichts Ungewöhnliches, dass die Polizeistation, an der er auf seinem Schulweg vorbeiging, in Kämpfen verwickelt war, doch an jenem Tag veränderte diese Situation sein Leben. Eine Kugel traf den Knaben zwischen den Augen. Wie er selbst erzählte, waren die Folgen nicht die schlimmsten verglichen mit denen die zuerst vorausgesagt wurden, weder der Tod traf ein, noch wurde sein Hirn geschädigt, jedoch musste er akzeptieren, dass er nicht mehr sehen wird. Nachdem er eine Nacht weinend verbrachte, traurig, das Gesicht seiner Eltern nie mehr zu sehen, akzeptierte er diese Tatsache seiner Blindheit erstaunlich schnell. Keinen Augenblick fühlte er Hass oder Wut auf den Soldaten, der die Kugel abfeuerte. Er beschreibt selbst, dass er erkannte, dass er eine Wahl hatte; entweder sich von Wut auffressen zu lassen und ein Leben in Elend zu führen oder zu vergeben und etwas Gutes aus dieser Situation zu machen. So beendete er alle Studien, hat Familie, startete eine Karriere und gründete eine Organisation für Kinder in der Welt, die genau wie er, zwischen das Kreuzfeuer geraten („children in crossfire“),
Dieser Mann, der ein wahres Vorbild ist, wie man eine schwierige Situation in etwas Heilsames für die Welt transformieren kann, wurde von Seiner Heiligkeit den Dalai Lama- nach einem ersten Zusammentreffen in Derry vor 10 Jahren nach Dharamsala eingeladen. Diesen Mai konnte Richard Moore der Einladung folgen. Am 6. Mai stellte SH der Dalai Lama Richard Moore den Schülerinnen und Schüler von TCV (Tibetisches Kinder Dorf, der Schule für Tibetische Kinder) und vielen Interessierten vor. Doch es war nicht nur Richard Moore, der mit seiner Präsenz uns alle sehr erfreute, auch Charles Inness, der Soldat, der die Kugel abfeuerte, berührte unsere Herzen. Etwa vier Jahre ist es her, als Richard Moore Kontakt mit Charles Inness aufnahm und sich daraus eine wunderbare Freundschaft entwickelte.
So sassen die Drei in TCV, links Richard Moore, rechts Charles Inness und in der Mitte SH Dalai Lama, der die beiden Männern an den Händen hielt, während sie ihre Geschichte erzählten. Der Dalai Lama betonte, wie sehr Richard Moore für ihn ein Held sei, der uns zeigt, was Vergeben wirklich heisst, wie glücklich vergeben machen kann und wie man Mitgefühl in Handlung umsetzen kann. Einmal mehr betonte Seine Heiligkeit, dass die Unruhestifter, die verhindern, dass wir Frieden auf dieser Welt haben können, nicht ausserhalb sondern in unserem Geist als die täuschenden Emotionen wie Wut, Stolz, Eifersucht etc. anzutreffen sind.
Vergeben können, ist somit ein Schritt in die Richtung Frieden, der- wie Richard Moore sagte- nicht die Vergangenheit ändert, jedoch die Zukunft.
Voller Freude, dass ein solches Treffen möglich war, sagte SH der Dalai Lama: „Wie ist es doch wunderbar zu sehen, dass derjenige der gelitten und derjenige der das Leiden verursacht hatte, wahre Freunde werden. Diese echte Freundschaft und Glücklichkeit basiert auf Versöhnung.“

Freitag, 28. Mai 2010

Zweiter Anlauf

Anscheinend konnten die technischen Probleme nicht geloest werden, jedoch wird morgen, Freitag, 28. Mai um 20.00 Uhr ein zweiter Anlauf genommen.

nicht aufgeben...

Eine schnelle Information aus dem Empfangs-Zimmer, von dem aus Gyalwang Karmapa bald den Vortrag geben wird. Wegen des unvorausgesehenen Volumens an Leuten, die einloggen, haben wir Server-Probleme. Sobald diese geloest sind, werden wir online sein. Bitte dran bleiben... Verbindung nicht aufgeben...

Mittwoch, 26. Mai 2010

Live übers Netz nun doch in DEUTSCH

Dank grossem Einsatz von Damchö-la haben wir nun auch deutsche Uebersetzung für den Vortrag von Gyalwang Karmapa morgen um 20 Uhr.
Alle Details werden auf www.livingthedharma.eu nachzulesen sein.
Viel Freude beim Zuhören!!

