Samstag, 19. Dezember 2009

Live mit dabei


Ab morgen werden wir hier in Bodhgya die Belehrungen Seiner Heiligkeit Gyalwang Karmapa zum Text "Nagarjunas Brief an einen Freund" erhalten. Wer immer moechte, kann live mit dabei sein. Die Belehrung wird in Deutsch (wenn alles klappt) direkt ueber das Netz laufen. Die Zeiten sind Sonntag, 20.12. von 13.30 bis 15.30 Uhr und von 19.30 bis 21.30 Uhr (Schweizerzeit).
Das "webcast" findet sich auf der Seite: http://www.kagyumonlam.tv und vielleicht werden auch auf der Kagyu office Seite noch zusaetzliche Instruktionen gegeben.
Falls wir noch genauere Infos erhalten werden sie morgen auf diesem Blog sein.

Waere schoen wenn ein paar von euch, zusammen mit uns, die Worte von diesem grossartigem Lehrer hoeren koennen.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Verschiedene Darbringungen


Nur einen Tag nach unserer Ankunft, durften wir unsere zwei mexikanischen Dharmaschwestern hier in Bodhgaya begrüssen. Nun sind wir wieder komplett und freuen uns, dass wir die Möglichkeit haben, als eine Gemeinschaft hier an diesem so starken Ort zu sein.

Während Nangpel-la, Drölma-la und ich die wertvolle Zeit bei der Stupa mit formaler Praxis voller Freude und Dankbarkeit ausfüllen, sitzt Damchö-la mit freudvoller Hingabe vor dem Computer und widmet sich einer Übersetzungsarbeit nach der anderen. Im Moment arbeitet sie an der Übersetzung des Theaters über Milarepas Leben, das Gyalwang Karmapa selbst komponierte.

Dank ihrer Hingabe für diese Arbeit werden wir- nicht-tibetisch Sprechenden- diesem Theater am 1.Januar folgen können.
Jede mit ihrem Fokus und doch gemeinsam, teilen wir diese wunderbare Zeit hier.

Freitag, 11. Dezember 2009

Bodhgaya


Nun sind es doch schon zwei Wochen, seit wir - Damchö-la und ich- uns mit Sack und Pack auf den Weg machten, zu dem wohl heiligsten Ort der Buddhisten, Bodhgaya. Hier, mit dem festen Entschluss, sich aus allem Leiden zu befreien, setzte sich Buddha Shakyamuni vor über 2500 Jahre unter einen Baum, versunken in tiefer Meditation, erwachte er zum vollen Potential des Geistes. Somit wurde Bodhgaya ein Pilgerort für die Buddhisten aller Traditionen und einen Ort, an dem all die verschiedenen Lehren Buddhas praktiziert werden. Es scheint nicht von ungefähr zu sein, dass dieser heilige Platz inmitten des ärmsten Staates von Indien ist und somit uns täglich konfrontiert mit all den verschiedenen Formen des Leidens die in unserer Welt existieren. Dies macht einen Aufenthalt in Bodhgaya zu einem sehr intensiven und direktem Erlebnis, mit den einerseits Bäche, ja Wasserfälle an Segen und Inspirationen die auf uns niederprasseln und andrerseits der Konfrontation mit Armut, körperlichen und geistigen Leiden und vor allem mit der Auseinandersetzung des eigenen Geistes, wie er auf diese Konfrontationen reagiert und den Test, wie viel man von den wertvollen Worten Buddhas nun wirklich in die Praxis setzen kann. Dies hilft um ein mal mehr zu anerkennen, dass ich ganz am Anfang dieses Pfades bin und es noch ganz viel aufzudecken gibt, nährt jedoch auch die unglaubliche Freude einen solchen Weg gefunden zu haben und die Wertschätzung und das Vertrauen in das Potential und den Reichtum in jedem von uns.

Mittwoch, 25. November 2009

Studienpläne unserer Gemeinschaft

Man kann sagen, dass der buddhistische Pfad mit einem Verständnis von Leiden und seinen tiefen Ursachen beginnt und der Vollkommenheit der Weisheit endet. Daraus erfolgt, dass wir das aktive Streben nach Wissen unbedingt erforderlich finden, für das monastische Training und die kontemplative Praxis, die wir in dieser Gemeinschaft durchlaufen. Anfangs Januar 2010 werden drei von unserer Gemeinschaft an einem Fünfjahresstudienprogramm teilnehmen, welches Buddhistische Philosophie, Meditation, Geschichte und tibetische Sprache deckt. In Zusammenarbeit mit SH Gyalwang Karmapa entwickeln wir einen Lehrplan, der die Stärke der westlichen Bildung mit dem Reichtum und den Werten des mehr traditionellen tibetischen monastischen Trainings und Studiums vereinigt.
Für die buddhistische Philosophie und Meditation wenden wir uns zu mehr traditionellen tibetischen Bildungsmethoden, während wir für die Basis in Buddhistischer gesellschaftlicher und intellektueller Geschichte und für einen zusätzlichen Kurs über die Rolle der Frau in buddhistischen Institutionen, Geschichte und Praxis mehr die westlichen Ausbildungsmethoden herbeiziehen. Wo immer es passend ist, wird unsere Klasse dem Beispiel einer akademischen Ausbildung einer westlichen Universität folgen und ansonsten leitet uns die Übertragung der buddhistischen Weisheit, die sich schon über Jahrhunderte in dem tibetischen Schulungssystem entwickelte. Die tibetische Sprache ist ein Bestandteil in unserem Studienprogramm und folgt den westlichen pädagogischen Prinzipien.

