Studieren, studieren, studieren

Seit Anfangs August habe ich nun wieder ca. 4 Tage die Woche Tibetisch Unterricht. Leider wurde die Lehrerin, die ich am Anfang hatte, ziemlich krank und danach hatte sie keine Zeit. Aus diesem Grund musste ich mich fuer neue Moeglichkeiten umsehen. In der Zwischenzeit studierte ich fuer mich selber, fokusierte mich vor allem auf die Rezitationen die ich taeglich in Tibetisch mache, so dass ich mehr und mehr direkt verstehen kann, was ich rezitiere (ohne nachcher die Uebersetzung lesen zu muessen). Als weiteres nahm ich mir verschiedene Buddhistische Texte vor, die ich Wort bei Wort uebersetzte um einen Dharmawortschatz aufzubauen. Damit bin ich nun neben der Klasse immer noch beschaeftigt…
Mit den zwei tibetischen Frauen, die je fuer zwei Tage kommen, uebe ich mich nun im “Hoeren”. Sekunde fuer Sekunde, Minute fuer Minute hoeren wir uns eine Belehrung an, die ich dann versuche in Tibetisch in den Compi zu tippen. Im Moment braucht es noch sehr viel Geduld, Ausdauer und die grosszuegige Hilfe meiner Lehrerinnen, doch macht es grosse Freude immer mehr die Worte des Lehrers direkt verstehen zu koennen.
Na, nun seid ihr wieder mal “up to date” was im Tibetischen-Studium im Moment bei mir so lauft. Ich musste in diesen Monaten auch feststellen, dass so ein Zusammenleben in der Nonnengemeinschaft auch seine verdiente Aufmerksamkeit braucht- mehr als ich zuerst einraumte und ich so etwas ausbalancieren musste, zwischen Studium, formaler Praxis und dem Dienen der Gemeinschaft (Austausch, Budget,formale Meetings, Organisationen versch. Art, Telefonate, E-Mails, Kochen, Waschen, Putzen…), was nun einen Tag unglaublich reich und vielfaeltig macht. So freue ich mich mehr und mehr zu lernen wie alles mehr und mehr Dharmapraxis bekommen kann- mit der richtigen Motivation (zum Wohle der Wesen zu wirken) und der richtigen Geisteshaltung (im Moment zu sein, achtsam, gleichmuetig, freudvoll). Natuerlich bin ich ganz, ganz am Anfang dieser Uebung, doch bin ich sehr Dankbar fuer die Moeglichkeit, dass ich hier in dieser Gemeinschaft dieses Training geniessen darf.

Oh, nun bekommt ihr ganz direkt mit, wie das mit dem Unterricht mit den Tibeterinnen so zu und her geht. Nun, ganz unverhofft, habe ich wieder jeden Morgen mit der Lehrerin, die krank war, Unterricht. Da sie sehr gut ist (sie spricht ganz gut Englisch und ist als Lehrerin ausgebildet) und nun Zeit hat, ist der Studienplan wieder etwas anders. Mit Gen-la (Lehrerin in Tibet.) gehe ich durch ein Buch von SH Gyalwang Karmapa und uebersetze mit ihr Satz fuer Satz. Wir haben diese Arbeit schon vor Monaten begonnen, blieb nun jedoch liegen, da ich dazu wirklich eine Lehrerin brauche, die auch Englisch spricht. Ja, ja, so ist das hier ein bisschen, jeden Tag wieder ein Ueberraschung: Wie viel Stunden Unterricht, mit wem, um welche Zeit… ein bisschen anders als in der Schweiz…

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