Montag, 24. Mai 2010

Live übers Netz

Immer wieder mal habe ich unseren Lehrer Gyalwang Karmapa zitiert, oder Zusammenfassungen von seinen Belehrungen auf den Blog geladen. Wer nun Interesse hat, einen Vortrag von Gyalwang Karmapa selber direkt zu hören, ohne nach Indien reisen zu müssen, der hat nun die Chance - via „webcast“. Am 27. Mai, dem wichtigsten Feiertag im Tibetisch-Buddhistischen Kalender- Buddhas Geburt, Erleuchtung und Paranirvana- wird Gyalwang Karmapa einen Vortrag geben, speziell für die europäischen Schülerinnen und Schüler und dieser wird direkt im Netz übertragen auf der folgenden Seite:
http://www.livingthedharma.eu
Hier in Indien wird der Vortrag um 23.30 Uhr stattfinden. Das heisst 20 Uhr in der Schweiz und Deutschland. Die Belehrungen werden in Englisch und einige andere Sprachen übersetzt sein, wie Spanisch (bei Damchö-la), Französisch, Polnisch, Russisch, Chinesisch. Leider haben wir keine deutsche Uebersetzung.
Die Links für die Uebersetzungen werden auf der oben angegebenen Webseite mitgeteilt.
Auch wenn Gyalwang Karmapa noch nicht nach Europa reisen kann, seine Worte und seine Wunschgebete brauchen keine Ausreisebewilligung...

Montag, 10. Mai 2010

Das Erdbeben

Eine Regierung, die unser Land führt und eine Erde, die uns trägt, zwei Dinge, auf die wir normalerweise zählen, dass sie unserem Leben Sicherheit und Stabilität geben. Nach all dem politischen Aufruhr in den letzten Jahren, nun auch eine Erde zu haben die bebt, erwartet wirklich zu viel, als die meisten Herzen ertragen können. Doch genau dies widerfuhr am 14.April dem östlichen Tibet, um 5.30 Uhr morgens, einer Zeit, in der die Mönche sich in der grossen Halle versammeln, um für den Frieden zu beten und ihren Geist für einen neuen Tag in heilsamen Tun auszurichten.

Das Heimkloster von Thrangu Rinpoche- der Abt, der Drölma-la die Gelübde gewährte- wurde total zerstört in diesem 6.9 starken Erdbeben. Dieses Kloster, nach 1959 sorgfältig wieder aufgebaut, wurde nun einmal mehr auf seine Säulen und Grundsteine reduziert. Diesmal wurden nicht nur die wertvollsten Statuen und Texte zerstört, auch mussten 23 Mönche ihr Leben lassen- Leben, das sie dem Dienst und dem Wohlergehen der Welt widmeten.
Hier einen Ausschnitt aus dem Brief, den Thrangu Rinpoche an seine Mönche in Tibet sendete.
„Wir wurden in unserer Heimat von einem Erdbeben getroffen, ganz besonders bei unserem Thrangu Kloster. Das Mönchs-College, das Retreat-Zentrum, der Tempel und die Schlafsäle wurden alle zerstört. Viele Mönche kamen zu Tode. Viele andere wurden verletzt und sehen sich großen Härten gegenüber. Nichtsdestotrotz, wenn wir uns trösten wollen, müssen wir uns daran erinnern, dass niemand etwas gemacht hatte, um uns Schaden zu bringen, noch haben wir etwas falsch gemacht. Stattdessen ist es einfach, wie die Welt ist - es handelt sich um eine Naturkatastrophe. Ihr seid alle traurig und verstört, aber statt in Trauer und Schmerz zu versinken, betet zu den Drei Juwelen. Macht gute Gebete hoher Bestrebungen. Widmet eure Tugend jenen, die in Nirvana übergegangen oder gestorben sind. …
… Dies ist natürlich ein schreckliches Ereignis, aber wie der Bhagavan Buddha im Wahren Dharma lehrte, ist das Charakteristische der Samsara-Welt, dass das Ende von Geburt Tod ist, das Ende von Zusammenkommen das Auseinandergehen, das Ende des Zusammensammelns ist, dass es verbraucht wird, und das Ende des Bauens ist das Zusammenfallen. Es gibt nichts, was nicht eines dieser 4 Enden erfahren wird, sagte er. Das ist einfach die Art und Weise, wie unsere Welt natürlich beschaffen ist. Es ist nicht so, das irgendjemand anderer dies getan hätte, um uns Probleme zu machen, noch gibt es jemanden, der etwas falsch gemacht hätte, was dies verursachte. Es ist ganz natürlich geschehen. Daher ist es das Wichtigste, Zuflucht zu nehmen und Wunsch- und Widmungsgebete zu machen; es ist wichtig, darüber aus einer weiteren Perspektive nachzudenken und positive Handlungen zu setzen.“

Und des weiteren die Worte von Gyalwang Karmapa and die Sangha und die Schülerinnen und Schüler aus aller Welt:
„Wie ihr wisst, hat vor Kurzem ein verheerendes Erdbeben die Region von Yushu in Tso-ngön (Provinz Qinghai) getroffen. Das Erdbeben hat zehntausenden Menschen und Tieren das Leben gekostet, und viele Überlebende müssen mit ernsten Verletzungen und intensiven körperlichen und psychischen Traumen zurechtkommen. Darüber hinaus erfuhr das Thrangu Kloster die Zerstörung seines Tempels und seines kostbaren Inhaltes, und eine Anzahl Mitglieder der Mönchsgemeinde erlitten den Tod. Kurz gesagt, die Region und ihre Bewohner haben unerträglichen Verlust durchgemacht. Bitte denkt sowohl an die Überlebenden wie an die Verstorbenen mit Liebe und Zuneigung. Ich bitte Euch demütig tiefgehend für sie zu beten und ihnen Eure Verdienste zu widmen mit einem Herzen großen Mitgefühls."
Der Karmapa, Ogyen Trinley Dorje
April 26, 2010

