Dienstag, 30. März 2010

Gyalwang Karmapa's geplanter Besuch in Europa

Unser Lehrer Gyalwang Karmapa kommt im Juni nach EUROPA!!!- Falls er die Ausreisebewilligung bekommt. Dies ist der einzige unsichere Faktor. Jedoch laufen die Vrobereitungen für den ersten Besuch des 17. Karmapas Orgyen Thrinley Dorje in Europa auf hochtouren.
Gyalwang Karmapa wird verschiedene Orte in Deutschland besuchen und vom 31.5. bis 2.6. in Zuerich sein. Würde mich ja so freuen, einige von euch an diesem Anlass oder einem Anlass in Deutschland zu treffen!
Gyalwang Karmapa sagte unter anderem zu seinem geplanten Besuch in Europa:
..."Ich denke, die Welt bewegt sich sehr schnell zusammen. Kommunikation wird sehr schnell. Verstehen und Verständigung zwischen Osten und Westen wachsen und durch diese Bewegung wird das Konzept klarer, dass die gesamte Welt eins ist. Deshalb wird es für uns alle sehr wichtig, über die ganze Welt nachzudenken und zu versuchen, zum Nutzen Aller zu arbeiten. Ich selbst versuche auch, so sehr wie möglich auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Ich denke, es ist eine derzeitige Notwendigkeit für uns alle, dies zu tun.

Ich habe kein besonderes Bestreben, den Buddhismus zu verbreiten. Für diejenigen, die Verbindungen mit dem Dharma besitzen, habe ich die Verantwortung und die Pflicht, zu arbeiten um ihnen die Dharma Praxis zu bringen. Das ist meine Verantwortung. Ich bin bereit und warte darauf, Euch all meine Dienste und Anleitungen in Einklang mit dem Dharma zu geben. Ob man es Dharma nennt oder nicht, die Hauptsache ist, ein guter Mensch zu sein, gute Gedanken zu hegen und positive Handlungen auszuführen, allen Wesen von Nutzen zu sein. Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Name der Religion oder des Buddhismus nicht sehr nützlich ist. Es vermittelt den Eindruck, als ginge es um etwas Begrenztes oder Exklusives.

Diese Welt ist eine sehr große Familie mit Tausenden und Abertausenden von Wesen, und wir alle hängen voneinander ab. Es ist wichtig, dass wir einander respektieren und wertschätzen, unsere gegenseitige Bedeutung anerkennen.

Wir sollten versuchen, eine Welt mit Freundlichkeit und Liebe zu schaffen. Ich denke, in der Zukunft ist es die Verantwortung von uns Allen, eine gerechtere und liebevollere Welt zu schaffen. Ich würde gerne auf dieses Ziel hinarbeiten, nach meinen besten Möglichkeiten. Ich denke, dass es für uns alle wichtig ist, das Gleiche zu tun."

Samstag, 20. März 2010

Neuorientierung

Entsagung, ein Wort das viele von uns mit einem engem, freudlosen Dasein in Verbindung bringen.
Wenn wir jedoch das tibetische Wort anschauen (ngas `byungs) kann man es auch als „Neuorientiereung“ übersetzen.
Was wird neu orientiert? Das Verständnis was uns wirklich Glück und was uns Leiden bringt.
Wie viel mal nehmen wir Zuflucht in einen Schokoladenkuchen, ein gutes Gespräch, unsere Freunde etc.? Doch wenn wir wirklich genau hinschauen, bringt uns dies wirklich die erhoffte endgültige Glücklichkeit? Wenn dies so wäre, dann könnten wir Schokoladenkuchen essen und Schokoladenkuchen essen und mit jedem Stück würde unser Glück mehr werden. Wir könnten spannende Gespräche haben und mit jeder Stunde würden wir glücklicher werden etc. Doch wir alle wissen, dass dies nicht so ist, und dass wir schon nach zwei oder drei jedoch sicher nach fünf Kuchenstücken absolut keinen Kuchen mehr sehen wollen. Warum ist das so? Die Glücklichkeit steckt nicht im Kuchenstück, nicht im Gespräch, nicht in unseren Freunden. Ja, wo ist sie denn?
Eigentlich ganz nahe, immer mit uns dabei… jedoch sind wir so nach aussen orientiert, um das wirkliche Glück zu erlangen, dass wir diese subtile immerwährende Glücklichkeit, die immer in unserem Herzen gar nicht sehen. Um diese jedoch wirklich zu entdecken, brauchte es eine neue Orientierung, von aussen nach innen. Dies ist genau das, was die Entsagung macht. Es ist ein graduelles Verstehen, wo das wirkliche Glück liegt und ein sich Ausrichten nach den Ursachen, die dieses Glück frei legen können und ein vermeiden der Ursachen, die dieses Glück zu schaufeln und verstecken.
(Inspiriert nach 6 Wochen Belehrungen über die Neuorientierung von Ven. Drupon Khenpo in Pullahari)

