Samstag, 23. Februar 2013

The heart is noble

Am 19. Februar wurde das neuste Buch von Seiner Heiligkeit dem Karmapa offiziell "gelaunched". Geschrieben in Englisch und sein Titel ist: "The Heart Is Noble: Changing the World from the Inside Out." Die Grundlage des Buches bildet eine Serie von Unterweisungen welche Seine Heiligkeit einer Gruppe von Studenten aus Amerika gab. Mehr über den Besuch dieser Gruppe kann in dem Blog vom Juni 2011 nachgelesen werden ("Heldinnen und Helden von heute" . Die Studenten bereiteten spezifische Fragen zu Themen wie Umwelt, heilsame Beziehungen, Konfliktlösung, nachhaltiges Mitgefühl etc. vor und erhielten Antworten aus der Sicht des jungen spirituellen Meisters. In den letzten zwei Jahren bearbeiteten Damcho-la und Karen (die Professorin der Studenten) dieses wertvolle Material und brachten es in Buchform. Jetzt ist es soweit, das Buch kann in Englisch auf amazon.de bestellt werden. Wer mehr über das Buch selbst lesen möchte, kann hier in die Webseite reinschauen. Aus dem Buch: “Our life is vast. It does not stop at the limits of what we per­sonally experience. It is not something concrete or bounded. I do not think it is valid to view our life as limited to just ourselves—as if our human life extended only as far as our own body. Rather, we can see that a life extends out in all directions, like a net. We throw a net, and it expands outward. Just like that, our life extends to touch many other lives. Our life can reach out and become a pervasive part of everyone’s life.”

Donnerstag, 21. Februar 2013

Unterweisungen von Seiner Heiligkeit Karmapa werden hier live übertragen vom 21. bis 28. Februar von 11:30 bis 13:00 Uhr Mitteleuropäische Zeit. Von Venerable Jamyang werden diese wertvollen Worte sogar ins Deutsche übersetzt.

Mittwoch, 20. Februar 2013

EMAHO!

Nach einer Regennacht war die ganze Luft wie frisch gewaschen. Klar und blitze blank erschien die Klosteranlage und das Kathmandu-tal vor uns. Am 17. Februar vor fünf Jahren standen wir mit unseren neuen Roben und kahl geschorenen Köpfen in der Schlange von unseres Gleichen, wartend auf den grossen Moment, mit vielen Wunschgebeten im Herzen. Dann, nach Tee und Brot, war es so weit, wir betraten den privaten Tempel von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama um von ihm unsere Novizinnen Gelübde zu empfangen. Nangpel und ich, auch wenn ganz in die Studien vertieft (siehe Foto), nutzten doch diesen Tag um uns über dieses besondere Geschenk zu erfreuen, das wir von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama erhielten.Mit tiefer Dankbarkeit im Herzen blicke ich auf diese letzten 5 Jahren zurück, welche meinem Leben klare Ausrichtung und tiefen Sinn gaben. Durch den Segen und die Unterstützung von meinem Lehrer, der Gemeinschaft, meinen Eltern und vielen, vielen Menschen, ist es mir möglich diesen so wundervollen, tiefgründigen, herausfordernden Weg zu gehen und es ist schwierig nur schon die Worte zu finden, wie gross meine Dankbarkeit dafür ist.Möge all diese Freude und das kleinste positive das ich auf diesem Weg ansammle zum Wohle aller Wesen gewidmet sein. Mögen alle Wesen einen Weg finden der ihnen Sinn und Ausrichtung gibt, der sie zu heilsamen tun inspiriert und der sie mit ihrer wahrer Natur verbindet. EMAHO!

