Mittwoch, 9. März 2016

Gyalwang Karmapas erster Besuch in der Schweiz


Nun wurde es bestätigt, unser spiritueller Lehrer und das Oberhaupt der Karma Kagyu Schule, der Gyalwang Karmapa, besucht Mitte Mai das erste Mal die Schweiz
Ein glückverheissender, langersehnter Moment für alle Schülerinnen und Schüler und alle die diesem jungen Meister mal begegnen möchten. Aus diesem Grund werde ich aus Mexiko in die Schweiz reisen, um mich an diesem Moment mitzufreuen und die kraftvolle, mitfühlende Präsenz des Gyalwang Karmapas in der Schweiz willkommen zu heissen.


Hier kopiere ich ein bisschen Hintergrund Information aus der offiziellen Biografie von dem Gyalwang Karmapa:


Karmapa bedeutet „Derjenige der die Aktivitäten des Buddha ausführt“. Die Karmapa Linie ist bekannt dafür, dass sie buddhistische Prinzipien in die Tat umsetzt. Die Koryug Organisation, deren Gründer er ist, hat über 55 Klöster in der Region des Himalayas zu Zentren für lokale Umweltaktivitäten gemacht. Führend darin, sich für die Belange der Frauen einzusetzen, machte der 17.Karmapa im Januar 2015 die historisch bedeutsame Ankündigung, dass er die volle Ordination für die Frauen einführen wird -  ein sehnlich erwarteter Schritt im tibetischen Buddhismus. …

Der 17. Karmapa, Ogyen Trinley Dorje, wurde 1985 als Kind tibetischer Nomaden im entlegenen osttibetischen Hochland geboren und verbrachte seine ersten Lebensjahre in einer unberührten Umgebung, ohne moderne Annehmlichkeiten, ohne Elektrizität und Kraftfahrzeuge.

Als er im Alter von 7 Jahren als Reinkarnation des 16. Karmapa anerkannt wurde, musste er das nomadische Leben hinter sich lassen. Er wurde offiziell inthronisiert als der 17. Karmapa von  zwei der drei noch lebenden Oberhäuptern seiner Linie, die dabei amtierten. Nach seiner Inthronisation war sein Sitz das Tsurphu Kloster in Zentral Tibet. Mit acht Jahren hielt er seinen ersten öffentlichen religiösen Vortrag vor einem Publikum von 20‘000 Menschen.
(Über die Suche und Findung des Karmapa gibt es einen wunderbaren Film von Clemens Kuby: Living Buddha)

In den kommenden Jahren stiess der Karmapa auf zahlreiche Hindernisse in der Ausübung seiner spirituellen Praxis. Aus Sorge darüber, dass es ihm nicht möglich sein würde, seinen religiösen Verpflichtungen in Tibet nachzukommen, entschloss er sich im Alter von 14 Jahren nach Indien zu fliehen, die Freiheit suchend, seinen religiösen Verpflichtungen nachkommen zu können. Er lebt in Dharamsala in Nordindien, in der Nähe der Residenz Seiner Heiligkeit, des 14. Dalai Lama. Mit diesem verbindet ihn bis heute eine enge Beziehung von Mentor zu Schützling.

In seiner Residenz in Nordindien empfängt der Karmapa Tausende von Besuchern und Besucherinnen und berät sich mit Menschen aus aller Welt über praktikablen Lösungen für die Probleme unseres Planeten. Im Jahre 2004 übernahm Seine Heiligkeit die Verantwortlichkeit für den Kagyü Mönlmeine  jährlich stattfindende Versammlung in Bodhgaya, um Wunschgebete für den Weltfrieden zu rezitieren. Bodhgaya ist der Ort, an dem der Buddha erleuchtet wurde. Unter seiner Leitung ist die jährliche Veranstaltung auf über 12‘000 Teilnehmerinnen  und Teilnehmer angewachsen und wird mittels Webcast online von zehntausenden Schülerinnen und Schülern gesehen und simultan in über ein Dutzend Sprachen übersetzt. ...