Und aus einem früheren Brief von Gyalwang Karmapa:
"Als ich diese tragische Neuigkeit hörte, war ich sehr traurig über den Verlust und begann sogleich Gebete für alle Betroffenen zu offerieren, für diejenigen, die ihr Leben verloren haben und für die Ueberlebenden. Mögen die Verstorbenen frei sein von einem Bardobereich mit Terror und Leiden, verursacht durch so einen unerwarteten Tod, und in einem Reinem Land oder in einem Höheren Daseinsbereich wiedergeboren werden. Mögen die Ueberlebenden, die auf Grund des Verlustes von Verwandten und Freunden und des Traumas das Zuhause zu verlieren, solch grosses Leiden durchmachen, Trost und Hilfe finden. Mögen sie alle nötige Hilfe, so schnell wie möglich bekommen, und in der Lage sein ihr Leben wieder aufzubauen. Für dies werde ich ununterbrochen beten.
Des weiteren, möchte ich alle anfragen, direkt oder indirekt etwas für die Hilfsarbeit beizusteuern. Ich habe der Karmapa Foundation in Amerika aufgetragen, $200`000 für eine sofortige Hilfe für die Opfer dieser Katastrophe zu spenden und mit den Aufgaben des Wiederaufbaus zu helfen. Ich habe alle Buddhisten und mitfühlenden Menschen aufgerufen, ernsthaft für die Opfer dieses Erdbebens zu beten und entsprechend ihrer Möglichkeiten ihr Bestes zu tun, sich zu engagieren oder für verschiedene Hilfeaktionen zu Spenden, damit diese wirkungsvoll sein können.
Tod und Vergänglichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Wenn solche Katastrophen so plötzlich eintreffen, möge die natürliche Gutheit in jedem von uns physischen und mentalen Trost bringen und den Mut aufs Neue zu starten.

Wenn du glücklich bist, widme diese Glücklichkeit allen Wesen,
sodass diese Glücklichkeit den weiten Raum erfüllen möge.
Wenn du leidest, trage das Lied von allen Wesen.
Möge der Ozean von Leiden vollkommen ausgetrocknet werden".


Wer für die Nothilfe und Wiederaufbau des Thrangu Klosters spenden möchte kann dies über folgende Adressen tun:
Tranghu Emergency

Vajra Vidya Foundation of Canada

Sonntag, 2. Mai 2010

Monatsrückblick

Einen Monat ist es nun her, seit ich mit einem klapprigen alten Bus von Nepal nach Indien zurückreiste. Eine wahrlich abenteuerliche Fahrt, die dann irgendwann- mit 10 Stunden Verspätung- nach 48 Stunden, ein Ende nahm. 48 Stunden, die eine gute Gelegenheit waren sich in Geduld und Gelassenheit zu üben und mit den Tibetern etwas Tibetisch zu praktizieren…
In Delhi dampfte die Hitze, viel zu heiss für die Jahreszeit, wurde gesagt. So war ich unglaublich dankbar konnte ich im gemütlichen Dharmazentrum „Tushita“ Unterschlupf finden, so dass ich die verschiedenen Aufgaben für die Gemeinschaft erledigen konnte.
Was für eine Freude war es dann, wieder die frische Luft von Dharamsala einzuatmen und vor allem Damchö-la in unserem Nonnenklösterchen zu begrüssen, die mich zum Morgentee empfing.
Nach gut einer Woche zu zweit- studieren, austauschen, praktizieren -fuhr Damchö-la nach Sherabling, zum Mahamudra Kurs von Tai Situ Rinpoche. Nun das dritte Jahr übersetzte sie diesen Kurs von Englisch in Spanisch. Unsere mexikanischen Dharmaschwestern, die an diesem Programm teilnehmen, reisten direkt von Mexiko nach Sherabling. In dieser Zeit vertiefte ich mich hier etwas mehr in das Tibetisch-Studium und die formale Praxis.
Dann, am 23. April, war es so weit, nach langer Zeit sind wir hier, im pinken Haus wieder alle vier vereint und damit auch viele Ideen, neue Eindrücke und viel auszutauschen.
Langsam, langsam kehren wir zurück zu einem neuen Tagesplan, probieren aus, wie wir basierend auf den Erfahrungen vom letzten Jahr, unsere tägliche formale Praxis, Studium, Dienste an die Gemeinschaft und Austausch in eine gesunde Balance bringen. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, das nach wie vor einiges mehr an Erfahrungen und gemeinsames Zusammenleben braucht. Mit grosser Freude, viel Engagement und Inspiration arbeiten wir daran, diese Gemeinschaft in die Richtung unserer Vision zu formen, sodass sie in Zukunft einen Platz für mehr Nonnen und Quelle der Inspiration für viele Menschen auf dem Weg werden kann.

