Samstag, 18. Mai 2013

Ausgeglichenheit


Zitat von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama:
           
“Geschmeidig mit dem Leben umzugehen ist ein grundlegendes Rezept, zur Ausgeglichenheit zu gelangen. Ausgeglichenheit, also wissen und darauf achten, wie man die Extreme vermeidet, ist die wichtigste Grundlage des täglichen Lebens.”

Freitag, 10. Mai 2013

Der Schritt zur Handlung


Die Studenten-Gruppe füllen unser Haus wieder mit Lebendigkeit und den wunderbaren Unterweisungen von Seiner Heiligkeit dem Gyalwang Karmapa.

Etwa vier Mal die Woche sitzen die 8 Studentinnen und 3 Studenten von der Redlands Universität in Californien zu den Füssen von dem Gyalwang Karmapa Orgyen Trinley Dorje.
Ein Thema und dazu entsprechende Fragen, die in den Sessions davor vorbereitet und ausdiskutiert wurden, werden dem Gyalwang Karmapa unterbreitet. Der junge Meister teilt dann mit der Studentengruppe seine Gedanken und Ansichten zu dem jeweiligen Thema.
Auch diesmal hoffen wir, dass daraus ein Buch entstehen kann- wie „The Heart is Noble“ -welches diese weisen Worte zu Themen wie Offenheit, Verantwortung, Mitgefühl etc. auch einem breiten Publikum zugänglich machen wird.

Wenn die Gruppe zusammen mit Damcho, der Professorin und einem Professor von den bis zu zweistündigen Unterweisungen von dem Gyalwang Karmapa zurück kommen tauschen sie das Gehörte und ihre Eindrücke aus und da sitzen wir drei- Nangpel, Drölma und ich meist mit dabei.

Heute haben sie erzählt wie Seine Heiligkeit zum Unterschied von Empathie und Mitgefühl gesagt hatte, dass Empathie ein Verständnis von der Situation eines anderen Wesens ist, Mitgefühl jedoch die Komponente der Handlung beinhaltet. Mitgefühl ist ein Motor der uns vorantreibt alles uns mögliche zu tun, dass diese Person/dieses Wesen frei von Leiden ist. Vielleicht mögen wir körperlich müde sein, im Geist jedoch sehen wir unser Ziel- das vollkommene Glück von diesem Wesen- und dies nährt unsere Freude und spornt uns an jegliche Schwierigkeiten auf uns zu nehmen um dieses Ziel zu verwirklichen.

Dienstag, 30. April 2013

Im Guten präsent zu sein

Das Beste ist es, im jetzigen Moment zu sein. Es ist besser nicht zu grosse Hoffnungen für die vergangenen oder für die zukünftigen Situationen zu haben. Es ist besser einfach im jetzigen Moment präsent zu sein. Was immer direkt vor unseren Augen ist, wir müssen fähig sein, das Gute darin zu sehen. Wenn wir das Gute darin sehen, dann werden gute Dinge daraus hervorgehen können. Ich habe wirklich das Gefühl, dass es hilfreich ist, wenn man versucht eine solch einfache Perspektive im Leben zu haben."
Seine Heiligkeit der Karmapa Orgyen Trinley Dorje

Freitag, 26. April 2013

Die Arbeit mit Emotionen



Dank der wunderbaren Kontakte von Damchö-la, war es vom 12. bis 15. April möglich, dass mein vorheriger Beruf als Primarlehrerin und nun mein Nonnenleben in Dialog miteinander kamen. An besagtem Wochenende kam eine Gruppe von 12 Lehrer und Lehrerinnen der Amerikanischen Botschaftsschule (AES) für vier Tage für ein Retreat nach Dharamsala.
Damchö-la führte mit Unterweisungen, verschiedenen Übungen zur Selbstreflektion, Gruppendiskussionen und Partnerarbeit durch die Welt der Emotionen.
Gleich zu Beginn waren die Lehrerinnen und Lehrer gefordert eine Biografie zu schreiben- nicht über das was im Leben erreicht wurde, jedoch welche Emotionen in welcher Phase und in welchem Bereich präsent waren. Z.B. Welche Emotionen wie Freude, Traurigkeit, Liebe, Wut, Frustration, Gelassenheit, Stress, Mitgefühl etc waren in welcher Phase des Lebens wie Kindheit, Teenager etc. in welchem Bereich wie Familie, Schule, Freunde etc. präsent. Danach wurden diese Emotionen in zwei Gruppen aufgeteilt: In solche die unterstützend sind und die es zu kultivieren gilt und solche die viel Schaden angerichtet haben und die es zu reduzieren gilt.
Durch diesen Einstieg wurden wir konfrontiert mit unserem „Innenleben“ und aufgefordert über unser Leben aus dieser Perspektive zu reflektieren.