Als Start werden Tenzin Nangpel, Karma Lodrö Drölma und ich von Januar bis März den zehn-wöchigen Kurs in buddhistischer Philosophie besuchen, welcher dieses Jahr mit drei Lehrmeinungen von den Hauptschulen der buddhistischen Denksysteme beginnt. Dieser Kurs wird sich über fünf Jahre jährlich fortsetzen und findet im Pullahari Kloster in Nepal statt. Während sich die meisten traditionellen tibetischen Studienprogramme auf den Standpunkt und die Texte einer einzigen Schule des tibetischen Buddhismus beschränken, beschäftigt sich dieses Programm in diesem Jahr mit dem Text; Die drei Grundsätze des Pfades, verfasst durch den Gründer der Gelugpa Schule, Lama Tsong Khapa. Als Kommentar wird ein Text von Jamgon Kongtrul Lodro Thaye verwendet. Er war ein führender Meister der Kagyu Schule und eine treibende Kraft in der anti-sektierischen, Rime- Bewegung im 19. Jahrhundert in Tibet. Als solches reflektiert dieses Programm die Verpflichtung unserer Gemeinschaft zu einer offenen und einbeziehenden Haltung zur Bildung. Ein weiterer Bestandteil des Kurses in Nepal wird eine graduelle Einführung in die verschiedenen Stufen der Meditation sein.

Hier kannst du das detaillierte Programm für dieses traditionelle Studium anschauen.

Im Allgemeinen wird unser Studienprogramm dem Rechnung tragen, dass wir schon im westlichen Bildungssystem studiert haben. Dies führt zu einer etwas anderen Gewichtung, als wir es normalerweise in der mehr traditionellen monastischen Schulung finden. Jedoch ist dies für uns eine Gelegenheit, das Hilfreiche und Förderliche der westlichen Bildung mit dem was wir vom Dharma so hoch wertschätzen, zu verbinden.
Zusätzlich wird unser Studienprogramm ein großes Schwergewicht auf das Thema Frauen im Buddhismus legen. In den meisten Darstellungen des Buddhismus sind die Frauen schlicht unsichtbar. Um dieses Ungleichgewicht wieder gut zu machen, werden wir uns in fortlaufende Studien über die Geschichte der Rolle der Frauen in buddhistischen Gemeinschaften widmen, um damit ein klareres Bild von den vielen weiblichen Praktizierenden zu bekommen, die über Jahrhunderte ihren Beitrag im Buddhismus geleistet haben.

Wir hoffen, dass das, was wir in diesem Prozess, der Entwicklung dieses Studienprogrammes, lernen, vielleicht auch inspirierend und unterstützend für andere Gruppen sein mag, die das tibetische und westliche Bildungssystem verbinden möchten.
Die geschichtliche Unausgeglichenheit in der Stellung von Männern und Frauen in den buddhistischen Gemeinschaften hatte die Kluft der Bildungsmöglichkeiten zwischen Mönchen und Nonnen sehr vergrößert. Der Beitrag eines Studienprogrammes für Nonnen ist einen Weg um eine gesunde Balance zwischen den Geschlechtern herzustellen. Diese ist entscheidend, für das florieren des Dharma im 21.Jahrhundert und darüber hinaus.

Mit unserem Studienprogramm sind zusätzliche Kosten verbunden, die über unser tägliches Budget hinausgehen. Wir schätzen die jährlichen Kosten auf 6100 sFr. Dies beinhaltet den Aufbau einer Bibliothek, Lohn für die Lehrer und Lehrerinnen und die geschätzten Kosten für den zehn-wöchigen Studienkurs in Nepal (3600sFr.).
Damit das Studienprogramm für unsere Gemeinschaft möglich wird, sind wir auf Unterstützung von euch allen, die einen Wert in unseren Aspirationen sehen, angewiesen. Falls du die Möglichkeit und den Wunsch hast, uns in diesen Zielen zu unterstützen, dann sind wir sehr dankbar für jeden Beitrag, egal welcher Größe, wie auch für deine Ermutigung.
Wenn du etwas einzahlen willst, ist Paypal auf unserer Webseite www.nunscommuntiy.net der einfachste Weg oder mit einem Einzahlungsschein zu Rahel Gertsch, Raiffeisenbank Sulgen: Kontonr.25912.12
IBAN Nr.CH47 8141 1000 0025 9121 2
Für andere Zahlungsmöglichkeiten kannst du uns auch kontaktieren. Vielen Dank!

