Freitag, 21. Februar 2014

Kurs über die Volle Ordination der Frauen im Buddhismus

Die Universität in Hamburg wird einen Online-Kurs zum Thema Bhikshuni-Ordination (volle Ordination für Frauen) anbieten. Der Kurs ist offen und gratis für alle. Dieser Kurs wird eine sehr umfassende Einsicht in die ganze Thematik geben und viele grosse Gelehrte- Nonnen, Mönche und Laien werden Vorträge zum Thema halten. Unsere "Ältere", die Ehrwürdige Damchö, wurde auch angefragt einen Vortrag zu halten und wird uns einen Einblick geben in die Geschichte der Nonnen aus der Zeit Buddhas und wie in der Mulasarvastivada Vinaya die Formung des Bhikshuni-Orden beschrieben wird.
Auf dem folgenden Link kann man noch mehr darüber lesen und sich auch anmelden.
http://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/E-Learning-Bhikkhuni.course_bhikkhunis.0.html?&L=1
Die Anmeldung läuft bis zum 15. März.



Samstag, 15. Februar 2014

Pilgerreise nach Sarnath

Der Plan war es, nach Sarnath zu fahren, den Ort an dem Buddha seine erste Lehrrede gab, und dort einen grossen gelehrten Meister der Karma Kagyu Schule um die Ordination für Ana zu bitten.

Doch warum nicht noch einen Bogen schlagen und ein paar heilige Stätte besuchen? Dies fragte uns Karma Chöpel, der Schüler und Englisch Übersetzer von Thrangu Rinpoche und auch einer der Englisch Übersetzer von Gyalwang Karmapa.
Sehr gerne nahmen wir diese wunderbare Gelegenheit wahr gemeinsam eine zwei tägige Pilgerreise durchzuführen.
Um 5.30 Uhr morgens ginge los, der erste Ort war der Geierberg. Den Ort an dem Buddha das zweite Dharma-Rad drehte und Lehren wie das Herzsutra lehrte.
Wir brachten Opferungen von Räucherstäbchen dar und rezitierten das Herzsutra gemeinsam in Tibetisch und dann noch in unseren jeweiligen Sprachen um uns auch den Sinn bewusst zu machen.
Es war noch früh, so konnten wir die Stille, Kraft und Weite ohne grosse Pilgerscharen geniessen.
Weiter ging es zur "7-Blätter-Höhle“ den Ort, an dem sich die Arhats nach Buddhas Paranirvana versammelten um all die Lehren Buddhas zusammenzutragen. Das heisst, sie wurden natürlich auswendig rezitiert und dann von den anderen Arhats bestätigt oder diskutiert falls etwas nicht mit dem übereinstimmte, was sie gehört hatten.
Ein kleiner enger Gang führte ins innere der Höhle, in der auf einem kleinen Altar Kerzen dargebracht wurden. Vor der Höhle war ein wunderbarer Platz an dem man sich so ein Treffen sehr gut vorstellen konnte. Nur fragten wir uns wie wohl diese 500 Arhats alle Platz fanden, doch dann erinnerten wir uns an die speziellen Kräfte dieser realisierten Meister und stellten und vor wie wohl einige auch ganz bequem in der Luft schweben konnten...
Nächster heiliger Ort war die Ruinen der grossen Buddhistischen Universität Nalanda, welche für 1000 Jahre von Mönchen aufgesucht wurde und grosse Meister beherbergte wie der Grossartige Nagarjuna, der Bodhisattva Shantideva, der Meister Asanga etc. welche die Buddhistischen Studien noch bis heute sehr prägen.
Nachdem wir ein Gebet der Verehrung dieser grossen Meister rezitiert hatten und unserer eigenen Wunschgebete im Herzen formulierten fuhren wir weiter nach Pullahari. Nicht das Pullahari Kloster in Nepal, jedoch der Ort in Indien nach dem dieses Kloster benannt wurde. Pullahari in Indien ist der Ort an dem der Kagyu Meister Marpa seinen Lehrer Naropa traf und wichtige Praxis Anweisungen erhielt welche noch bis heute in der Kagyu Linien praktiziert werden.
Um uns an diese wichtige Übermittlung von Lehrer zu Schüler und die grosse Güte dieser Meister zu erinnern, liess Thrangu Rinpche ein Retreatzentrum an diesem Ort bauen. Doch sollte es nicht nur einfach ein Tempel sein der diesen speziellen Ort markiert, dass es um die Praxis geht, zeigten die acht Mönche welche uns so herzliche umsorgten. Diese Mönche haben vor ein paar Wochen ihre gut drei Jahre Retreat in Nepal abgeschlossen und vertiefen sich nun in Pullahari in eine spezifische Praxis für weitere drei Monate.
Es war sehr inspirierend an solch einem Ort beherbergt zu werden und der Klang der Rezitationen, Trommeln und Glocken noch bis spät Abends zu hören.

