Buddhas Lächeln in Sommeri

Das erste Wochenende, in dem ich im Frühling in der Schweiz war, traf zusammen mit einem nicht grad regelmässigen Event im Haus meiner Eltern in Sommeri: Meine Mutter Parami öffnete für ein Wochenende ihr Atelier. Die Organisation Fünfstern hat es möglich gemacht das Künstlerinnen und Künstler aus dem Thurgau, Appenzell und St. Gallen an einem gewissen Wochenende ihr Atelier öffneten. Eine wunderbare Möglichkeit, bei der ich einmal mehr die wunderbaren Werke in Stein und Bilder meiner Mutter betrachten konnte, zusammen mit den Augen der vielen Besuchern, die vorbeikamen.

Viele Formen und Farben, welche die zwei Räume füllten und unsere Herzen berührten, sind Inspirationen aus der Natur und aus der Tiefe der spirituellen Praxis meiner Mutter. Gleich beim Eingang des Gartentors lächelte uns die grüne Tara entgegen, der Bodhisattva steht beschützend im Garten während Buddha das Wohnzimmer mit seiner tiefen stillen Präsenz erfüllt.

Als Sita Ute Volmerg in einem Interview für Buddhismus aktuell (4/08) Parami interviewte stellte sie folgende Frage: „Parami, du bist freischaffende Künstlerin und gestaltest Buddhaskulpturen in Stein und Bronze. Dein letzter, 84 cm hoher Amithaba-Buddha aus Cristallina-Marmor hat mich tief im Herzen bewegt. Er hat einen ganz speziellen Ausdruck von Liebe, Innigkeit und Berührtheit, an den ich mich immer wieder erinnern kann. So stelle ich mir vor, muss man mit Buddhas meditieren. Sie führen einem direkt nach innen, zum Wesentlichen: zu einer eigenen, tiefen Herzensberührung. Wie kannst du überhaupt so etwas machen?“
Parami: „Mein tiefes Interesse gilt der Frage: Woher kommt das Lächeln? Ich konnte erahnen, dass dies von innen her verstanden werden muss, damit es nach aussen wirken kann. Das ist ein Geheimnis und, um das zu erforschen, praktiziere ich. Sicher kommt mir dann auch das Handwerk zugute, bei dem ich gelernt hab, harten Stein zu einer pulsierenden Form zu gestalten, um das Innere im Äusseren auszudrücken.“

Wie Parami im gleichen Interview erklärte finden die meisten ihrer Werke ihren Weg zu ihren neuen Besitzern und so konnte die grüne Tara im Juni ihren neuen Platz im Garten des Dharmazentrums in Zollikon einnehmen, gebührend empfangen von freudvollen, singenden Taras.

Ich bin sehr berührt, wie Parami ihre weichen, herzberührenden Formen in dieser tiefen Jahrtausend alten spirituellen Weisheit verwurzelt und sie dennoch einen neuen westlichen Ausdruck manifestieren. Dadurch holen uns ihre Buddhas und Bodhisattvas ganz direkt hier und jetzt ab und verbinden und mit dieser tiefen Tradition der Transformation.

Ich schreibe dies in grosser Dankbarkeit über die vielen wunderbare Wege, wie das innere Lächeln des Buddha Menschen berühren und inspirieren kann

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