(Dies ist ein Gemeinschaftsbrief, übersetzt aus dem Englischen…)

Montag, 23. November 2009

Zähneklappern zu zweit

Seit fast zwei Wochen sind Damchö-la und ich alleine hier in unserem pinken Haus und ja ... es ist tatsächlich ziemlich kalt geworden...
Nichtsdestotrotz sitzen wir voller Freude vor unseren Computern um die letzen kleinen Arbeiten für den Kagyu-Mönlam zu erledigen. Noch bevor unsere lieben mexikanischen Schwestern nach Nepal- für ein neues Visum- verreisten, haben sie zusammen mit Damchö-la die wunderbare Möglichkeit bekommen, den Text „Brief an einen Freund“ vom Edlen Nagarjuna in Spanisch zu übersetzen. Vor allem Nangpel-las Freude und Fähigkeit in schriftlicher Sprache konnte voll zum Ausdruck kommen. Es ist der Text, anhand dessen Gyalwang Karmapa seine Belehrung für Westler in Bodhgaya geben wird.
So haben wir verschiedene kleinere und größere Arbeiten für den Mönlam bekommen, die nun alle langsam zu einem Ende kommen ... deshalb auch wieder etwas Raum für den Blog ...

Sonntag, 22. November 2009

Frischer Wind im Oktober…

Das Wetter war trocken und warm, jedoch hat sich rund um und in unserer Gemeinschaft so viel ergeben, dass der Blog nicht mehr seine gewohnte Aufmerksamkeit bekam.
Da muss ich nun wohl etwas nachholen …
Mit dem Zurückkommen unserer lieben Älteren Damchö-la, kamen auch ganz viele frische Inputs, Inspirationen, Wissen, Geschichten und viel Unterstützung abgestimmt für jeden Einzelnen von uns in unser Haus. So wurde der Tagesplan etwas dieser Fülle von Austausch angepasst. Große Freude und Dankbarkeit füllen unsere Herzen, eine solche Ältere um uns zu haben.
Weiter wurden wir Mitte Oktober noch einmal mit 4 Tage und dann mit 3 Tage Belehrungen von SH Dalai Lama in Mc Leod Ganj beschenkt.
Ein kleines Tröpfchen aus diesem Ozean der Weisheit:
„Wir müssen die Beschränkung der Werte der materiellen Güter verstehen.“...
„Wir müssen uns wirklich anstrengen, um bekannt zu machen, dass die eigentliche Glücklichkeit in uns selber liegt. Bitte! Schenkt unseren inneren Werten mehr Aufmerksamkeit!“

Sonntag, 18. Oktober 2009

Studieren, studieren, studieren

Seit Anfangs August habe ich nun wieder ca. 4 Tage die Woche Tibetisch Unterricht. Leider wurde die Lehrerin, die ich am Anfang hatte, ziemlich krank und danach hatte sie keine Zeit. Aus diesem Grund musste ich mich fuer neue Moeglichkeiten umsehen. In der Zwischenzeit studierte ich fuer mich selber, fokusierte mich vor allem auf die Rezitationen die ich taeglich in Tibetisch mache, so dass ich mehr und mehr direkt verstehen kann, was ich rezitiere (ohne nachcher die Uebersetzung lesen zu muessen). Als weiteres nahm ich mir verschiedene Buddhistische Texte vor, die ich Wort bei Wort uebersetzte um einen Dharmawortschatz aufzubauen. Damit bin ich nun neben der Klasse immer noch beschaeftigt…
Mit den zwei tibetischen Frauen, die je fuer zwei Tage kommen, uebe ich mich nun im “Hoeren”. Sekunde fuer Sekunde, Minute fuer Minute hoeren wir uns eine Belehrung an, die ich dann versuche in Tibetisch in den Compi zu tippen. Im Moment braucht es noch sehr viel Geduld, Ausdauer und die grosszuegige Hilfe meiner Lehrerinnen, doch macht es grosse Freude immer mehr die Worte des Lehrers direkt verstehen zu koennen.
Na, nun seid ihr wieder mal “up to date” was im Tibetischen-Studium im Moment bei mir so lauft. Ich musste in diesen Monaten auch feststellen, dass so ein Zusammenleben in der Nonnengemeinschaft auch seine verdiente Aufmerksamkeit braucht- mehr als ich zuerst einraumte und ich so etwas ausbalancieren musste, zwischen Studium, formaler Praxis und dem Dienen der Gemeinschaft (Austausch, Budget,formale Meetings, Organisationen versch. Art, Telefonate, E-Mails, Kochen, Waschen, Putzen…), was nun einen Tag unglaublich reich und vielfaeltig macht. So freue ich mich mehr und mehr zu lernen wie alles mehr und mehr Dharmapraxis bekommen kann- mit der richtigen Motivation (zum Wohle der Wesen zu wirken) und der richtigen Geisteshaltung (im Moment zu sein, achtsam, gleichmuetig, freudvoll). Natuerlich bin ich ganz, ganz am Anfang dieser Uebung, doch bin ich sehr Dankbar fuer die Moeglichkeit, dass ich hier in dieser Gemeinschaft dieses Training geniessen darf.

Oh, nun bekommt ihr ganz direkt mit, wie das mit dem Unterricht mit den Tibeterinnen so zu und her geht. Nun, ganz unverhofft, habe ich wieder jeden Morgen mit der Lehrerin, die krank war, Unterricht. Da sie sehr gut ist (sie spricht ganz gut Englisch und ist als Lehrerin ausgebildet) und nun Zeit hat, ist der Studienplan wieder etwas anders. Mit Gen-la (Lehrerin in Tibet.) gehe ich durch ein Buch von SH Gyalwang Karmapa und uebersetze mit ihr Satz fuer Satz. Wir haben diese Arbeit schon vor Monaten begonnen, blieb nun jedoch liegen, da ich dazu wirklich eine Lehrerin brauche, die auch Englisch spricht. Ja, ja, so ist das hier ein bisschen, jeden Tag wieder ein Ueberraschung: Wie viel Stunden Unterricht, mit wem, um welche Zeit… ein bisschen anders als in der Schweiz…

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Vorfreude!

