Freitag, 27. März 2009

sarnath

Mit meinen drei Schwestern hier nach Sarnath gepilgert, lauschen wir den Worten unseres Lehrers.
Wie einst Buddha Shakyamuni hier seine erste Lehrrede seinen ersten Schuelern offerierte, haben wir diese wunderbare Moeglichkeit, in heutiger Zeit den Dharmanektar zu kosten.
Im Gaestehaus des Nonnenklosters weilend, erfuellt jeden Abend die Melodie der Nonnens “Chod”-Gesaenge die von der Hitze erholende Luft.

Dienstag, 24. März 2009

weiterleiten...


Grosses Glueck hatten wir, an dem einen Tag an dem Seine Heiligkeit der Dalai Lama das erste Teaching im neuen tibetischen Jahr in Dharamsala offerierte, in der Masse der vielen Nonnen, Moenchen Tibeterinnen und Tibeter, Westlerinnen und Westler… zu sitzen und die von Liebe und Weisheit durchdrungene Praesenz des Dalai Lamas in uns aufzunehmen. Nun moechte ich gerne einen kleinen Geschmack davon weitersenden, wer mag kann sich auch etwas in die Teachings setzen (englisch oder tibetisch) mit dem Link: Jataka Tales

Sonntag, 8. März 2009

Amerika, Teil 2: Friedliche Stille

Karmelings Umgebung, geschmueckt mit Baumen, gelegen auf einer sanften Anhoehung, versunken im Schnee, erfuellt mit Frieden und Stille. Ein Ort, um wirklich zur Ruhe zu kommen.
Nur ein paar Schritte entfernt, von dem Haupthaus in dem ich wohnen durfte, sind 12 Frauen in einem Haus und 4 Maenner in dem anderen Haus in einem drei Jahres Retreat.
Fuer drei Jahre zurueckgezogen, erlernen und vertiefen sie die Werkzeuge die die Kagyulinie offeriert, um den Geist zu transformieren.
Jeden Morgen, als ich von der kleinen Gompa im Dachstock zu den Retreathausern schaute, erfuellte mich eine tiefe Freude und war so inspiriert, diese hohe Konzentration und Hingabe zur Praxis in der naechsten Nahen zu wissen.
Fuer mich war es eine Zeit um all die Eindruecke der letzen Monate zu verdauen und setzen zu lassen.
Khenpo Karthar Rinpoche, der spirituelle Leiter des Retreats, beruehrte mich tief mit seiner Praesenz im Haus.
So entschied ich nach einer Woche mit in das Zentrum KTD zu fahren und an einem Wochenendkurs unter der Leitung von Karthar Rinpoche teilzunehmen.
Mit einem Reichtum an Weisheit und Mitgefuehl praesentierte Rinpoche uns Teachings zu einem traditionellen Text, dessen Inhalt ich, zugegeben, grossen Teils nicht ganz verstand. Als totaler Anfaenger, doch erfuellt mit Freude, Interesse und Verbundenheit uebergab ich mich den Worten. Als es Zeit war fuer Fragen, war ich beeindruckt wie klar und direkt Rinpoche auf den westlichen Geist eingeht.
Am Sonntagnachmittag, nach den Teachings, nahmen mich zwei langjaehrige Studenten Rinpoches mit nach New York City und ich freute mich ueber all die Geschichten, die ich aus dieser langjaehrigen Verbindung mit Rinpoche enstanden. Zum Glueck dauert die Fahrt etwa zwei Stunden, sodass ich moeglichst viele dieser Geschichten zu hoeren bekam.

Direkt vor dem Haus in dem Ari wohnt, eine weitere Freundin von Damchoe-la, wurde ich abgeladen. Dort mit grossem Herz und warmen Tee empfangen, verbrachte ich meine letzte Nacht in Amerika.
Ari arbeitet in einem Museum fuer Buddhistische Kunst (Rudin Museum) so genoss ich den Vorzug eine so professionelle Fuehrerin durch das Museum zu haben. Was fuer ein wunderbarer Abschluss von diesen gut zwei Wochen Amerika. Mit grossem Reichtum im Herzen, erfuellt mit Dankbarkeit und einem 5 Jahresvisum im Pass flog ich gluecklich dahin zurueck, wo ich mich zuhause fuhele, in der Nahe des Lehrers und der Sangha.

