Samstag, 21. August 2010

Report aus Ladakh und Hilfe für Ladakh

Hier setze ich zwei Briefe in den Blog von einer deutschen Frau- Nicke- Ann- die mit uns einen Teil des Pullaharikurses in Nepal besuchte.
Nicke-Ann ist diesen Sommer für eine Forschungsarbeit nach Ladakh gereist und hat so das ganze Disaster der Naturkatastrophe miterlebt. Im Moment hilft sie, wo immer sie kann und bittet um finanzielle Unterstützung.

Erster Brief

Liebe Freunde
Der Familie, mit der ich zusammenlebe und mir geht es gut. Jedoch starben hier viele Leute, die Anzahl der gefundenen Leichen ist ungefähr bei 140 bis jetzt, jedoch mehr als 500 Personen werden nach wie vor vermisst und mehr als 1000 Häuser wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zerstört. Die am meisten betroffenen Gebiete sind in Leh das öffentliche Spital, die Radiostation und der Busstand und die Dörfer Phyang und Saboo aber auch Choglamsar in dem ich im Moment lebe. Wir hatten Glück, dass der riesen Erdrutsch und die Schlammkatastrophe unseren Teil des Flüchtlingscamps nicht traf. Wir mussten aber mitten in der Nacht fliehen, da ein grosser Fluss plötzlich direkt bei unserem Haus erschien. Wir brauchten einige Minuten um die 7 Kinder, die Grossmutter und der Grossvater und uns 5 der Generationen dazwischen zu sammeln, die 4 Hunde zu befreien und ein paar Dinge zusammen zu suchen, das Haus zu verlassen und alles in einen Jeep zu packen. Hunderte von Menschen hatten nicht dieses Glück und wurden unter den Tonnen von Schlamm begraben. Schliesslich hat es zu regnen aufgehört und unser Haus und die Gegend rundherum wurde nicht zerstört. Jedoch wusste und weiss niemand wie sich die Dinge entwickeln werden, aus diesem Grund zogen wir zu einem anderen Ort um, an dem es hoffentlich sicherer ist. Die Situation ist sehr schlecht; viele tote Menschen; Menschen, die vermisst werden, viele Verletzte; Brücken, Strassen und Telephone, Spitäler, Radiostation und viel mehr wurde zerstört oder erlitt ernsthafter Schaden.

Am Sonntagmorgen war es mir möglich von Choglsmsar wegzugehen und nach Leh zu fahren. Gestern habe ich geholfen, den Schlamm aus dem Spital zu tragen. Jede und jeder wie auch ich, gehen umher und versuchen herauszufinden, ob die Liebsten am leben und wohlauf sind.

Zweiter Brief

Ihr Lieben alle
Die aktuelle Situation in Ladakh
Die Naturkatastrophe, die kürzlich in Ladakh stattgefunden hatte, betraf nicht nur Leh, die naheliegenden Siedlungen und das tibetische Flüchtlingslager Choglamsar, jedoch alle Dörfer entlang des Flusses „Indus“, Dörfer im Nubra-Tal wie auch im Markha–Tal und im Changthang-Gebiet. Diese Liste ist nicht komplett.

Die wirklichen Zahlen, wie sie von der Ladakh Buddhist Association- welche eines der Hauptorganisatoren ist die Freiwillige organisiert und Spenden gibt und sammelt für die Ladakhi Flutopfer- herausgegeben werden, sind folgende: 200 Leute starben, 800 werden immer noch vermisst, 500 Leute sind ernsthaft verletzt, die Häuser von mehr als 1000 Familien wurden zerstört oder haben ernsthaften Schaden; 15 Schulen, das öffentliche Spital in Leh, die Radiostation und die Telefonzentrale wie auch 5 wichtige Brücken und 20 Brücken in Dörfern wurden zerstört/total beschädigt. Die Leute verloren auch ihre Herden und ihre Ernte und anderen Besitztum.

Diese Situation ist das Resultat von einer der schlimmsten Naturkatastrophen so weit sich die Ladakhi Leute erinnern können. Nach wie vor sind da viele Regenwolken am Himmel und viele Blicke gehen immer wieder nach oben, um die Wettersituation abzuchecken. Viele Leute, die hoch oben in den Bergen wohnen, die Leh umgeben, können bei weiteren Fluten in Gefahr sein.
Überall sind Putz- und Reparier- arbeiten im Gange. Durch die Anstrengung und Zusammenarbeit vieler Leute wurde es möglich das Spital innerhalb weniger Tage total zu reinigen. Die Armee und verschiedene Organisationen für Strassenbau arbeiten hart um die Strassen von Schlamm und Steinen zu befreien und sie zu reparieren, wie auch die Brücken.

Es ist viel Hilfe nötig für beides; sofortige Hilfe für die Grundversorgung der Flutopfer wie auch Hilfe für das Wiederaufbauen von Häusern und anderen Infrastrukturen, die zerstört wurden.