Sonntag, 10. Februar 2013

Losar Tashi Delek

Nach Tibetischen Kalender beginnt morgen das neue Jahr- das Wasser-Schlangen-Jahr. Wie es in der Karma Kagyu Linie üblich ist, haben die Mönche hier im Pullahari Kloster mehr als eine Woche die Mahakala Puja (Opfergaben-Ritual) ausgeführt, um alle Hindernisse des alten Jahres zu vertreiben.
Mahakala ist eine Gottheit, welche das zornvolle Mitgefühl darstellt. Mitgefühl hat nicht nur eine sanfte Seite, sondern wie auch z.B. eine Mutter ihr Kind mit einer Wucht und Bestimmtheit von der Strasse wegzerrt, wenn ein Auto kommt, genauso können die Wesen nicht nur mit sanften Methoden vom Leiden befreit werden sondern benötigen diesen zornvollen Aspekt des Mitgefühls. Somit wurde Mahakala auch der Beschützer der Klöster und der Praxis und ist eine häufig ausgeführte Praxis um Hindernisse zu vertreiben. Gestern wurde dann die aus Butter und Tsampa (Gertsenmehl) geformten und bemalte Figur ins Feuer geworfen begleitet bei einem rituellen Tanz, rituellen Liturgien und Musik.
Damit sende ich euch allen den Segen von Mahakala, mögen alle Hindernisse des alten Jahres vertrieben sein und sich in diesem neuen Jahr alle eure nutzbringenden Wünsche erfüllen. Losar, Tashi Delek! (Möge das neue Jahr glückverheissend sein!) Hier noch einen Link für eine Mahakala Puja
die letztes Jahr in Bodhgaya durchgeführt wurde und für den Mahakala Tanz, der letztes Jahr von Seiner Heiligkeit dem Karmapa ausgeführt wurde.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Auf nach Pullahari

Fast bis zum letzten Moment war es unklar wie wir drei von Bodhgaya zum Pullahari Kloster in Kathmandu kommen- eine mehr als 24 Stündige Reise. Doch dann, plötzlich machte sich ein Tor auf, das wir uns gar nicht hätten vorstellen und vor allem nicht planen können. Wir durften gemeinsam mit unseren zwei Khenpos/Lehrern von Pullahari, zwei Mönchen, einem Tulku und dem Kursmanager nach Nepal fahren. Früh morgens ging es los, in einem kleinen Minibus. Noch kurz vor der Abreise haben wir erfahren, dass wir auch noch eine kleine Pilgerreise machen und in Kushnagar übernachten werden. Ganz mit dem „Flow“ gehen, war angesagt. Vaishali war der erste Stopp der Pilgerreise. Nach Umrunden der Ashoka Säule und der Stupa setzten wir uns für kurze Gebete hin. An diesem Ort verbrachte der Buddha einige der dreimonatigen Regenklausuren und es war auch hier, dass die Schwiegermutter des Buddha, Mahaprajapati- den Buddha für die Ordination für Frauen bat. (Geschichte kann hier in Englisch gelesen werden.) N
ach einem typisch scharfen indischen Frühstück ging es weiter nach Kushnagar. Hier demonstrierte der Buddha, dass auch sein Körper vergänglich ist. Dies soll uns anspornen, über unsere eigene Vergänglichkeit nachzudenken. Unseren Tod als eine Tatsache vor Augen zu haben, rüttelt uns aus dem Tiefschlaf der Faulheit auf und macht uns bewusst wie wenig Zeit wir haben um unseren Geist so zu transformieren. Mit dem Bewusstsein, dass dieser Körper in jedem Augenblick seinem Tod näher rückt und wir aber keine Ahnung haben, wann der Tod eintreffen wird spornt uns an jede Möglichkeit grad jetzt nutzen um Wut, Anhaftung, Stolz, Zweifel und Ignoranz mehr und mehr zu verringern und Liebe, Mitgefühl, Gleichmut und Weisheit zu verstärken.
Nach Gebeten und Kontemplationen brachten wir unser Gepäck zum Tibetischen Gasthaus in welchem wir die Nacht verbringen werden und dann unsere hungrige Bäuche in die gegenüberliegende indische „Küche“. Restaurant wäre dann doch etwas übertrieben, jedoch einen Ort an dem man Essen kann. Die Töpfe mit den typisch indischen Dhal, Reis und Gemüse sind ready, um unseren Hunger zu stillen. Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir um 6 Uhr los und so ziemlich in einem „Schnuz“ bis zur Grenze. Da am Mittag angekommen durchliefen wir drei den Visamarathon, zuerst in Indien ausstempeln dann in Nepal neues Visum kaufen. Danach erfuhren wir, dass in Nepal –ein mal mehr- gestreikt wird und wir deshalb bis am späten Nachmittag nicht weiterfahren können. Nach einer Erholung mit Praxis und Mittagessen in einem Hotel fuhren wir durch die engen und kurvigen Strassen bis wir dann kurz vor Mitternacht durch das Tor in das Pullahari Kloster fuhren, das in seiner Stille und friedlichem Dasein uns willkommen hiess. Erfüllt und müde fielen wir in unsere Betten, die wie jedes Jahr im gleichen Zimmer auf uns warteten.