Dienstag, 24. April 2012

Ausblick

Schon bald, Ende Monat, wird auch Damchö-la in den Westen aufbrechen und so bleibe ich zurück mit viel Raum und Zeit für ein 5-wöchiges Retreat.
Dieses Jahr wird unsere Gemeinschaft das erste Mal gemeinsam den Sommer verbringen und ein dreimonatiges Retreat gemeinsam durchführen- jedoch nicht in Indien sondern in Mexico. Dort werden Damchö-la und Nangpel-la ca. 40 Leute durch ein Vajrasattvaretreat begleiten, während Drölma-la und ich unser eigenes Retreat machen, jedoch mit unserer Praxis ein Teil der Gruppe sein werden.
Ein spannendes Experiment und eine wertvolle Gelegenheit für unsere Gemeinschaft einerseits Retreat zu machen und andererseits andere Leute im Retreat mitzutragen und zu begleiten.
Die spanische Sprache hat sich leider noch nicht so ganz spontan in meinem Geiste etabliert und so werde ich wohl mehr mit Händen und Füssen kommunizieren. Da kommt mir dann das Schweigen im Retreat sehr zu Gute...

Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Gelegenheit mehr von der mexikanischen Kultur im Lande selber zu erfahren, da ja doch 50% unserer Gemeinschaft und viele Leute die uns unterstützen aus diesem Land kommen.

Erst Mitte Oktober werden wir dann alle wieder in Dharamsala sein und gut zwei Monate uns wieder in den indischen Rhythmus einpendeln bevor es dann wieder an das Gebetsfestival in Bodhgaya geht....
So sieht das alles im Moment aus, jedoch wie ihr alle aus eigener Erfahrung kennt, Dinge verändern sich kontinuierlich und davon sind gerade auch Pläne nicht ausgeschlossen.

Dienstag, 17. April 2012

Rückblick aus unserer Gemeinschaft

Durch die grosszügige Unterstützung vieler Menschen durften wir- Nangpel-la, Drölma-la und ich - auch dieses Jahr zwei Monate im Rigpe Dorje Institute in Pullahari, Nepal unsere Studien fortsetzen. Eine wichtige Zeit des Zuhörens und Reflektierens in der wir unser Verständnis von Buddhas Lehren vertieften, was
uns wiederum hilft unsere tägliche Praxis zu vertiefen.

In den 10 Tagen Zwischenzeit, nach dem Studienkurs und vor dem Meditationskurs, durften wir für drei Tage mit einer kleinen Gruppe von Pullahari-Studierenden nach Lumbini, dem Geburtsort Buddhas fahren.
Jedoch kurz vor unserer Abfahrt, erfuhren wir, dass unsere Ältere Damchö-la in Bodhgaya krank geworden ist. Als wir in Lumbini weilten wurde klar, dass jemand von uns so schnell wie möglich nach Bodhgaya reisen sollte um sich um Damchö-la zu kümmern und sie notfalls auch nach Delhi in den Spital zu begleiten.

Nachdem wir verschiedene Möglichkeiten durchgecheckt hatten, entschieden wir, dass Drölma-la gleich gehen soll, da zwei von Pullahari sich eben auf den Weg nach Bodhgaya zum Gebetsfestival gemacht haben.
Schon wenige Tage danach reiste Drölma-la mit Damchö-la nach Delhi um richtige Checkups in einem Spital durchzuführen, da ihr Fieber sich einfach nicht senken wollte.
Nangpel-la und ich- zurück in Pullahari hatten unser Gepäck ready im Falle, dass Drölma-la Hilfe brauchte. Es stellte sich jedoch heraus, dass wir für das Retreat in Pullahari bleiben werden. Somit wurde das Retreat noch mehr zu einem sehr wertvollen Juwel in dem wir täglich sehr tiefgreifende Lehren erhielten und in der Meditation vertiefen durften.

Gleich nach dem Kurs reiste Nangpel-la nach Delhi. Eine Woche später kam ich nach und so trafen wir uns alle wieder in unserem Haus in Dharamsala. Jedoch nicht lange, da schon am nächsten Tag Nangpel-la und Drölma-la für den all-jährlichen Mahamudrakurs mit Tai Situ Rinpoche aufbrachen. 8 Tage in denen sie zusammen mit Praktizierender aus aller Welt direkte Unterweisungen für die Meditationspraxis erhalten.