Früh morgens machten wir uns auf den Weg nach Vaishali, dem Ort an dem Maha- prajapati den Buddha ein zweites Mal aufsuchte um Buddha zu beten die Nonnen-Gelübde zu geben.
Wie die volle Nonnen-Ordination in der Tibetischen Tradition noch einige Hindernisse zu überwinden hat, war unsere Fahrt nach Vaishali geprägt von allen möglichen Hürden und so erreichten wir die Pilgerstätte viel später als gedacht. Nach starken Wunschgebeten für das Erblühen des Dharma und des Wiederbelebens des vollen Nonneordens, machten wir uns auf den Weg nach Sarnath- unsere Endstation- wenigstens mal für den nächsten Monat...
Doch auch das war nicht ein einfaches Unter- fangen und statt den 6 Stunden ver- brachten wir weitere 12 Stunden im Auto. Wissend, dass Pilgerreisen helfen negative Handeln zu reinigen, verkürzten wir die Fahrt mit gemeinsamer Praxis und individueller Zeit der Kontemplation und Meditation. Es war nach Mitternacht, als wir an der Türe des Nonnenklosters anklopften, in dem unsere ersehnten Betten auf uns warteten.

Dankbar solch grossen Segen von Buddha und all den grossen Meister zu erhalten, liessen wir unsere erschöpften Körper in die Betten sinken.

Dienstag, 11. Februar 2014

Ganz präsent für die Nonnen

Gerne möchte ich mit euch hier ein bisschen teilen von was wir in den letzten Wochen Zeuginnen sein durften.

