Freitag, 16. Dezember 2011

Kleines Update

Schon morgen landet meine Mutter hier, im nahegelegenen Flughafen „Kangra“. Ich und meine Nonnenschwestern mit mir, freuen uns auf ihr Ankommen. Sie wird nun das erste Mal sehen, wo unsere Gemeinschaft zuhause ist.
Am Montag beginnen dann schon die Unterweisungen von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama in Namgyal Tempel.
Am 21. Dezember fahren wir über Nacht nach Delhi. Dort beginnen am 23. Dezember die dreitägigen Feierlichkeiten des Karmapa900-Jahres (Siehe Eintrag vom 4.Dez.) Auf dieser Webseite könnt ihr alle mit dabei sein.
Gemeinsam- das heisst; die Mexikanischen Nonnenschwestern, meine Mutter und ich- fliegen wir nach Nepal um dort eine Woche Pilgerreise zu geniessen. Die letzten Tage werden wir in Pullahari Kloster ausklingen lassen und nachdem meine Mutter am Dritten wieder zurück in die Schweiz fliegt werden wir am nächsten Tag ganz in unsere Studien eintauchen. Für zwei Monate werden wir in Pullahari Buddhistische Philosophie (wir werden den Text vom letzten Jahr „Uma Kyen“ fortsetzen) und Tibetische Sprache studieren. Nach einem kleinen Unterbruch haben wir auch dieses Jahr das Glück an dem Meditationskurs teilnehmen zu können.
Genährt mit all dem grossen, wunderbaren Reichtum, werden wir wieder zurück nach Indien reisen.
Dies mal so ein kleines Update aus unserer Gemeinschaft.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Sei ein Kind der Illusion

Ganz im Jetzt präsent zu sein, kann uns mit der Qualität des Übungssatzes (aus dem Geistestraining)„Sei ein Kind der Illusion“ vertraut machen.
Eine inspirierende Geschichte dazu, aus dem Buch “Beginne wo du bist” von Pema Chödrön:

... Ein nordamerikanischer Indianer hatte den Namen Ishi, was in seiner Sprache „Person“ oder „Mensch“ heisst. Er ist ein gutes Beispiel dafür, was es bedeutet, ein Kind der Illusion zu sein. Ishi lebte Anfang dieses Jahrhunderts in Nordkalifornien. Sein ganzer Stamm war systematisch ausgerottet worden, gejagt wie Kojoten oder Wölfe. Ishi war der einzige Überlebende. Er hatte lange ganz allein gelebt. Niemand weiss genau warum, aber eines Tages tauchte er in der Dämmerung in Oroville, Kalifornien, auf. Da stand er nun, der nackte Mann. Die Leute zogen ihm schnell ein paar Kleider über und brachten ihn ins Gefängnis, bis das Büro für indianische Angelegenheiten ihnen mitteilte, was sie mit ihm tun sollten. Die Nachricht erschien auf den Titelseiten der Zeitungen in San Francisco, und so erfuhr ein Anthropologe namens Alfred Kroeber davon.
Ein Anthropologentraum war wahr geworden. Dieser Eingeborene hatte sein Leben in der Wildnis zugebracht, und man würde von ihm erfahren können, wie sein Stamm gelebt hatte. Ishi wurde mit der Eisenbahn nach San Francisco gebracht, in eine ihm völlig fremde Welt, wo er den Rest seines Lebens – anscheinend recht glücklich – verbrachte. Ishi schien vollkommen erwacht zu sein. Er war voll und ganz zu Hause in sich selbst und in der Welt, auch als sie sich fast von einem Moment auf den anderen auf dramatische Weise veränderte.
Als man ihn nach San Francisco brachte, war er zum Beispiel ganz beglückt, in Anzug und Schlips gekleidet worden zu sein, aber die Schuhe trug er in der Hand, weil er die Erde immer noch lieber direkt unter seinen Fusssohlen spüren wollte. Er hatte wie ein Steinzeitmensch gelebt und sich aus Angst, umgebracht zu werden, immer versteckt. Kurz nach seiner Ankunft in der Stadt wurde er zu einer offiziellen Dinnerparty mitgenommen. Ohne sich durch dieses ungewohnte Ritual verwirren zu lassen, sass er da und beobachtete alles, und dann ass er genauso wie die anderen. Er war ständig am Staunen, neugierig auf alles und anscheinend weder ängstlich noch vergrämt, sondern völlig offen.
Als Ishi nach San Francisco gebracht werden sollte und auf dem Bahnsteig stand, trat er, als der Zug kam, so schnell hinter einen Pfeiler, dass kaum jemand es mitbekam. Als die anderen es bemerkten, winkten sie ihn herbei und stiegen mit ihm in den Zug. Später erzählte Ishi Kroeber, dass er und die anderen Mitglieder seines Stammes beim Anblick eines Zuges ihr Leben lang geglaubt hatten, dies sei ein menschenfressender Dämon, weil er sich so unheimlich durch die Gegend schlängelt und Rauch und Feuer spuckte. Als Kroeber das hörte, fragte er ehrfürchtig: „Woher hast du den Must genommen, einfach in den Zug einzusteigen, der dir doch wie ein Dämon vorkam?“ Darauf antwortete Ishi ganz schlicht: „Mein Leben hat mich gelehrt, mehr neugierig als ängstlich zu sein.“ Sein Leben hat ihn gelehrt, was es heisst, ein Kind der Illusion zu sein.

