Samstag, 14. November 2015

Ringu Tulku Rinpoche in Mexico

Gestern um 19.50 Uhr kam Ringu Tulku Rinpoche im kleinen Flughafen in der Studentenstadt Puebla an. Es ist Rinpoches erster Besuch in Mexico jedoch hoffen wir alle, dass es ein Anfang von vielen Besuchen sein wird.
Eines der Hauptzentren von Rinpoche ist in Berlin, so besucht Rinpoche seit Jahren Europa und reist seit 25 Jahren regelmässig nach Spanien. Aus diesem Grund hatte Ringu Tulku Rinpoche keine Mühe die Leute hier mit "Buenos Dias" zu begrüssen.
Gestern wurde Rinpoche in die mexikanischen Geschmäcker mit einer Auswahl verschiedenster Chilis eingeweiht und heute besuchten wir eine Pyramide welche ca.300 Jahre vor Christus von einer ethnischen Gruppe von Mexico gebaut und dann von anderen erweitert und später mit Erde überdeckt wurde. In der spanischen Kolonialzeit wurde auch hier, wie an vielen anderen archeologischen Schlüsselpunkten, eine Kirche auf die Pyramide gebaut um so ihre Herrschaft auszudrücken.

Nicht nur durften wir etwas mehr Mexikanische Geschichte hören und vorallem auch sehen, auch hatten wir klaren, unbewölkten Blick auf den berühmeten "Popo", den Vulkan, der nach wie vor Aktivität zeigt.

Heute Abend wird Rinpche einen öffentlichen Vortrag halten und dann werden wir morgen nach San Luis Potosi reisen, wo die Vorbereitungen für ein einwochiges Retreat schon seit Wochen auf hochtouren laufen.
Rinpoche wird uns die ersten 5 Tage in diesem 8 tägigen Retreat mit Unterweisungen und seiner Präsenz begleiten.

Mögen alle friedlichen Aktivitäten in dieser Welt zu mehr Mitgefühl und Empathie führen, sodass wir gemeinsam Ursachen für eine Zukunft frei von Gewalt schaffen können.
Somit sende ich alle gute und positive Energie dieser Tage mit Rinpoche nach Paris und an all die vielen Orten in der Welt, an denen Leute in Angst und und grossem Leiden leben müssen.


Mittwoch, 4. November 2015

Mingyur Rinpoche

Das passt ja grad wunderbar… der letzte Blog-Eintrag war ein Zitat von Mingyur Rinpoche… Heute, in Indien gestern, ist ein spezieller Buddhistischer Feiertag, der grosse Kraft hat- an diesem Tag erscheint Mingyur Rinpoche nach 4 Jahren Retreat.

Hier die offizielle Nachricht:

Liebe Freunde,
Wie ihr alle wisst, war Mingyur Rinpoche in den letzten vier Jahren in einem ausgedehnten Einzelretreat im Himalaya.
Ganz in der Tradition großer Meditationsmeister der Vergangenheit verbrachte er die Zeit auf Wanderschaft, ohne Plan oder Programm, und meditierte in Höhlen und abgeschiedenen Einsiedeleien.
Auch während seiner Abwesenheit konnte die Tergar Gemeinschaft wachsen und gedeihen, Tergar Lamas und Instruktoren boten weiterhin weltweit Meditationsworkshops an.
In Verbindung mit unserer eigenen, persönlichen Praxis konnten uns diese Programme dabei helfen, während Rinpoches Abwesenheit eine tiefe Verbindung zu ihm und zu den Lehren aufrecht zu erhalten.
Wir sind überglücklich, euch nun mitteilen zu können, dass Mingyur Rinpoche sein Retreat verlassen hat! Mit großer Freude haben wir diese Nachricht etwas früher am heutigen Tag bekommen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten, sobald wir genaueres über seine Pläne und Aktivitäten wissen.
Bitte seht unter www.learning.tergar.org nach, denn dort werden wir zukünftige Updates und Nachrichten von Rinpoche immer zuerst veröffentlichen.
Mit herzlichen Grüßen,
Die Tergar Lamas und Instruktoren

Dienstag, 8. September 2015

Innehalten

All das was wir in unserem Leben suchen- alles Glück, die Zufriedenheit und der Frieden im Geist- sind genau hier, in diesem Moment. Unser eigenes Gewahrsein ist in sich selbst grundsätzlich rein und gut. Das einzige Problem ist, dass wir uns so in die Hochs und Tiefs des Lebens verwickeln lassen und uns somit nicht die Zeit nehmen um einen Moment inne zu halten und zu erkennen, was wir schon haben.
Mingyur Rinpoche

