Montag, 23. Januar 2012

Ohne Heizung, ohne Licht, ohne Essen

Am 31.12.2011, meine Mutter und ich sassen gemütlich auf dem Bett in einem Zimmer imPullahari Kloster. Zugegeben, etwas zähneklappernd – da es doch sehr kalt war und es hier keine Heizungen gibt- jedoch ganz vergnügt, vertieft im Gespräch.
Plötzlich klopft es ziemlich heftig an die Türe. „Ani-la,http://www.blogger.com/img/blank.gif Ani-la!“ Nicht grad enthusiastisch befreite ich mich aus dem warmen Berg der Decken und öffnete. Draussen stand ein Mönch der mich ganz erstaunt fragte, ob meine Mutter und ich nichts zum Abend essen. Etwas erstaunt begann ich zu erklären, dass ich schon erwähnte, dass wir abends nichts essen etc. als er mich unterbrach und sagte: „Aber es ist Neujahrsabend und Khenpo Choeky liess extra etwas spezielles kochen für euch, vor allem für deine Mutter. KhenpoChoekyhabe gesagt, dass ihr kommen sollt.“
Ich sah ein, dass es hier nicht mehr um eine Diskussion ging, gleichzeitig war ich natürlich sehr gerührt. Gemeinsam mit Parami stiegen wir all die vielen Treppen hoch und trafen dann im Lehrerzimmer des Pullahari Klosters auf KhenpoChoeky und Yvonne und Christopher (langjährige Schülerin und Schüler und nun auch Übersetzer des Studienprogrammes), in den Töpfen die feinsten Momos, frisches Gemüse aus dem Garten, Suppe und Pommes Frites.
Mit einem riesen grossen verschmitzten Lachen erklärte KhenpoChoeky wie er es doch sehr schlecht finden würde, wenn meine Mutter zu Hause erzählen würde, dass sie ihre Neujahrs Nacht ohne Strom, ohne Essen und in der Kälte verbringen musste. Dies könne er ihr und dem Ruf von Pullahari nicht zumuten.
Beim heiteren Zusammensein, erzählte Khenpo-la Geschichten aus seiner Zeit in Afrika bis die Runde dann so plötzlich aufgehoben wurde wie sie zusammenkam und Khenpo-la uns auf die Kora schickte. Mit Yvonne und Christopher drehten wir noch drei Runden um den grossen Tempel bis Parami und ich dann mit frohem Herzen, gerührt und voller Leichtigkeit nach einer gemeinsamen Chenrezigpraxisuns in das warme Bett verkrochen und im Traumland ins neue Jahr rutschten.

Sonntag, 15. Januar 2012

Drei Wochen an drei Orten

Drei Wochen an drei Orten, kontinuierliche Segensströme, Dharma-Unterweisungen, Pilgerreise, Entspannungszeit.... Gemeinsam mit meiner Mutter, Parami, erlebten wir eine unglaublich schöne Zeit.
Kaum am Kangra-Flughafen- in der Näher Dharamsala- gelandet, konnten wir uns zu den Füssen von unserem kostbaren Lama Gyalwang Karmapa in der öffentliche Audienz niederwerfen. Mit diesem glorreichen Start unserer gemeinsamen Zeit war die Richtung bestimmt, indem der Fluss von Paramis grossen Ansammlungen von Verdienstenuns von einem wunderbaren Ereignis zum nächsten trug.
In den grossartigen Feierlichkeiten während Karmapa900 in Delhi war jeder Tag durchdrungen von der umarmenden unendlichen Güte und tiefen Weisheit von Gyalwang Karmapa, in die wir einfach einsinken durften.
Mit dem Flugzeug über die Himalayas, landeten wir am 26. Dezember in Nepal. Neben dem Besuch bei TengaRinpoche und einer kraftvollen Guru Rinpoche Höhle genossen wir es, in den Strom der vielen Menschen einzutauchen, die morgens und abends ihr „Kora“ um die Boudha Stupa drehen und dabei ihre Mantras und Gebete rezitieren.
Die letzten Tage unserer gemeinsamen Zeit liessen wir im Pullahari Kloster ausklingen in dem wir so voller Gastfreundschaft und Herzlichkeit aufgenommen wurden.
Ich bin voller Dankbarkeit für alle die diese Reise für Parami möglich gemacht haben, vor allem für meinen Vater Bernard und all die lieben Menschen, die sich somit mir und Parami freuten, dass wir diese gemeinsame Zeit erleben durften.
Es ist ein unglaubliches Geschenk, wenn es möglich ist, dass sich Eltern und Kinder gegenseitig auf ihrem spirituellen Wegen unterstützen, sich gegenseitig inspirieren und mit Respekt und Achtung miteinander im Austausch sein können.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Mut zum Glueck