Montag, 12. April 2010

Nonnengemeinschaft DHARMADATTA

Letztes Jahr haben wir Seine Heiligkeit den 17. Gyalwang Karmapa nach einem Namen für unsere Gemeinschaft angefragt. Eine Namensgebung wird im Buddhistischen Kontext (und vielen anderen) als eine entscheidende Handlung angesehen, welche die wichtigen Aspekte der Identität einer Person oder einer Institution ausdrückt. Wenn wir ordinieren, wird uns einen Namen vom Abt gegeben, der uns die Gelübde überträgt. Die meisten Buddhistischen Klöster und Dharmazentren erhalten ihren Namen von ihrem spirituellen Führer oder ihrer spirituellen Führerin, eine Anerkennung der prägenden Rolle dessen Führung durch das Formen von Richtung und Identität der betreffenden Institution.
Als wir Seine Heiligkeit Karmapa um einen Namen für unsere Gemeinschaft baten, dachte er kurz nach und riet uns dann, den Sanskrit Namen einer Bhikshuni auszuwählen, die eine direkte Schülerin von Buddha Shakyamuni war. Seine Heiligkeit wusste nur zu gut, dass Damchö-la für ihre Doktorarbeit an den Tibetischen- und Sanskrit-Lebensgeschichten eben dieser Nonnen arbeitete und somit leicht mutmassen konnte, dass Anekdoten aus deren Lebensgeschichte ganz natürlich in unser tägliches Gemeinschaftsleben einfliessen und uns inspirieren. Auch wusste Seine Heiligkeit dass, obwohl niemand von uns bis jetzt die Bhikshuni-Gelübde genommen hatte, wir jedoch alle den tiefen Wunsch haben, diese in der Zukunft zu erhalten. Dieser Wunsch wird genährt, durch das Lesen und Hören aus den Leben der allerersten Bhikshunis.

Wie auch immer, da wir die glückverheissende Verbindung einer Namensgebung mit Seiner Heiligkeit haben wollten, schlugen wir vor, dass wir eine kurze Liste mit möglichen Namen bringen werden, von der Seine Heiligkeit einen auswählen könne. Seine Heiligkeit stimmte unserem Vorschlag zu.
Als wir unsere Liste bereit hatten, war für alle vier von uns die Favoritin ganz klar gesetzt- eine Nonne die grosse Hindernisse überwand, um ihre Bhikshuni Ordination zu erhalten und die dann eine grossartige Dharmalehrerin und Führerin im Nonnenorden wurde. Diese mutige junge Frau hatte es nicht nur geschafft eine Dharmabelehrung zu geben welche ihre „möchte gerne Schwiegereltern“ befriedete, welche das Haus in dem sie wohnte umkreisten um zu verhindern, dass sie in den Nonnenorden eintritt.
Als sie später den Dharma für eine Truppe von Soldaten lehrte, bekamen diese Pazifisten und folgten ihrer Führung als ihren Lama oder Spirituellen Freundin (kalyāṇamitrā). Der Name dieser Nonne, die uns so tief inspirierte mit ihrem Engagement auf dem monastischen Weg, ihrem Engagement im Dharma und ihrem Engagement sich mit den Mitteln des Dharmas um andere zu kümmern, war; Bhikshuni Dharmadattā.
Zu diesem Zeitpunkt, obwohl wir alle wussten welchen Namen wir am meisten bevorzugten, stand unsere Abmachung nach wie vor: Wir hatten Seine Heiligkeit gefragt, einen Namen aus der Liste zu wählen. Aus diesem Grund brachte Damchö-la die Liste zu Seiner Heiligkeit, welcher nur schnell einen Blick auf die Liste warf, bevor er dann einfach auf einen Namen zeigte: Dharmadattā.

Somit entstand der Name unserer Gemeinschaft, genauso wie sich unsere Gemeinschaft selber entwickelte; mit uns Nonnen die zuerst einen tiefen Wunsch zu Seiner Heiligkeit brachten und in ihm die spirituelle Führung suchten. Seine Heiligkeit jedoch, machte deutlich, dass wir die Verantwortung selber in die Hand nehmen müssen, auch wenn er sich bereit erklärte diese Aufgabe mit uns zu teilen. Schlussendlich sehen wir, dass unsere Visionen und Wünsche für uns und Gyalwang Karmapa's Vision für uns sich in vollkommener Harmonie befinden.

Eine Uebersetzung von Dharmadattā’s Lebensgeschichte wird zusammen mit den Lebensgeschichten anderer Nonnen aus Buddha's Zeit, wird bei „Wisdom Publication“ erscheinen- in Englisch.
(Bericht von Damchö-la, ins Deutsche übersetzt)

Freitag, 9. April 2010

Botschaft des XVII. Gyalwang Karmapa, Ogyen Trinley Dorje

Diese Botschaft von Seiner Heiligkeit Gyalwang Karmapa habe ich von der Europatourseite kopiert. Falls ihr es dort noch nicht gelesen habt, moechte ich hier die Moeglichkeit geben, die Worte von Seiner Heiligkeit weiterzuleiten.