Nun ist es so weit, nach fünf Monaten können wir heute unsere liebe “Aeltere” Damchö-la hier in Empfang nehmen.
Damchö-la hat erfolgreich ihre Doktorarbeit abgeschlossen. Wir freuen uns sehr über ihre Arbeit zu hören, für die sie tief in all die Geschichten der Nonnen zu Buddhas Zeit eintauchte.

Nangpel-la, Drolma-la und ich haben in dieser Zeit auch sehr viel lernen dürfen, voneinander, miteinander, und natürlich sehr viel über uns selber.
Nach viel „innerer“ Putzarbeit haben wir uns nun letzte Woche einem richtigen Frühlingsputz gewidmet.


Ein blitzeblank geputztes Haus und drei glückliche Herzen warten nun auf Damcho-la

Mittwoch, 30. September 2009

Ozeangleicher Dharmanektar

Vor zwei Wochen hatten wir wieder mal das unglaubliche Glück, 3 Tage Belehrungen von SH Dalai Lama zu erhalten. Angefragt von seinen Schülerinnen und Schüler aus Korea, gibt er meistens in dieser Jahreszeit Belehrungen in Namgyal Kloster in Mc Leod Ganj. Mit einer grossen Anzahl aus der Tibetischer Sangha, vielen Laienfrauen und Laienmänner, natürlich einer grossen Gruppe Koreanerinnen und Koreaner sowie einigen WestlerInnen, JapanerInnen etc., ist dies immer ein freudvolles Zusammenkommen.

Die Belehrungen zum Text "Nagarjuna's Kommetar des Erwachten Geistes (Bodhichitta)" wurde von SH wieder in einer tiefsinniger Weise erklärt, dass beinahe jeder Satz davon Tage- Wochen, Monate -ja Jahre… beanspruchen würde, darüber Nachzudenken und zu Meditieren.

Nichtsdestotrotz waren diese Belehrungen für uns drei Nonnen eine grosse Freude. Wir konnten erfahren, wie durch die Früchte unserer täglichen Praxis (das Hören von Belehrungen, das Lernen der tibetischen Sprache, das Ausführen der formalen Praxis, sowie das achtsame Zusammenleben in unserer kleinen Nonnengemeinschaft) es möglich wurde, die Belehrungen SH Dalai Lama Tröpfchenweise aus diesem ozeangleichen Dharmanektar mit unserem Verständnis und unserer Erfahrungen des Dharma tiefer zu verknüpfen.

Natürlich ist uns immer noch der grösste Teil verborgen, doch eben grad dies fördert die freudvolle Anstrengung, die Studien und formale Praxis zu vertiefen und mehr und mehr ins Leben zu integrieren.

Dienstag, 15. September 2009

Tropfen des Dharmas in einem Pinselstrich

Im Moment hören wir in unserer täglichen “Unterrichtsstunde” die Belehrungen von Gyalwang Karmapa an, die er dieses Jahr im Maerz in Sarnath gegeben hat. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir, dank Drolam-la’s Ordination in Saranath, diese wertvollen Worte direkt hören konnten und freuen uns darüber durch diese Aufnahmen immer wieder die Gelegenheit zu haben, diesen Dharmanektar tiefer einsinken zu lassen.

Hier, zusammen mit einem kleinen Video, möchte ich ein paar Tropfen aus diesem Ozean von Weisheit mit euch teilen:

„Ich (Gyalwang Karmapa) zeichne viel und wenn ich zeichne, dann vor allem im chinesischen Stil mit Wasser, Farbe und Tinte. In diesem Stil gibt es zwei Arten: erstens; man fokussiert sich auf ein Thema, zweitens; man zeichnet die Details.

Meistens fokussiere ich mich auf ein Thema. Es geht darum dieses Thema mit einem einzigen Pinselstrich aufs Papier zu bringen. Zum Beispiel; einen Bambus in einem Pinselstrich zu zeichnen. Doch bis dies mit einer Natürlichkeit und Leichtigkeit geschehen kann braucht es viele Versuche und viel Anstrengung.

Das Ganze wirkt am Anfang etwas unnatürlich. Doch mit der Zeit kann sich der Geist entspannen und der Pinselstrich kann auf natürliche Weise eine tiefere Bedeutung ausdrücken. Doch diese tiefere Bedeutung kann nur auf das Papier gebracht werden durch die vorangegangene Anstrengung und Übung.

Ähnlich ist es mit unserer Meditationspraxis: Wir, als Anfänger, haben manchmal das Gefühl, dass unsere Praxis nicht echt wirkt und wir viel Anstrengung brauchen um die Qualitäten wie z.B. Hingabe (oder liebende Guete etc.) zu entwickeln. Doch wenn wir kontinuierlich dabei bleiben und die heilsamen Gedanken kultivieren, wie zum Beispiel immer und immer wieder über die Qualitäten des Dharma-Lehrers/der Dharma-Lehrerin nachzudenken (oder über die positiven Eigenschaften unserer Mitmenschen etc.) und immer und immer wieder unseren Geist überprüfen, ob er sich noch im Training dieser Qualität befindet und wenn nicht, wir ihn immer wieder zu diesem Training zurück holen, wird eines Tages z.B. Hingabe (oder liebende Guete etc.) ganz natürlich entstehen.“


(Notizen aus einer Belehrung von Gyalwang Karmapa in Sarnath Maerz 2009, und in Klammern Zusaetze aus anderen Belehrungen.)

