Monsunzeit-Krabbelzeit

Seit nun etwa einem Monat ist der Monsun in vollem Gange hier. Dieses Jahr ist es ein „richtiger“ Monsun, nicht solch schwache Post wie letztes Jahr. Jedoch haben wir dieses Jahr das grosse Glück, dass uns keine Wasserfälle im Haus überraschen. Der Besitzer des Hauses war letzes Jahr glücklicherweise genau in der Monsunzeit zu Besuch gekommen, so konnte er einige Vorrichtungen gegen die Wassermenge grad selbst in die Hand nehmen.
Nicht nur uns Menschen (oder wenigstens den meisten- siehe Foto...) ist es in dieser Zeit häufig etwas zu Nass, auch alle verschiedensten Kreaturen scheinen einen trockenen Platz zu bevorzugen. Auch wenn sie da in die Gefahr laufen von so grossen Riesen wie uns zertrampelt zu werden. Auf diese Weise helfen uns vor allem die Ameisen in verschiedensten Grössen und Formen, unsere Achtsamkeit zu schulen und beim Gehen und Putzen vorsichtiger zu sein. Bei meiner morgendlichen Praxis unter dem Vordach der Terrasse habe ich mich damit abgefunden und sogar Freundschaft geschlossen mit den fleissigen Ameisen, die da rund um mich ihre Strassen bauen und ihren Geschäften nachgehen.
Manchmal kommen die (nach meinem Geschmack, ziemlich grossen) Achtbeiner zu Besuch, die vor allem Drölma-la und mich testen, wie weit entwickelt unser Mitgefühl schon ist. In diesem Fall rufen wir unsere Mitschwester Nangpel-la, die sich anscheinend an noch viel grössere Spinnen gewöhnt ist, als diejenigen die wir hier antreffen. Mit geschickten Händen, mit Becher und Papier ausgerüstet, bringt Nangpel-la den Achtbeiner an einen etwas distanzierteren Platz nicht ohne uns davor den Becher mit dem armen Spinnengetier unter die Nase zu halten, mit der Erklärung, dass auch dieses Tierchen in einem unserer Leben unsere Mutter war (wie wir es durch logische Erklärung und Überlegungen mit allen fühlenden Wesen lernen). Na ja, Drölma-la und ich versuchen die Erklärung anzunehmen- so lange die Spinne unter dem Becher bleibt... Somit ist der Monsun eine grossartige Möglichkeit unsere Gastfreundschaft auszudehnen und unsere Achtsamkeit zu vertiefen.

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