Samstag, 29. August 2015

Im Grünen



Hier sitzen wir in Mexico in einem Haus mit viel Grün, Zitronen- baum und Farbtupfer ver- schieden- ster Blumen- arten (Auf dem Foto sehr ihr den Glastisch an dem ich in diesem Moment diesen Bericht schreibe…). Eine Freundin der Gemeinschaft hat uns ihr Haus auf dem Land geliehen, so dass wir in unseren ruhigeren Zeiten einen Ort der Rückkehr, Ruhe und des Gemeinschaftsleben geniessen können.

Seit dem letzten Blog hat sich viel getan… ich werde mir die Zeit der nächsten Einträge nehmen, um mit euch ein bisschen zurück zu schauen.


Mitte Mai, nach dem zweiten Erdbeben in Nepal wurde sehr bald klar, dass es besser ist, sobald wie möglich das Land zu verlassen, da wir nicht wirklich anpacken konnten, wir karge Ressourcen konsumierten und die Situation sehr ungewiss war. Jedoch war es nicht ganz so einfach, da es zu dieser Zeit ein ziemliches Unterfangen war, ein indischen Visa zu ergattern. (Was auch in normalen Zuständen schon zu einer Herausforderung werden kann….)
Schlussendlich, eine Woche nach dem zweiten grossen Erdbeben, sassen wir im Flughafen, gemeinsam mit vielen Leuten, welche sich ausserhalb von Nepal ruhigeren Boden erhoffen und einigen Hilfsorganisationen, welche ihren Einsatz abgeschlossen haben. Liebevoll wurden wir dann in Delhi in einer Wohnung von Amerikanischen Freunden empfangen. Hier versuchten wir mit unserem ganzen Sein etwas dieses Erlebnis zu verarbeiten und innerlich wie im Umfeld wieder etwas Vertrauen in einen stabileren (relativ und oberflächlich gesehen) Boden zu gewinnen.
Hier konnten wir auch einen neuen Erdling, Oliver, von drei Tagen begrüssen, der mit seinen Eltern auch bei diesen lieben Leuten untergebracht werden konnte. Somit durften wir einmal mehr so nah Zeugen werden von dem Zyklus von Tod und Geburt der unser Dasein in unserer kreisenden Existenz bestimmt.
Nach einigen Tagen in diesem herzlichen Umfeld in Delhi reisten wir mit dem Bus wieder in unsere gewohnte Umgebung in Dharamsala wo uns diesmal jedoch kein Haus erwartet, sondern ein Abstellraum mit vielen Boxen.
Zum Glück hatte das Nonnenkloster zwei Zimmer frei in ihrem Gasthaus und so pendelten wir täglich hin und her zwischen dem Sortieren von Boxen und dem Wohnen im Nonnenkloster. Die Konfrontation der Unsicherheit mit der wir während den Erdbeben in Nepal zu sein versuchten wurde nochmals ernsthaft getestet… wir hatten zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung wie unsere Zukunft aussehen soll, nichts, gar nichts war auf irgendeine Weise klar: werden wir wieder eine Wohnung in Dharamsala mieten? Werden wir von nun an in Gasthäusern in Indien leben? Wann werden wir zurück nach Indien kommen? ….
Dieses Unsicherheit machte unser Versuch etwas Ordnung in den Abstellraum zu bringen zu einer Arbeit der totalen Ineffizienz. Bis wir schlussendlich alles einfach so organisierten, dass der Monsun und die Mäuse keinen grossen Schaden anrichten können und dann haben wir einfach das Tor wieder geschlossen…
Es waren knapp drei Wochen nach unserer Ankunft in Delhi als Nangpel und ich wieder im Flieger sassen. Nun mit dem Ziel Cancun, ein Ferienort direkt am Meer in Mexico, jedoch nicht für Badeferien, doch mit dem Wunsch dem Buddhistischen Zentrum etwas auszuhelfen.
Sehr warm und herzlich wurden wir in Cancun empfangen.
Die ersten Tagen waren dem Ausruhen und Meerbesuchen verschrieben jedoch scheinen die Naturgewalten andere Ideen zu haben, da ein Tornado ein bisschen weiter entfernt die Küsten streifte und so 4 Tage heftigste Stürme und Regenfälle den Himmel verdunkelten. Für Meerbesuche nicht ganz so geeignet und doch haben wir es gewagt wenigstens für einen Spaziergang im Regen und Sturm der Küste entlang zu schlendern um etwas Meeresluft zu schnuppern.
Dann folgten zwei Wochen mit vielen Aktivitäten: Nangpel hatte jeden Morgen eine Meditation geleitet  welche direkt übers Internet und so in viele Morgenstuben übertragen wurde, gemeinsames Praktizieren, Sitzungen und Austausch mit den Leuten des Zentrums, Tag der Gebete,... um einige zu nennen.
Ende Juni flogen Nangpel und ich in die Hauptstadt Mexico wo unsere zwei Nonnenschwestern aus Indien ankamen. Gemeinsam wurden wir in das Haus gebracht in welchem ich nun hier draussen Sitze… jedoch ist zwischen der ersten Ankunft und dem jetzigen Moment noch einiges mehr passiert… werde darüber im nächsten Blog mehr schreiben.

