Samstag, 21. Mai 2011

Wir haben die Wahl

Wir können uns entscheiden,
ob wir recht haben oder inneren Frieden haben wollen,
ob wir recht haben oder glücklich sein wollen.

(Wie viel mal durch den Tag ertappen wir unseren Geist bei grossartigen Diskussionen; wie wir doch eigentlich recht haben und im Recht sind und überhaupt, warum verstehen die anderen einfach nicht was richtig ist? Und was würde wohl passieren, wenn wir diese Gedankenmühlen einfach mal unterbrechen und den jetztigen Moment geniessen würden...)

Sonntag, 15. Mai 2011

Wo ist es, das Glück?

Kaum zurück in dem immer heisser werdenden Indien, wurde ich mit einer wunderbaren Unterweisung beschenkt, die Gyalwang Karmapa uns (das heisst, vor allem Inder und Inderinnen, einigen Tibeter und Tibeterinnen und westlichen Schülerinnen und Schüler) in Delhi offerierte.

Gyalwang Karmapa präsentierte in seiner so wunderbaren Frische, Klarheit und zugleich unglaublicher Tiefe den Dharma. Einen kleinen Auszug:
Es gibt viele verschiedene Wege und Methoden, wie wir fühlende Wesen zum Glück führen und vom Leiden befreien können. Die einen kommen von einer spirituellen Tradition und die anderen nicht. Jedoch ist es wichtig, dass wir sie alle verstehen und respektieren, da jede Methode einen Weg für eine Person mit einer gewissen Einstellung und Veranlagung offerieren kann.
Wie auch immer herrscht doch sehr oft Verwirrung über die Natur des Glücks.
Die Dinge, die wir als Glück betrachten- das Glück alltäglicher Erfahrungen- ist verunreinigtes Glück, in dem Sinne, dass es unter dem Einfluss des Leidens der Veränderung steht und somit zu vergleichen ist mit der Erleichterung, die wir verspüren, wenn wir eine schwere Ladung von unseren Schultern nehmen. Es ist das vollendete Erwachen, das wirkliches Glück ist. Einige Leute suchen Glück in äusseren Dingen, dies ist jedoch nicht bleibendes Glück. Wenn wir zum Beispiel ein neues Auto kaufen, kann dies uns für ein paar Tage ein Gefühl von Glück und Freude geben jedoch dann lassen diese Gefühle immer mehr nach. Somit bringen wir das Gefühl von vorübergehender Freude mit dem wirklichen Glück durcheinander. Oder wenn wir eine Party schmeissen, fischen oder wandern gehen. Auch hier ist das Gefühl von Glück zeitlich begrenzt, da es von äusseren Bedingungen abhängig ist. Deshalb sollten wir unsere Intelligenz brauchen und untersuchen, was den zu wirklichem Glück führt. Durch diese Untersuchung werden wir entdecken, dass um glücklich zu sein und um natürliches, müheloses Glück zu entwickeln müssen wir nach innen schauen. Zum Beispiel, wenn wir meditieren fühlen wir uns friedlich, da es wie ein nach Hause kommen ist, unser Geist ist entspannt, nicht besorgt über die Zukunft oder Vergangenheit jedoch fokussiert im jetzigen Moment. Dieser Zustand ist nicht abhängig von äusseren Bedingungen. Wie auch immer, da es für uns nicht möglich ist, den ganzen Tag in meditativer Konzentration zu weilen - wir sind ja sehr beschäftigte Leute – brauchen wir Methoden die wir in unserem alltägliches Leben anwenden können. In der Essenz heisst das, dass wir achtsam und bewusst bleiben sollten, in was immer wir auch machen und den analytischen Teil von unserem Geist beobachten lassen, was in unserem Geist erscheint. Am Ende von unserem Tag können wir uns fragen: „Was habe ich heute gemacht?“
Auch wenn wir nur für gewisse Zeiten oder Aktivitäten in einem Tag achtsam und bewusst sein können, wird dies unser Leben bedeutungsvoll machen.