Mittwoch, 25. November 2009

Studienpläne unserer Gemeinschaft

Man kann sagen, dass der buddhistische Pfad mit einem Verständnis von Leiden und seinen tiefen Ursachen beginnt und der Vollkommenheit der Weisheit endet. Daraus erfolgt, dass wir das aktive Streben nach Wissen unbedingt erforderlich finden, für das monastische Training und die kontemplative Praxis, die wir in dieser Gemeinschaft durchlaufen. Anfangs Januar 2010 werden drei von unserer Gemeinschaft an einem Fünfjahresstudienprogramm teilnehmen, welches Buddhistische Philosophie, Meditation, Geschichte und tibetische Sprache deckt. In Zusammenarbeit mit SH Gyalwang Karmapa entwickeln wir einen Lehrplan, der die Stärke der westlichen Bildung mit dem Reichtum und den Werten des mehr traditionellen tibetischen monastischen Trainings und Studiums vereinigt.
Für die buddhistische Philosophie und Meditation wenden wir uns zu mehr traditionellen tibetischen Bildungsmethoden, während wir für die Basis in Buddhistischer gesellschaftlicher und intellektueller Geschichte und für einen zusätzlichen Kurs über die Rolle der Frau in buddhistischen Institutionen, Geschichte und Praxis mehr die westlichen Ausbildungsmethoden herbeiziehen. Wo immer es passend ist, wird unsere Klasse dem Beispiel einer akademischen Ausbildung einer westlichen Universität folgen und ansonsten leitet uns die Übertragung der buddhistischen Weisheit, die sich schon über Jahrhunderte in dem tibetischen Schulungssystem entwickelte. Die tibetische Sprache ist ein Bestandteil in unserem Studienprogramm und folgt den westlichen pädagogischen Prinzipien.

Als Start werden Tenzin Nangpel, Karma Lodrö Drölma und ich von Januar bis März den zehn-wöchigen Kurs in buddhistischer Philosophie besuchen, welcher dieses Jahr mit drei Lehrmeinungen von den Hauptschulen der buddhistischen Denksysteme beginnt. Dieser Kurs wird sich über fünf Jahre jährlich fortsetzen und findet im Pullahari Kloster in Nepal statt. Während sich die meisten traditionellen tibetischen Studienprogramme auf den Standpunkt und die Texte einer einzigen Schule des tibetischen Buddhismus beschränken, beschäftigt sich dieses Programm in diesem Jahr mit dem Text; Die drei Grundsätze des Pfades, verfasst durch den Gründer der Gelugpa Schule, Lama Tsong Khapa. Als Kommentar wird ein Text von Jamgon Kongtrul Lodro Thaye verwendet. Er war ein führender Meister der Kagyu Schule und eine treibende Kraft in der anti-sektierischen, Rime- Bewegung im 19. Jahrhundert in Tibet. Als solches reflektiert dieses Programm die Verpflichtung unserer Gemeinschaft zu einer offenen und einbeziehenden Haltung zur Bildung. Ein weiterer Bestandteil des Kurses in Nepal wird eine graduelle Einführung in die verschiedenen Stufen der Meditation sein.

Hier kannst du das detaillierte Programm für dieses traditionelle Studium anschauen.

Im Allgemeinen wird unser Studienprogramm dem Rechnung tragen, dass wir schon im westlichen Bildungssystem studiert haben. Dies führt zu einer etwas anderen Gewichtung, als wir es normalerweise in der mehr traditionellen monastischen Schulung finden. Jedoch ist dies für uns eine Gelegenheit, das Hilfreiche und Förderliche der westlichen Bildung mit dem was wir vom Dharma so hoch wertschätzen, zu verbinden.
Zusätzlich wird unser Studienprogramm ein großes Schwergewicht auf das Thema Frauen im Buddhismus legen. In den meisten Darstellungen des Buddhismus sind die Frauen schlicht unsichtbar. Um dieses Ungleichgewicht wieder gut zu machen, werden wir uns in fortlaufende Studien über die Geschichte der Rolle der Frauen in buddhistischen Gemeinschaften widmen, um damit ein klareres Bild von den vielen weiblichen Praktizierenden zu bekommen, die über Jahrhunderte ihren Beitrag im Buddhismus geleistet haben.