Hier noch die Angaben zu den Veranstaltungen von dem Gyalwang Karmapa in Bonn in diesen Tagen, direkt im Internet übertragen auf: http://kagyuoffice.org/webcast/


Samstag 29. August 2015

10.00 Uhr | Vortrag Teil 1 | Akshobhya: Geduld für eine friedliche Welt
16.00 Uhr | Vortrag Teil 2 | Akshobhya: Geduld für eine friedliche Welt

Sonntag 30. August 2015

10.00 Uhr | Ermächtigung | Akshobhya: Geduld für eine friedliche Welt
16.00 Uhr | Vortrag | Liebe, Mitgefühl, Mitfreude & Gleichmut. Grenzenlos.

Freitag, 28. August 2015

Der Karmapa in Deutschland

Dieser Blog… überwuchert von Unkraut… so lange hat sich nichts bewegt. Wir- unsere Gemeinschaft- war so viel in Bewegung die letzten Wochen, dass der Blog einfach still stand.

Nun etwas ruhiger und so wollte ich doch noch mitteilen, wenn auch etwas spät, dass der Karmapa in Bonn ist und damit wunderbare Unterweisungen in Deutsch im Internet übertragen werden. Heute haben die Unterweisungen angefangen und morgen geht's weiter auf http://kagyuoffice.org/webcast/:

Donnerstag 27. August 2015
16.00 Uhr | Teaching Part 1 | Chenrezig: Viewing The World With Compassion
18.00 Uhr | Teaching Part 2 | Chenrezig: Viewing The World With Compassion

Freitag 28. August 2015
10.00 Uhr | Empowerment | Chenrezig: Viewing The World With Compassion
18.00 Uhr | Public Talk | COMPASSION in ACTION Environmentalism for the 21st Century

Samstag 29. August 2015
10.00 Uhr  | Teaching Part 1 | Akshobhya: Patience For A Peaceful World
16.00 Uhr | Teaching Part 2 | Akshobhya: Patience For A Peaceful World

Sonntag 30. August 2015
10.00 Uhr  | Empowerment | Akshobhya: Patience For A Peaceful World
16.00 Uhr | Public Talk | Love, Compassion, Rejoicing & Equanimity. Without Limit.

Mehr zu unseren bewegten Zeiten werde ich in den nächsten Tagen etwas mitteilen. Wer mehr über die Ankunft von dem Karmapa im Kamalashila Institut lesen möchte: http://www.karmapa-europe.eu/news/

Samstag, 16. Mai 2015

Entspannen in der Unsicherheit

Nach diesem zweiten Beben ist die Angst und Sorge in die Gesichter so vieler Menschen geschrieben. Nichts scheint in irgendeiner Weise vorhersagbar zu sein, nichts.
Dies so deutlich und offensichtlich präsentiert zu bekommen und in der Tiefe der Knochen und des Herzens zu spüren ist nicht etwas, dass einfach so weggesteckt werden kann, auch wenn es eigentlich unsere tägliche Situation im Leben ist.
Wo immer wir sind, was immer wir tun, wir haben eigentlich keine Ahnung was in der nächsten Sekunde passieren wird.
Viele, viele Menschen hier, waren während dem ersten Beben am Mittagessen genau wie wir, als in ca. 4 Minuten (so lange hat das erste Beben gedauert) sich ihr Leben total verändert hatte.