Mittwoch, 26. August 2009

Nonnenschwestern aus England

Immer wieder ist es eine Freude für uns, Kontakte mit Nonnen aus den verschiedenen Ländern zu pflegen.
Choedron-la und Samchoe-la, beide aus England und sind seit 14 und 15 Jahre Nonnen. Da ist ein so grosser Reichtum an Wissen, Praxiserfahrung und Geschichten vorhanden, dass wir jungen Schnaufer nicht mehr aus dem Staunen raus kommen. Ein gemeinsamer Lunch kann da wirklich nur einen kleinen Einblick in diese Schatztruhe geben, die unsere Aelteren für uns oeffnen.
Für mich ist es immer wieder von Neuem eine solche Inspiration all diese ver- schiedenen Wege und Erfahrungen der Nonnen zu hören. So verschieden die Wege auch sein mögen, die Gelübde, die wir alle im Herzen tragen und das gemeinsame Ziel, ist das, worin wir uns gemeinsam vorwärts bewegen und immer verbunden sind.

Donnerstag, 13. August 2009

Das Vogelbaby “Soenam”

Als wir vor gut einer Woche glücklich und beschwingt auf dem Heimweg waren, sah Nangpel-la kurz vor unserem Haus einen Vogel in einer grossen Wasserlache sitzen. Wir wunderten uns über sein Verhalten, etwas war sehr seltsam.
So stieg Drolma-la kurzerhand zu diesem kleinen, braunen Tümpel und betrachtete die Situation von Nahem. Und tatsächlich, es war ein kleines Greifvogelbay (wir tippen auf einen Adler…) das von einem anderen -sehr wahrscheinlich Vogel- angegriffen wurde. Als Drolma-la dieses zitternde Feder-Bündel mit rotem kahlen wunden Kopf in ihren Händen hielt, entschlossen wir, sie in unsere Wohnung zu bringen. (Wir entschieden, dass es eine „sie“ sein muss, sonst wird es etwas schwierig mit dem Leben in einer Nonnengemeinschaft…).
Während Nangpel-la eine Kartonschachtel vorbereitete, wartete der neue Gast mit offenem Schnabel auf unsere Gastfreundschaft. Tröpfchen bei Tröpfchen versuchten wir unser bestes doch schien es nie genug zu sein.
Als dann immer wieder Atembeschwerden sichtbar wurden und sie die Flügel heftig auf und ab schlug, sahen wir, dass die Verletzungen viel gravierender waren, denn angenommen.
So sass unser kleiner Gast zwischen meinen Schwestern in der Meditationssession in seiner Kiste und konnte sich langsam entspannen.
In unserer Abendmeditation über Mitgefühl (Chenrezig) versuchten wir uns in das Leiden der Tiere einzufühlen, danach rezitierten wir verschiedene Texte und Mantras.
Wir sahen wie sehr sie leidet in diesen letzten Stunden und liessen uns berühren mit der Tatsache, dass genau in diesem Moment ganz viele Wesen mit dem Tode ringen...
In diesem Prozess hielt der kleine Vogel ganz fest die rote gesegnete Kordel von Gyalwang Karmapa mit seinen kleinen Krallen umklammert.
Um 11 Uhr in der Nacht liessen wir sie in einem ruhigen, geschützten Eckchen von unserem Balkon alleine.
Durch all das Glück dass sie in ihren letzten Stunden noch erfahren durfte gab Drolma-la ihr den Namen “Soenam” was “Verdienste” in tibetisch bedeutet.
Tatsächlich starb Soenam in dieser Nacht, liess diesen kleinen Vogelkörper hinter sich…

Da wir alle so engagiert waren, gab es keine Fotos, doch ich hoffe der Bericht lässt in euch die Bilder von selber entstehen.

Sonntag, 9. August 2009

Sonntagnachmittag…

Die Berichte kommen, die Berichte kommen… wir freuen uns ueber die Moeglichkeit per Email, Blog und Skype mit euch allen in Kontakt zu sein. So sieht das aus, am Sonntagnachmittag… Keine Angst, ich tauche nicht jedesmal so direkt in den Computer ein. Drolma-la hat mich grad erwischt, als ich noch “schnell” was schreiben wollte…

Dienstag, 28. Juli 2009

Video mit SH Dalai Lama und SH Karmapa

Einen kleinen Einblick in die starke Verbundenheit von SH Dalai Lama und SH Karmapa und die damit verbundene Verantwortung…
Der zweite Junge Lama im Video ist Ling Rinpoche- er war in seinem letzten Leben der Tutor vom 14th Dalai Lama.




Nachdem ich gestorben bin, dieses Vermaechnis wird weiter leben...
Die Struktur die ich gebildete habe hat schon Form angenommen...
Ihr zwei Lamas seid noch jung,
und wenn ich sterbe ihr werdet diejenigen sein, die meine Arbeit weiterfuehren werden.

