900 Jahre zum Wohle der Wesen

Am 8. und 9. Dezember wird in Bodhgaya der Auftakt der festlichen Aktivitäten statt finden die für ein Jahr in Indien und überall auf der Welt zelebriert werden. Zelebriert werden die 900 Jahre, in denen der Karmapa auf dieser Erde zum Wohle der Wesen wirkt.

Es schrieb das Jahr 1110 als der erste Karmapa, Düsum Khyenpa, im östlichen Tibet in einer bescheidene Familie geboren wurde. Und es war Düsum Khyenpa, der aus seinem unfassbaren Mitgefühl für alle Wesen die Zukunft des tibetischen Buddhismus formen wird. Durch die grosse Kreativität wie am besten für das Wohl der Wesen gesorgt werden kann- haben die Karmapas immer wieder neue Methoden entwickelt, um möglichst vielen Wesen zu helfen ihr tiefstes Potenzial zur Verwirklichung zu bringen. Der Anfang machte Düsum Khyenpa (was übersetzt soviel heisst wie; der Kenner der drei Zeiten) indem er bewusste Wiedergeburt ins Leben gerufen hatte.
Bodhisattvas- deren einziges Ziel es ist die Wesen zum vollem Erwachen zu führen, haben die Fähigkeit durch ihre Verwirklichung eines gewissen spirituellen Levels, im Todesprozess bei vollem Bewusstsein zu bleiben und somit den Ort und die Form ihrer nächsten Wiedergeburt zu wählen. Je mehr diese Fähigkeit fortgeschritten ist, desto klarer können die Bodhisattvas ihre nächste Wiedergeburt voraussagen.

Obwohl schon zahlreiche Bodhisattvas davor Wesen zum höchsten erwachen verhalfen, war es Düsum Khyenpa, der mit dem zweiten Karmapa, Karma Pakshi (1206-1207), eine Reinkarnationslinie begann, die sich bis heute zum siebzehnten Karmapa, Orgyen Trinley Dorje, fortsetzte. Dieses geschickte Mittel, sich auf diese Weise um seine Schülerinnen und Schüler und die Kontinuität der Linie über den physischen Tod hinaus zu sorgen, wurde von vielen Tibetischen Meistern und auch Meisterinnen (wenige, jedoch gab und gibt es sie) übernommen und ist eine nicht mehr wegzudenkende Basis des Tibetischen Buddhismus.

Somit gibt uns diese 900 Jahres Feier die Gelegenheit über die unglaubliche Güte und unfassbaren Qualitäten dieses grossen Meisters nachzudenken, über unsere limitierten Vorstellungen von Leben, Tod und der Möglichkeit des Geistes hinauszugehen und durch das Wachsen dieser Inspiration und der inneren Überzeugung über unser innewohnendes Potenzial,Verantwortung zu übernehmen, alles in unserer Macht stehende zu tun, um eines Tages auch von so grossem Nutzen für alle Wesen zu sein.

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