Nach zwei einhalb Wochen mit täglichen Nachbeben, begann man sich an die Tatsache zu gewöhnen, dass die Erde noch nicht ganz zur Ruhe gekommen ist, viele von uns versuchten so gut wie möglich wieder in einen Rhythmus zu kommen, Leute begannen sich aufzuraffen und einen Neuanfang zu schaffen oder ihre neue Situation anzunehmen.
Viele von uns begannen wieder drinnen zu übernachten und so waren wir mitten in der Arbeit für unser Online Institute im Gästehaus des Nonnenklosters als ein zuerst vermeintliches Nachbeben sich als ein neues ziemlich heftiges Erdbeben entpuppte.
Zum Glück haben wir uns nach dem ersten Beben schlau gemacht und uns an die Erdbeben-Verhaltensregen gehalten- jedoch ist es schon ein bisschen ein anderes Gefühl im Bauch, wenn man nicht nach draussen gehen kann. Es wird in diesem Moment sehr klar, dass in was man Zuflucht nimmt nur grösser und tiefer, jenseits von aller Materie sein kann.
Nicht nur für uns jedoch für ganz Nepal war dieses zweite Beben viel mehr ein psycho- logischer Schock- eine Alarmglocke welche immer noch nachhallt und die Menschen hier sehr, sehr verunsicherte. Die Frage wie das Leben in diesem Land weitergehen soll hängt in der Luft, grosse Sorgen für die Zukunft machen sich breit.
Ein grosser Schritt nun ist es in dieser Unsicherheit zu entspannen. Das Herz für das Leiden gleich vor der Haustüre zu öffnen, in Kontakt zu sein mit all dem Schmerz, sich zu freuen über all das Gute das sich in Form von grossen Lastwagen voller Hilfsgüter, singenden Jugendlichen (welche für die Dörfer Geld sammeln) und in vielen weiteren kleinen und grösseren mitfühlenden Handlungen offenbart.
Während dieses Beben waren einige Hilfsorganisationen unterwegs und konnten so gleich Vorort anpacken, wie zum Beispiel Rokpa oder die Nepalesische Frauenorganisation.
Jedoch hören wir von vielen Seiten, dass es nach wie vor Dörfer gibt, welche so abgelegen in den Himalayas liegen, dass noch immer keine Hilfe sie erreichen konnten. Die einzigen Strassen sind vielfach komplett beschädigt, was es fast verunmöglicht die Zelte und 50kg Säcke Reis zu verteilen. Jedoch versuchen diese Organisationen wie auch die verschiedenen Klöster so gut es geht, abgelegene Dörfer zu erreichen und liessen sich in ihrer Hilfeleistung durch das zweite Beben nicht aufhalten.

Uns wurde bald klar gemacht, dass ohne Nepali, medizinische Ausbildung und körperlicher Kraft (für lange Fussmärsche mit Gepäck und in der Sonne) wir nicht direkt Hilfe leisten können, dies war für mich zuerst ein bisschen schmerzhaft zu akzeptieren, da das Leiden so nah und omnipräsent ist. Jedoch auch hier, eine grosse Lektion von unserer Situation in dieser kreisenden Existenz: Leiden ist immer präsent, überall, in uns und um uns. Dieser Tatsache ins Auge zu sehen, ohne zu beschönigen oder uns diesem Leiden zu verschliessen ist was uns zu spirituellen KämpferInnen machen kann- komme was wolle, wir müssen das Leiden und seine Ursachen in uns und um uns herum vernichten, endgültig beenden, egal wie lange diese Mission dauern wird; dies ist die Motivation einer Kriegerin des Erwachens.

So sind wir präsent hier, mit offenen Herzen und Ohren, im Kontakt mit den Leuten und versuchen uns in die Lage all unserer Nepalesischen Brüder und Schwestern hineinzuversetzen. Gespräche mit den Taxifahrern und Ladenbesitzern geben uns einen direkten Einblick in das Leiden des Verlusts von Angehörigen, Besitz und Einkommen und nähren den Wunsch zu tun was immer getan werden kann um diesen Menschen kurzfristig und langfristig aus allem Leiden zu befreien.