Dienstag, 14. Juli 2009

Regenguesse

Nun glauben es auch wir… der Monsoon hat gestartet…

Nach den ersten Regen- guessen, mussten wir ernsthaft ueber Aenedrungen nachdenken, falls wir nicht die Kueche und den ganzen unteren unvermieteten Stock in ein Swimmingpool umwandeln wollten…
So, unsere clevere Hausmeisterin-Nonne Drolma-la nutzte all ihren Erfindergeist um ein paar wichtige Massnahmen zu treffen.
Und tatsaechlich, die Wasserfaelle im Haus reduzierten sich zu kleinen Rinnsale... wenigstens fuer den Moment...und das ist ja was zaehlt.

Sonntag, 12. Juli 2009

Geburtstag von SH Dalai Lama

Die “Krebse” scheinen stark zu sein in der “Etage” der grossen Meister… Am letzten Montag, 6. July wurde hier und auf der ganzen Welt den 74. Geburtsag SH Dalai Lama gefeiert.
Wir drei haben uns einer Morgenpuja in unserem tibetischen Nachbar-Nonnenkloster “Drolmaling” angeschlossen. Waehrend wir gemeinsam rezitierten oder einfach in die Stimmen der Nonnen einsinkten, fuehlten wir die Praesenz von SH Dalai Lama. Als eine Gestik, um diesem Gefuehl wirklich Audruck zu verleien und um unsere Wuensche darzubringen, offerierten wir gemeinsam mit allen Nonnen eine Khatag (weisse Schleife) dem Thron von SH.

Moege SH Dalai Lama lange, lange leben. Moege seinem Beispiel von friedlichem Freiheitskampf viele Menschen folgen. Moege SH mit seiner Weisheit uns allen helfen die Buddhistische Lehre und die Lehren aller Weisen in einer groesseren Tiefe zu verstehen und zu erfahren. Moege sein unendliches Mitgefuehl die Wesen aller Raume der Existenz beruehren und ihnen ermoeglichen, aus diesem leidigen Kreislauf von Samsara auszusteigen und das groesste Glueck erfahren.

Sonntag, 5. Juli 2009

Geburtstagsfeier

Am 26 Juni, 2009, Gyalwang Karmapa Orgyen Trinley Dorje’s 24. Geburtstag gefeiert(nach westlicher Berechnung- nach Tibetischer ist es der 25te da die Tibeter vom Datum der Empfaengnis an rechnen- so ist die ganze Datumgeschichte sehr relativ…).
Die Festlichkeiten begannen schon am fruehen morgen, so durften wir mit dabei sein, wie Khen Rinpoche und die ganze Moenchsgemeinschaft des Gyuto-Klosters, Gyalwang Karmapa eine Langlebenszeremonie offerierte.

Die Halle war voll mit Moenchen, Nonnen, Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt.Nach einer zweiten Zeremonie, die von Gyaltsab Rinpoche geleitet wurde, gab es einen Lunch fuer alle.

Moege Gyalwang Karmapa lange leben und uns mit seiner Praesens in dieser Welt spiegeln, welche Qualitaeten in unserem Geist wirklich innewohnen.Moegen durch seine Aktivitaeten und die Aktivitaeten aller Buddhas und Bodhisattvas Friede, Liebe, Mitgefuehl und Weisheit in der ganzen Welt zunehmen. Moegen alle Wuensche von Gyalwang Karmapa unmittelbar in Erfuellung gehen!

Sonntag, 21. Juni 2009

Von Herz zu Herz

Eine Belehrung von Gyalwang Karmapa in Gyuto, am 18. April 2009. Dies sind meine Notizen, nicht vollständig und nicht perfekt. Vielleicht können sie doch etwas von den Worten oder viel mehr von der Präsenz von Gyalwang Karmapa weitergeben.

“Wie es in der öffentlichen Audienz Tradition ist, verbinde ich mich mit euch allen durch die mündliche Übertragung der Chenrezigpraxis.

Damit wir diese Praxis ausführen können, müssen wir die Merkmale von Chenrezig verstehen. Dieses Verständnis ist sehr wichtig. Mit diesem Verständnis können wir mit dem eigentlichen Üben beginnen. Die Essenz von Chenrezig ist Liebende-Güte und Mitgefühl. Diese Essenz erscheint in der Form von Chenrezig.
Normalerweise, wenn wir über Liebende-Güte und Mitgefühl sprechen, bewegen wir uns auf einem intellektuellen Level. Die Authentizität der Gedanken scheint verloren zu gehen. Es sollte ein Interesse da sein mit dem Herzen nach Aussen gehen zu wollen, wo immer Hilfe benötigt wird. Liebende-Güte und Mitgefühl sollten authentisch werden, tief gefühlt, damit wir helfen und Schutz geben wollen. Vielfach, wenn es darum geht, Mut zu haben, denken und sprechen wir über Mitgefühl und sind damit zufrieden. Wir machen Gebete mit einem Gefühl, das nicht wirklich aus ganzem Herzen kommt und deshalb geht das Mitgefühl nicht tiefer. Es scheint, dass wir manchmal mehr Ratgeber sind und es auf einer Gesprächs-Ebene belassen. Wenn wir jedoch ein etwas authentisches Gefühl entwickeln, erkennen wir, dass mein Leiden und das der anderen das Gleiche ist.