Hier die zwei Events, einer in Bülach (28./29. Mai) und in Genf (21./22. Mai) die schon angekündigt wurden und für welche auch schon Tickets bestellt werden können:

Montag, 7. März 2016

Schwerwiegender Verlust für Tibet als Ganzes

Eine eindringliche Bitte an seine Tibetische Landsleute vom Gyalwang Karmapa:

"Diese Woche haben sich zwei junge tibetische Kinder, eines in Tibet und eines in Indien, durch Selbstverbrennung getötet. Diese Geschehnisse schmerzen mich zutiefst. Ich konnte es nicht ertragen, daran zu denken, als ich die Nachrichten hörte, und darum möchte ich meine tibetischen Landsleute, daheim in Tibet wie im Ausland, um etwas bitten.

Von 2009 an bis heute haben fast 150 Tibeter in Tibet selbst wie auch außerhalb Tibets ihre eigenen kostbaren Körper zum Brandopfer gemacht, und so in stärkst-möglicher Form ein Statement gemacht. Doch weder in der internationalen Gemeinschaft noch in irgendeinem anderen einzelnen Land  hat jemand die Sorge gezeigt, die eine solche Handlung garantieren sollte, weder Respekt für den Wert ihrer Leben noch irgendein Interesse an der Situation und den sehnsüchtigen Bestrebungen, die sie dazu brachten, sich selbst zu verbrennen.

Innerhalb der tibetischen Gesellschaft zollen wir ihnen einige Tage lang Beifall, und sagen: „ Er ist ein Held“, „Sie ist eine Heldin“, oder „Das ist unglaublich!“.  Doch das hilft nichts. Es ist wichtig, den körperlichen Schmerz jener, die sich selbst anzünden und das mentale Leiden der Verwandten, die sie zurücklassen, zutiefst zu erwägen und zu erfassen, und zu bedenken, ob dies Tibet helfen oder schaden wird – unmittelbar, in kurzer Zeit oder auf lange Sicht.

Als tibetischer Mitbürger bitte ich alle, damit fortzufahren ein gute und gesundes leben zu führen. Es ist von kritischer Bedeutung, dass jeder einzelne individuelle Tibeter am Leben bleibt, um das Land und die Menschen Tibets zu bewahren. Insbesondere waren die meisten von ihnen, die sich verbrannt haben, junge Menschen. Sie sind unsere Hoffnung und das Lebensblut der Zukunft. Diese ständige Ausgabe an Leben ist ein schwerwiegender, erschöpfender Verlust für Tibet als Ganzes.

Um des Heimatlandes Zukunft willen und um die Härten und Bedrängnis unseres Volkes zu lindern, sollten wir jeden einzelnen Atemzug schätzen. Nutzt jede einzelne Stunde oder Minute gut. Wir sollten unter unserem Volk Harmonie schaffen, unser Gemeinschaftsgefühl verbessern und engstirniges Anhaften an alten Wegen aufgeben. Wir benötigen deutliche Ergebnisse in unserem - sowohl traditionellem wie modernem - Erziehungswesen. Ich denke, dass, sobald das tibetische Volk in der Lage ist, auf seinen eigenen Beinen zu stehen, wir fähig sein werden, unsere Kernanliegen, unsere grundlegenden Bestrebungen und Hoffnungen zu erfüllen.

ཀརྨ་པ་ཨོ་རྒྱན་ཕྲིན་ལས་པས། 
སྤྱི་ལོ་ ༢༠༡༦ ཟླ་ ༣ ཚེས་ ༤ ལ་ཕུལ།
Karmapa Ogyen Trinley Dorje

March 4, 2016

Dienstag, 1. März 2016

"Dharmakönig"

Bodhgaya ist ein Ort, an dem nichts ausgeklammert werden kann: einerseits
ist es möglich sich mit der reinsten Qualität des Seins zu verbinden,
anderseits sieht man sich mit grosser Armut und Leiden konfrontiert. Alles
ist da, ungeschminkt und nackt.