Lasst uns Kinder der Illusion sein und uns mit grossem Staunen den auftauchenden Situationen und Erfahrungen zu öffnen, furchtlos und neugierig.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Karmapa 900 Dehli 23.-25. Dezember 2011

Alte Weisheit - Moderne Welt
Dharma-Unterweisungen von Seiner Heiligkeit dem 17. Gyalwang Karmapa.

Live Webcast mit deutscher Übersetzung.

Anlässlich der Feier und Würdigung der 900-jährigen Reinkarnationslinie der Karmapas, die mit dem ersten Karmapa Düsum Khyenpa (1110-1193) ihren Anfang nahm, leitet das "Karmapa 900 Organisationskomitee" in diesem Großen Karmapa-Gedenkjahr in Delhi vom 23. bis 25. Dezember dreitägige Feierlichkeiten.

Während diese dreitägigen 900-Jahre-Karmapa-Feiern in Dehli wird Seine Heiligkeit der 17. Gyalwang Karmapa Ogyen Trinley Dorje Dharma-Unterweisungen zum Thema Thema "Alte Weisheit - Moderne Welt" geben. Diese Festlichkeiten beinhalten auch eine Langlebens-Einweihung und kulturelle Veranstaltungen.

Als Ausdruck der Wertschätzung des Ursprungs der Karma-Kagyü-Linie in Indien finden Live- Aufführungen heiliger Sanskrit-Dohas statt. Zusätzlich wird die bekannte Exil-Tibetische Kunst-und-Schauspielgruppe TIPA eine einmalige Gala-Aufführung geben, einschließlich der Aufführung eines Liedes, das Seine Heiligkeit der 17. Karmapa während seiner Flucht aus Tibet nach Indien komponierte.
Die Dharmaunterweisungen und das kulturelle Programm werden im Webcast live gesendet und von Anila Djamjang Lhamo in auf Deutsch übersetzt. Wenn Ihnen eine persönliche Teilnahme am Karmapa 900 Dehli nicht möglich ist, sind sie herzlich eingeladen, über das Internet an diesem Ereignis mit uns zusammen teilzunehmen.
Das Webcast für diese obengenannten Liveuebertragungen beginnt am 23.12.2011 und wird über folgende Seite erreichbar sein.

Im Frühjahr 2012 wird es dann noch eine End-Zeremonie geben, welche die ausgedehnten Feiern des 900 Jahre Gedenkjahres zu einem freudigen und glücksverheißenden Abschluss bringen wird.

Freitag, 2. Dezember 2011

Wie urteilen

Um festzustellen, ob etwas hilfreich ist oder schädlich, ziehe auch den langfristigen Effekt in Erwägung und nicht nur das teilweise und unmittelbare Resultat. Untersuche die Zusammenhänge gründlich und lass dich nicht von den Erscheinungen zum Narren halten.
(aus: "Die Zukunft ist Jetzt" von dem 17. Gyalwang Karmapa, Ogyen Trinley Dorje)