Die letzte Diagnose die Damchö-la erhielt lautete; „Typhus mit bakteriellen Infektionen von E coli und Staphylococcus”. Nun ist sie nach wie vor in der Genesungsphase und muss vor allem mit dem Essen sehr, sehr aufpassen.

Für Nangpel-la und Drölma-la ist das Visum für Indien gleich nach dem Mahamudrakurs ausgelaufen und das führte dazu, dass wir nur mal ganze vier Tage zusammen im Haus in Dharamsala waren, bevor dann Drölma-la für ein 2 monatiges Retreat nach Nepal aufbrach und Nangpel-la nach Mexico.

Schon bald, Ende Monat, wird auch Damchö-la in den Westen reisen und so bleibe ich zurück mit viel Raum und Zeit für ein 5-wöchiges Retreat.

Ausblick folgt...

Sonntag, 15. April 2012

Ein kurzes Gebet für die schnelle Wiedergeburt von Kyabje Tenga Rinpoche

Höchste Emanation Kyabje Tenga Rinpoche,
Obwohl Du Deine Absicht mit Dharmadathu zu einem vermischt hast,
Zum Wohle der Lehre und der Wesen, im Allgemeinen wie im Besonderen,
Möge das Mond-gleiche Antlitz Deiner Emanation bald wieder aufgehen!

CHOG TRUL TENGA RINPOCHE
THUG GONG CHÖ YING CHIG SE KYANG
LAR YANG TEN DRO CHI CHE LE
TRUL PE DA SHAL NYUR CHAR SOL

Supreme emanation Kyabje Tenga Rinpoche,
Although you have merged your intention into one with dharmadathu,
For the sake of the doctrine and beings, in general as well as in particular,
May the moon-like face of your emanation rise again soon!

Composed by/Verfasst von Sangye Nyenpa
Translated by/



Hier noch ein paar links um mehr über Tenga Rinpoche zu sehen und zu hören:
http://www.youtube.com/watch?v=fVHbrfmfNpU&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=Etpn--8S-GQ&feature=share
http://www.youtube.com/watch?v=Etpn--8S-GQ&feature=share

Dienstag, 10. April 2012

Thukdam beendet

Etwas spät und doch möchte ich alle informieren, die noch nicht davon gelesen haben. Am 3.April hat Tenga Rinpoche den Thukdam (die Nachtodmeditation) beendet.

"(Tenga) Rinpoche hat den Thukdam heute abgebrochen. Es war 15.30 Uhr am Nachmittag und er ging mit einem Knall heraus (aus dem Körper). Plötzlich wurde es richtig dunkel. Es gab viel-farbig zuckende Blitze und einige Donnerschläge, die tatsächlich das ganze Kloster erschütterten. Dem folgte ein einige Minute andauernder Regenguss. Dann zogen die Wolken fort, die Sonne kam durch und die Vögel sangen, und es lag ein wunderbarer Duft in der Luft. Etwa in westlicher Richtung gab es einige schöne Regenbögen zu sehen.

Es war wie in den alten Legenden. Man konnte geradezu die Dakinis und (Dharma-) Schützer spüren, die ihn willkommen heißen. Es war ziemlich spektakulär."

Thomas Sherab Drime
(Übersetzung Yesche U.Regel)


Der Thukdam währte somit gut 4 1/2 Tage.

Hier noch einen youtube Beitrag der Widmung von Tai Situ Rinpoches für Tenga Rinpoche.

Dienstag, 3. April 2012

Auszug aus dem "Kurzen Bericht von Tenga Rinpoches Abschied"

Benchen Monastery Comittee:
Wie Ihr wißt, wurde Kaybje Tenga Rinpoche (Siehe Blog von Februar) am 26. März abends ins Krankenhaus eingeliefert. Am 28. um 17:30 Uhr äußerte Rinpoche seinen ausdrücklichen Wunsch ins Kloster zurückzukehren. Die Ärzte rieten ihm dringend davon ab, da dort die nötige medizinische Versorgung nicht möglich sei, und sagten Rinpoche ganz offen, dass sie keinerlei Garantie übernehmen könnten, wenn er ginge. Rinpoche blieb jedoch bei seinem Entschluss, der kurze Zeit später von S.H. Karmapa bestätigt wurde. Ein Krankenwagen wurde bereit gestellt und Rinpoche kam um 19:00 Uhr im Kloster an.

