Wasser, unser kostbares Gut


Für 5 Tage hatte ich das Glück teil der 5. Umweltkonferenz "Khoryug" in Delhi zu sein. Khoryug ist eine Umweltorganisation, welche im Jahre 2009 von Seiner Heiligkeit dem Karmapa mit der ersten Konferenz in Sarnath ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit der WWF Vertreterin Dekyi-la begann der Gyalwang Karmapa seine Klöster in Umweltfragen auszubilden. In jeder Konferenz nehmen 1 bis 2 VertreterInnen von jedem Kloster teil. Nach der Konferenz gehen diese Mönche und Nonnen zurück in ihre jeweiligen Klöster und geben das Wissen und die Inspiration-zusammen mit dem Segen und der Unterstützung des grossen Meisters- an ihre Gemeinschaft weiter.

Diesmal war der Fokus der Konferenz auf unser wertvolles Wasser gerichtet. 
Gyalwang Karmapa sagte „weil es essenziell für uns alles ist” braucht es keine grosse Erklärungen wie es im speziellen mit dem buddhistischen Denken verlinkt ist"
Das Wasser als sehr wertvolles Gut zu schützen  wurde uns auf dieser Umweltkonferenz noch eindringlicher bewusst, als wir lernten, wie wenig frisches Wasser vorhanden ist, für Industrie, Landwirtschaft und Haushalt.
97% des Wassers auf unserer Erde ist Salzwasser, welches für keinen dieser Zwecke dienlich ist. 
Von den übrig bleibenden 3% ist fast 2 % in Gletschern eingeschlossen und somit auch nicht direkt brauchbar. Schlussendlich sind es noch etwa 1% welches als frisches Wasser in Seen, Flüssen und als Grundwasser vorhanden ist-- für die 7 Billionen Menschen... Da ist es nicht verwunderlich, dass jede 7. Person auf dieser Erde an Wassermangel leidet.

Informationen die aufrütteln.
Unsere Gier und Ignoranz jedoch hindert uns daran, dies wirklich in unserem Herzen zu fühlen. 
Gut wäre, wir würden uns jedes mal wenn wir den Wasserhahn aufdrehen erinnern wie unheimlich kostbar diese Flüssigkeit ist und wie wichtig dass es ist, dass kein Tropfen unnötig verschwendet wird.
Jede und jeder von uns kann ihren/seinen Teil dazu beitragen, das Wasser in einer Art und Weise zu nutzen- entsprechend seiner grossen Kostbarkeit.

So wurden wir aufgefordert mehr achtsam zu sein wie wir das Wasser nutzen. 
Zum Beispiel den Wasserhahn schneller zudrehen, nicht jedes Mal WC spülen oder noch besser “Abfall-Wasser” (vom Abwaschen oder Boden aufnehmen etc) nutzen um das Klo zu spülen.
Wir besuchten CSE, eine NGO in Delhi, welche sich auf das Regenwasser-Sammeln und Wasser recyceln spezialisierte. CSE-Center for Sience and Environment- machte sich zum Ziel, keinen Wassertropfen zu verschwenden und baute auf ihrem Areal Auffangbecken und natürliche Filtersysteme für das Sammeln des Regenwassers,  für die Neubildung des Grundwassers und das recyceln des Abwassers.

Es war sehr inspirierend zu sehen wie die Klöster diese Umweltschutzaufgaben an die Hand nehmen. Mit verschiedenen Aktionen wie Abfall sammeln und sortieren, Solarzellen auf die Klösterdächer bauen, Bäume pflanzen, Benutzung von Biogas und Weiterbildung, wird in den letzten 4 Jahren nicht nur über Umweltschutz gesprochen sondern auch tatsächlich vieles umgesetzt. 
Ganz im Sinne von Gyalwang Karmapa der in seinem Teaching deutlich machte, dass jede und jeder von uns Verantwortung für den Schutz und die Sorge für die Umwelt hat und dass keinen Tag verstreichen sollte an dem wir uns nicht an diese Verantwortung erinnern und dementsprechend Handeln. Jeder kleine Wandel trägt zum grossen Wandel bei.
Wir, aus den sogenannten „entwickelten“ Ländern haben das Gefühl wir wissen so viel über Umweltschutz und doch verbrauchen wir viel mehr Recourcen als die Länder wie Indien und Nepal.
Darum müssen wir uns ernsthaft fragen: Wie viel von diesem Wissen beeinflusst jedoch wirklich unser Handeln? Haben wir dieses Wissen wirklich mit unserem Herzen verbunden? 
Fühlen wir uns mit den Billionen von Menschen verbunden, welche unter Wasserknappheit leiden? 
Sehen wir ein, dass unser Verhalten nicht nur auf unser nahes Umfeld einwirkt sondern auch einen grossen Einfluss auf die ganze Welt hat? Was kann ich persönlich dazu beitragen damit die limitierten Ressourcen unserer Erde auch für zukünftige Generationen noch nutzbar sind?
Fragen zum Reflektieren. Nicht um in Schuld zu versinken sondern um ehrlich hinzu schauen, wie stark wir unsere Verantwortung als Weltbürger und Weltbürgerinnen wahrnehmen -und wo wir uns noch verbessern können.



Hier noch ein link für ein Film in Englisch der uns das Konzept vom "Virtuellen Wasser" nahe bringt.

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