Samstag, 9. Mai 2015

Helfen, wo Hilfe gebraucht wird

Der folgende Bericht entstand nach einem Besuch in der Organi- sation ROKPA zwei Wochen vor dem Erd- beben.
Im Moment sind die älteren ROKPA Kinder zusammen mit Ehemaligen in voller „Action“ in den Dörfern, in welchen noch viele Leute ohne Hilfe, ohne Essen und ohne medizinische Versorgung ums Überleben kämpfen.
Hier kann mehr nachgelesen werden:



Als erstes begrüsste uns ein kleiner, kranker Hund. Wir erfahren, dass er von Lea Wyler bei der Boudha Stupa in Kathmandu aufgelesen und ins Kinderhaus gebracht wurde. So ein Glück hat dieses kleine Wesen. Nun hat es alle nötigen Behandlungen bekommen, wird von den Kindern  gut umsorgt.
(Leider haben wir vor ein paar Tagen erfahren, dass dieser süsse kleine Kerl nur ein kurzes Leben in der ROKPA Familie hatte, jedoch umringt von Freunden sterben konnte).

Nicht nur dieser kleine Hund sondern auch  57 Kinder und Jugendliche haben das grosse Glück in einem Umfeld von Liebe und Mitgefühl, Verantwortung und Fürsorge aufzuwachsen. Waisenkinder und Kinder verarmter Familien aus Nepal werden im ROKPA Kinderhaus aufgenommen.  Sechs nepalesische Angestellte, teilweise ehemalige Kinder des Kinderhauses, sind verantwortlich für das Wohl der Kinder in diesem Haus zusammen mit den Älteren welche schon früh lernen sich um ihre jüngeren „Geschwister“ zu kümmern
Der junge selbstbewusste jedoch sehr zurückhaltende Mann, Bijay, der uns durch das ROKPA Kinderhaus führte erzählte, dass er Teil der ersten 7 Kinder war, welche Lea aufnahm und wie ihre eigene Kinder umsorgte, eine gute Schule für sie aussuchte und dafür schaute, dass es ihnen vom Essen, über Medizin, elterlicher Wärme und Fürsorge an nichts fehlte. Nun ist Bijay selbst der Manager von dem ROKPA Kinderhaus, und sagt über seinen Werdegang: "Wenn ich heute danach strebe, meine Ziele mit Engagement und Entschlossenheit zu erreichen, erinnere ich mich stets daran, wie sich mein Leben änderte als meine zweite Mutter in mein Leben trat. Nachdem meine leibliche Mutter starb als ich fünf oder sechs Jahre alt war, und mich meine sogenannten Verwandten aussetzten, stand ich kurz davor, ein Taugenichts zu werden. Doch ich wurde von ROKPA aufgegriffen und in eine gute Schule geschickt. Seither habe ich nie zurückgeschaut."

Lea, "Mom" wie sie hier alle liebevoll nennen, hat zusammen mit Akong Rinpoche und ihrem Vater dem Rechtsanwalt Dr. Veit Wyler die Rokpa Organisation vor 35 Jahren gegründet, welche ihre Hauptzentrale in der Schweiz, in Zürich, hat. In diesen letzten drei Jahrzehnten wurden in 17 Ländern Rokpa Zentralen gegründet mit  denselben Zielen: Hilfe anzubieten wo Hilfe gebraucht wird. Der Hauptfokus ist auf Nepal und Tibet gerichtet. Doch werden auch Projekte in Zimbabwe und Südafrika unterstützt. Das Hilfswerk soll Menschen in Not helfen, unabhängig von ihrem politischen, religiösen oder kulturellen Hintergrund. Es ist das Ziel von Rokpa das Umfeld der Menschen zu respektieren und Hilfe Vorort zu leisten. Das Grundprinzip von Rokpa ist: Gebenden und Nehmenden begegnen wir auf Augenhöhe – es gibt kein Unterschied zwischen Wohltäter und Hilfsempfänger, auf den Grundprinzipien der Buddhistischen Lehren basierte. Wie Akong Rinpoche sagte:Es ist wichtig, alle Menschen einschliesslich unserer selbst nicht oberflächlich zu betrachten. Wir sollten die wahre Natur, die Essenz in jedem Lebewesen sehen.“
Es ist diese tiefe Weisheit die es uns erlaubt immer klarer die Gemeinsamkeit von uns allen zu erkennen.