Mehr als 28 Stunden hatte Rinpoche ganz aufrecht und ruhig gesessen und schien die meiste Zeit in tiefe Meditation versunken. Abends wurde Tenpa Yarpel wieder zu Rinpoche gerufen und gebeten, seine Worte aufzunehmen. Es war Tenga Rinpoches Bitte an S.H. Sangye Nyenpa Rinpoche, dafür zu sorgen, dass alle traditionellen Rituale von Kloster Benchen, wie die Tänze, Pujas etc. in Zukunft weiterhin ununterbrochen fortgeführt würden. Tenpa Yarpel bat Kyabje Tenga Rinpoche, bitte ganz schnell wiederzukommen, Tenga Rinpoche lächelte und nickte.

Um etwa 13:00 Uhr erwähnte Tenga Rinpoche, dass er ganz deutlich seine Lehrer vor sich gesehen habe, den letzten, 11. Tai Situ Pema Wangchok Gyalpa, den letzten Sangye Nyenpa Rinpoche, den letzen Dilgo Khyentse Rinpoche und den 2. Jamgon Kongtrul Palden Kyentse Öser. Dann in den frühen Morgenstunden, um 3:24 Uhr Ortszeit, ist er endgültig gegangen.
Sangye Nyenpa Rinpoche war vorher immer wieder bei ihm gewesen.

Dieser Tag, der 8. Tag des 2. tibetischen Monats, ist ein heiliger Tag der Retterin Tara. Als der Augenblick schließlich gekommen war, opferte Sangye Neynpa die Worte des "Clarifying the Thugdam State" und sprach diese Worte direkt in Rinpoches Ohr. Entsprechend veränderte Rinpoche leicht seine Haltung, legte seine Hände in Meditationshaltung und ist seitdem in die tiefe Meditation eingegangen, die als "Thugdam" bekannt ist. Ein meditativer Zustand, in den große realisierte Meister eintreten können, wenn sie ihren Körper verlassen haben. Unmittelbar danach leitete Sangye Nyenpa Rinpoche die Rezitation der Gebete der "Drei Juwelen" und besonders des "Rufen des Lamas aus der Ferne" von Jamgön Kontrul.

Inzwischen kam der wertvolle Ratschlag von S.H. Karmapa, die Umgebung von Kyabje Tenga Rinpoche sehr ruhig zu halten und zum Kundung drei Tage lang keinerlei Besuch zu zulassen. Und das werden wir so machen.
Auf Kyabje Tenga Rinpoches ausdrücklichen Wunsch, verbrannt zu werden und auf den Rat von S.E. Sangye Nyenpa Rinpoche ist der Tag für die Verbrennung auf den 18. Mai 2012 festgelegt worden.

Für die nächsten Tage während sich Rinpoche im Thugdam befindet, empfiehlt S.H. Karmapa den "Guru Yoga der vier Sitzungen" und "Den Lama aus der Ferne rufen" von Jamgön Kongtrul zu praktizieren.

Mit den besten Wünschen,

das Benchen Monastery Committee
(Vollständiger Bericht)

*Als "Thugdam" wird ein Zustand tiefer Meditation zum Zeitpunkt des Todes bezeichnet. In dem Moment des Sterbeprozesses, in dem der "äußere Atem" aufhört und die Energien sich im zentralen Energiekanal des Körpers zusammenziehen, zeigt sich für einen Moment die Natur des Geistes. Gewöhnliche Wesen können diesen Prozeß normalerweise nicht bewußt miterleben, da die Eindrücke, die dabei im Geist entstehen, so stark sind, daß eine Ohnmacht eintritt, aus der man erst drei Tage später im Bardo, dem Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt, wieder erwacht.

Thugdam ist ein außergewöhnlicher Zustand, der nur von sehr fortgeschrittenen Praktizierenden erlangt und längere Zeit gehalten werden kann. Die äußeren Zeichen dieses Meditationszustandes sind ein warmer Körper, obwohl der physische Tod bereits eingetreten ist, und das Beibehalten der eingenommenen Meditationsstellung. Im Normalfall erschlaffen kurz nach dem Eintritt des Todes alle Gliedmaßen.