Was heisst es dann, sich in liebender Güte und Mitgefühl zu üben?
Grundsätzlich heisst es sich zu öffnen, sein Herz ganz zu öffnen. Der Grund, warum ich das sage ist, weil es scheint, dass die Leute häufig eng werden und sich zurückziehen, wenn sie Leiden sehen. Ein Gefühl wie wenn man in einem eisernen Käfig eingeschlossen ist.
Authentisches Mitgefühl bedeutet, dass wir wirklich unser Herz öffnen.
Wir haben Gewohnheiten. Wenn wir viel Leiden sehen, (dafür müssen wir nicht weit gehen, denn im Fernseher sehen wir alles über das Leiden) was ist dann unsere die Reaktion darauf? Wir ziehen uns zurück.
Es ist wahr; das Leiden der anderen kann manchmal wirklich überwältigend sein. Doch sehen wir als Erstes unser eigenes Leiden, können wir von da aus den Wunsch kultivieren, uns jedem Leiden zu öffnen.
Wie können wir unser Herz öffnen?
Wir sollten uns nicht durcheinanderbringen lassen durch (einen Knopf) ein enges Gefühl im Bauch. Wenn wir Leiden begegnen, sehen wir dies als eine Möglichkeit an, um zu trainieren.
Die Geschichten der grossen Meister der Linie können uns dabei inspirieren. Diese haben diese Reise alleine gemacht. Wir könnten denken, dass sie einfach die ganzen Schwierigkeiten hinter sich lassen wollten, doch wenn wir wissen, was diese Meister erreicht haben, sehen wir, dass diese Meister sich wirklich vollkommen geöffnet haben. Sich in die Einsamkeit zu begeben mit der Motivation; zum Wohle aller Wesen, ist der erste Schritt, damit wir unser Herz zu allen Wesen hin ausdehnen können. Dann folgen Körper und Rede.
Wir müssen beginnen uns in die Richtung des Leidens hinzubewegen, ohne uns innerlich zurückzuziehen und einen unnötigen Knopf von Leiden im Bauch zu kreieren.
Es ist nötig, dass echtes Mitgefühl in unserem Herzens-Geist entstehen kann. Ohne dies, haben wir eine Haltung, die sich nicht bewegen lässt, wir scheinen keine Mittel und Methoden zu haben und bleiben stecken. Mittel und Methoden um Mitgefühl zu trainieren gibt es jedoch viele.
Die Leute scheinen viele verschiedene Arten von Gedanken zu haben, die keine Substanz haben und keine Hilfe sind. Dann kreisen sie in diesen Gedanken und nehmen dies als Entschuldigung nicht zu handeln.

Ich selber trainiere in Liebender Güte und Mitgefühl so oft ich kann.
Wenn ich Mitgefühl kultiviere, schaue ich, dass es eine ‘Herz zu Herz-Praxis’ ist und nicht etwas Philosophisches.
Wenn wir Mitgefühl entwickeln, sollten wir nicht ein sofortiges Resultat erwarten. Diese Praxis hat zu tun mit Integrität und einer ausgedehnten Herz zu Herz-Erfahrung die Sicherheit und liebevolle Zuneigung vermittelt.

Was ich hier betonen will, dass es notwendig ist, richtig zu trainieren. Wir brauchen liebende Güte und Mitgefühl, das natürlich entsteht, das stabil ist, voller Energie.
Vielleicht ist es besser in kleinen Schritten zu trainieren auf Verschiedenste indirekte Wege, wie z.B. Abfall aufheben und an den richtigen Ort tun. Etwas das uns sogleich ein Gefühl von Zufriedenheit gibt. Besser in kleinen Schritten zu gehen die von indirekter Hilfe sind als all diese Ideen über Mitgefühl zu kultivieren. Das Beste ist, auf eine realistische Art zu beginnen.
Vielleicht denken wir, dass wir Mitgefühl empfinden, wenn wir herumgehen und Schokolade verteilen, doch dies kann sehr seltsam wirken. Wenn wir jedoch richtig trainiert haben und dann Schokolade verschenkt, kann das Resultat anders sein.
Ohne die Saat richtig zu säen, ist sie nicht brauchbar.

Du kannst den Sinnen die Fähigkeit geben, Liebende-Güte und Mitgefühl auszudehnen. Du kannst mit den Augen des Mitgefühls schauen, dies ist sehr effektiv, da die Augen mit deinem Herzen und deinem Training verbunden sind. Du kannst auch dem Geräusch des Leidens zuhören.
Bleibe nicht stecken!
Danke!

Sonntag, 7. Juni 2009

Winziger Start, riesige Aspiration

In einem Gemeinschaftsmeeting haben wir herausgeschält, was unsere Schwerpunkte, Visionen und Wünsche für diese Gemeinschaft sind und Ven. Damchoe hat all die Notizen dann in diese Form gebracht, die ich nun hier ins Deutsche übersetzte.
Dies ist eine angepasste Version von dem Brief, den wir SH Gyalwang Karmapa Orgyen Trinley Dorje bei einer Audienz vorgelesen haben, - natürlich in englisch.