Nach dem lebendigen Einblick im Kinderhaus erzählte uns Lea über ihre Reiseerfahrungen mit Akong Rinpoche. Sie sagte,dass die Projekte meist damit begannen, dass Hilfe angeboten und auf Grund dessen bewusst eine Spendeaktion ins Leben gerufen wurde um das benötige Geld zu erhalten.
So lebte Lea für einige Zeit mit gut 20 Kindern in einer Wohnung in Nepal bis eine Sponsorin das Geld für einen Hausbau spendete. Auch in diesem Moment teilte Lea mit leuchtenden Augen ihr nächste Projekt mit uns: sie möchte Kinder, welche mit „Leim schnüffeln“ hoffen ihr Leben auf der Strasse zu vereinfachen, eine Arbeitsmöglichkeit im Gastgewerbe geben.
Weiter sollen Frauen welche aus sehr armen Verhältnissen kommen und nun mit dem Herstellen von Meditationskissen und anderen Textilien ihre Familien ernähren können einen grösseren Raum bekommen. Das Land sei gekauft (und eben dieses Land hat den ROKPA Kindern und Nachbarn als Schutz gedient während und nach dem Erdbeben)und der Bau werde nächstes Jahr beginnen und das Geld, meinte Lea, naja, das werde dann schon kommen. Tiefes unerschütterliches Vertrauen in das Gute, welches ihr erlaubt vor keinem Projekt mehr zurückzuschrecken.
Eine Inspiration wie Mitgefühl in Handlung umgesetzt werden kann.




Sonntag, 3. Mai 2015

Weiterer Ort für sichere Spende für Nepal und eine Warnung

Wer über Shechen für Nepal spendet wird aufgefordert nur über Paypal einzuzahlen, da sonst das Geld über die Regierung fliesst. Darum, Shechen bittet nur über Paypal einzuzahlen

Ein weiterer sicherer Spende Ort ist die folgende:
Dies wird direkt an die Karma Kagyu Klöster gesendet, welche in die abgelegnen Dörfer gehen und dort Hilfe leisten.
Für: Rigpe Dorje Schweiz 
Vermerk: Soforthilfe Erdbeben
Bank: UBS Bern 
IBAN: CH57 0023 5235 6992 5740 T
          BIC: UBSWCHZH80A

DANKE! 

Freitag, 1. Mai 2015

Spende für Nepal

Unglaublich viele Leute arbeiten hier Tag und Nacht für all die Frauen, Männer, Kinder welche in kürzester Zeit alles, alles verloren haben.
Zwei Organisationen haben wir besucht und wir können sagen, dass diese unglaubliche Arbeit vor Ort leisten- neben vielen, vielen anderen Organisationen.

Die Shechen Mönche haben wir gesehen, mit Helmen, Handschuhen und Megaphon haben sie vor dem Kloster Gruppen organisiert welche in die Dörfer fuhren um dort anzupacken. Nebenbei haben hunderte von Leuten im Vorhof des Klosters ihre Zelte aufgeschlagen oder einfach einen Plastik gespannt um Schutz zu suchen. Eine Klinik mit Krankenschwestern und trainierten Mönchen versorgt die kranken Patienten des Zeltlagers.
http://karuna-shechen.org/news/help-earthquake-victims-in-nepal/

Das Rokpa Kinderhaus hat ihre Kinder in einem Stück unbebauten Land in Sicherheit bringen können. Seit dem Erdbeben kochen und schlafen die Kinder draussen. Viele haben Verwandte in den Dörfern und so ist die Organisation dabei eine Art Nothilfe-Zentrum einzurichten und damit die Lieferung von Hilfsgütern wie Zelten, Medizin und Kleidung zu organisieren. 
http://www.rokpa.org/ch_DE/home.html



Mittwoch, 29. April 2015

Geschüttelt und Erschüttert

Nach wie vor sind wir in Nepal. Wir drei sind wohl auf. In dem Nonnenkloster in dem wir hier wohnen sind die Gebäude sehr stark und der grosse Innenhofes der von den Wohngebäuden und dem Tempel umgeben ist, diente uns zuerst als Schutz und nun als Schlafplatz. Im Allgemeinen ist in diesem Stadtteil von Kathmandu, in Boudha, der Schaden verglichen mit andern Stadtteilen und den Dörfern gering. 
Die Nonnen hier sind unglaublich herzlich und umarmen mit ihrer Gastfreundschaft uns alle und einige mehr die hier gestrandet sind.

