Sonntag, 25. September 2016

Eine Reise der Freundschaft


Dank einer wachsender Freundschaft mit Praktizierenden aus Spanien, welche wir in Indien an Unterweisungen von Tai Situ Rinpoche kennen gelernt haben, wurde es möglich, das Nangpel und ich nach Spanien reisen konnten. Als Stellvertretung der Dharmadatta Nonnengemeinschaft durften wir 17 Tagen in die Spanische Kultur eintauchen.
An jedem Ort hatten wir die Möglichkeit gemeinsam zu praktizieren und unsere Freundschaften in Spanien zu vertiefen. In Barcelona durften wir uns  berühren lassen durch Gaudis  grossartigen Kathedrale "Sagrada Familia" die er in seiner tiefen Hingabe erschuf.  Nangpel, das  erste Mal in Spanien und erst das zweite mal in Europa war sehr angetan von den gotischen Kirchen.
Darum nahmen wir verschiedene Gelegenheiten war um Kerzen in diesen beeindruckenden Orten der Gebete darzubringen. Wünsche für Frieden und Harmonie liessen wir in diesen heiligen Hallen zurück welche sich vermischten mit den Wünschen und Gebeten von vielen Generationen
Eine Woche lang leiteten Nangpel und ich ein Retreat zum Thema „LamRim“ -der graduelle Weg zum Erwachen, in dem der buddhistische Weg sehr systematisch und Schritt für Schritt aufgezeigt wird.
Auf unserer Festplatte konnten wir Unterweisungen von Damcho mitnehmen und kombiniert mit Meditationen, Selbstreflektionen, Gruppendiskussion, entstand ein ziemlich intensives Programm. Die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich dadurch besser kennen lernen. Sie bekamen viele Hilfsmittel auf den Weg, mit denen sie ihren persönlichen inneren Weg fortsetzen und vertiefen können.
In den letzten Tagen hatten wir dann noch das grosse Glück mit Lama Tsondru und den Nonnen von Samye Dzong eine gemeinsame Zeit zu verbringen, auszutauschen und zu praktizieren. Es war eine grosse Freude zu sehen, was für unglaubliche Arbeit zum Wohle der Wesen in diesen Zentren geleistet wurde- und wird. Das   Ausmass dessen konnten wir erst richtig erfassen , als wir die Häuser des drei Jahresretreats besuchten und das Kloster indem nun zwischen 4 und 6 Ordinierte leben.

Wie Lama Tsondru so schön sagte: „Wir haben das gleiche Ziel und die gleiche Motivation“ und bestätigte damit die gegenseitige Freude und den grossen Respekt für die Arbeit zum Wohle der Wesen und der inneren Transformation.

Donnerstag, 18. August 2016

Praxis, Unterweisungen und kraftvolle Präsenz

Es war nicht einfach, diesen ruhigen am Waldrand gelegenen und von spiritueller Praxis durch- tränkten Ort zu verlassen… doch auch hier scheint Vergänglichkeit keine Ausnahme zu sein und so machten Nangpel und ich uns auf die Reise nach Spanien- welche wir mit grosser Kuriosität antraten.
Nach wie vor klingt die Präsenz dieser sehr kraftvolle Zeit nach welche wir in der Nähe dieses grossen und authentischen Meisters, Khenpo Karthar Rinpoche, verbringen durften.
Eine Woche lang erhielten wir gemeinsam mit 45 Prakti- zierenden aus verschiedenen Spanisch-sprechenden Ländern die Einweihung und Erklärungen zu der Praxis von Chö. Eine Praxis welche direkt an die Wurzel all unseres Leiden geht und gleichzeitig hilft unser Mitgefühl zu vertiefen und auszudehnen.
Da diese Praxis doch etwas komplexer ist, als was wir bis jetzt lernen durften, waren wir sehr dankbar, dass wir nach dem Retreat für Spanisch-sprechende in KTD nach Karmeling fahren durften um dort fast drei Wochen mit der Retreatmeisterin zu praktizieren.
In Karmeling werden die traditionellen drei Jahres Klausuren durchgeführt. Da das Nächste im Oktober beginnt, hatte die Retreat-Meisterin des Frauen-retreats etwas Zeit nicht nur während dem Retreat in KTD zu helfen jedoch danach auch mit uns Nonnen jeden Abend zu praktizieren und Fragen zu klären.
Jedoch nutzten wir diese wertvolle Zeit in Karmeling nicht nur um die Praxis zu vertiefen, auch nahmen wir 14 Unterweisungen auf, welche Damchö gab, um das zweite Studienjahr, welches wir im Internet anbieten, fertigzustellen. 14 Unterweisungen in denen wir lernen wie wir uns besser schauen können indem wir unsere Handlungen mit Körper, Rede und Geist  mehr unter die Lupe nehmen; stärken was heilsam ist und verringern was unheilsam ist und zu viel Leiden führt.

Im Sep- tember und Oktober werden Nangpel, Lodrö und ich uns dann um das didakti- sche Material kümmern, welches den Studentinnen und Studenten helfen wird, dass es nicht nur bei einem reinen zuhören bleibt, diese Information jedoch wirklich zu einer Transformation führen kann.

Dienstag, 12. Juli 2016

Ein Retreat über die Wut

Erfüllt bis in jede kleinste Zelle von der segensreichen Zeit in der Schweiz durfte ich diese Kraft gleich sehr hilfreich einsetzen: In einem einwöchigen Retreat über die Wut welches unser Gemeinschaft hier in Mexiko anbot.

