Tropfen des Dharmas in einem Pinselstrich

Im Moment hören wir in unserer täglichen “Unterrichtsstunde” die Belehrungen von Gyalwang Karmapa an, die er dieses Jahr im Maerz in Sarnath gegeben hat. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir, dank Drolam-la’s Ordination in Saranath, diese wertvollen Worte direkt hören konnten und freuen uns darüber durch diese Aufnahmen immer wieder die Gelegenheit zu haben, diesen Dharmanektar tiefer einsinken zu lassen.

Hier, zusammen mit einem kleinen Video, möchte ich ein paar Tropfen aus diesem Ozean von Weisheit mit euch teilen:

„Ich (Gyalwang Karmapa) zeichne viel und wenn ich zeichne, dann vor allem im chinesischen Stil mit Wasser, Farbe und Tinte. In diesem Stil gibt es zwei Arten: erstens; man fokussiert sich auf ein Thema, zweitens; man zeichnet die Details.

Meistens fokussiere ich mich auf ein Thema. Es geht darum dieses Thema mit einem einzigen Pinselstrich aufs Papier zu bringen. Zum Beispiel; einen Bambus in einem Pinselstrich zu zeichnen. Doch bis dies mit einer Natürlichkeit und Leichtigkeit geschehen kann braucht es viele Versuche und viel Anstrengung.

Das Ganze wirkt am Anfang etwas unnatürlich. Doch mit der Zeit kann sich der Geist entspannen und der Pinselstrich kann auf natürliche Weise eine tiefere Bedeutung ausdrücken. Doch diese tiefere Bedeutung kann nur auf das Papier gebracht werden durch die vorangegangene Anstrengung und Übung.

Ähnlich ist es mit unserer Meditationspraxis: Wir, als Anfänger, haben manchmal das Gefühl, dass unsere Praxis nicht echt wirkt und wir viel Anstrengung brauchen um die Qualitäten wie z.B. Hingabe (oder liebende Guete etc.) zu entwickeln. Doch wenn wir kontinuierlich dabei bleiben und die heilsamen Gedanken kultivieren, wie zum Beispiel immer und immer wieder über die Qualitäten des Dharma-Lehrers/der Dharma-Lehrerin nachzudenken (oder über die positiven Eigenschaften unserer Mitmenschen etc.) und immer und immer wieder unseren Geist überprüfen, ob er sich noch im Training dieser Qualität befindet und wenn nicht, wir ihn immer wieder zu diesem Training zurück holen, wird eines Tages z.B. Hingabe (oder liebende Guete etc.) ganz natürlich entstehen.“


(Notizen aus einer Belehrung von Gyalwang Karmapa in Sarnath Maerz 2009, und in Klammern Zusaetze aus anderen Belehrungen.)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Amerika, Teil 2: Friedliche Stille

Rückzug in Oaxaca

Vergänglichkeit – nicht auf dem Kissen