In Choglamsar, welche zu den meistbetroffenen Gebieten gehört, hat das Camp No 12 die meisten Verluste und Zerstörungen erlitten. Von 63 Familien wurden die Häuser von 34 Familien zerstört. Da das ganze Gebiet von den Zerstörungen der flutartigen Überschwemmung und dem grossen Schlamm-Erdrutsch verschmutzt ist, mussten alle Familien dieses Gebiet verlassen.

Nun leben alle diese Familien in Zelten im Camp No 2 in Choglamsar. Gewisse Grundversorgung wird von der indischen Armee und Regierung zur Verfügung gestellt, wie Zelte und gewisse elementare medizinische Hilfe. Abgesehen davon haben die Leute, die alles verloren haben, bis jetzt noch keine institutionelle Hilfe bekommen.

Bitte, helft mir jetzt etwas Geld zu sammeln, um fähig zu sein wesentliche Hilfe zu leisten dort, wo es am dringendsten nötig ist.

Beginnen wir von heute; es war nicht genug Geld da um alle Leute, die ihre Häuser in Choglamsar verloren haben, mit Essen zu versorgen. Im Namen von Tara Trust und Bodhicitta e.V. Deutschland konnte ich dem Gruppenführer des Camps Geld überreichen das, 3 Mahlzeiten für alle 180 Leute für eine Woche ermöglicht.
Unteranderem versuche ich im Moment den Alten Leute zu helfen, welche keine Kinder haben, indem ich ihnen Essen kaufe und es ihnen nach Hause bringe. Während den nächsten Tagen werde ich weitere Möglichkeiten auschecken, um den Flutopfer auf sinnvolle weise zu helfen.
Bitte, versucht zu helfen. Jeder Eure ist hilfreich!

Was wir zur Verfügung stellen können:
- Mahlzeiten für einen Tag (3 Malzeiten bestehend aus Reis und Dal) für 180 Leute: 42 € 50 Cent
- einen 10 kg Sack Reis: weniger als 5 €
- einen 10 kg Sack Mehl: 3 € 40 Cent

Wenn es dir möglich ist, zu spenden, bitte überweise das Geld auf die folgende Adresse. Diese Organisation wird mir das Geld direkt nach Ladakh überweisen.

Tara Trust: http://www.taraforchildren.com/ "Ladakh"

or

Bodhicitta e.V.
Klaudia Bluecher
Kto. 1225124716
Blz 20050550
Sparkasse HAmburg


"Ladakh"

(Briefe sind aus dem Englischen übersetzt.)

Mittwoch, 4. August 2010

Monsunzeit-Krabbelzeit

Seit nun etwa einem Monat ist der Monsun in vollem Gange hier. Dieses Jahr ist es ein „richtiger“ Monsun, nicht solch schwache Post wie letztes Jahr. Jedoch haben wir dieses Jahr das grosse Glück, dass uns keine Wasserfälle im Haus überraschen. Der Besitzer des Hauses war letzes Jahr glücklicherweise genau in der Monsunzeit zu Besuch gekommen, so konnte er einige Vorrichtungen gegen die Wassermenge grad selbst in die Hand nehmen.
Nicht nur uns Menschen (oder wenigstens den meisten- siehe Foto...) ist es in dieser Zeit häufig etwas zu Nass, auch alle verschiedensten Kreaturen scheinen einen trockenen Platz zu bevorzugen. Auch wenn sie da in die Gefahr laufen von so grossen Riesen wie uns zertrampelt zu werden. Auf diese Weise helfen uns vor allem die Ameisen in verschiedensten Grössen und Formen, unsere Achtsamkeit zu schulen und beim Gehen und Putzen vorsichtiger zu sein. Bei meiner morgendlichen Praxis unter dem Vordach der Terrasse habe ich mich damit abgefunden und sogar Freundschaft geschlossen mit den fleissigen Ameisen, die da rund um mich ihre Strassen bauen und ihren Geschäften nachgehen.
Manchmal kommen die (nach meinem Geschmack, ziemlich grossen) Achtbeiner zu Besuch, die vor allem Drölma-la und mich testen, wie weit entwickelt unser Mitgefühl schon ist. In diesem Fall rufen wir unsere Mitschwester Nangpel-la, die sich anscheinend an noch viel grössere Spinnen gewöhnt ist, als diejenigen die wir hier antreffen. Mit geschickten Händen, mit Becher und Papier ausgerüstet, bringt Nangpel-la den Achtbeiner an einen etwas distanzierteren Platz nicht ohne uns davor den Becher mit dem armen Spinnengetier unter die Nase zu halten, mit der Erklärung, dass auch dieses Tierchen in einem unserer Leben unsere Mutter war (wie wir es durch logische Erklärung und Überlegungen mit allen fühlenden Wesen lernen). Na ja, Drölma-la und ich versuchen die Erklärung anzunehmen- so lange die Spinne unter dem Becher bleibt... Somit ist der Monsun eine grossartige Möglichkeit unsere Gastfreundschaft auszudehnen und unsere Achtsamkeit zu vertiefen.