Der neue Stern aus Tibet

Karmapa- Ein Buch, geschrieben bei Stephan Kulle- katholischer Theologe, Journalist und Buchautor, das uns einen Einblick gibt in das Leben des Meisters Gyalwang Karmapa, Ogyen Trinley Dorje. Mit einem Rückblick auf die Hinterlegung des Vorhersagebriefs des 16. Karmapas, der Suche und Anerkennung des neuen 17. Gyalwang Karmapa und seinen Aktivitäten in Tibet führt uns Stephan durch den radikalen Wechsel von dem Nomaden Jungen zum Gyalwang Karmapa.
„... Die Welt des kleinen Apo Gaga war von einem Tag auf den anderen vollkommen verändert. Wo immer er erschien, freuten sich Menschen, tanzten und warfen sich ehrerbietig vor ihm nieder. Es war nun öffentlich verkündet, dass er der Karmapa war, dass in ihm die hochangesehene Linie des spirituellen Meisters neue Gestalt angenommen hatte.“... Fesselnd und atemberaubend wird die Flucht des Gyalwang Karmapas über den Himalaya beschrieben. „Es war halb elf, der vereinbarte Zeitpunkt des Fluchtbeginns. Auf dem Tisch im Wohnraum Seiner Heiligkeit lag der Abschiedsbrief, in dem er erklärte, dass er wegginge, weil er die Lehren der Wurzellamas in Indien empfangen wollte, nicht weil er China nicht mochte. Am Schluss des Briefes hat er noch geschrieben, dass er eines Tages nach Tibet zurückkehren würde.“ Der Autor verschont uns nicht vor den politischen Machtkämpfen und üblen Spiele die leider auch einen Teil der traurigen Realität um die 17. Reinkarnation ist. Immer wieder verbindet Stephan Kulle seine persönlichen Begegnungen mit Gyalwang Karmapa, Gemeinsamkeiten der Religionen, harte politische Fakten und geschichtliche Ereignisse miteinander, was das Buch sehr abwechslungsreich, tiefgründing, humorvoll und informativ macht.
Man spürt die grosse Hingabe des Autors zu diesem kraftvollen, charismatischen Meister und in vielen kleinen Episoden gibt uns Stephan Kulle die Möglichkeit, den Gyalwang Karmapa ganz nah zu erleben und Zeuge zu werden von seinem Humor, Leichtigkeit, Weisheit, Tiefe, aber auch von seiner Ernsthaftigkeit. Ein Buch, das ich unbedingt weiterempfehle! „“In nomine patris, et filiis, et...“, begrüsste mich der Karmapa, und er machte sogar ein Kreuzzeichen auf den Oberkörper, so wie es die Katholiken bei den Gebeten und Gottesdiensten tun. Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte, so überrascht war ich. Er hatte es sogar genau richtig gemacht. Und sofort verwickelte er mich in ein Gespräch über den Unterschied der Bekreuzigung zwischen katholischen und orthodoxen Christen.“

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