An so einem Ort hat sich der der 17. Gyalwang Karmapa entschieden dem
Leben und erwachten Aktivitäten seines Vorgängers dem 16th Karmapa zu
Gedenken.

Am Abend davor, am 13. Februar, wurde mit viel Sorgfalt für jedes Detail
die Bühne unter der Anleitung von Karmapa gestaltet.

Am 14. waren dann neben hunderten von Mönchen, Nonnen, Laienfrauen und
Laienmänner aus aller Welt auch der Linienhalter der Drikungkagyu, zwei
Herzenssöhne von Karmapa und viele geladene Gäste präsent.


Der 16 Karmapa war ein spiritueller Führer, der in einer der
herausforderndsten Zeiten Tibets es nicht nur möglich machte, dass sich der
Buddhismus und im speziellen die Karma Kamtsamg Linie in Indien etablierte
sonder auch viele Länder besuchte und Menschen auf der ganzen Welt zu
inspirieren vermochte.

Es sind etwa fünf Jahre vergangen seit Damcho- unsere Nonnen-Ältere-
den Auftrag von seiner Heiligkeit dem 17. Karmapa bekam, eine visuelle
Biografie des 16. Karmapas Rangjung Rigpe Dorje zusammenzustellen. Ein
Projekt, das gut 3 Jahre dauerte, 100te von Leuten involvierte welche
nicht nur Fotos beitrugen, sondern auch Geschichten und Daten welche
die fast 1000 Bildtexte bereicherten.

Durch die Güte von Damcho durfte ich bei der Fotoauswahl mithelfen und
dadurch sehr nah das Leben des 16. Karmapa mehr und mehr erforschen,
erfühlen und mich inspirieren lassen von der freudvollen, heiteren,
löwenähnlichen Präsenz dieses grossen Meisters (siehe Blog…).

Es war eine intensive, freudvolle Zeit in der Damcho und ich immer
wiedermal für einige Stunden oder Tage

in das Leben des 16. Karmapa
eintauchen durften mit der Hilfe unseren Nonnenschwestern, welche uns
bekochten, schauten dass wir Wasser tranken und in einer sauberen
aufgeräumten Umgebung arbeiten konnten.

Damcho war nicht nur ver- antwortlich für das Projekt im All- gemeinen,
sondern schrieb auch unzählige Anekdoten und Geschichten welche sie auf
ihren Reisen und Begegnung mit Leuten aus der Zeit des 16. Karmapa
sammelte. Der 17. Karmapa beaufsichtigte jede Phase des Buches von der
Auswahl der Fotos, bis zu dem Suchen seltener Fotos in seinem
persönlichen Archiv, dem Malen der Kalligraphie auf der Frontseite und
dem Schreiben des Vorworts. Auch weitere grosse Meister wie Tai Situ
Rinpoche oder auch Khenpo Karthar Rinpoche trugen mit ihren
Geschichten über die Präsenz und Buddhaaktivitäten ihres Meisters bei.

Nun an diesem besagten Tag, dem 14. Februar fand neben dem Eröffnen
einer speziellen Ausgabe des „Chang-Kangyurs“- welche die 8400 Lehren
Buddhas enthält, und der Präsentation der drei Volumen der gesammelten
Werke des 16. Karmapa auch die langersehnte Buchpremiere des
„Dharmakönig, das Leben des 16. Karmapas in Bildern“ statt. Beginnend
mit einer sehr bewegenden Rede von Damcho, welche hier in Englisch
geschaut werden kann, wurde das Fotobuch von Jamgon Kongtrul Rinpoche
„gelauncht“.
Die Rede werde ich in Kürze auf Deutsch hier posten.

Wie der 17. Karmapa in dem Vorwort ausführte, dass genau so wie sich
verschiedenen Bilder auf den Seiten zusammenfinden auch wir uns
vereinen und Seite an Seite zum Wohle der Wesen in diesem neuen Jahrtausend
wirken mögen.
Möge es so sein.