Ich werde nun häufig gefragt, welche Hilfe die beste ist und wo Einzahlungen gemacht werden können. Nun, wir sind grade dabei, dies auszuchecken und es scheint klar zu sein, dass es besser ist direkt sich mit Leuten in Verbindung zu setzen welche in die Dörfer gehen wo die Hilfe am dringendsten gebraucht wird und dort vor Ort helfen ohne grosse Administration. Ich werde in den nächsten Tagen einen oder mehrere möglichen Kontakte bloggen.

Donnerstag, 16. April 2015

Wir haben ein Wissen über alles, ausser über unseren eigenen Geist, welcher meist zutiefst ignorant über sich selber bleibt. 
Der Gyalwang Karmapa in New Jersey

Donnerstag, 9. April 2015

Als Student auf Besuch in den Universitäten der USA

"Ich denke, wenn wir dem Mitgefühl einen anderen Namen geben möchten, dann könnten wir sagen, dass es darum geht ein Gefühl von Verantwortung in Bezug auf die Realität des abhängigen Entstehens zu entwickeln." Gyalwang Karmapa

Was der Gyalwang Karmapa damit sagen möchte kann mit einem weiteren Zitat besser verstanden werden:

"Es kann sein, dass wir Kleider aus der USA tragen, jedoch werden die meisten Kleider nicht in der USA angefertigt. Sie werden in anderen Ländern hergestellt, häufig in Entwicklungsländer. Das heisst, Mitgefühl entwickeln beinhaltet ein grösseres Bewusstsein über die Bedingungen in den Fabriken in welchen die Kleider hergestellt werden und die Härten welche die Fabrikarbeiterinnen und -arbeiter durchleben müssen. Mitgefühl könnte ein grösseres Bewusstsein über ihre schwierige Situation hervorrufen, im Gegensatz zur angenehmen Situation welche wir geniessen. Mit unserem Kauf von Kleidern scheint es, dass wir das gute Ding bekommen und sie das Schlechte. Wir bekommen die guten Zeiten und sie bekommen die harten Zeiten." 

Der Gyalwang Karmapa ist seit drei Wochen auf seiner 2 Monat- igen Reise durch die USA. Dieser dritte Besuch in die USA sollte es dem Gyalwang Karmapa ermöglichen, Einblick in die grossen Universitäten zu bekommen. Wie der Karmapa selbst sagte, war es sein Wunsch als Student auf diese Reise zu gehen und nicht als Lehrender. Jedoch wollte dann doch jede Universität wenigstens in einer Veranstaltung etwas von dem jungen Spirituellen Meister hören. Wer schon Berichte auf http://kagyuoffice.org oder auf http://www.karmapaamerica2015.org gelesen und Fotos betrachten konnte, kann die grosse Freude und tiefe Wirkung sehen und spüren welche der Karmapa in den Personen hinterlässt. Jedoch auch für den Führer der Karma Kagyu Linie selbst, denke ich mir, sind diese Begegnungen und dieser Austausch mit Studentinnen und Studenten, Professorinnen und Professoren eine Erfahrung welche sicherlich nachhaltig seine Art des Lehren und Wirkens beeinflussen werden.


Hier können auch die verschiedenen Teachings angeschaut werden.

Freitag, 3. April 2015

Rehabilitation für den Herzens-Geist


Manchmal ist es nötig ein klappriges Auto wieder mal für längere Zeit in eine Garage zu geben, für einen rundum check up. Nur Tanken und ein bisschen Putzen reicht nicht mehr, die Teile müssen gründlich untersucht werden, alte ersetzt, einige geputzt, wieder andere renoviert werden. Auf ähnliche Weise empfand ich es mit meinem Geist. Manchmal braucht es einfach wieder einen rundum check up in dem man seinen Herzens-Geist in die "Garage" stellt und gründlich untersucht.

Eine der Funktionen des Retreats ist eine solche total Revision in der wieder mal tiefer geguckt werden kann, welche Geisteszustände sind nun wirklich nicht mehr nötig und welche unbedingt verstärkt werden sollen, -was sind Gewohnheiten welche zur Befreiung führen und welche fördern die Verwirrung.
So ganz ohne Internet, im Schweigen und mit der Unter- stützung meiner Nonnen-schwestern war dies wieder eine sehr wertvolle Zeit um einfach den Raum zu haben um hinzugucken ohne gleich in eine Handlung zu gehen und die Gedanken und Emotionen geschehen zu lassen, anzuschauen, los zu lassen- so quasi ein Rehabilitationszentrum für den Herzens-Geist.

