Dienstag, 30. Dezember 2014

Hier sende ich ganz herzliche Gruesse zum Jahreswechsel, moege grosse Freude und tiefe Zufriedenheit alle Herzen erfuellen.
Wenn ihr wissen wollt wo wir- Nangpel, Lodro, Drolma und meine Mutter sind... dann koennt ihr euch hier mal einklicken...

Montag, 8. Dezember 2014

Die Kraft der Wunschgebete

In einer Woche brechen wir nach Bodhgaya auf, zu dem alljährlichen großen Treffen, „Mönlam“ eine Art Wunschgebets-Festival (vor 15 Jahren waren es für mich noch Musik- Festivals (c: ).
Darum habe ich gedacht, wäre es keine schlechte Idee etwas über Wunschgebete zu schreiben.  Die Inspiration für die folgenden Worte kamen aus drei Vorträgen, welche die Ehrwürdige Damcho für einen Online Dharma Kurs gab.

Eine gute Frage wurde einst gestellt und scheint in mehreren Köpfen zu schwirren: Was machen die Buddhisten eigentlich wenn sie beten? Wenn sie an keinen Gott glauben an wen richten sie dann ihre Gebete?
Ja, was machen wir wenn wir beten?
Zu , Beginn besteht ein grosser Wunsch nach  Verwirklichung um dadurch optimal für allen Wesen von grossem Nutzen sein zu können. Somit sind die Wunschgebete eine Art Brücke zwischen dem Jetzt und der Zukunft- etwas ist Jetzt präsent dass wir gerne in Zukunft leben möchten.
Mit unseren Wunschgebeten drücken wir aus was für eine Zukunft wir gerne hätten. Darum gehen den Wunschgebeten folgende Fragen voraus: Was für eine Zukunft möchten wir für diese Welt? Was für eine Gesellschaft möchten wir? Was für Qualitäten wollen wir in uns kultivieren? Was für einen Umgang zwischen den Menschen, Menschen und Tieren, Menschen und Natur wünschen wir uns? Etc.

Ohne uns diese Fragen bewusst zu stellen, kann es leicht passieren, dass wir alle gemeinsam in eine Richtung steuern in die wir eigentlich nicht gehen wollen.
Der Buddhistische Weg- wie auch viele andere spirituellen Wege- sind Wege der  Wachheit, die uns aufwecken und erinnern: Wo ich bin und wohin ich gehe..

In den Wunschgebeten anerkennen wir ganz klar unsere momentanen Einschränkungen, jedoch können wir auch erfahren, dass unser Geist frei von allen Schranken ist und somit sind die Wunschgebete ein Instrument um die Samen des Unvorstellbaren zu sähen.  Wie würde es sich anfühlen, wenn mein Geist von unvoreingenommener Liebe durchdrungen ist, welches kein Lebewesen ausschließt, frei von jeglicher Aversion und Anhaftung? Wie wäre es, wenn keine äußeren Schwierigkeiten meinen inneren Frieden erschüttern könnten? Wie wäre es wenn jede meiner Handlungen nur Nutzen für die Wesen bringen würde? Wie wäre es wenn ich in jeder Situation genau wüsste, was das  Heilsamste  Beste für mich und für andere ist?
Dank unserer Vorstellungskraft können wir uns dies vorstellen.
 Je klarer und deutlicher wir uns diese Ziele vorstellen können und Vertauen entwickeln , desto tiefer und authentischer werden unsere Wunschgebete.
Je authentischer unsere Wunschgebete werden, desto mehr sind wir gewillt alle  möglichen Schwierigkeiten auf uns zu nehmen um unseren Zielen näher zu kommen.

Die Wunschgebete limitieren sich jedoch nicht nur auf unser Leben und unsere Entwicklung.  Auch wenn dies der Beginn ist, trainieren wir uns darin diese persönlichen Wünsche so weit wie möglich auszudehnen bis sie wirklich alle Lebewesen und die Welt als Ganzes umfassen. Dies nicht nur zu sagen sondern auch im Herzen zu spüren braucht etwas Übung.
Jedoch alleine schon diese Handlung, nicht nur für uns selbst zu beten, sondern für alle fühlenden Wesen kann unseren Geist und unser Herz öffnen und ausdehnen. Wenn wir zum Beispiel in schwierigen Situationen stecken, ist es natürlich, dass wir wollen, dass die Dinge sich ändern. Um da nicht in einem engen Denken festzustecken, kann es sehr hilfreich sein mit Wunschgebeten unser Herz zu öffnen und uns mit allen verbinden die in diesem Moment oder in ihrem Leben das Gleiche erleben oder erlebt haben. Wenn wir zum Beispiel krank sind und dann den Wunsch haben gesund zu sein- einen starken, gesunden Körper zu haben dann können wir diesen Wunsch ausdehnen für alle die Personen die wir kennen die in diesem Moment auch krank sind. Dann für alle diejenigen, die in den Spitälern mit schweren Krankheiten liegen, dann für all die Menschen die z.B. an Ebola leiden, bis wir in unseren Gedanken alle Menschen und Tiere auf dieser Welt umfassen, welche Leiden durch eine Krankheit erfahren. So können wir folgende Wunschgebete in unserem Herzen entstehen lassen. „Genau wie ich nicht leiden möchte, möchte keiner dieser fühlenden Wesen leiden. Darum wünsche ich mir dass ich und alle die wie ich Fieber haben und alle anderen Wesen auf dieser Welt frei von Krankheiten sind. Mögen wir uns alle an einem gesunden Körper erfreuen. Mögen wir alle heilsame medizinische Versorgung genießen.“Etc.