Wir hoffen, dass das, was wir in diesem Prozess, der Entwicklung dieses Studienprogrammes, lernen, vielleicht auch inspirierend und unterstützend für andere Gruppen sein mag, die das tibetische und westliche Bildungssystem verbinden möchten.
Die geschichtliche Unausgeglichenheit in der Stellung von Männern und Frauen in den buddhistischen Gemeinschaften hatte die Kluft der Bildungsmöglichkeiten zwischen Mönchen und Nonnen sehr vergrößert. Der Beitrag eines Studienprogrammes für Nonnen ist einen Weg um eine gesunde Balance zwischen den Geschlechtern herzustellen. Diese ist entscheidend, für das florieren des Dharma im 21.Jahrhundert und darüber hinaus.

Mit unserem Studienprogramm sind zusätzliche Kosten verbunden, die über unser tägliches Budget hinausgehen. Wir schätzen die jährlichen Kosten auf 6100 sFr. Dies beinhaltet den Aufbau einer Bibliothek, Lohn für die Lehrer und Lehrerinnen und die geschätzten Kosten für den zehn-wöchigen Studienkurs in Nepal (3600sFr.).
Damit das Studienprogramm für unsere Gemeinschaft möglich wird, sind wir auf Unterstützung von euch allen, die einen Wert in unseren Aspirationen sehen, angewiesen. Falls du die Möglichkeit und den Wunsch hast, uns in diesen Zielen zu unterstützen, dann sind wir sehr dankbar für jeden Beitrag, egal welcher Größe, wie auch für deine Ermutigung.
Wenn du etwas einzahlen willst, ist Paypal auf unserer Webseite www.nunscommuntiy.net der einfachste Weg oder mit einem Einzahlungsschein zu Rahel Gertsch, Raiffeisenbank Sulgen: Kontonr.25912.12
IBAN Nr.CH47 8141 1000 0025 9121 2
Für andere Zahlungsmöglichkeiten kannst du uns auch kontaktieren. Vielen Dank!

(Dies ist ein Gemeinschaftsbrief, übersetzt aus dem Englischen…)

Montag, 23. November 2009

Zähneklappern zu zweit

Seit fast zwei Wochen sind Damchö-la und ich alleine hier in unserem pinken Haus und ja ... es ist tatsächlich ziemlich kalt geworden...
Nichtsdestotrotz sitzen wir voller Freude vor unseren Computern um die letzen kleinen Arbeiten für den Kagyu-Mönlam zu erledigen. Noch bevor unsere lieben mexikanischen Schwestern nach Nepal- für ein neues Visum- verreisten, haben sie zusammen mit Damchö-la die wunderbare Möglichkeit bekommen, den Text „Brief an einen Freund“ vom Edlen Nagarjuna in Spanisch zu übersetzen. Vor allem Nangpel-las Freude und Fähigkeit in schriftlicher Sprache konnte voll zum Ausdruck kommen. Es ist der Text, anhand dessen Gyalwang Karmapa seine Belehrung für Westler in Bodhgaya geben wird.
So haben wir verschiedene kleinere und größere Arbeiten für den Mönlam bekommen, die nun alle langsam zu einem Ende kommen ... deshalb auch wieder etwas Raum für den Blog ...

Sonntag, 22. November 2009

Frischer Wind im Oktober…

Das Wetter war trocken und warm, jedoch hat sich rund um und in unserer Gemeinschaft so viel ergeben, dass der Blog nicht mehr seine gewohnte Aufmerksamkeit bekam.
Da muss ich nun wohl etwas nachholen …
Mit dem Zurückkommen unserer lieben Älteren Damchö-la, kamen auch ganz viele frische Inputs, Inspirationen, Wissen, Geschichten und viel Unterstützung abgestimmt für jeden Einzelnen von uns in unser Haus. So wurde der Tagesplan etwas dieser Fülle von Austausch angepasst. Große Freude und Dankbarkeit füllen unsere Herzen, eine solche Ältere um uns zu haben.
Weiter wurden wir Mitte Oktober noch einmal mit 4 Tage und dann mit 3 Tage Belehrungen von SH Dalai Lama in Mc Leod Ganj beschenkt.
Ein kleines Tröpfchen aus diesem Ozean der Weisheit:
„Wir müssen die Beschränkung der Werte der materiellen Güter verstehen.“...
„Wir müssen uns wirklich anstrengen, um bekannt zu machen, dass die eigentliche Glücklichkeit in uns selber liegt. Bitte! Schenkt unseren inneren Werten mehr Aufmerksamkeit!“