Mit dieser grossen Glocke (zu finden vor der Boudha-Stupa in Nepal), laeute ich zusammen mit euch, etwas verpaetet jedoch nicht minder von Herzen, das neue Jahr ein. Moege es Freude und Frieden bringen.
Moegen wir das Vertrauen in das Glueck, das immer in uns wohnt, vertiefen. Dieses Vertrauen moege uns den Mut geben, dass wir alle in diesem Jahr die Unzufriedenheiten, Aversionen und Begierden in unserem Herzens-Geist reduzieren koennen und Genuegsamkeit, liebende Guete, Mitgefuehl, und Weisheit mehr kultivieren koennen und so direkt einen Beitrag leisten, fuer den Frieden in dieser Welt.
Moegen wir immer mehr die geschickten Mittel besitzten, um schwierige Situationen als unsere Lehrer zu betrachten und sie zu nutzen, um unsere besten Qualitaeten zu naehren.


Wir drei- Nangpel-la, Drolma-la und ich, sind voll und ganz eingetaucht, in den Ozean des kostbarsten Dharmanektars, hier im zwei-monatigen http://www.blogger.com/img/blank.gifStudienprogramm im Pullahri-Kloster in Nepal. In den naechsten zwei Blogberichten werde ich etwas aus der wunderbaren Zeit mit meiner Mutter in Indien und Nepal erzaehlen.


Hier noch Neujahrsgruesse vom Ehrwuerdigen Tai Situ Rinpoche:

http://www.youtube.com/watch?v=qlrMmP_Q7OM

Neujahrsgrüße zum tibetischen Jahr des Wasser Drachens und dem Jahr 2012. Wie jedes Jahr möchte ich euch daran erinnern, zum Beginn eines neuen Jahres eine Rückschau zu halten, inwieweit wir uns als Buddhisten und als gute Menschen weiterentwickelt und verbessert haben. Dann sollten wir den klaren Beschluss fassen, das kommende Jahr noch besser werden zu lassen.

Wir sollten uns als Buddhisten und als Menschen immer an die Grundlage der Lehre Buddhas erinnern. Wir sollten uns immer daran erinnern, was allen menschlichen Wesen gemeinsam ist: es gibt kein Lebewesen, das nicht glücklich sein möchte und es gibt kein Lebewesen das gerne leidet, genau wie wir selbst. Auf dieser Grundlage sollten wir unser Bestes tun, um unser Leben so bedeutungsvoll und positiv wie möglich zu gestalten, Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag und Stunde für Stunde.

Wir sollten folgendes Prinzip deutlich betonen: Wir vermeiden alles, was uns und anderen schadet. Wir führen das aus, was uns und anderen wohltut. Wir lernen immer von allem, das in unser Leben kommt, ob positiv oder negativ. Und wir sollten alle Menschen respektieren, ob sie aus der gleichen Religion kommen oder einer anderen, aus der gleichen Ideologie oder einer anderen, aus dem Osten oder Westen, Norden, Süden oder aus der Mitte. Wir sollten jede Lebensform und jeden Menschen respektieren und uns äußerst bemühen, ihre Gefühle und ihr Wohlergehen zu berücksichtigen. Wenn wir andere schon nicht den Vorzug geben können, dann sollten wir sie zumindest genauso wichtig nehmen. Natürlich ist es wundervoll, wenn wir dem Wohlergehen Anderer größere Wichtigkeit geben können als unserer eigenen. In jedem Fall versichere ich euch: ein guter Mensch zu sein, macht Spaß! Ein guter Mensch zu sein, bringt Freude, ein guter Mensch zu sein, macht glücklich, ein guter Mensch zu sein, fühlt sich wunderbar an. Es ist keine schwierige Angelegenheit. Es ist das Beste und Leichteste, wenn du den Grund und den Nutzen und das Prinzip wirklich verstehst.

Ich wünsche euch also allen ein sehr gutes Jahr. Möge es glorreich sein wie der Drache, fruchtbar und nährend und reinigend wie Wasser. Möge es ein wundervolles Wasser Drachen Jahr sein und ein wundervolles 2012. Alles Gute und der Segen des Buddha.
(übersetzt von Hanna Hündorf)