Samstag, 31. März 2012

Mein Glück ist dein Glück, dein Leiden ist mein Leiden

Letztes Jahr in den 10 Tagen Meditationskurs nach den 2 Monaten Studium auch in Pullahari, haben wir uns mit der Gleichheit von uns und anderen auseinandergesetzt.
Wie sind wir alle gleich? Genau wie ich glücklich sein möchte, so wollen alle fühlenden Wesen glücklich sein und genau wich ich nicht leiden will, so will kein fühlendes Wesen leiden.
Dieses Verständnis formt die Basis für den diesjährigen Kurs, in dem wir einen Schritt weitergehen und mit der Übung arbeiteten in der wir das Leiden und die Ursachen des Leidens- alle unheilsamen Handlungen von anderen nehmen und unser Glück und die Ursachen unseres Glück-nämlich alle heilsamen Handlungen, anderen geben. Diese Übung wird in Tibetisch „Tonglen“ (Nehmen und Geben) genannt und wird meist mit dem Atem verbunden.
Mit DruponKhenopLodroNamgyals sorgfältiger Anleitung, haben wir jeden Tag mehr Aspekte von dieser immens tiefgründigen und unendlich weiten Übung verstehen dürfen.
Es wurde offensichtlich, nur die vollkommen erwachten Meister und Meisterinnen sind fähig, diese Übung wirklich ganz und gar in die Praxis umzusetzen. Jedoch heisst das überhaupt nicht, dass wir nicht schon heute selber üben können. Im Gegenteil, auch die Erwachten haben mal angefangen wie wir, haben sich jedoch mit freudvoller Hingabe ganz solchen Übungen gewidmet und somit die Ursachen geschaffen für das höchste Erwachen.
Unser grösstes Hindernis, dass wir Mühe haben, wirklich das Leiden und seine Ursachen anderer einzuatmen und das Glück und seine Ursachen von uns auszuatmen, ist, dass wir nicht erkennen wie verbunden wir alle eh schon sind.
Wir stecken in diesem falschen Konzept fest, dass ich da bin und dort ist jemand ganz separat von mir der/die nichts mit mir zu tun hat. Doch wenn wir etwas genauer hinschauen, können wir feststellen, dass nichts- aber auch gar nichts was ich habe, was ich geniesse, an was ich mich freue, nicht in Abhängigkeit von anderen entstanden ist.
Um noch etwas tiefer in die Philosophie einzutauchen- wie kann das ich ohne ein du sein und wie kann ein du ohne ein ich sein? Ich und du, ich und andere existieren in totaler Abhängigkeit. Ohne ein ich kein du und ohne ein du kein ich.
Darum, wenn andere glücklich sind, dann bin auch ich glücklich- darum möchte ich jedes bisschen Glück das ich habe mit anderen teilen, und wenn andere Leiden dann erweckt das den Wunsch alles alles Leiden auf mich zu nehmen.
Als Unterstützung zwischen den Meditationssessions bekamen wir ein Zitat mit auf dem Weg, dass wir so durch den Alltag tragen können. Es geht ungefähr so:
Was immer ich an Glück erlebe, ich widme es zum Wohle und Glück aller Wesen so weit wie der Raum,
Was immer ich an Leiden erlebe, ich nehme das Leiden aller Wesen auf mich, möge so der Ozean von Leiden geleert sein.

Sonntag, 25. März 2012

Pilgerreise nach Lumbini

Nach zwei Monaten, kontinuierlich im Strom der Dharmalehren sitzen und sich von den Worten durchdringen zu lassen und danach den Geburtsort von Buddha besuchen können, war ein wunderbares Geschenk.
Gemeinsam mit Khenpo Choekey und einigen Schülerinnen und Schülern aus dem Winterprogramm in Pullahari fuhren wir nach Lumbini.
Eine farbenprächtige, etwa 8-stündige Fahrt durch die Landschaft von Nepal.
Beim Geburtsort von Buddha Shakyamuni rezitierten wir die 12 wunderbaren Taten die Buddha vollbrachte; wie z.B. seine Geburt in Lumbini,seine Entscheidung den Palast und das weltliche Leben hinter sich zu lassen, sich zu ordinieren, sich unter den Bodhibaum in Bodhgaya zu setzen mit dem Schwur nicht aufzustehen bevor er nicht die Erleuchtung erreicht hat, das Dharmarad zu drehen.
Mit seinen Unterweisungen können wir etwa 2600 nach Buddha Shakymuni's Geburt immer noch seine unermessliche Güte spüren, mit der er die verschiedenste Methoden lehrte, wie wir uns von dem Leiden befreien können. Methoden, die für die verschiedensten Persönlichkeiten zugeschnitten sind, sodass sie uns heute noch so tief in Kontakt mit der reinsten Form unseres Geistes bringen können.
Zu praktizieren, rezitieren, Milarepa Lieder singen und gemeinsam mit Dharmafreunden die Stille und Tiefe diese Ortes zu teilen brachte diese unglaublich reiche Studienzeit von diesem Jahr zu einem glorreichen Abschluss.

Mittwoch, 7. März 2012

Zwei Monate eingetaucht

Mit unserer persönlichen Praxis begannen wir den Tag. Mit zwei weiteren Nonnen die am Kurs teilnahmen trafen wir uns für gemeinsame morgendliche Rezitationen. Nach dem Frühstück nutzten wir meist die Zeit um Auswendig zu lernen oder uns in die Notizen des vorherigen Tages zu vertiefen.
Um etwas 9.10 Uhr betrat Drupon Khenpo Lodrö Namgyal den Tempel mit seinem allmorgendlichen, sehr erheiternden Ritual, uns in all den verschiedenen Sprachen einen „Guten Morgen“ zu wünschen.
Gut zwei Stunden durften wir Khenpo-la´s tiefgründigen, präzisen und doch so alltagsnahen Erklärungen zum Text des grossen Gelehrten Shantarakshita und dem Kommentar von dem Meister Mipham Rinpoche zuhören.
Nach einer halben Stunde Tee pause, vertieften wir uns in die Themen der Morgenunterweisungen mit der geduldigen, weisen und klaren Worten von Jim Scott, dem Übersetzer und langjähriger Schüler von Khenpo Tsultrim Gyatso Rinpoche.
Nachdem unsere knurrenden Mägen beruhigt wurden ging es weiter mit Khenpo Choekey`s Klasse zu einem Text vom dritten Karmapa Rangjung Dorje. Mit dem tibetischen Text vor uns liegend versuchten wir den Worten von Khenpo-la zu folgen, doch waren wir sehr froh, dass Christopher dann diese wertvollen Worte noch übersetzte.

Meist setzten wir drei uns zusammen und gingen unsere Notizen nochmals gemeinsam durch, klärten Fragen und diskutierten das Gehörte.
Dann, Hausaufgaben, persönliche Praxis und 20.30 Uhr gemeinsame Abendpraxis und Widmungen all unserer Aktivitäten zum Wohle von allen Wesen.

Dies waren unsere Tage fuer die letzten zwei Monate, gefuellt mit wunderbaren Unterweisungen, Diskussionenen, Reflektionen... Mit grosser Dankbarkeit sende ich was immer an positiver Kraft wir angesammelt haben an jeden einzelnen von euch weiter. Moege sie Freude und Einsicht bringen.