"Soweit ich weiß, hat der Koordinator von Karmapa in Europe 2010 bereits alle informiert, dass mein beabsichtigter Besuch aus Gründen außerhalb meiner Kontrolle abgesagt werden musste. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, meine europäischen Schüler zu treffen, Eure Dharma Zentren zu besuchen, Belehrungen zu geben und die Möglichkeit zu haben, meine eigenen Eindrücke und Einsichten in die große Vielfalt des europäischen Lebens und dessen Kultur zu gewinnen.

Ich hatte mich von ganzem Herzen auf diesen Besuch vorbereitet und Ihr werdet verstehen, dass ich auch traurig und enttäuscht war, als ich hörte, dass ich dieses Mal nicht kommen kann. Ich hoffe jedoch, dass es sich nur um eine einstweilige Verzögerung handelt, so dass ich auf jeden Fall in der Lage sein werde, in allernächster Zukunft Europa zu besuchen.

Jetzt bleibt mir noch der Ausdruck meiner Dankbarkeit an Ringu Tulku und Euch alle in den verschiedenen Ländern und Dharma Zentren, die Ihr so hart gearbeitet habt, um den Besuch vorzubereiten. Lasst Euch versichern, dass Eure Arbeit nicht umsonst oder vergeudet war. Durch diese Bemühungen habt Ihr einen kraftvollen Samen gesät – und wenn er aufgeht, wird meine Absicht, nach Europa zu kommen, erfüllt werden.

In der Zwischenzeit bleiben mein Streben und meine Vision fest. Ich bin entschlossen, in den Fußstapfen des 16. Gyalwang Karmapa zu folgen, Verbindungen mit langjährigen Schülern zu erneuern und eine engere Beziehung mit all meinen europäischen Freunden der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schmieden."

XVII. Gyalwang Karmapa,
Ogyen Trinley Dorje,
Gyuto Tantric University,
Himachal Pradesh,
India
7. April 2010

Montag, 5. April 2010

Gyalwang Karmapas Europareise wurde abgesagt

Emails begannen uns zu ueberhauefen, mit der Frage ob dies ja wirklich wahr sein koenne, dass das indische Parlament wirklich nicht die Erlaubnis gab, fuer die Anfrage des 17th Gyalwang Karmapa, fuer die Europareise im kommenden Mai. Ein Besuch so freudvoll erwartet und erhofft von all seinen Dharmazentren und Studentinnen und -studenten in Europa.

Leider, leider ist es wirklich wahr. Seine Heiligkeit Gyalwang Karmapa Ogyen Trinley Dorje wird diesen Juni nun nicht nach Europa reisen. Mit diesen Link koennt ihr die trauige Nachricht von Ringu Tulku selber nachlesen (in Englisch).

Trotz aller Hoffnungen und Vorfreude, die nun so ploetzlich niedergeschmettert wurden, ist Seine Heiligkeit hier in Gyuto, emfpaengt Leute aus aller Welt mit seiner ruhigen, friedlichen Praesenz und seiner gleichstroemenden kraftvollen Freude. Beim Beobachten wie Seine Heiligkeit seine ganze Aufmerksamkeit auf jede Person die vor ihm tritt, richtet, wuerde man nie erahnen, dass er eigentlich grad eben diese so niederschmetterneden Neuigkeiten erhalten hatte.

Bezueglich der Moeglichkeit, wahrhaftig freudvoll zu bleiben auch bei widrigen Umstaenden, bezueglich der Moeglichkeit unseren Geist in Gleichmut zu trainieren und weiterhin unseren Fokus darauf zu richten, was wir fuer andere tun koennen und bezueglich des nicht Festhaltens an irgendetwas als wirklich real und inhaerent existierend, Seine Heiligkeit zu beobachten, wie er auf diesen Rueckschlag reagiert, ist eine unglaubliche starke und inspirierende Belehrung.

Obwohl die Reise nun nicht diesen Juni statt findet, wurde so viel Gutes geschaffen schon bei der ganzen Planung und Vorbereitung. Waehrend unseren eigenen kleinen Bemuehungen, die wir in die Vorbereitungen unserer Teilnahme dieser Tour steckten, haben wir so viele wunderbare Verbindungen mit Leuten aus Europa hergestellt und dabei sind neue Dharmafreundschaften entstanden. DIes ist sicher auch auch die Erfahrung fuer viele andere, die sich Belehrungen von Seiner Heiligkeit in Europa erhofften und ganz sicher fuer all diejenige, die seit Monaten arbeiteten um Seine Heiligkeit im Juni zu empfangen. Diesmal werden wir unsere neuen Dharmafreunde in Europa nicht treffen, jedoch wissen wir, dass Verbindungen, die ihre Wurzeln in einer wahrhaften Gutherzigkeit haben, nie verloren und immer eine Ursache fuer Freude sind. Somit bereiten wir uns vor, fuer den Moment, wenn die entsprechenden Umstaende zusammen kommen, damit der Samen dieser Gutherzigkeit, eine fruchtvolle Ernte in der Zukunft werden kann.

Unterdessen sind die Leute um Seine Heiligkeit nun im Prozess um herauszufinden, was die Gruende dieser Absage sind, um damit ein klares Bild zu bekommen, was schief gelaufen ist und was in Zukunft besser gemacht werden koennte.