Schon allein das Kultivieren dieser Wünsche wird uns einen anderen Umgang mit schwierigen Situationen erlauben.

Etwas, das es zu beachten gilt ist, dass wir nicht in einem Gefühl von „Fehlen“ oder „Brauchen“ stecken bleiben, sondern wir versuchen die Wunschgebete von einem Ort in unserem Herzen zu entwickeln, wo die Zuversicht und das Vertrauen ruht. Wir kultivieren die Gewissheit, dass es Schritt für Schritt möglich ist, näher an die Realität dieser Wünsche zu kommen. Wir lernen den Mut zu entwickeln die Wünsche so groß und weit zu machen- nicht mit dem Gefühl der Hilflosigkeit oder des Beschönigen, nein, sondern mit der tiefen Überzeugung in das Gute und Reine das in jedem von uns steckt und dem starken Verantwortungsgefühl für das Wohlbefinden von jedem Lebewesen.

Mögen wir alle den Mut, das freudvolle Bemühen, den Durchhaltewillen und das Mitgefühl entwickeln um unsere edelsten und größten Wünsche verwirklichen zu können.




Dienstag, 2. Dezember 2014

"Die 100 Kurzen Instruktionen"

Wir sind nach wie vor in Dharamsala jedoch sind in Bodhgaya schon wunderbare Unterweisungen im Gange… wer sich einklicken möchte:

http://kagyuoffice.org/webcast/

Der 17. Karmapa gibt 
UNTERWEISUNGEN ZU  
DIE 100 KURZEN INSTRUKTIONEN“ 
DES 8. KARMAPA, MIKYO DORJE


Mitteleuropäische Zeit:  11-12 Uhr
täglich, vom 29.Nov. bis 11. Dez.

Dienstag, 4. November 2014

Die Kunst des Glücks

Der Gyalwang Karmapa wird am 22. und 23. November über die Kunst des Glücks sprechen. Wer die Möglichkeit hat, kann mit dabei sein, über Live Webcast auf der Seite: http://kagyuoffice.org/webcast/
Die Zeiten für Mitteleuropa:
1. Session: 6.00 bis 7.30 Uhr
2. Session: 8.30 bis 10.00 Uhr 
Die Übersetzungen werden auf Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Chinesisch sein.

Samstag, 11. Oktober 2014

Kreieren, Meditieren, Diskutieren

In den letzten Wochen und in den Wochen die noch folgen warden haben wir in diesem Jahr erstmalig das Glück stationär an einem Ort zu sein um uns ganz und gar einer Sache widmen zu können. Damcho-la hat im letzten Jahr in Mexico einen Monat lang täglich Unterweisungen zum Lam Rim gegeben. Das ist ein Angebot der Lehren des Buddhas in Stufen, welche uns hilft den Pfad in einer sehr klaren Abfolge zu gehen. Eine solche präzise Darstellung hat für uns den grossen Vorteil ein Werkzeug zur Hand zu haben, welches direkt in die Praxis umgesetzt werden kann. Dies hilft uns auch nicht in die Falle zu geraten, in welcher wir gewisse Dinge gerne
überspringen würden, wie zum Beispiel das Nachdenken übers Leiden. Die grossen Meister wie der indische Gelehrte Atisha und der Tibetische Gelehrte Gampopa haben dazu Texte geschrieben, die uns an die Hand nehmen und uns Schritt für Schritt auf dem Weg zum Erwachen begleiten. Darum ist es wichtig, dass wir erst unser eigenes Leiden anschauen und seine Ursachen verstehen. Das braucht schon mal etwas Mut, über den eigenen Schatten zu springen und ehrlich hinzuschauen, was schmerzhaft und nicht heilsam in unserem Leben ist. Wie gerne schauen wir über dieseTatsache hinweg und lenken uns mit allen möglichen Dingen ab, um den Schmerz, die Unzufriedenheit oder das Unwohlsein, dass sich in unserem Herzen meldet nicht wahrzunehmen. Wie wollen wir uns jedoch von dem Leiden befreien, wenn wir nicht direkt in das Gesicht des Leidens schauen und untersuchen was wohl dahinter steckt- was uns Schmerz verursacht?
Wie wollen wir anderen helfen, Empathie und tiefes Mitgefühl zu entwickeln, wenn wir nicht unser eigenes Leiden und seine Ursachen anerkennen?
Den Mut für diesen ersten Schritt können wir aus der Kontemplation nehmen, dass wir in diesem Leben sehr gute Voraussetzungen haben unseren Schmerz zu reduzieren, ja sogar zu eliminieren. Je stärker unsere Überzeugung ist, dass es eine Befreiung gibt, desto mehr sind wir gewillt uns mit dem Leiden zu konfrontieren.

