In den Anfaengen

Vier Nonnen; zwei Mexikanerinnen, eine Amerikanerin und eine Schweizerin, wohnen hier im pinken Haus zusammen und versuchen die wertvollen Belehrungen des Buddhas in einen gemeinsamen Alltag zu integrieren.
Drei Zimmer bilden die raumliche Basis fuer unser kleines Kloster. Die Kueche, in der Nacht der Schlafplatz fuer zwei Nonnen, das Studierzimmer, in der Nacht der Schlafplatz fuer zwei Nonnen und das dritte Zimmer ist der Gebets- und Meditationsraum. Ein Balkon wird zu unserem Essplatz und die Dachterrasse dient vorzueglich fuer Yoga und Auswendig lernen.
Ein Tagesplan gibt uns die noetige Struktur und formt das Bachbett in dem der Fluss der gemeinsamen und individuellen Aktivitaeten fliessen kann.
Ven. Nangpel und Ven. Droelma haben den Schwerpunkt mehr in der formalen Praxis, Ven. Damchoe schreibt ihre PhD Arbeit (und wird dafuer im Mai fuer einige Monate in die USA reisen muessen) und fuer mich steht das Erlernen der tibetischen Sprache im Zentrum.
Neben diesen indiviuellen Schwerpunkten haben wir morgens und abends gemeinsame Praxis, hoeren uns taeglich Belehrungen gemeinsam an und treffen uns fuer die Mahlzeiten, fuer die jede Woche zwei Nonnen verantwortlich sind.
Natuerlich haben wir immer wieder mal ein Treffen mal mehr fuer persoenlichen Austausch ein andermal mehr um Organisatorisches zu klaeren.

Um einen kleinen Einblick zu geben, wie sehr uns die gegenseitige Unterstuetzung im Dharma, ein harmonisches Zusammenleben und ein kultivieren der Dankbarkeit und Freude auf diesem Pfad am Herzen liegen, fuege ich eine deutsche Uebersetzung aus einem Teil eines Pali-Sutra an, das wir jeden Morgen in englisch rezitieren.

M. 31. (IV,1) Cūlagosinga Sutta (Im Gosingam-Walde I) - (Pali Version)

DAS HAB' ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Nadika, in der Steinernen Einsiedelei. Um diese Zeit aber der ehrwürdige Anuruddho, der ehrwürdige Nandiyo und der ehrwürdige Kimbilo im Forste des Gosingam-Waldes. Als nun der Erhabene gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich zum Forste des Gosingam-Waldes. Da sah ein Waldhüter den Erhabenen von ferne herankommen, und als er den Erhabenen gesehn sprach er also zu ihm:

"Gehe nicht in diesen Forst, o Asket: drei edle Jünglinge weilen hier, die selbstzufrieden scheinen, störe sie nicht!"

Der ehrwürdige Anuruddho hörte aber des Waldhüters Gespräch mit dem Erhabenen, und als er es gehört sprach er also zum Waldhüter:

"Wehre nicht, Bruder Waldhüter, dem Erhabenen: unser Meister, der Erhabene ist gekommen."

Und der ehrwürdige Anuruddho begab sich nun zum ehrwürdigen Nandiyo und zum ehrwürdigen Kimbilo und sprach also zu ihnen:

"Kommt herbei, ihr Brüder, kommt herbei, ihr Brüder: unser Meister, der Erhabene ist da."

Und der ehrwürdige Anuruddho der ehrwürdige Nandiyo und der ehrwürdige Kimbilo gingen nun Erhabenen entgegen. Einer nahm dem Erhabenen Mantel und Schale ab, einer machte einen Sitz zurecht, einer brachte Wasser zur Fußwaschung herbei. Es setzte sich der Erhabene auf den dargebotenen Sitz, und als er saß spülte er sich die Füße ab. Jene Ehrwürdigen aber setzten sich, nach des Erhabenen Begrüßung, zur Seite nieder. Und der Erhabene wandte sich nun an den ehrwürdigen Anuruddho, der zur Seite saß, und sprach also:

"Geht es euch, Anuruddher, leidlich, kommt ihr wohl aus, ohne Mangel an Nahrung?"

"Leidlich, Erhabener, geht es uns, wohl, Erhabener, kommen wir aus, wir ermangeln, o Herr, nicht der Nahrung."
"Vertragt ihr euch aber, Anuruddher, einig, ohne Zwist, mild geworden, und seht euch sanften Auges an?"

"Freilich, o Herr, vertragen wir uns, einig, ohne Zwist, mild geworden, und sehn uns sanften Auges an."

"Inwiefern aber, Anuruddher, vertragt ihr euch, einig, ohne Zwist, mild geworden, und seht euch sanften Auges an?"

"Da gedenk' ich, o Herr, also: 'Erreicht habe ich's, wohl getroffen, fürwahr, der ich mit solchen wahren Asketen vereint lebe.' Und ich Glücklicher, o Herr, diene diesen Ehrwürdigen mit liebevoller Tat, so offen als verborgen, mit liebevollem Wort, so offen als verborgen, mit liebevoller Gesinnung, so offen als verborgen, Und also verweilend, o Herr, denke ich: 'Wenn ich nun meinen eigenen Willen aufgäbe und mich nur dem Willen dieser Ehrwürdigen unterwürfe?' Und ich habe, o Herr, meinen eigenen Willen aufgegeben und mich dem Willen dieser Ehrwürdigen unterworfen. Verschieden, o Herr, sind zwar unsere Körper, aber ich glaube wir haben nur einen Willen."

Und der ehrwürdige Nandiyo, und der ehrwürdige Kimbilo sprach zum Erhabenen:

"Auch ich, o Herr, gedenke also: 'Erreicht habe ich's, wohl getroffen, fürwahr, der ich mit solchen wahren Asketen vereint lebe.' Und ich Glücklicher, o Herr, diene diesen Ehrwürdigen mit liebevoller Tat, so offen als verborgen, mit liebevollem Wort, so offen als verborgen, mit liebevoller Gesinnung, so offen als verborgen. Und also verweilend, o Herr, denke ich: 'Wenn ich nun meinen eigenen Willen aufgäbe und mich nur dem Willen dieser Ehrwürdigen unterwürfe?' Und ich habe, o Herr, meinen eigenen Willen aufgegeben und mich dem Willen dieser Ehrwürdigen unterworfen. Verschieden, o Herr, sind zwar unsere Körper, aber ich glaube, wir haben nur einen Willen.

"Also, o Herr, verweilen wir verträglich, einig, ohne Zwist, mild geworden, und sehn uns sanften Auges an."

Kommentare

  1. Salut Dapel,
    melde mich mal kurz. Schön ein paar Gedanken, Erfahrungen und Fotos aus deinem Leben zu erfahren.
    Alles Liebe!
    Roger

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