(Dies ein Bericht meiner lieben Dhamrmaschwester Damchoe-la, ganz schnell uebersetzt vor der Busreise nach Dharamsala... so entschuldige ich mich fuer alle Unverstaendlichkeiten und Fehler und hoffe doch, es wir ein Bericht sein, den viele entschauschte Herzen mit Freude erfuellen kann, Dapel)

Dienstag, 30. März 2010

Gyalwang Karmapa's geplanter Besuch in Europa

Unser Lehrer Gyalwang Karmapa kommt im Juni nach EUROPA!!!- Falls er die Ausreisebewilligung bekommt. Dies ist der einzige unsichere Faktor. Jedoch laufen die Vrobereitungen für den ersten Besuch des 17. Karmapas Orgyen Thrinley Dorje in Europa auf hochtouren.
Gyalwang Karmapa wird verschiedene Orte in Deutschland besuchen und vom 31.5. bis 2.6. in Zuerich sein. Würde mich ja so freuen, einige von euch an diesem Anlass oder einem Anlass in Deutschland zu treffen!
Gyalwang Karmapa sagte unter anderem zu seinem geplanten Besuch in Europa:
..."Ich denke, die Welt bewegt sich sehr schnell zusammen. Kommunikation wird sehr schnell. Verstehen und Verständigung zwischen Osten und Westen wachsen und durch diese Bewegung wird das Konzept klarer, dass die gesamte Welt eins ist. Deshalb wird es für uns alle sehr wichtig, über die ganze Welt nachzudenken und zu versuchen, zum Nutzen Aller zu arbeiten. Ich selbst versuche auch, so sehr wie möglich auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Ich denke, es ist eine derzeitige Notwendigkeit für uns alle, dies zu tun.

Ich habe kein besonderes Bestreben, den Buddhismus zu verbreiten. Für diejenigen, die Verbindungen mit dem Dharma besitzen, habe ich die Verantwortung und die Pflicht, zu arbeiten um ihnen die Dharma Praxis zu bringen. Das ist meine Verantwortung. Ich bin bereit und warte darauf, Euch all meine Dienste und Anleitungen in Einklang mit dem Dharma zu geben. Ob man es Dharma nennt oder nicht, die Hauptsache ist, ein guter Mensch zu sein, gute Gedanken zu hegen und positive Handlungen auszuführen, allen Wesen von Nutzen zu sein. Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Name der Religion oder des Buddhismus nicht sehr nützlich ist. Es vermittelt den Eindruck, als ginge es um etwas Begrenztes oder Exklusives.

Diese Welt ist eine sehr große Familie mit Tausenden und Abertausenden von Wesen, und wir alle hängen voneinander ab. Es ist wichtig, dass wir einander respektieren und wertschätzen, unsere gegenseitige Bedeutung anerkennen.

Wir sollten versuchen, eine Welt mit Freundlichkeit und Liebe zu schaffen. Ich denke, in der Zukunft ist es die Verantwortung von uns Allen, eine gerechtere und liebevollere Welt zu schaffen. Ich würde gerne auf dieses Ziel hinarbeiten, nach meinen besten Möglichkeiten. Ich denke, dass es für uns alle wichtig ist, das Gleiche zu tun."

Samstag, 20. März 2010

Neuorientierung

Entsagung, ein Wort das viele von uns mit einem engem, freudlosen Dasein in Verbindung bringen.
Wenn wir jedoch das tibetische Wort anschauen (ngas `byungs) kann man es auch als „Neuorientiereung“ übersetzen.
Was wird neu orientiert? Das Verständnis was uns wirklich Glück und was uns Leiden bringt.
Wie viel mal nehmen wir Zuflucht in einen Schokoladenkuchen, ein gutes Gespräch, unsere Freunde etc.? Doch wenn wir wirklich genau hinschauen, bringt uns dies wirklich die erhoffte endgültige Glücklichkeit? Wenn dies so wäre, dann könnten wir Schokoladenkuchen essen und Schokoladenkuchen essen und mit jedem Stück würde unser Glück mehr werden. Wir könnten spannende Gespräche haben und mit jeder Stunde würden wir glücklicher werden etc. Doch wir alle wissen, dass dies nicht so ist, und dass wir schon nach zwei oder drei jedoch sicher nach fünf Kuchenstücken absolut keinen Kuchen mehr sehen wollen. Warum ist das so? Die Glücklichkeit steckt nicht im Kuchenstück, nicht im Gespräch, nicht in unseren Freunden. Ja, wo ist sie denn?
Eigentlich ganz nahe, immer mit uns dabei… jedoch sind wir so nach aussen orientiert, um das wirkliche Glück zu erlangen, dass wir diese subtile immerwährende Glücklichkeit, die immer in unserem Herzen gar nicht sehen. Um diese jedoch wirklich zu entdecken, brauchte es eine neue Orientierung, von aussen nach innen. Dies ist genau das, was die Entsagung macht. Es ist ein graduelles Verstehen, wo das wirkliche Glück liegt und ein sich Ausrichten nach den Ursachen, die dieses Glück frei legen können und ein vermeiden der Ursachen, die dieses Glück zu schaufeln und verstecken.
(Inspiriert nach 6 Wochen Belehrungen über die Neuorientierung von Ven. Drupon Khenpo in Pullahari)

