Den Edelstein erkennen

Wieder hatten wir das grosse Glück die tiefgründigen Unterweisungen von Khenchen Thrangu Rinpoche über die Buddhanatur in Sarnath und nun auch hier in Boudha, Nepal zu erhalten.

Inspiriert von diesen Unterweisungen entstand der folgende Bericht;

Es war in Sarnath, wo der Buddha das erste Mal das Rad der Lehre drehte indem er das Leiden erklärte worin wir gewöhnlichen Wesen festsitzen. Weiter lehrte der Buddha uns was die Ursachen für all unser Leiden ist.

Wenn der Buddha hier seine Lehren beendet hätte, würden die Leute die behaupten, dass der Buddhismus eine sehr pessimistische Lehre ist wohl fast noch recht erhalten.
Jedoch setzte der Buddha seine Ausführungen fort und legte dar- und bewies dies auch mit seiner eigenen Lebensgeschichte, -dass es möglich ist sich ganz von allem Leiden zu befreien und zeigte gleichzeitig einen Weg auf, wie wir die Ursachen für komplette Befreiung schaffen können.

Es war im heutigen Bihar, auf dem Geierberg, auf dem der Buddha den zweiten Lehrzyklus in Gang setzte. Hier erklärte er, wie unsere grössten Probleme durch das Haften an eine wirkliche Existenz entstehen. Diese Lehren zeigen uns, wie klein und eng unsere Denken ist. Meist dreht es sich nur um ein „ich“ und „mein“ und lässt den kontinuierlichen Fluss von abhängigen Entstehen ganz ausser acht.
Tief haben wir es in uns eingeprägt, dass da wirklich etwas existiert, ganz unabhängig von allem und allen anderen. An dieser Sichtweise wird in diesem Lehrzyklus heftigst gerüttelt.

Der dritte Lehrzyklus scheint nicht so klar an einen Ort gebunden sein wie der Erste und der Zweite. Hier bringt uns Buddha in die Verbindung mit dem in uns schlummernden Potential  welches immer da war, immer da sein wird und immer da ist. Das klare reine Licht, die Buddha-Natur, das Spiel der höchsten Qualitäten wie Liebe, Geduld und Weisheit. Ein Diamant der in uns verborgen ist und der nur durch gründlich reinigen, polieren, und schleifen sichtbar wird.

Und wie reinigt, poliert und schleift man diesen Edelstein? Da kann man wieder bei den klaren Unterweisungen des ersten Zyklus eintauchen und so eine differenzierte Vorstellung von unserem Hauptproblem bekommen. 
Wenn wir tief verstehen, wie wertvoll unsere momentane Situation in diesem menschlichen Körper ist,
und wie ungewiss unsere Zeit in diesem Körper mit diesen Möglichkeiten sein wird;
dass es die unheilsamen Handlungen sind welche uns und andere konstantes Leid bringen
und dass es in unserer ständig verändernden Existenz nichts gibt , dass uns endgültiges Glück bringen kann, dann wollen wir die Wurzel unseres Leidens erkennen.

Mit hören und lesen, Kontemplation und Meditation über die Unterweisungen des zweiten Lehrzyklus von Buddha können wir fähig werden unser Haften immer mehr zu lockern bis ganz zu lösen. Dadurch werden wir schrittweise immer näher zu unserer wahren Natur geführt. Schlussendlich werden wir all ihre wunderbaren Qualitäten erkennen, welche im dritten Lehrzyklus beschrieben werden. 

Jede Lehre des Buddha hat letztendlich das Ziel, unsere inneren Hindernisse wie Anhaftung, Wut, Stolz, Eifersucht und Ignoranz zu erkennen,  zu verringern und letztendlich zu eliminieren. Dadurch werden wir zu eine Quelle mit wunderbaren Qualitäten und können uns ohne Mühe und mit grosser Freude kontinuierlich um das Wohl aller Wesen kümmern.

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