Am Samstag wurde die Wut mit all seinen Schattierungen, von Aversionen bis zu Frustrationen, unter die Lupe genommen. Doch erklärte Damchö-la nicht nur wie die Wut zustande kommt und welche Logik sie braucht jedoch auch wie wir mit ihr arbeiten können.
Am Sonntag lag der Schwerpunkt auf der Anhaftung und welche Schwierigkeiten und Schmerzen uns diese verursacht. Auch hier wurden verschiedene Werkzeuge vermittelt welche uns helfen ganz direkt mit diesen leidbringenden Geisteszustände zu arbeiten und die heilsamen wie Grosszügigkeit zu kultivieren.

Am Montag, nach einer Einführung wie uns die Besorgnis oder Angst immer wieder Probleme macht, da sie uns Leiden bereitet bevor etwas überhaupt geschehen ist, beendeten wir das verlängerte Wochenende mit einer Reflektion, wie nun diese innere Arbeit fortgesetzt werden kann.


Es war für mich sehr berührend und erfüllte mich mit grosser Freude wie ehrlich und direkt mit diesem wertvollen Material gearbeitet und sogleich tiefe innere Prozesse ins Rollen gebracht wurden.
Mit dem grossen Respekt für diesen anspruchsvollen Beruf berührte es mich noch mehr, dass sich diese 12 Lehrerinnen und Lehrer die Zeit nahmen an sich selbst zu arbeiten, ein Arbeit welche sich sicher ganz direkt in das Klima im Klassenzimmer auswirken wird. 

Donnerstag, 11. April 2013

Die Inspirationen fliessen kontinuierlich...

Vor zwei Tagen beendete ich eine Woche Rückzug und einmal mehr erfüllte mich die Dankbarkeit und tiefe Wertschätzung für diese Zeiten der "Innenschau". Nur schon einen Tag einfach ganz in der Stille zu sein, einer klaren Struktur zu folgen welche ganz der Transformation des Geistes gewidmet ist, mit der Motivation sich tiefer mit dem eigenen immer präsenten noblen Herzen zu verbinden um so mehr Freude und Glücke anderen bringen zu können, ist solch ein wertvoller Schatz der nicht mit irgend einer Materie verglichen werden kann.

Ein grosser Meister unserer Zeit, Mingyur Rinpoche, weilt im Moment in einem langen (ca. 3 Jahre) Retreat und schrieb diesen wunderbar inspirierenden Brief "An meine liebevolle, mitfühlende Mutter, Familie, Klöster und an alle meine Schüler", welcher auch ins Deutsche übersetzt wurde:


An meine liebevolle, mitfühlende Mutter, Familie, Klöster und an alle meine Schüler, Aufgrund des Segens aller Meister erfreue ich mich sehr guter Gesundheit und hatte keine Hindernisse. Ich habe an mehreren abgelegenen Retreatplätzen praktiziert.Mutter, ich möchte dir versichern, dass es keinen Grund gibt, dir Sorgen um mich zu machen. Bitte meditiere, praktiziere und verbringe so viel Zeit im Retreat wie du kannst.Ich möchte, dass all jene, die in Klöstern leben sich einträchtig verhalten und reine Disziplin wahren. Aus diesem Grunde hört fortwährend [den Unterweisungen] zu, reflektiert und meditiert, und pflegt eure Verbindung zur Linie nach besten Kräften.An alle Schüler, mit denen ich eine Verbindung habe, ich möchte, dass ihr euch unermüdlich in eurer Praxis übt- der liebenden Güte und des Mitgefühls, Shamata, Vipassyana, Ngöndro, etc. insbesondere, wann immer ihr Zeit habt, zieht euch so oft ins Retreat zurück wie ihr könnt- egal wie kurz oder lang. Vergesst nicht an jedem Tag eures Lebens zu praktizieren, mit jedem Problem Freundschaft zu schließen und was auch geschieht mit auf den Pfad zu nehmen.Wie ich bereits erwähnt habe erfreue ich mich bester Gesundheit und wohin ich auch gehe praktiziere ich ohne Missgeschick und meine Erfahrung entwickelt sich wunderbar, es gibt also keinen Grund sich Sorgen um mich zu machen!Von meiner Seite aus werde ich euch alle in meinem Herzen halten und für euch beten. Bald werden wir uns alle wieder treffen und zusammen sein.Dies wurde hochachtungsvoll von dem geschrieben, der Mingyur Tulku genannt wird, im schneebedeckten Land Lapchi, dem heiligen Praxisort des großen Yogi Milarepa.

