Was bei uns so läuft...

Es ist ein kontinuierliches Ausprobieren und immer wieder von neuem Abchecken, was denn nun täglich wirklich möglich ist, wie wir unseren Tag als Gemeinschaft und individuell gestalten und welche Schwerpunkte wir setzen wollen. Vor einem halben Jahr hatten wir den Wunsch, uns dieses Jahr als ganze Gemeinschaft mehr dem Studium zu widmen, (siehe Bericht von Nov.2009) jedoch mussten wir einsehen, dass mit der intensiven formalen Praxis die Drölma-la und Nangpel-la im Moment haben- sie sind nun in der letzten Ngöndro (vorbereitenden Uebungen) und widmen sich auch zwei Stunden der „Shine-Meditation“- , dem Gemeinschaftsleben und den damit verbundenen Aufgaben ist es nicht realistisch genau so mit unserem Studienprogramm zu starten, wie wir es urspünglich anstrebten. Jedoch widmen wir uns einem kontinuirlichen Hören und Nachdenken der kostbaren Lehren aus der intensiven Studienzeit in Pullahari.
Als wir uns entschieden haben, das Studiumsprojekt etwas langsamer anzugehen, kam dann ein paar Wochen später prompt noch eine andere grössere Arbeit angeflogen, die nun meine zwei mexikanischen Schwestern nochmals anders auslastet. Mit grosser Freude haben wir vernommen, dass die Untertitel zum DVD des Milarepaschauspiels das von Seiner Heiligkeit Gyalwang Karmapa geschrieben wurde, auch in Spanisch sein sollten- nicht nur in Englisch und Chinesisch. Aus diesem Grund haben sich Damchö-la, Nangpel- la und Drölma-la noch vor Damchö-la’s Abreise dieser Arbeit sehr intensiv gewidmet, sodass Drölma-la und Nangpel-la nun an der Sprache „schleifen“ können.
Damchö-la ist zurzeit in der Welt unterwegs, das heisst, sie reiste zuerst nach Tibet um die Sprache etwas zu vertiefen- bekam jedoch nur 15 Tage Reiseerlaubnis- nicht gerade viel, um in die Sprache einzutauchen. Diese Woche wird sie nach Deutschland fliegen, um dort am Buch über die Nonnen zur Zeit Buddhas zu arbeiten und an der Uni Hamburg auch eine Lesung zu geben. Falls es doch der Fall sein sollte, dass jemand am 13.Juli in Hamburg sein sollte, kann die Lesung zum Thema "Hierarchy and Gender in Buddhist Monasticism" an der Uni Hamburg besuchen. Abschliessen wird sie ihre Reise Mitte August mit einem Retreat, das sie in Mexico leitet.
Auch für mich hat sich im Tageslauf ziemlich viel verändert, da ich mich nun mehr der formalen Praxis widme und mich im Tibetisch hauptsächlich darauf fokussiere, die Texte die ich täglich rezitiere, Wort bei Wort zu verstehen.
So sieht unsere tägliche Struktur im Moment ungefähr folgendermassen aus (ständige Veränderungen inbegriffen):
Am Morgen um spätestens um 5 Uhr sitzen Nangpel-la, Drölma-la und Ich in unserer formalen Praxis Session bis um etwa 7 Uhr. Um 7.30 Uhr haben wir eine halbe Stunde Rezitation in der Gemeinschaft, worauf das Frühstück Vorbereiten und frühstücken folgen. Um 9. Uhr starten wir unsere zweite zweistündige Praxissession. Danach beginnen zwei mit Kochen, sodass das Mittagessen um 12 Uhr bereit ist.
Spätestens um 14.30 Uhr vertiefe ich mich die Tibetische Sprache und meine mexikanischen Schwestern nun meist in die Uebersetzungsarbeit oder nochmals in die Ngöndro. Nach wie vor haben wir das unwahrscheinlich Glück zwei Mal die Woche, in dieser Zeit, die öffentliche Audienz von unserem Lehrer Gyalwang Karmapa zu besuchen. Vier mal die Woche hören wir uns von 17.00 bis 18.00 Uhr die Vorträge von Pullahari an und können damit nochmals durch unsere Notizen gehen und die Worte von Drupon Khenpo-la tiefer sinken lassen.
Um etwas 20.30 Uhr treffen wir uns nochmals alle in der Gompa um den Tag mit der Praxis von Chenrezig und den Widmungen abzuschliessen.

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