Nun geht es wieder darum dieses Rehabilitationszentrum immer dabei zu haben, mini Retreats während dem Alltag zu machen, in dem wir dem Geist diesen Raum des Seins geben können. Wir sind wieder zurück beim Tanken und ein bisschen putzen jedoch ist da ein Gefühl der frische und Klarheit welche auf die Zeit in der Garage hinweist und so die weiterfahrt auf dem Weg unterstützt.

Sonntag, 15. März 2015

Rückzug

Wir haben uns ein bisschen zurückgezogen… darum auch mehr Stille im Blog… werden nochmals für 10 Tage in einem Gruppenretreat im Pullahari Kloster in Nepal sein… und dann werden auch im Blog wieder mehr Worte erscheinen...

Mittwoch, 14. Januar 2015

Alle 5 in Bodhgaya


Seit dem 5. Januar sind wir alle 5 Nonnen wieder zusammen hier in Bodhgaya- und kaum ist die Damchö-la in Bodhgaya gelandet haben wir einen Segen von Ringu Tulku und hier auf dem Bild von dem Ehrwürdigen Jamgon Kongtrul Rinpoche bekommen.
Dieses Jahr, während dem großen Gebetsfestival hat Jamgon Kongrul Rinpoche Unterweisungen gegeben und trotz seinen jungen 19 Jahren uns tiefe Weisheit vermittelt und mit seiner grossen liebenden Güte unsere Herzen erwärmt. Wer gerne einen Geschmack von diesen Unterweisungen bekommen möchte kann hier nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=cSdB9-QVAek

Wie im letzten Blog erwähnt, werden an der Arya Kshema Nonnen-Zusammenkunft- welche im Moment in Bodhgaya statt findet- grosse Neuigkeiten verbreitet. Auch lehrt der Gyalwang Karmapa weiter vom 16. bis 19. und 20. bis 23. Januar zu dem "Juwelenschmuck der Befreiung" von dem Meister Gampopa. Wer reingucken möchte muss ein bisschen früh aus dem Bett, das heisst 4 Uhr morgens bis 5.30 Uhr mitteleuropäische Zeit. Es gibt Übersetzung in Englisch, Deutsch und Spanisch. Wer interessiert ist, jedoch kein Frühaufsteher, kann sich diese Unterweisungen auch im Nachhinein auf https://www.youtube.com/watch?v=0nHyFdZApNE anhören (jedoch nur auf Englisch oder Chinesisch).
Am 24. Januar wird die Abschlusszeremonie stattfinden und am nächsten Tag geht's für uns vier (ohne Damchö-la) auf nach Nepal…um uns ein bisschen in die Berge zurückzuziehen. 

Sonntag, 11. Januar 2015

Historischer Moment

Gestern hat der Gyalwang Karmapa Geschichte geschrieben. Nach Jahren der Diskussion zwischen grossen Meistern und Gelehrten warum oder warum nicht die Volle Ordination für Nonnen (Bhkshuni/Gelongma Ordination) in der Tibetischen Tradition eingeführt werden sollte- hat nun endlich jemand dem Diskussionsprozess ein Ende gesetzt. Der Gyalwang Karmapa verkündete, dass ab dem nächsten Jahr der Prozess der Bhikshuni Ordination beginnen wird. Das heisst, dass zuerst nochmals die Novizinnen Gelübde und dann das zweijährige Training (Shikshamana/Gelobma Training) von einer zweifachen Sangha gegeben wird. Eine Sangha aus mindestens 5 Nonnen aus der Dharmagupta Linie (der Chinesischen Vinaya-Linie- die einzige Nonnenübertragungs Linie welche seit der Zeit des Buddhas bis heute überlebt hatte) und mindestens 5 Bhikshus aus der Mulasarvastivada Vinaya Tradition (in welcher die Tibetischen Mönche ordinieren) werden die Gelübde übertragen und somit die Nonnenlinie in der Tibetischen Tradition in Übereinstimmung mit der Vinaya einführen.
Diese Ordination wird für ausgewählte Nonnen durchgeführt werden, welche innerlich und äusserlich alle unterstützenden Bedingungen haben um mit diesem Training zu beginnen.