Rückzug

Wenn Mann oder Frau sich in ein Meditationsretreat begibt reicht es nicht, dass man einfach eine Höhle aufsucht oder das Internet aussteckt. Sich in ein Retreat zurückziehen heisst, sich mit Körper, Rede und Geist zurückzuziehen. Sich mit dem Körper zurückzuziehen heisst, sich von der Geschäftigkeit des Alltags ganz fernzuhalten und sich an einen Ort begeben, der idealer Weise, ausserhalb geschäftigen Treibens ist, fern von äusseren Ablenkungen. Sich mit der Rede zurückziehen heisst, sich nicht in weltliche Konversationen zu engagieren, zu Schweigen und seine Stimme nur für Gebete und Mantras nutzen. Sich mit dem Geist zurückzuziehen heisst, sich den frieden-raubenden Emotionen wie Begierde, Aversionen/Hass und Ignoranz nicht einfach unterwerfen, ihnen jedoch mit Achtsamkeit und Feingefühl entgegentreten. Somit ist der Rückzug mit dem Geist der wichtigste Faktor, der bestimmt, ob man sich wirklich in einem Retreat befindet. Was nützt es in einer Höhle hoch oben in den Bergen zu sitzen, Mantras zu rezitieren und dabei ständig über die Kritik von unserer Mitarbeiterin oder über Essen nachzudenken. Dann hat der Herzens-Geist nicht die Möglichkeit mit dem tiefliegenden natürlich Gutem in Kontakt zu sein, sondern im Gegenteil, er hat das perfekte stille Umfeld um die alten nicht hilfreichen Muster weiter und sogar noch intensiver zu kultivieren. Wenn wir jedoch der Rückzug von Körper und Rede wirklich dafür nützen können, mit unserem Geist zu arbeiten, in dem wir heilsames kultivieren und unheilsames abwenden, dann kann jedes Retreat von grossem Nutzen sein- für sich selber und für alle, mit denen man in Kontakt ist- für alle Lebewesen.

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