Freitag, 12. November 2010

Hochbetrieb

Fast zwei Wochen ist es her, als Damchö-la mit leuchtenden Augen und einem wunderbaren Strahlen zur Türe unseres kleinen Klösterchen hereinkam und sagte: „Nun halte ich den ganzen Kangyur in meinem Geiste…“.
Anfangs September lud Gyalwang Karmapa Damchö-la ein, bei dem „Lung“ (der mündlichen Übertragung) des Kangyurs (die direkten, wörtlichen Belehrungen von Buddha Shakyamuni- die alle von Sanskrit ins Tibetische übersetzt wurden) mit dabei zu sein. Erst ein paar Tage später realisierten wir was das wirklich hiess; Damchö-la konnte zusammen mit der der Schwester Seiner Heiligkeit als einzige Nonnen und Frauen in einer Gruppe von etwas 15 Leuten diese mündliche Übertragung der Worte Buddhas von Sangye Nyingpa Rinpoche erhalten. Für zwei Monate fuhr sie dann ein bis zwei Mal pro Tag für drei Stunden ins Gyuto Kloster um zusammen mit Gyalwang Karmapa, Gyaltsap Rinpoche, Khamtrul Rinpoche, etc. diese Perlen von Dharma in sich einsinken zu lassen und so die Verbindung zu den Lehren Buddhas auf eine Weise zu vertiefen, die weit über dieses Leben reichen wird.

Wir drei wurden zu einem „Support-Team“, sodass Damchö-la all diesen Aktivitäten nachgehen konnte und kann. Denn genau in dieser Zeit beauftragte Gyalwang Karmapa Damchö-la ein ziemlich grosses Buchprojekt für die 900 Jahr- Feier der Karmapas. Sei es mit Kochen, Waschen, Schiatsu-Massage, Email-Verkehr etc. unterstützen wir nun so gut wir können dieses wunderbare Projekt. Daneben sind meine beiden Mexikanischen Schwestern in ihrem Abschluss der Übersetzung des Milarepa Schauspiels, Nangpel-la auch in der Überarbeitungsphase der spanischen Übersetzung des Buches: „Die Reise auf dem Pfad des Mitgefühls“ von Gyalwang Karmapa, Drölma-la hilft zwei mexikanischen Freunden alles für ihre Indienreise zu organisieren und ich versuche Damchö-la mit kleinen Arbeiten hier und da zu unterstützen. Somit ist ein ziemlicher Hochbetrieb hier im Haus- ein Endspurt um dann uns für die vier Monate auf Mönlam in Bodhgaya und Studium in Nepal zu konzentrieren.
Die formale Praxis ist für mich die Säule, die all dieses mehr nach aussen beschäftigt sein hält und jeden Tag wieder einen (meist) stabilen Boden legt auf dem kommt was kommen will und die Motivation für all die Arbeiten auf eine grössere Perspektive richtet, als das sichtbare Resultat in Form von abgehäkelten Listen.

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