Dienstag, 11. Februar 2014

Ganz präsent für die Nonnen

Gerne möchte ich mit euch hier ein bisschen teilen von was wir in den letzten Wochen Zeuginnen sein durften.

Vom 21. Januar mit der Er- 
öff-
nungs- 
zere- 
monie bis zur Ab- 
schluss 
Zeremonie am 2. Februar war Seine Heiligkeit ganz präsent für die Nonnen.
Es war sehr berührend die Gebete von einem weiblichen Umze (Singmeisterin) angeleitet zu hören, auch, dass es Nonnen waren welche mit Räucherstäbchen und Gyaling (tibetische Blasinstrumente) Seine Heiligkeit in die Gompa begleiteten und als Disziplin-Meisterinnen die Sitzordnung der Nonnen überwachten.
In vielen Momenten wie zum Beispiel am Ende einer Teaching-Session, sprach Seine Heiligkeit zu den Nonnen ganz direkt und griff einige der brennenden Themen auf, wie zum Beispiel die Wichtigkeit der Stärkung von Selbstvertrauen, der Aufbau von Shedras (eine Art Kloster-Universität) und die Bhikṣuṇī-Ordination.
Wie Ani Miaorong in der Eröffnungsrede so schön betonte, ist der Sinn dieser ersten Nonnen Winter-Debatte nicht, sich in Selbstmitleid zu baden oder gesellschaftliche Vorurteile zu beschuldigen. Ja, es ist wahr, dass die äusseren Bedingungen für Nonnen viel limitierter sind als für die Mönche jedoch macht es nun Seine Heiligkeit möglich, dass diese äusseren Bedingung sich verändern können und so liegt es in unsere Verantwortung wie wir uns mit den Ideen der „Gesellschaft identifizieren“ und sie unser eigen machen- „dies ist die wirkliche Limitation“, sagte Ani Miaorong.
Zur Bhik-
shuni- 
Ordi-
nation 
er-
klärete 
Seine Heilig-
keit, dass die Sangha nur komplett ist, wenn die Bhikṣuṇī  Ordination auch in der Tibetischen Tradition wieder möglich wird und dass dies geschehe, sei eine Verantwortung welche die ganze Sangha trage.
Teile der tibetischen Geschichte, welche nicht so bekannt sind, dienten Seiner Heiligkeit als Material um zu zeigen, dass es in der Vergangenheit Bhikṣuṇīs 
in Tibet gab und dass grosse Meister wie
Shakya Chogden, Bodong Chogle Namgyal und der 8. Karmapa Mikyö Dorje die Bhikṣuṇī-Ordinationen durchführten.
Zu der heutigen Situation sagte Seine Heiligkeit, dass es nun schon über 20 Jahre sind, in denen über die Bhikṣuṇī Ordination diskutiert wird und dass er nicht so genau weiss, ob die Leute nicht fähig sind zu einem Schluss zu kommen, oder sich nicht wagen oder nicht wissen wie.
Seine Heiligkeit traf ein sensitive Punkt, als er erwähnte, dass gewisse Leute denken mögen, dass es die Ausländer-Nonnen waren, welche die Bhikṣuṇī Ordination zu einer grossen Sache machten, es jedoch „unser Fehler war, dass es für uns noch keine wichtige Angelegenheit war“.

Doch es war klar, dass genau dieser Beginn des Wintertreffen für die Nonnen den Sinn hat, vor allem das Selbstbewusstsein der Nonnen zu stärken und ihnen das Vertrauen geben, dass sie genau so ausgebildet werden können wie die Mönche. Was für uns im Westen noch nicht so lange klar ist und in der Tibetischen und Himalaya Regionen noch nicht wirklich bis in die Gesellschaft durchgedrungen ist, sagte Buddha schon vor gut zweieinhalb tausend Jahre: Wir alle haben das gleiche Potential höchstes Erwachen zu erlangen, unabhängig von Geschlecht, Sozialer Status, Familienzugehörigkeit etc. Eine revolutionäre Aussage zu der Zeit und auch noch heute- wie es scheint.
Aus diesem Grund geht es nicht nur darum äussere, bessere Bedingungen zu schaffen, sondern wie es Ven. Damcho in ihrer Eröffnungsrede sagte: „Wir sollten nicht bei der weltlichen Sichtweisen der Gesellschaft sagen lassen was unsere Kapazität ist. Viel mehr sollte unser Verständnis des Dharma unsere Sichtweise über uns selber formen.“
Somit geht es hauptsächlich darum, das Vertrauen in unsere eigenen Qualitäten und Kapazitäten zu stärken und uns somit nicht mehr abhängig machen lassen von der Sichtweise der Gesellschaft.
Dass diese Lektion tief zu Herzen genommen wurde zeigten die sechs Älteren (nicht in Geburts- jedoch in Ordinationjahre) Nonnen in der Abschlusszeremonie indem sie Seiner Heiligkeit ganz offiziell anfragten, die Bhikṣuṇī-Linie im tibetischen Buddhismus wieder einzuführen.
Am Ende der Abschluss-Zeremonie wollte niemand wirklich die Gompa (Gebetshalle) verlassen welche gefüllt wurde mit den Tagen von Teachings, Debatten, Chöd-praxis, Tara Ritual und vor allem dem grossen Segen von Seiner Heiligkeit und der Präsenz der Nonnen.

Auch Seine Heiligkeit zeigte etwas zögern, als er die Gompa verließ und kam dann ganz leise und für uns alle ganz unvorbereitet in die letzte Session zurück, in der wir die vielen Tage des heilsamen Tuns und der vielen guten Wünsche dem Wohl aller Wesen widmeten.

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