Dienstag, 3. März 2009

Rueckblick, Etappe 2, Harter Brocken

Tja, die Geluebde nehmen heisst noch nicht Erleuchtung... hmmm, so sind die harten Brocken natuerlich auch da und helfen uns zu verdeutlichen, welche Werkzeuge fuer diesen Weg noetig sind.
So war fuer mich der Start in die tibetische Sprache eben so ein Brocken. Kaum ein Wort konnte am Anfang nicht ohne grosse Muehen und vielen Aktivierungen und Schaltungen alter, neuer und eingerosteter Hirnzellen ueber die Lippe kraxeln. Oben drauf noch einen Haufen konditioniertes Geschwaetz von wegen nicht gut in Sprache, und die anderen sind besser, bla, bla, bla.
Geduld, Geduld, Geduld, war in dieser Zeit das wichtigste Werkzeug das dringend benoetigt wurde. Zum Glueck war die Tibetisch-Lehrerin die Geduld in Person und Mitschuelerinnen, Konversationspartnerinnen, Nonnenschwestern halfen mir an der Ungeduld zu arbeiten und mich in diesen Sprachanfaengen mehr zu entspannen.
Doch es ging noch eine Weile, bis der volle Einsatz und die Freude wirklich da waren, da mussten zuerst noch einige Hindernisse ueberwunden werden...

Sonntag, 1. März 2009

Rueckblick/Einblick

Westliches Neujahr ist vorbei, das tibetische Neue Jahr hat diese Tage begonnen und viel hat sich fuer mich in diesem letzten Jahr neu ausgerichtet. So moechte ich die Gelegenheit nutzen in Etappen etwas zurueck zu blicken. Immer wieder werden sich auch aktuelle Eintraege zeigen, sodass ihr etwas Hintergrundinformationen jedoch auch die News lesen koennt.
Viel Freude beim Lesen!

Am 17. Feb. 2008 wurde mein wohl bester Entscheid in diesem Leben von SH dem 14ten Dalai Lama besiegelt, in dem er uns die Novizinnen Geluebde uebertrug.
Es scheint lange her zu sein, als sei ein Leben dazwischen, in dem so viel wunderbares und erstaundliches zu wachsen begann.

Kleine Nonne zwischen Hauser die an den Wolken kratzen

Visa, ein Thema um das alle moeglichen Geschichten kreisen, wenn man in Indien weilt und das einem irgendwann auch etwas auf den Geist gehen kann…
Nicht desto trotz, ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen muss, solange die Gueltigkeit des Visums 3 bis 6 Monate betraegt.

Da ich bis dahin meinem Gefuehl gefolgt bin, das mir zu interessanten Erlebnissen jedoch nicht zu einem langen Visum verhalf, beschloss ich mich diemal ganz auf den Rat des Lamas zu verlassen.

Und der Rat hiess: Amerika!

Amerika, gross und unbekannst, da blieb mir nichts anderes als mich nun ganz dem Fluss anzuvertrauen und sehen wohin mich der Strom zog.
Da meine Nonnenschweser Damchoe-la in New York aufwuchs und dort in der Naehe auch der Hauptsitz Seiner Heiligkeit dem 17. Karmapa ist, schienen in New York alle Tueren aufzugehen. So beschloss ich mein langes Indienvisum in New York zu beantragen.

Na ja, toent ja schon etwas verrueckt, in die USA fuer ein Visum zu reisen, doch wenn man bedenkt wie busy der Geist bei jeder Reise wird, wie unnoetig die Unterbrueche in Studium und Praxis sind und wie viel Geld es kostet alle 6 Monate auszureisen, beschloss ich, das dies genug Gruende sind ins Land der “grenzenlosen Moeglichkeiten” aufzubrechen. Mit viel Vertrauen und aufgetankt mit Segen des Monlams in Bodhgaya flog ich am 18.Jan.09 los.

Durch die langjaehrige Freundschaft die Damchoe-la und Chris pflegen, war es mir moeglich bei Chris und ihrer Familie einen Unterschlupf fuer knapp eine Woche in Manhatten zu haben.
Offenherzig und grosszuegig wurde ich empfangen. Mit der 5 jaehrien Sarah durfte ich jeden Abend mit dem Barbieauto durch Fantasieland-schaften fahren und tagsueber genoss ich Spaziergaenge durch den verschneiten Central Parc und Besuche im Metropolitanmuseum. Als ich stehenblieb und nicht mehr aus dem staunen raus kam als ich den langen Waenden von diesen so endlos scheinenden Hausern entlangschaute, konnte glaub jede und jeder leicht erkennen, dass ich das erste Mal in New York war.

Genau an dem Tag, an dem die Mehrheit von Amerika aufatmete und sich darueber freute, dass es tatsaechlich moeglich ist, dass ein schwarzer Praesident in das weisse Haus zog, an dem Tag, bekam ich das Visa der indischen Botschaft von New York in meinen Pass geklebt, mit der Gueltigkeit bis Januar 2014. Das timing war einfach grandios.
Der Hauptzweck der Reise war erfuellt.

Nun folte ich den Spuren von SH Karmapa Urgyen Trinle Dorje die mich in das Retreat-zentrum Karmeling brachten.
Fortsetzung folgt…