Freitag, 12. März 2010

Bodhgaya-Bericht von Parami

„Nagarjuna`s Brief an einen Freund“, Mönlam und Milarepa
Vom 18. Dezember 2009 – 4. Januar 2010 hatte ich die glückliche Möglichkeit, mit Dapel-la und ihrer kleinen Nonnengemeinschaft in Bodhgaya zu weilen.
Täglich konnte ich in dieser Zeit durch die vier Nonnen eine liebevolle und kontinuierliche Unterstützung für meine eigene Meditations-Praxis erfahren.
Durch ihre Hilfe wurde es mir möglich, persönliche Fragen an grosse Lamas in einer Audienz stellen zu dürfen, dessen Antworten mich nachhaltig und tief bewegten.
Ebenso war es der Verdienst von Dapel-la, dass ich in der Zeit von Mönlam bei der Mahabodhistupa den richtigen Platz erhielt und ich durch sie auch handfeste, praktische und indisch-spezifische Tipps erhielt, die das Leben in Indien überschaubarer machten.
Diese kostbare, gemeinsame Zeit begann mit den Belehrungen von S.H.17. Karmapa zu Nagarjunas Brief an einen Freund.
Einmal mehr erfuhr ich, dass in jeder Lebenssituation ethisches Verhalten geübt werden kann, ja, dass es für uns und die Welt immer unerlässlicher wird, dies zu üben. Dafür brauchen wir geschickte Mittel um Heilsames zu tun und Unheilsames lassen zu können...
In den acht Tagen Mönlam, unter dem Bodhibaum, in der Präsenz des grossen Lama, kamen alle gesprochenen und gesungenen Wunschgebete in ein tiefes, ausströmendes Klingen ..

Ein besonderes Milarepa-Theaterstück, dass von S.H. dem 17. Karmapa geschrieben wurde, kam am 1. Januar neben dem Tergar-Kloster zur Uraufgeführt.
Damcho-la hatte im Auftrag des Lama eine Übersetzung dieses Theaterstücks erarbeitet und hat mit viel Freude uns an zwei Abenden dazu eine Einführung gegeben.
Milarepa, der grosse tibetischer Yogi aus dem 11/12 Jahrhundert ist mir persönlich sehr nahe. So vermochte dieses grossartige Theaterstück farbenprächtige und aussagestarke Bilder in mir einzuprägen.
In der Umgebung der Mahabodhistupa erlebte ich sehr eindrücklich, .wie Pilger/innen, Nonnen, Mönche, Laienfrauen und Männer, Suchende und Gefundene aus vielen Länder ihre Art der Meditation ausüben konnten und niemand störte sich daran. Da ist ein Gehen, Niederwerfen und Sitzen, ein Rezitieren und Singen, ein zelebrieren von den unterschiedlichsten Pujas. Diese authentische und spirituelle Lebendigkeit an diesem speziellen Ort beeindruckte mich sehr, und verstärkte die Erinnerung, dass hier Buddha vor ca. 2500 Jahren unter dem Bodhibaum die Erleuchtung erlangte

Samstag, 20. Februar 2010

Feiern

Am 17. Februar waren es genau zwei Jahre, in denen wir- Nangpel-la und ich- den Dharmaweg mit den Novizinnengelübden in unseren Herzen gehen. Und ein Jahr ist es her, als Gyalwang Karmapa die Haarschneidezeremonie für Drölma-la durchführte, als erster Schritt für ihre Ordination im März 2009 mit Thrangu Rinpoche. Um all dies zu feiern, rezitierten wir für mehr als drei Stunden ausgewählte Wunschgebete und widmeten unsere Freude und all unsere Verdienste für die Glücklichkeit aller Wesen.

Was alles in diesen zwei Jahren passiert ist, geht über die Worte hinaus und alles was mir bleibt ist meine Freude über unsere zwei Jahre neues Leben auch hier mit einem Wunschgebet zu feiern. (Ein paar Verse aus dem „Wunschgebet für Glück und Freude der Wesen“)
Die Menschen seien ohne Frucht vor Krankheit, Alter, Tod und ihre Sicht der Welt sei zutreffend. So entstehe ein Geist wechselseitiger Liebe in ihnen und eine Freude ohne Mass verbreite sich. Darum bitte ich.
Die Städte seien mit Girlanden weisser Fähnchen, die sich im sanften Winde bewegen, verschönt und sie seien mit gut gekleideten, juwelen geschmückten, wohlhabenden Menschen angefüllt, darum bitte ich.
Durch schöne Wolken, Ketten von Blitzen am Himmel, durch den betörenden Tanz frohlockender Pfauen auf der Erde und durch einen feinen, gemächlich fallenden Regen verbreite sich Freude unter den Wesen. Darum bitte ich.
Die Berge seien mit Gräsern, Blumen und Wasserfällen geschmückt, die verschiedenen Täler reich an Vieh und Getreide. Dass die Menschen Gesänge höchster Freude singen und somit frei von Hochmut und Streit sind, darum bitte ich.
Kraft des Mitgefühls und des Segens der verlässlichen Guru, Kraft der Wahrheit des Soseins aller Erscheinungen und durch die vollkommene reine Kraft meiner erhabenen Absicht geschehe alles entsprechend meinem Bitten.