Sonntag, 31. März 2013

Visuelle Inspiration

In Verbindung mit dem letzten Blog, hier noch ein paar links welche die Worte von Tempa Lama unterstützen.

In Ehren und Erinnerung: Kayabje Tenga Rinpoche

Gebete der Mönche zur Zeit als Tenga Rinpoche in der Nachtodmeditation ("Tukdam"- siehe Blog 10. April 2012) ruhte.

Verbrennung von Tenga Rinpoches Körper


Bewegend

Eine sehr bewegender Bericht fand ich heute in meiner Email Inbox...

Gestern vor einem Jahr ging einer unsere grossen Meister der Linie, Kyabje Tenga Rinpoche in das Parinirvana ein. Zu diesem Anlass teilte Sylvester und Li Lohninger von dem Österreichischen Dharmazentrum "Maitreya Institut" folgende Worte mit uns:

Am 26. August 2012 überbrachte uns Tempa Lama ein Set von Rinpoches Roben und kostbare Reliquien, und begleitete dies mit folgenden Worten:

"Zuerst möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Tempa Yarpel. Seit ich dreizehn Jahre alt war, habe ich Tenga Rinpoche bis heute als 'Attendant', als begleitender Assistent gedient, und ich habe auch von Kyabje Tenga Rinpoche viele Belehrungen und Einweihungen und so weiter erhalten. Das bedeutet also, dass ich 44 Jahre mit Tenga Rinpoche zusammen war. Und jetzt haben wir nahen  Assistenten und Begleiter von Rinpoche beschlossen, Kyabje Tenga Rinpoche's Reliquien mit Zentren zu teilen, mit welchen Kyabje Tenga Rinpoche in starker Verbindung stand; dass wir an diese Orte gehen und Tenga Rinpoches Rinsel (Reliquien-Kügelchen) und Reliquien darbieten.
Als erstes möchte ich Euch allen, die ihr heute hier seid, Namastè sagen. Zuallererst sind hier im oberen Teil (in der kleinen Glas-Stupa) drei Reliquien-Kügelchen, ihr könnt sie hier sehen - wir fanden sie nicht an Knochenstücken oder an der Schädelschale, sondern wir fanden sie in der Verbrennungsasche, die wir fein durchsucht und durchsiebt haben, darin fanden wir eine Anzahl "Rinsel". Von unten kann die kleine Glas-Stupa geöffnet werden, ihr könnt hier von unten durch das Glas Rinpoches Reliquien-Knochenstücke sehen.
Hier drinnen nun in diesem zweiten Reliquien-Behälter befinden sich zwei Glasröhrchen: Das eine enthält etwas von Kyabje Tengsa Rinpoche's Haar, welches Tashi Öser Rinpoche zuletzt geschnitten hatte; im anderen Glasröhrchen ist etwas von Rinpoches Verbrennungsasche drinnen. Und hier sind Rinpoches dreiteilige Roben, Oberteil, Hemd und Robe.