Freitag, 12. März 2010

Bodhgaya-Bericht von Parami

„Nagarjuna`s Brief an einen Freund“, Mönlam und Milarepa
Vom 18. Dezember 2009 – 4. Januar 2010 hatte ich die glückliche Möglichkeit, mit Dapel-la und ihrer kleinen Nonnengemeinschaft in Bodhgaya zu weilen.
Täglich konnte ich in dieser Zeit durch die vier Nonnen eine liebevolle und kontinuierliche Unterstützung für meine eigene Meditations-Praxis erfahren.
Durch ihre Hilfe wurde es mir möglich, persönliche Fragen an grosse Lamas in einer Audienz stellen zu dürfen, dessen Antworten mich nachhaltig und tief bewegten.
Ebenso war es der Verdienst von Dapel-la, dass ich in der Zeit von Mönlam bei der Mahabodhistupa den richtigen Platz erhielt und ich durch sie auch handfeste, praktische und indisch-spezifische Tipps erhielt, die das Leben in Indien überschaubarer machten.
Diese kostbare, gemeinsame Zeit begann mit den Belehrungen von S.H.17. Karmapa zu Nagarjunas Brief an einen Freund.
Einmal mehr erfuhr ich, dass in jeder Lebenssituation ethisches Verhalten geübt werden kann, ja, dass es für uns und die Welt immer unerlässlicher wird, dies zu üben. Dafür brauchen wir geschickte Mittel um Heilsames zu tun und Unheilsames lassen zu können...
In den acht Tagen Mönlam, unter dem Bodhibaum, in der Präsenz des grossen Lama, kamen alle gesprochenen und gesungenen Wunschgebete in ein tiefes, ausströmendes Klingen ..

Ein besonderes Milarepa-Theaterstück, dass von S.H. dem 17. Karmapa geschrieben wurde, kam am 1. Januar neben dem Tergar-Kloster zur Uraufgeführt.
Damcho-la hatte im Auftrag des Lama eine Übersetzung dieses Theaterstücks erarbeitet und hat mit viel Freude uns an zwei Abenden dazu eine Einführung gegeben.
Milarepa, der grosse tibetischer Yogi aus dem 11/12 Jahrhundert ist mir persönlich sehr nahe. So vermochte dieses grossartige Theaterstück farbenprächtige und aussagestarke Bilder in mir einzuprägen.
In der Umgebung der Mahabodhistupa erlebte ich sehr eindrücklich, .wie Pilger/innen, Nonnen, Mönche, Laienfrauen und Männer, Suchende und Gefundene aus vielen Länder ihre Art der Meditation ausüben konnten und niemand störte sich daran. Da ist ein Gehen, Niederwerfen und Sitzen, ein Rezitieren und Singen, ein zelebrieren von den unterschiedlichsten Pujas. Diese authentische und spirituelle Lebendigkeit an diesem speziellen Ort beeindruckte mich sehr, und verstärkte die Erinnerung, dass hier Buddha vor ca. 2500 Jahren unter dem Bodhibaum die Erleuchtung erlangte