Mittwoch, 26. August 2009

Nonnenschwestern aus England

Immer wieder ist es eine Freude für uns, Kontakte mit Nonnen aus den verschiedenen Ländern zu pflegen.
Choedron-la und Samchoe-la, beide aus England und sind seit 14 und 15 Jahre Nonnen. Da ist ein so grosser Reichtum an Wissen, Praxiserfahrung und Geschichten vorhanden, dass wir jungen Schnaufer nicht mehr aus dem Staunen raus kommen. Ein gemeinsamer Lunch kann da wirklich nur einen kleinen Einblick in diese Schatztruhe geben, die unsere Aelteren für uns oeffnen.
Für mich ist es immer wieder von Neuem eine solche Inspiration all diese ver- schiedenen Wege und Erfahrungen der Nonnen zu hören. So verschieden die Wege auch sein mögen, die Gelübde, die wir alle im Herzen tragen und das gemeinsame Ziel, ist das, worin wir uns gemeinsam vorwärts bewegen und immer verbunden sind.

Donnerstag, 13. August 2009

Das Vogelbaby “Soenam”

Als wir vor gut einer Woche glücklich und beschwingt auf dem Heimweg waren, sah Nangpel-la kurz vor unserem Haus einen Vogel in einer grossen Wasserlache sitzen. Wir wunderten uns über sein Verhalten, etwas war sehr seltsam.
So stieg Drolma-la kurzerhand zu diesem kleinen, braunen Tümpel und betrachtete die Situation von Nahem. Und tatsächlich, es war ein kleines Greifvogelbay (wir tippen auf einen Adler…) das von einem anderen -sehr wahrscheinlich Vogel- angegriffen wurde. Als Drolma-la dieses zitternde Feder-Bündel mit rotem kahlen wunden Kopf in ihren Händen hielt, entschlossen wir, sie in unsere Wohnung zu bringen. (Wir entschieden, dass es eine „sie“ sein muss, sonst wird es etwas schwierig mit dem Leben in einer Nonnengemeinschaft…).
Während Nangpel-la eine Kartonschachtel vorbereitete, wartete der neue Gast mit offenem Schnabel auf unsere Gastfreundschaft. Tröpfchen bei Tröpfchen versuchten wir unser bestes doch schien es nie genug zu sein.
Als dann immer wieder Atembeschwerden sichtbar wurden und sie die Flügel heftig auf und ab schlug, sahen wir, dass die Verletzungen viel gravierender waren, denn angenommen.
So sass unser kleiner Gast zwischen meinen Schwestern in der Meditationssession in seiner Kiste und konnte sich langsam entspannen.
In unserer Abendmeditation über Mitgefühl (Chenrezig) versuchten wir uns in das Leiden der Tiere einzufühlen, danach rezitierten wir verschiedene Texte und Mantras.
Wir sahen wie sehr sie leidet in diesen letzten Stunden und liessen uns berühren mit der Tatsache, dass genau in diesem Moment ganz viele Wesen mit dem Tode ringen...
In diesem Prozess hielt der kleine Vogel ganz fest die rote gesegnete Kordel von Gyalwang Karmapa mit seinen kleinen Krallen umklammert.
Um 11 Uhr in der Nacht liessen wir sie in einem ruhigen, geschützten Eckchen von unserem Balkon alleine.
Durch all das Glück dass sie in ihren letzten Stunden noch erfahren durfte gab Drolma-la ihr den Namen “Soenam” was “Verdienste” in tibetisch bedeutet.
Tatsächlich starb Soenam in dieser Nacht, liess diesen kleinen Vogelkörper hinter sich…

Da wir alle so engagiert waren, gab es keine Fotos, doch ich hoffe der Bericht lässt in euch die Bilder von selber entstehen.

Sonntag, 9. August 2009

Sonntagnachmittag…

Die Berichte kommen, die Berichte kommen… wir freuen uns ueber die Moeglichkeit per Email, Blog und Skype mit euch allen in Kontakt zu sein. So sieht das aus, am Sonntagnachmittag… Keine Angst, ich tauche nicht jedesmal so direkt in den Computer ein. Drolma-la hat mich grad erwischt, als ich noch “schnell” was schreiben wollte…