Samstag, 13. Februar 2010

Khenpo Tsültrim Gyatso Rinpoche


Dank eines lang- jährigen Schülers von Khenpo Tsülrim Gyatso Rinpoche wurde es uns möglich diesem grossen Meister zu begegnen. Khen-Rinpoche gab uns den Segen für unsere Gemeinschaft und ein paar Worte, dessen Tiefe wir noch nicht erfasst haben, jedoch unsere Herzen tief berührte.

Dienstag, 9. Februar 2010

Ein grosses Geschenk

Der Mönlam dieses Jahr hatte noch eine andere, wunderbare, ganz spezielle Seite. Dieser Jahr war eine Person unter all den rezitierenden Leuten, der ich unglaublich viel zu verdanken habe; Die alle Schmerzen auf sich nahm um mich in diese Welt zu stellen. Ohne die ich meine ersten Jahre in diesem Leben nicht überlebt hätte, ohne die ich nicht schon ganz früh mit den spirituellen Werten und verschiedenen Sichtweisen in Berührung gekommen wäre, die mir mein erstes Meditationskissen geschenkt hatte und nun weiterhin auf alle nur erdenklichen Weise unsere Gemeinschaft unterstützt.Dies ist nur wenig aus den unzähligen Dingen für die ich meiner Mutter dankbar bin. So war es für mich ein grosses Geschenk mit ihr diese so wertvollen Momente in Bodhgaya unter dem Bodhibaum oder in den Belehrungen von Gyalwang Karmapa zu teilen und das gleiche galt für meine Nonnenschwestern, die es alle unglaublich schätzten, dass meine Mutter unser Gemeinschaftsleben teilte und mit ihrer liebevoller Präsenz einfach mit dabei war.

Sonntag, 7. Februar 2010

Gebete für den Frieden und die Umwelt

Während acht Tagen (24. bis 31. Dezember) sassen wir gemeinsam mit grossartigen Lamas, hunderten von Mönchen und vielen Nonnen, Laienfrauen und -männer aus aller Welt, unter dem Bodhibaum in Bodhgaya und rezitierten von morgens bis abends für das Glück und den Frieden aller Wesen, für die Umwelt und für die Erfüllung aller heilsamen Wünsche.
Auf die Frage, warum Gebete für Buddhisten wichtig sind, antwortete SH Gyalwang Karmapa: Es gibt eine Redensart unter Buddhisten: „Zwei Aktivitäten: eine am Anfang, eine am Ende.“ Für jede Aktivität setzen wir am Anfang eine Motivation und am Ende Widmungen und Wünsche. Was immer wir auch tun, für uns ist es wichtig, dass wenn wir beginnen, wir eine gute Motivation haben. Dies ist so, weil gesagt wird, dass es ganz von unserer Motivation abhängig ist, ob unserer Handlung gut oder schlecht wird. Das Widmen und Wünschen am Ende verhindert, dass die heilsame Handlung, die wir ausgeführt haben, verloren geht. Aus diesen Gründen werden Wunschgebete als wichtig betrachtet.“ (Aus dem deutschen Mönlamprogramm)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Eingetaucht

Es ist nun drei Wochen her, seid wir ganz in diesen Ozean von Dharma eingetaucht sind. Jeden Morgen von 9.00 bis 11.00 Uhr dürfen wir die Worte der Buddhistischen Lehre in uns einsinken lassen, weitergegeben von Drupon Khenpo, dessen Worte tief in der Buddhistischen Praxis verankert und so direkte Anleitung sind, wie wir an unserem Geist transformieren können.
Von 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr widmen wir uns der tibetischen Sprache um immer mehr direkt mit den Worten aus den Lehren und der Praxis in Verbindung zu sein. Nach dem Mittagessen widmen wir uns von 14.30 bis 16.00 Uhr der Buddhistischen Philosophie, d.h. setzen uns mit den verschiedenen Ansichten der verschiedenen Buddhistischen Schulen auseinander. Diese Klasse kombiniert das Studium der tibetischen Sprache und die Philosophie und ist unterrichtet von Khenpo Chökiy, dessen lachen niemanden ernst bleiben lässt...
Dann Hausaufgaben, formale Praxis (morgens und abends) und täglich sitzen wir drei zusammen um die Belehrungen von Drupon Khenpo zu besprechen. Der Tag wird abgerundet indem wir drei die all-abendliche Chenrezig-Praxis rezitieren und dann all unsere Verdienste widmen.

Wunderbar, intensiv, einsgerichtet... Je tiefer wir in die Lehren eintauchen, desto tiefer wird unser Vertrauen in diesen Weg, die Hingabe zu unserem Lehrer, die Freude, diesen Weg als Nonnen gehen zu dürfen und die Dankbarkeit für die Unterstützung unserer Aelteren Damchö-la und all denen die es möglich machen, dass wir hier sein dürfen. Mögen die Früchte unseres freudvollen Bemühens vielen Wesen Freude und Glück bringen.