Dienstag, 25. Oktober 2011

Wärmende Worte besiegten den bissigen Wind

An einem unerwartet kaltem Tag begannen die zweitägigen Unterweisungen Seiner Heiligkeit Dalai Lama im Namgyal Tempel in Mc Leod Ganj.
Ein bissiger Wind blies durch das bunt gemischte Publikum aus aller Welt, die Herzen jedoch, wurden erwärmt mit den klaren, mitfühlenden, weisen Worten von Seiner Heiligkeit.
Wie es Seine Heiligkeit meist zu tun pflegte, begann er auch diesmal mit einer allgemeinen Einführung. Darin erklärte er uns, dass ebenso wie man nicht sagen kann, welche Medizin die beste ist, da dies ganz von der Krankheit des Patienten abhängt, so gibt es auch keine endgültige Antwort, welche Religion die beste ist, da je nach Veranlagung des einzelnen Menschen mehr die eine oder andere Religion hilfreich ist. Darum ist es sehr wichtig, dass wir die verschiedenen Religionen respektieren, jedoch das Vertrauen in unsere eigene Religion kultivieren.
Weiter machte Seine Heiligkeit deutlich, wie jede Religion das Kultivieren von Mitgefühl, Liebe, Zufriedenheit, Genügsamkeit, Ehrlichkeit als einen Teil ihrer Praxis ansieht und so ist es offensichtlich, dass die Kriege, ökonomischen Krisen und viele andere Probleme in der Welt entstehen, weil die Leute nicht wirklich ihre Religion praktizieren.
Der Dalai Lama bemerkte, dass es ihm lieber ist, jemand ist ein warmherziger Mensch, ehrlich, zufrieden und mitfühlend, sieht sich jedoch nicht zu einer Religion dazugehörig, als jemand der sich religiös nennt, jedoch in seinem Handeln korrupt ist. Um ein guter Mensch zu sein und glücklicheres Leben zu leben, braucht man nicht einer Religion zu folgen, wenn man jedoch sagt, man folgt einer Religion, dann sollte man sie auch ernsthaft praktizieren.

Seine Heiligkeit führte uns dann in die Buddhistischen Lehren des „Einsgerichteten Verweilen“ (Shamata) und „Tiefer Einsicht“ (Vipasyana) ein. Am zweiten Tag schien die Wärme und Klarheit der Worte des Dalai Lamas auch alle äusseren dicken, kalten Wolken zum verschwinden zu bringen und in unheimlicher Klarheit kamen Vorhimalaya-Bergen zum Vorschein.

Wer die Unterweisungen auf gerne ganz hören möchte (auf Englisch) kann sie hier herunterladen.

Samstag, 15. Oktober 2011

Live Webcast der „Mind and Life“ Konferenz


Ab dem Montag 17. Oktober bis 22. Oktober wird in Dharmamsala die „Mind and Life“-
Konferenz statt finden zu den Themen Ökologie, Ethik und wechselseitige Abhängigkeit.Wer immer sich interessiert kann sich auf http://dalailama.com/liveweb einklinken

Die Vorträge werden auf Englisch sein.

Freude und Mitfreude

Heilsames Tun ist das was nicht nur in diesem Leben, jedoch in vielen zukünftigen Leben Glück bringen wird. Somit ist es wunderbar zu sehen, wie sich andere in heilsamen Tun engagieren. Wenn wir sehen wie andere einen Bettler etwas zu Essen geben, wenn wir sehen wie jemandem einer alten Frau über die Strasse hilft, wenn wir hören wie grosse Spenden für die Flutopfer gesammelt wurden, wenn wir sehen dass sich andere bemühen heilsame Geisteshaltungen wie Liebe und Mitgefühlt zu kultivieren, wenn wir sehen wie Lehrer, wie der Dalai Lama, so viele Menschen zu heilsamen Tun bewegt, wenn wir hören wie Menschen sich für nachhaltige ganzheitliche Bildung, Ökologie, Medizin etc. engagieren, wenn wir erkennen, dass wir einmal nicht mit Wut jedoch mit Mitgefühl auf eine Situation reagiert haben,etc., etc., dies sind viele Gründe, mit der grossen Freude in unserem Herzen im Kontakt zu sein, da all dies ein Schritt zum Weltfrieden beiträgt. Es sind diese Handlungen, die mehr in den Nachrichten kommen sollten. Leider sind wir häufig fixiert auf das was schlecht läuft, was nicht so ist wie wir uns das vorstellen, in uns selber und um uns herum und überhaupt in der Welt.
Wenn wir jedoch genau hinschauen, dann können wir erkennen, dass ein wahrlich freudvoller, mitfreudiger Herz-Geist sich zufrieden und glücklich anfühlt und so auch ganz leicht zu weiterem heilsamen Tun bewegen lässt, wenn wir jedoch nur das Negative sehen und unserem meckernden Geist glauben schenken, fühlen wir uns weder zufrieden noch bringen wir Freude zu unserem Umfeld, im Gegenteil, ganz leicht bringen wir unsere miesepetrige Stimmung in einer unheilsame Handlung zum Ausdruck in dem wir z.B. schlecht über den Nachbarn sprechen, uns über die Unordnung in der Küche aufregen oder irgend eine äussere Ablenkung zur Hilfe nehmen, damit wir unsere eigene miese Stimmung nicht mehr anschauen müssen.

Eigentlich eine so einfach Praxis und doch vergessen wir sie so leicht… wenn wir uns jedoch vornehmen, ganz bewusst jeden Tag uns für mindestens 10 min einfach über all das Gute in einem selbst und in der Welt zu freuen, dann wird dies nicht nur uns Glück bringen, jedoch auch die Mitmenschen um uns herum werden angesteckt durch unsere Freude. Lama Yeshe soll den Rat gegeben haben, sich in eine Hängematte zu legen und einfach darüber nachzudenken, was alles wunderbares Menschen auf dieser Erde kultivieren und vollbringen.
Viel Freude beim Ausprobieren!