Mit diese Konfrontation und dem Untersuchen der Ursachen unseres Leidens beginnen wir Mitgefühl für uns selber zu entwickeln.  In Folge dessen wird eine Frage in uns laut: Wie kann ich mich von den Ursachen des Leidensbefreien? Dadurch erhält der ganze Weg den Buddha aufgezeigt hat eine Dringlichkeit und wird zu einer sehr persönliche Angelegenheit.

Nun hören wir vier Nonnen uns diese Unterweisungen täglich hier in unserem Haus in Indien an. Jedoch nicht nur um uns selber in diese hilfreichen Instruktionen zu vertiefen, mehr noch um Studienmaterial zu kreieren für die vielen Menschen welche diesen Kurs im Internet in den nächsten Jahren belegen werden.

Seit drei Jahren sind Damcho, eine Mexikanische Freundin und viele Menschen involviert um Buddhistische Kurse über das Internet anzubieten, welche nicht nur Information sind, sondern auch praktische Hausaufgaben, Meditationen, Selbstreflektionen, Vertiefungsmaterial etc. beinhalten.

So hören wir uns am Morgen zuerst eine Unterweisung an, gefolgt von einer Selbst- reflektion oder einer Meditation. Nach dem Mittagessen diskutieren wir hilfreiche Fragen für die Diskussionsgruppen, sowie praktische tägliche Übungen welche es ermöglichen die jeweiligen Themen im Alltag zu vertiefen. Gegen Abend setzen wir uns mit Damcho zusammen und präsentieren ihr unsere Vorschläge was zu spannenden Diskussionen führen kann. Zum Schluss feilen Nangpel und Lodrö noch etwas an den Formulierungen. Auf diese Weise entsteht der Jahreskurs Lam Rim, der ab nächsten Jahr in "Instituto Buddhadharma" angeboten wird (…auf Spanisch….).


Mittwoch, 27. August 2014

Im Austausch


Unter der Schirmherrschaft der „Karmapa Foundation Europe“ und unter der Führung von Ringu Tulku Rinpoche ist eine Gruppe von 16 jungen Frauen und Männer aus 10 verschiedenen europäischen Ländern nach Dharamsala gereist. Hier werden sie in 12 Session mit dem Gyalwang Karmapa zusammensitzen und verschiedene Themen diskutieren welche die Gruppe im Vorfeld festgelegt hatten. Die Gruppe trifft sich mehrmals am Tag um die Themen wie Umwelt, Bildung, Friedensarbeit, Führung etc. zu diskutieren. Zwei bis drei der jungen Leute bereiten eine kurze Präsentation vor, in der sie etwas über die Situation in Europa zu diesem Thema mitteilen und verschiedene persönliche Beispiele einbringen. Auf diese Weise erhält der Gyalwang Karmapa einen Einblick in das Thema aus der Sicht der europäischen jungen Leute. Danach hat die Gruppe 10 bis 12 Fragen zu den jeweiligen Themen vorbereitet welche sie dem spirituellen Oberhaupt stellen werden.
Fragen werden gestellt wie zum Beispiel: „Was sollten die Werte eines Bildung Systems sein?“ Oder: „Wie kann man Führen ohne zu überwältigen?“  Oder: „Wie können wir uns von unseren Ansichten und Ideen distanzieren, sodass wir uns nicht persönlich angegriffen fühlen wenn jemand eine komplett andere Ansicht hat?“

Die Gruppe ist zusammengewürfelt aus den verschiedenen europäischen Ländern, Hintergründe, Berufe/Studien und Alter- so sind einige in eine Buddhistisch praktizierende Familie geboren und andere finden Buddhismus interessant fühlen sich jedoch mehr im Christentum zuhause. Dieser bunte Mix hilft in den Diskussionen verschieden Sichtweisen einzubringen und sorgt für manch hitzige Diskussionen, welche zu sehr interessanten Fragen führen.
Durch ihre Erfahrung mit den vorherigen Amerikanischen Studenten-Gruppen wurde Damcho wieder angefragt auch diese Gruppe durch den Prozess zu leiten und so sind wir als Gemeinschaft insofern in das Projekt involviert, dass wir in verschiedenen Bereichen der Organisation unterstützen oder Körperübungsstunden anbieten und was immer sonst noch gebraucht wird.


