Donnerstag, 14. April 2016

Gosser Meister, heiliger Ort, tiefe Unterweisung

Nach zweiundzwanzig Flugstunden und elf Stunden Zeitverschiebung bin ich nun wieder auf mexikanischen Boden gelandet. Wegen Komplikationen mit dem indischen Visum bin ich ein bisschen früher in Mexiko als meine Nonnenschwestern, welche in ungefähr zwei Wochen nach kommen werden.

Unsere drei Monate in Indien haben wir mit einem weiteren Höhe- punkt abge- schlos- sen: einer Pilgerreise und einer Woche Mahamudra Übertragung von Tai Situ Rinpoche.

Jedoch waren wir nicht nur einfach als Nonnengesmeinschaft unterwegs, sondern es formte sich eine Gruppe mit 21 Mexikaner und Mexikanerinnen, 10 Schweizerinnen und Schweizer und 8 Spanierinnen und Spanier.

Ein heiteres und kulturell sehr durchmischtes Zusammensein, alle mit dem tiefen Wunsch ihre persönliche Dharmapraxis zu vertiefen und sich gegenseitig darin zu unterstützen.
Tai Situ Rinpoche, ein grosser Meister der Karma Kagyu Linie und ein Hüter der wert- vollen Tradition des Mahamudra welche schon viele Praktizieren zu Verwirklichung führte, machte schon bei der Ankündigung dieser Lehren klar, dass diese Mahamudra Übertragung eine Verpflichtung von 2 Stunden persönlicher Praxis pro Tag enthält. Da die Mahamudra Übertragung 6 bis 7 Jahre dauern wird, jedes Jahr eine Woche mit Tai Situ Rinpoche und dann eine klare Übungsstruktur für den Rest des Jahres, war diese Woche für all jene die den aufrichtigen Wunsch nach Vertiefung, Aufbau und klarer Struktur haben ein grosses Geschenk.
 
Auch mit dieser vor- ange- kündigter Ver- pflichtung zählten wir bis zu 1000 Leute welche aus der ganzen Welt für diese so wert- volle Über- tragung nach Bodhgaya reisten. Wie wir, kamen viele in Gruppen und trotzten ökonomischen Schwierig- keiten, langen Reisen, zeitlichen Heraus- forderungen/Ver- pflichtungen und den 44 Grad welche zu dieser Zeit in Bodhgaya herrschten und zeigten damit ihre Hingabe und freudvolle Anstrengung welche es sicher noch weiter brauchen wird um an dieser Praxis dran zu bleiben.


Tai Situ Rinpoche mit seinem Humor, seiner Klarheit, seiner unglaublich tiefen Weisheit und Güte hat uns auch immer wieder mit seiner Offenheit überrascht als er zum Beispiel erzählte wie er die ersten westlichen Schülerinnen und Schüler aus der Hippizeit als grosse Yogis betrachtete. Aus diesem Grund gab er ihnen sehr tiefe Unterweisungen, musste dann alledings fesststellen, dass dieses Aussehen vielleicht täuschen mag und es doch hilfreicher ist erst mit den den grundlegenden Lehren zu beginnen.
Auch weiss Rinpoche die alte Tradition mit einer grossen Präzision im Detail zu vermitteln ohne dass es je eng oder kleinlich werden könnte.
Somit erhielten wir die Übertragung und Erklärungen der Grundlagen Praxis für das Mahamudra- der Vorbereitenden Übungen- mit dem Segen einer Jahrtausend alten Überlieferung.
Es heisst, dass es viele Verdienste braucht um an einem solchen Ort, mit einem solchen Meister, solche Übertragungen zu bekommen und so war es sehr unterstützend, dass wir vor dem Beginn der Unterweisungen eine Pilgerreise in Sarnath und in Bodhgaya machten. Die Orte zu besuchen an denen der Buddha lehrte, dort zu praktizieren und sich mit Buddhas physischem Leben zu verbinden bereichert unsere Praxis, reinigt unseren Geist und hat viele positive Auswirkungen.

Alles in allem waren diese zwei Wochen ein weiteres Geschenk und wir wünschen uns, dass all dies auch eine positive Auswirkung auf unser Umfeld hat, wo immer wir uns befinden. Wie einige Leute auf der Pilgerreis geäussert haben, dass mit solch einer internationalen Gruppe friedlich unterwegs zu sein und gemeinsam heilsame Gedanken zu kultivieren in sich selbst schon ein Beitrag zum Frieden in der Welt ist.

Möge es so sein.