Dienstag, 30. April 2013

Im Guten präsent zu sein

Das Beste ist es, im jetzigen Moment zu sein. Es ist besser nicht zu grosse Hoffnungen für die vergangenen oder für die zukünftigen Situationen zu haben. Es ist besser einfach im jetzigen Moment präsent zu sein. Was immer direkt vor unseren Augen ist, wir müssen fähig sein, das Gute darin zu sehen. Wenn wir das Gute darin sehen, dann werden gute Dinge daraus hervorgehen können. Ich habe wirklich das Gefühl, dass es hilfreich ist, wenn man versucht eine solch einfache Perspektive im Leben zu haben."
Seine Heiligkeit der Karmapa Orgyen Trinley Dorje

Freitag, 26. April 2013

Die Arbeit mit Emotionen



Dank der wunderbaren Kontakte von Damchö-la, war es vom 12. bis 15. April möglich, dass mein vorheriger Beruf als Primarlehrerin und nun mein Nonnenleben in Dialog miteinander kamen. An besagtem Wochenende kam eine Gruppe von 12 Lehrer und Lehrerinnen der Amerikanischen Botschaftsschule (AES) für vier Tage für ein Retreat nach Dharamsala.
Damchö-la führte mit Unterweisungen, verschiedenen Übungen zur Selbstreflektion, Gruppendiskussionen und Partnerarbeit durch die Welt der Emotionen.
Gleich zu Beginn waren die Lehrerinnen und Lehrer gefordert eine Biografie zu schreiben- nicht über das was im Leben erreicht wurde, jedoch welche Emotionen in welcher Phase und in welchem Bereich präsent waren. Z.B. Welche Emotionen wie Freude, Traurigkeit, Liebe, Wut, Frustration, Gelassenheit, Stress, Mitgefühl etc waren in welcher Phase des Lebens wie Kindheit, Teenager etc. in welchem Bereich wie Familie, Schule, Freunde etc. präsent. Danach wurden diese Emotionen in zwei Gruppen aufgeteilt: In solche die unterstützend sind und die es zu kultivieren gilt und solche die viel Schaden angerichtet haben und die es zu reduzieren gilt.
Durch diesen Einstieg wurden wir konfrontiert mit unserem „Innenleben“ und aufgefordert über unser Leben aus dieser Perspektive zu reflektieren.

Am Samstag wurde die Wut mit all seinen Schattierungen, von Aversionen bis zu Frustrationen, unter die Lupe genommen. Doch erklärte Damchö-la nicht nur wie die Wut zustande kommt und welche Logik sie braucht jedoch auch wie wir mit ihr arbeiten können.
Am Sonntag lag der Schwerpunkt auf der Anhaftung und welche Schwierigkeiten und Schmerzen uns diese verursacht. Auch hier wurden verschiedene Werkzeuge vermittelt welche uns helfen ganz direkt mit diesen leidbringenden Geisteszustände zu arbeiten und die heilsamen wie Grosszügigkeit zu kultivieren.

Am Montag, nach einer Einführung wie uns die Besorgnis oder Angst immer wieder Probleme macht, da sie uns Leiden bereitet bevor etwas überhaupt geschehen ist, beendeten wir das verlängerte Wochenende mit einer Reflektion, wie nun diese innere Arbeit fortgesetzt werden kann.


Es war für mich sehr berührend und erfüllte mich mit grosser Freude wie ehrlich und direkt mit diesem wertvollen Material gearbeitet und sogleich tiefe innere Prozesse ins Rollen gebracht wurden.
Mit dem grossen Respekt für diesen anspruchsvollen Beruf berührte es mich noch mehr, dass sich diese 12 Lehrerinnen und Lehrer die Zeit nahmen an sich selbst zu arbeiten, ein Arbeit welche sich sicher ganz direkt in das Klima im Klassenzimmer auswirken wird. 

Donnerstag, 11. April 2013

Die Inspirationen fliessen kontinuierlich...

Vor zwei Tagen beendete ich eine Woche Rückzug und einmal mehr erfüllte mich die Dankbarkeit und tiefe Wertschätzung für diese Zeiten der "Innenschau". Nur schon einen Tag einfach ganz in der Stille zu sein, einer klaren Struktur zu folgen welche ganz der Transformation des Geistes gewidmet ist, mit der Motivation sich tiefer mit dem eigenen immer präsenten noblen Herzen zu verbinden um so mehr Freude und Glücke anderen bringen zu können, ist solch ein wertvoller Schatz der nicht mit irgend einer Materie verglichen werden kann.

Ein grosser Meister unserer Zeit, Mingyur Rinpoche, weilt im Moment in einem langen (ca. 3 Jahre) Retreat und schrieb diesen wunderbar inspirierenden Brief "An meine liebevolle, mitfühlende Mutter, Familie, Klöster und an alle meine Schüler", welcher auch ins Deutsche übersetzt wurde:


An meine liebevolle, mitfühlende Mutter, Familie, Klöster und an alle meine Schüler, Aufgrund des Segens aller Meister erfreue ich mich sehr guter Gesundheit und hatte keine Hindernisse. Ich habe an mehreren abgelegenen Retreatplätzen praktiziert.Mutter, ich möchte dir versichern, dass es keinen Grund gibt, dir Sorgen um mich zu machen. Bitte meditiere, praktiziere und verbringe so viel Zeit im Retreat wie du kannst.Ich möchte, dass all jene, die in Klöstern leben sich einträchtig verhalten und reine Disziplin wahren. Aus diesem Grunde hört fortwährend [den Unterweisungen] zu, reflektiert und meditiert, und pflegt eure Verbindung zur Linie nach besten Kräften.An alle Schüler, mit denen ich eine Verbindung habe, ich möchte, dass ihr euch unermüdlich in eurer Praxis übt- der liebenden Güte und des Mitgefühls, Shamata, Vipassyana, Ngöndro, etc. insbesondere, wann immer ihr Zeit habt, zieht euch so oft ins Retreat zurück wie ihr könnt- egal wie kurz oder lang. Vergesst nicht an jedem Tag eures Lebens zu praktizieren, mit jedem Problem Freundschaft zu schließen und was auch geschieht mit auf den Pfad zu nehmen.Wie ich bereits erwähnt habe erfreue ich mich bester Gesundheit und wohin ich auch gehe praktiziere ich ohne Missgeschick und meine Erfahrung entwickelt sich wunderbar, es gibt also keinen Grund sich Sorgen um mich zu machen!Von meiner Seite aus werde ich euch alle in meinem Herzen halten und für euch beten. Bald werden wir uns alle wieder treffen und zusammen sein.Dies wurde hochachtungsvoll von dem geschrieben, der Mingyur Tulku genannt wird, im schneebedeckten Land Lapchi, dem heiligen Praxisort des großen Yogi Milarepa.