Mein Gefühl sagt, dass diese zwei Wochen Austausch mit dem Gyalwang Karmapa weit über die individuellen Erfahrungen und Bereicherungen dieser jungen Leute hinausgehen wird und viele Leute auf der ganzen Welt von diesem Projekt profitieren werden- wie dies schon mit dem Buch „Das edle Herz geschehen durfte. (Dieses Buch basiert auf dem Austausch einer amerikanischen Gruppe mit dem Gyalwang Karma- siehe Blog vom 12. Juni 2011- und ist nun schon ins Deutsche, Spanische, Französische übersetzt und viele weitere Sprachen sind in Arbeit.)

Dienstag, 29. Juli 2014

Eine Lebensgeschichte in Bildern

Eine kleine Lücke in unserem großen Fluss von Dharma-Aktivitäten, in der ich gerne mal wieder etwas für den Blog schreiben möchte.

Zwei Jahre sind es nun, seit Damcho und die Designerin Louise von New York an einem Fotobuch arbeiten, welches mit mehr als 900 Fotos das Leben des 16. Karmapa dokumentiert. Es war ein Wunsch des 17. Karmapa, dass ein solches Buch zusammengestellt werden sollte und so autorisierte er Damcho dieses Projekt an die Hand zu nehmen.
Dank Damchos großer Güte durfte ich ihr mit der Fotoarbeit helfen, dass heißt, wir haben zuerst von den tausenden von Fotos diejenigen ausgewählt die für dieses Buch geeignet sind (und diese tausende von Fotos wurden von verschiedenen Leuten in verschiedenen Kontinenten zusammengesucht und als Archive angelegt.)
Dann haben wir versucht diese Fotos in einen zeitlichen, thematischen und visuellen Ablauf zu bringen der Sinn macht und auch für das Auge etwas hergibt.
Anders als Kunstbücher war dieses Projekt mit einer unheimlichen Vielzahl an Bildern verschiedenster Qualität konfrontiert. Was uns immer wieder vor die Frage stellte, was nun historisch wichtig und was ein visueller Segen ist.
Nach dem so einigermaßen klar war welche Fotos in das Buch gehen sollten war die Arbeit natürlich längst nicht getan- Damcho kontaktierte hunderte von Leuten um genaue Angaben zu jedem Foto zu bekommen und damit eine kleine Beschreibung für jedes Foto geben zu können.
Die Fotos wurden auf Doppelseiten sinnvoll zusammengestellt, was eine weitere Herausforderung war, und ganz schnell erkannten wir, dass dieses Buch viel mehr als die anfänglichen 200 bis 300 Seiten umfassen wird.

Immer wieder hat diese Arbeit unsere Gemeinschafts- struktur und unsere Pläne ganz und gar über den Haufen geworfen und plötzliche intensive Phasen vor den Computern eingefordert. Jedoch muss ich gestehen, dass die Stunden um Stunden die wir mit dem anschauen dieser wertvollen Bilder verbrachten, eine sehr große Kraft hatten. Sie öffnete uns immer wieder neue Türen zu den verschiedensten Arten von Unterweisung, welche der Gyalwang Karmapa in diesen Bildern weitergibt:
Seine totale Entspannung sei es auf dem Thron in einer formellen Zeremonie, in einem Treffen mit dem Papst oder beim Schuhkauf, seine ununterbrochene Freude mit Menschen und Tieren in Kontakt zu sein, seine großes Interesse neue Kulturen kennenzulernen und sein unermüdlichen Bemühungen das wertvolle von der Buddhistischen Tradition und der Linie im Exil (in Sikkim/Indien) wieder aufzubauen, zu fördern und zu nähren, um nur einige wenige zu Nennen.

Das fast 500 Seitige Buch mit dem Titel: Dharma King, hat es nun mit einiges an Verspätung, zum Drucker geschafft. Sobald wir es in unseren Händen halten, werde ich es hier auf dem Blog ankündigen- das wird jedoch noch ein paar Monate dauern.

Eine Slideshow welche im Internet anzugucken ist kann auf http://youtu.be/-hKY2rTeogo gefunden werden,
auch die DVDs wie Lion's roar oder Recalling a Buddha sind sehr empfehlenswerte Filmdokumente über das Leben des 16. Karmapas.