Vom 21. Januar mit der Er- 
öff-
nungs- 
zere- 
monie bis zur Ab- 
schluss 
Zeremonie am 2. Februar war Seine Heiligkeit ganz präsent für die Nonnen.
Es war sehr berührend die Gebete von einem weiblichen Umze (Singmeisterin) angeleitet zu hören, auch, dass es Nonnen waren welche mit Räucherstäbchen und Gyaling (tibetische Blasinstrumente) Seine Heiligkeit in die Gompa begleiteten und als Disziplin-Meisterinnen die Sitzordnung der Nonnen überwachten.
In vielen Momenten wie zum Beispiel am Ende einer Teaching-Session, sprach Seine Heiligkeit zu den Nonnen ganz direkt und griff einige der brennenden Themen auf, wie zum Beispiel die Wichtigkeit der Stärkung von Selbstvertrauen, der Aufbau von Shedras (eine Art Kloster-Universität) und die Bhikṣuṇī-Ordination.
Wie Ani Miaorong in der Eröffnungsrede so schön betonte, ist der Sinn dieser ersten Nonnen Winter-Debatte nicht, sich in Selbstmitleid zu baden oder gesellschaftliche Vorurteile zu beschuldigen. Ja, es ist wahr, dass die äusseren Bedingungen für Nonnen viel limitierter sind als für die Mönche jedoch macht es nun Seine Heiligkeit möglich, dass diese äusseren Bedingung sich verändern können und so liegt es in unsere Verantwortung wie wir uns mit den Ideen der „Gesellschaft identifizieren“ und sie unser eigen machen- „dies ist die wirkliche Limitation“, sagte Ani Miaorong.
Zur Bhik-
shuni- 
Ordi-
nation 
er-
klärete 
Seine Heilig-
keit, dass die Sangha nur komplett ist, wenn die Bhikṣuṇī  Ordination auch in der Tibetischen Tradition wieder möglich wird und dass dies geschehe, sei eine Verantwortung welche die ganze Sangha trage.
Teile der tibetischen Geschichte, welche nicht so bekannt sind, dienten Seiner Heiligkeit als Material um zu zeigen, dass es in der Vergangenheit Bhikṣuṇīs 
in Tibet gab und dass grosse Meister wie
Shakya Chogden, Bodong Chogle Namgyal und der 8. Karmapa Mikyö Dorje die Bhikṣuṇī-Ordinationen durchführten.
Zu der heutigen Situation sagte Seine Heiligkeit, dass es nun schon über 20 Jahre sind, in denen über die Bhikṣuṇī Ordination diskutiert wird und dass er nicht so genau weiss, ob die Leute nicht fähig sind zu einem Schluss zu kommen, oder sich nicht wagen oder nicht wissen wie.
Seine Heiligkeit traf ein sensitive Punkt, als er erwähnte, dass gewisse Leute denken mögen, dass es die Ausländer-Nonnen waren, welche die Bhikṣuṇī Ordination zu einer grossen Sache machten, es jedoch „unser Fehler war, dass es für uns noch keine wichtige Angelegenheit war“.

Doch es war klar, dass genau dieser Beginn des Wintertreffen für die Nonnen den Sinn hat, vor allem das Selbstbewusstsein der Nonnen zu stärken und ihnen das Vertrauen geben, dass sie genau so ausgebildet werden können wie die Mönche. Was für uns im Westen noch nicht so lange klar ist und in der Tibetischen und Himalaya Regionen noch nicht wirklich bis in die Gesellschaft durchgedrungen ist, sagte Buddha schon vor gut zweieinhalb tausend Jahre: Wir alle haben das gleiche Potential höchstes Erwachen zu erlangen, unabhängig von Geschlecht, Sozialer Status, Familienzugehörigkeit etc. Eine revolutionäre Aussage zu der Zeit und auch noch heute- wie es scheint.
Aus diesem Grund geht es nicht nur darum äussere, bessere Bedingungen zu schaffen, sondern wie es Ven. Damcho in ihrer Eröffnungsrede sagte: „Wir sollten nicht bei der weltlichen Sichtweisen der Gesellschaft sagen lassen was unsere Kapazität ist. Viel mehr sollte unser Verständnis des Dharma unsere Sichtweise über uns selber formen.“
Somit geht es hauptsächlich darum, das Vertrauen in unsere eigenen Qualitäten und Kapazitäten zu stärken und uns somit nicht mehr abhängig machen lassen von der Sichtweise der Gesellschaft.
Dass diese Lektion tief zu Herzen genommen wurde zeigten die sechs Älteren (nicht in Geburts- jedoch in Ordinationjahre) Nonnen in der Abschlusszeremonie indem sie Seiner Heiligkeit ganz offiziell anfragten, die Bhikṣuṇī-Linie im tibetischen Buddhismus wieder einzuführen.
Am Ende der Abschluss-Zeremonie wollte niemand wirklich die Gompa (Gebetshalle) verlassen welche gefüllt wurde mit den Tagen von Teachings, Debatten, Chöd-praxis, Tara Ritual und vor allem dem grossen Segen von Seiner Heiligkeit und der Präsenz der Nonnen.

Auch Seine Heiligkeit zeigte etwas zögern, als er die Gompa verließ und kam dann ganz leise und für uns alle ganz unvorbereitet in die letzte Session zurück, in der wir die vielen Tage des heilsamen Tuns und der vielen guten Wünsche dem Wohl aller Wesen widmeten.