Dies ist für uns alle hier gedacht, wann immer Emotionen oder Schwierigkeiten aufkommen sollten, dann kann man hierherkommen, um zu beten - ganz bestimmt werden wir Rinpoches Segen und Energie empfangen - und ihr könnt einfach auch den Reliquien nahe meditieren - das wäre wunderbar. Wir alle wissen, dass Kyabje Tenga Rinpoche hier so viele Male gewesen ist, weil Sylvester und Li es immer so fein arrangiert hatten, daher fanden wir es nötig, hier diese Dinge zu offerieren.

Ein klein wenig möchte ich nun über Kyabje Tenga Rinpoche sagen: In jenem Oktober und November letzten Jahres (2011) ging Kyabje Tenga Rinpoche für eine Behandlung seiner Füße und Finger nach Singapur. Rinpoche verlor dabei seinen zweiten Finger, dieser eine war schon davor weg. Weil auch dieser affiziert wurde, musste also der nächste auch amputiert werden. Aber auch das half nichts, die Infektion wuchs, es wurde sehr rot und geschwollen. Tenga Rinpoches Füße entwickelten wegen der Diabetes auch ein Gangrän. Die Finger wurden alle blau und angeschwollen. Dann besprach sich Rinpoche mit dem Arzt, der sagte, wir müssen diesen Finger amputieren, dann den Fuß, ansonsten - wir haben keine andere Wahl. Da sagte Rinpoche dem Arzt, nun, ich muss jetzt nach Malaysien, ich habe dort ein Programm (mit Belehrungen und Einweihungen), und dann danach können wir es machen. Der Arzt war geschockt, er sagte, es wäre aus seiner Sicht unmöglich, da müsse es unglaublichen körperlichen Schmerz im Fuß, im Arm geben, so großen Schmerz! Der Arzt sagt, die Entscheidung liegt bei Ihnen, aber es wäre tatsächlich angebracht, dass er sofort im Spital ein Bett nehme, und wir auf der Stelle mit der Behandlung beginnen. Da sagte Rinpoche: Ja, ja, ich komme nach Malaysien zurück, dann machen wir diese Dinge. Das bedeutet also, wie ich es sehe, dass Rinpoche seinen Geisteszustand völlig von physischem Schmerz getrennt halten kann - jederzeit. Rinpoche verdeckte seine Finger und Füße fast immer, damit ihr nicht sehen konntet, wie schlimm es war; nur wir wussten es. Daher sagte der Arzt: "Dann nehmen Sie besser einige Schmerzmittel." 
Rinpoche sagte: "Nein, das ist nicht nötig." Wir sahen Rinpoche Tag und Nacht, aber Rinpoche sagte niemals: Oh, ich habe große Schmerzen. Er war immer in ganz feinem Zustand, immer sanft und ausgeglichen, und so konnte man ganz klar sehen, dass Rinpoche Geist ganz fein, ganz ausgezeichnet ist, verwirklicht natürlich,  sodass physischer Schmerz für ihn nicht wirklich existent war. Dann nach Malaysien ließ Rinpoche zuerst seinen Finger amputieren, und dann den anderen Fuß zur Gänze, und wenige Tage später sagte Rinpoche: "Genau genommen ist es jetzt sehr bequem." Da fragte ich Rinpoche: "Bedeutet das normalerweise nicht, dass man sehr große Schmerzen hat?" Er sagte: "Scheint so zu sein."
Wir können uns daher alle sehr glücklich schätzen, dass wir von einem solch großen Meister Belehrungen empfangen haben - so bewahren wir Rinpoches Unterweisungen und Ratschläge, und diese auf unseren Geist anzuwenden wäre sehr sehr fein.
So ist nun Rinpoches Geist im Dharmakaya-Zustand und vom Dharmakaya-Zustand empfangen wir, unser Geist, nun Rinpochs Segen - wir können das immer spüren - und so wäre es sehr fein, wenn wir damit fortfahren, zu meditieren und uns der Unterweisungen zu erinnern. Wir alle müssen also kein Gefühl des Verlustes erfahren, ich glaube nicht, dass wir es so zu empfinden brauchen, denn wir haben einen großen Meister, Sangye Nyenpa Rinpoche, und es gibt da auch noch viele Meister, die da sind. Wir können mit diesen Belehrungen oder was immer besprechen. Und dann wird - so sagte es uns Karmapa - Rinpoche bald in seiner Reinkarnation zurückkehren."