Nonnengemeinschaft DHARMADATTA

Letztes Jahr haben wir Seine Heiligkeit den 17. Gyalwang Karmapa nach einem Namen für unsere Gemeinschaft angefragt. Eine Namensgebung wird im Buddhistischen Kontext (und vielen anderen) als eine entscheidende Handlung angesehen, welche die wichtigen Aspekte der Identität einer Person oder einer Institution ausdrückt. Wenn wir ordinieren, wird uns einen Namen vom Abt gegeben, der uns die Gelübde überträgt. Die meisten Buddhistischen Klöster und Dharmazentren erhalten ihren Namen von ihrem spirituellen Führer oder ihrer spirituellen Führerin, eine Anerkennung der prägenden Rolle dessen Führung durch das Formen von Richtung und Identität der betreffenden Institution.
Als wir Seine Heiligkeit Karmapa um einen Namen für unsere Gemeinschaft baten, dachte er kurz nach und riet uns dann, den Sanskrit Namen einer Bhikshuni auszuwählen, die eine direkte Schülerin von Buddha Shakyamuni war. Seine Heiligkeit wusste nur zu gut, dass Damchö-la für ihre Doktorarbeit an den Tibetischen- und Sanskrit-Lebensgeschichten eben dieser Nonnen arbeitete und somit leicht mutmassen konnte, dass Anekdoten aus deren Lebensgeschichte ganz natürlich in unser tägliches Gemeinschaftsleben einfliessen und uns inspirieren. Auch wusste Seine Heiligkeit dass, obwohl niemand von uns bis jetzt die Bhikshuni-Gelübde genommen hatte, wir jedoch alle den tiefen Wunsch haben, diese in der Zukunft zu erhalten. Dieser Wunsch wird genährt, durch das Lesen und Hören aus den Leben der allerersten Bhikshunis.

Wie auch immer, da wir die glückverheissende Verbindung einer Namensgebung mit Seiner Heiligkeit haben wollten, schlugen wir vor, dass wir eine kurze Liste mit möglichen Namen bringen werden, von der Seine Heiligkeit einen auswählen könne. Seine Heiligkeit stimmte unserem Vorschlag zu.
Als wir unsere Liste bereit hatten, war für alle vier von uns die Favoritin ganz klar gesetzt- eine Nonne die grosse Hindernisse überwand, um ihre Bhikshuni Ordination zu erhalten und die dann eine grossartige Dharmalehrerin und Führerin im Nonnenorden wurde. Diese mutige junge Frau hatte es nicht nur geschafft eine Dharmabelehrung zu geben welche ihre „möchte gerne Schwiegereltern“ befriedete, welche das Haus in dem sie wohnte umkreisten um zu verhindern, dass sie in den Nonnenorden eintritt.
Als sie später den Dharma für eine Truppe von Soldaten lehrte, bekamen diese Pazifisten und folgten ihrer Führung als ihren Lama oder Spirituellen Freundin (kalyāṇamitrā). Der Name dieser Nonne, die uns so tief inspirierte mit ihrem Engagement auf dem monastischen Weg, ihrem Engagement im Dharma und ihrem Engagement sich mit den Mitteln des Dharmas um andere zu kümmern, war; Bhikshuni Dharmadattā.
Zu diesem Zeitpunkt, obwohl wir alle wussten welchen Namen wir am meisten bevorzugten, stand unsere Abmachung nach wie vor: Wir hatten Seine Heiligkeit gefragt, einen Namen aus der Liste zu wählen. Aus diesem Grund brachte Damchö-la die Liste zu Seiner Heiligkeit, welcher nur schnell einen Blick auf die Liste warf, bevor er dann einfach auf einen Namen zeigte: Dharmadattā.

Somit entstand der Name unserer Gemeinschaft, genauso wie sich unsere Gemeinschaft selber entwickelte; mit uns Nonnen die zuerst einen tiefen Wunsch zu Seiner Heiligkeit brachten und in ihm die spirituelle Führung suchten. Seine Heiligkeit jedoch, machte deutlich, dass wir die Verantwortung selber in die Hand nehmen müssen, auch wenn er sich bereit erklärte diese Aufgabe mit uns zu teilen. Schlussendlich sehen wir, dass unsere Visionen und Wünsche für uns und Gyalwang Karmapa's Vision für uns sich in vollkommener Harmonie befinden.

Eine Uebersetzung von Dharmadattā’s Lebensgeschichte wird zusammen mit den Lebensgeschichten anderer Nonnen aus Buddha's Zeit, wird bei „Wisdom Publication“ erscheinen- in Englisch.
(Bericht von Damchö-la, ins Deutsche übersetzt)

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