Kontinuierliche Gartenarbeit

Nun schon vier Wochen freuen wir uns sechs Tage die Woche an unbeschreiblichen, unendlich tiefen Dharmabelehrungen, Lorik (Wissenschaft des Geistes)- klassen, die unsere Köpfe zum Rauchen bringen und tibetische Klasse, die dafür sorgt, dass wir die tibetische Grammatik vielleicht doch mal noch verstehen werden…

Als einen kleinen Geschmack möchte ich heute eine kurze Zusammenfassung meiner Notizen des ersten Tages aus den Dharmalehren mit Drupon Khenpo weitergeben:

Es ist wichtig, dass wir auf korrekte Weise dem Dharma zuhören, anderenfalls laufen wir in die Gefahr, dass sich unsere Kleshas (verblendeten Emotionen) verstärken, anstatt sich zu verringern. Korrektes Zuhören, beinhaltet vollkommen reine Motivation und ein vollkommen reines Verhalten. Heute werden wir uns darauf konzentrieren, was mit „vollkommen reiner Motivation“ gemeint ist. Vollkommen reine Motivation ist erklärt als die Bodhichitta- Motivation: Die Motivation den Dharmalehren zuzuhören, und über sie zu reflektieren und zu meditieren zum Nutzen aller Wesen.
Anhand dreier Merkmale können wir messen was eine gute Motivation beinhaltet.
1. wie vielen Wesen einbezogen werden (eine, zwei etc.)
2. wie gross der Nutzen ist, von dem was wir den Wesen geben moechten (Essen, Wolldecken, spirituelle Nahrung…)
3. und wie lange der Nutzen andauert (eine Minute, Stunde, Jahre…)
Da die Bodhichitta-Motivation alle Wesen einbezieht, alle Mittel offeriert, damit jedes Wesen höchstes Erwachen erlangen kann und dieser Nutzen ununterbrochen fliesst, bis alle Wesen aus dem Kreislauf des Leidens befreit sind- wird dies als die grösste Motivation bezeichnet.

Das Bodhichitta ist frei von jeglicher Selbstbezogenheit und widmet sich ausschliesslich dem Wohl anderer, und dadurch indirekt dem Wohl von einem selber. Bodhichitta ist die Haltung des Geistes die jede Handlung von Körper, Rede und Geist in etwas Heilsames transformieren kann. Dieses Vertrauen in Bodhichitta ist sehr wichtig, um dieses grossartige Motivation zu entwickeln. Sobald sich dieses Vertrauen in uns verstärkt hat und wir versuchen Bodhichitta zu entwickeln erkennen wir jedoch, dass dies nicht so einfach ist- und dann ist es sehr, sehr wichtig dass wir uns nicht entmutigen lassen. Solange das spontane Bodhichitta nicht einfach muehelos aus unserem Herzen fliesst, stuetzen wir uns auf die Worte der Wunschgebete und naehren somit kontinuierlich den Boden, damit unser Samen des Bodhichitta spriessen und wachsen und irgendwann die Fruechte des muehlosen altruistischen Herzen von vielen Wesen genossen werden kann.

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