Das Thema, das in diesem Retreat mit über 50 Leuten behandelt wurde richtete sich Hauptsächlich darauf seiner eignen Wut in all seinen Formen von Aversion, Frustration bis zu Zorn und Hass auf die Schliche zu kommen und zu beginnen sie zu transformieren. Wir lernten wie sich diese Emotion manifestiert, welche Geschichten und Gewohnheiten es sind die uns immer und immer wieder das Leben schwer machen.
In der „Meditation des ruhigen Verweilen“ lehrte Nangpel uns, wie man Gedanken welche die Wut begleiten aus Distanz betrachten kann und welche Geschichten sich zu formen beginnen bevor man wütend wird.
In zwei Unterweisungen pro Tag lehrte Damcho wie sich negative Emotionen rechtfertigen und uns dadurch so viele Probleme bescheren welche eigentlich nicht nötig sind. Damcho erläuterte uns im Weiteren, wie man verschiedene Zugänge schaffen kann um diese ungesunden Gewohnheiten aufzulösen. Emotionen sind nicht irrational wie viele meinen, betonte Damcho immer wieder und mit viel Geschick, Geschichten und Humor erklärte sie uns, wie rational und logisch die unheilsamen Emotionen arbeiten. Aus diesem Grund gibt es viele Möglichkeiten und Mittel um die negativen Emotionen zu transformieren wenn man ihre Logik zu verstehen beginnt.
Des Weiteren halfen den Praktizierenden Übungen und Fragen welche in einer stündigen Session zur stillen Selbstreflexion anregten.
Wie in den meisten von unseren Retreats wurde auch in diesem von der letzten Session bis nach dem Mittagessen des folgenden Tages geschwiegen, um damit den Prozess der inneren Arbeit zu unterstützen und zu beschützen.
Am Nachmittag gab es Diskussion in Gruppen in welchen ausgewählte Fragen den Austausch von Erfahrungen unterstützte. Ein sehr wichtiger Moment für viele um das mitfühlende Zuhören zu praktizieren und zu lernen offen und ehrlich über seine eigenen Prozesse zu sprechen.
Der Tag wurde ab- geschlos- sen mit einer Meditation der Reinigung und dann einer optionalen tradition- ellen Praxis des Buddhas des Mitgefühl um die der Wut entgegengesetzten Emotionen von Liebe und Mitgefühl zu stärken.


Diese Retreats sind für uns eine grosse Freude. Sie ermöglichen uns die Kraft der Lehre Buddhas sogleich in den Gesichtern der Menschen und ihrer beginnenden Transformation zu sehen.

Freitag, 3. Juni 2016

Glück ist nicht kompliziert



Wir konnten es kaum fassen, als wir- meine Mutter und ich- die ersten Bilder von der Ankunft von dem Gyalwang Karmapa in der Schweiz anschauten.

Wie der Karmapa später in den Unterweisungen erwähnte, war es für ihn seit Kind ein Traum die Schweiz zu besuchen, da er wusste, dass hier viele Tibeter und Tibeterinnen leben. Auch für uns war es ein Wunsch, dass seine Präsenz dieses Land segnen würde und natürlich war es auch ein Wunsch, dass wir zu diesem Zeitpunkt auch in der Schweiz sein würden.

Als wir dann in Genf tatsächlich den Gyalwang Karmapa sahen wie er das schöne Theater betrat kam es uns einerseits wie ein Traum vor und andrerseits spürten wir eine tiefe Vertrautheit.
Ganz still war es, der Karmapa verbeugte sich, setzte sich auf den Thron und ganz schlicht und einfach begann er mit den Unterweisungen wie man den Geist still werden lasst. Gemeinsam übten wir gleich das gelernte und so schwangen wir uns alle in eine tiefe Stille ein.

Nicht nur in Genf, auch in Zürich sprach der Gyalwang Karmapa von der Zufriedenheit. Er betonte wie wir nur mit der Tatsache, dass wir hier so frische saubere Luft atmen können, uns mit einer tiefen Zufriedenheit verbinden können. Glück muss nicht kompliziert sein, betonte er.
Ich fand es beeindruckend und war berührt wie der Gyalwang Karmapa grad das tiefste Problem einer solcher Überfluss Gesellschaft wie wir es hier sind, erkannte. Wir haben wirklich alles und doch ist Unzufriedenheit, Depression und damit auch die Selbstmordrate sehr hoch.
Wieder unseren Geist zu schulen, sich mit den einfachen und doch so wundersamen Tatsachen wie der Atmung zu verbinden und damit eine Zufriedenheit in jedem Moment zu kultivieren ist wohl das einzige, dass diesen Planeten und uns lebenden Wesen auf diesem Planeten noch retten kann. Wie der Karmapa erklärte können wir in der Atmung unsere enge, untrennbare Verbindung mit der Natur erkennen. Können über das Wunder des menschlichen Lebens staunen und dankbar für jeden Moment des eignen Lebens sein. Uns auf diese Weise durch den Tag immer wieder mal innehalten und mit dem Atem zu verbinden kann zu einem zufriedenem Geist führen. Wenn sich mehr Zufriedenheit in unserm Geist breit macht, fällt es uns ganz einfach bescheidener zu Leben und weniger zu wollen und zu müssen und damit schützen wir auch die Umwelt und lernen zu unterscheiden was wir wirklich brauchen von dem was was wir wollen.

In verschiedenen Momenten äusserte der Karmapa, dass er hofft wieder und wieder zu kommen und so freuen wir uns seine gesegnete Präsenz hoffentlich bald wieder in der Schweiz willkommen zu heissen und weiter Unterweisungen für ein glücklicheres, weiseres und mitfühlenderes Leben zu bekommen.