Eure Heiligkeit, nun haben wir begonnen zusammenzuleben, langsam probieren wir Strukturen für die Gemeinschaft aus, die sich einerseits nach der Vinaya richten und andrerseits zu unserem Hintergrund passen und mit unserer Mahayana-Ausrichtung einhergehen. Wir machen dies mit der Vision, eine Basis für eine größere Gemeinschaft in der Zukunft zu schaffen. Für uns als Westlerinnen, dies wird wohl etwas Raum für Experimente brauchen. In Zusammenarbeit wollen wir die richtige Balance finden, damit eine starke, stabile und harmonische Gemeinschaft langsam seine Form finden kann. Auf lange Sicht streben wir danach, eine Gemeinschaft zu formen, in der Nonnenschülerinnen aus vielen verschiedenen Ländern gemeinsam Richtung Erwachen gehen können. Wir wünschen uns, eine schöne und blühende Plattform zu bilden, die anderen auf verschiedenste Weise von Nutzen sein wird, doch dessen volle Form wir uns im Moment selber noch nicht vorstellen können. Mit eurer Heiligkeit würden wir gerne unsere Ideen und Wünsche für diese Gemeinschaft teilen.

Monastisches Leben als wertvoller Beitrag des Buddhadharma für WestlerInnen
Als WestlerInnen sind wir in einer Umgebung aufgewachsen, die uns sagt, dass Glücklichkeit von der Ansammlung von äußeren Guetern und Sinnesfreuden abhängig ist. Unter all den vielen Belehrungen, die der Buddhadharma zu offerieren hat, zeigt der monastische Weg ein direktes und lebendiges Beispiel, dass es möglich ist, mit viel weniger zufrieden zu sein als unsere Gesellschaft meint sei notwendig für ein glückliches Leben. WestlerInnen, die ein sinnvolles und freudvolles monastisches Leben führen, können Zeichen setzen, dass die Ursachen für Glück an einem anderen Ort liegen, als normalerweise gedacht wird. Deshalb haben wir das Gefühl, dass der monastische Buddhismus einen sehr wertvollen Beitrag zur westlichen Kultur leisten kann und somit der globalen Kultur, die dadurch beeinflusst wird.

Gemeinschaftsleben als integrierender Teil der Dharmapraxis
Zusammen in einer Gemeinschaft zu leben, zeigt eine lebendige Demonstration von Buddhas Belehrungen, dass unsere Jagd nach der individuellen Glücklichkeit nur erfolgreich sein kann, wenn wir uns aktiv um das Wohl der anderen kümmern. Auch in diesem Sinne kann eine harmonische monastische Gemeinschaft der westlichen Gesellschaft ein direktes Argument liefern, gegen den Glauben, dass wir nur auf Kosten anderer glücklich sein können.

Nur unterstützende Umstände für unsere individuelle Dharmapraxis und individuelles Dharmastudium zu haben ist nicht unsere Absicht des Zusammenlebens. Viel mehr sehen wir das Leben in Gemeinschaft als integrierender Teil von unserer Arbeit unseren Geist zu transformieren, welches das Ziel der Dharmapraxis und des Dharmastudiums ist. Wir wertschätzen die Chance, in gegenseitiger Unterstützung uns zu helfen, das Leben in Gemeinschaft als Methode von Erkennen und Konfrontieren unserer eigenen verblendeten Emotionen und Selbstzentriertheit zu nutzen, sodass Toleranz und liebende Güte sich entwickeln können und wir lernen, uns liebevoll um andere zu sorgen.

Wie auch immer, Individuen, die einfach zusammen im gleichen Haus leben, formen nicht automatisch eine Dharmagemeinschaft. Um Stabilität und ein Gefühl von Vertrautheit in der Gemeinschaft zu kultivieren, finden wir es wichtig gemeinsam auch formal zu praktizieren. Auch das gemeinsame Hören der Aufnahmen verschiedener Dharmabelehrungen hilft uns, unsere Praxis zu vertiefen. Auf einer praktischen Ebene kochen und essen wir gemeinsam, folgen einem Tagesplan der Rezitationen und Praxis in der Gruppe am Morgen und Abend und tägliches Hören der Dharmabelehrungen beinhaltet.

Training in der Vinaya
Wir sehen die Richtlinien, die Buddha für seine monastischen Schüler und Schülerinnen entworfen hatte, als persönliche Anleitung, die uns hilft unseren Geist zu transformieren, indem wir Körper und Rede disziplinieren. Wir sehen dieses Regelwerk als Grundriss für unser Gemeinschaftsleben. Wir finden es sehr hilfreich, jede zweite Woche zum Sojong (Reinigungszeremonie der Gelübde) zu gehen. Wir essen nicht am Abend und teilen finanzielle Ressourcen, sodass wenn wir Geld brauchen müssen, können wir dies tun, ohne zu denken es ist mein.

Obwohl wir anerkennen, dass viele der Regeln, geschrieben in der Vinaya, ursprünglich als Antwort auf einen anderen Kontext gedacht waren, wollen wir doch diesem Modell folgen wo immer möglich und passen es nur, wo es nötig erscheint, an. Gerade da sehen wir die Wichtigkeit, der Führung eines authentischen, realisierten Lehrers - die wir in eurer Heiligkeit schon haben dürfen - und einer geschützten Umgebung, in welcher wir nach der Vinaya leben können - was wir jetzt mit unserer Gemeinschaft bilden.

Freude wahren in unseren Gelübden
Obwohl es hart sein kann, sich mit den verblendeten Emotionen zu konfrontieren, sehen wir es als unglaubliches Geschenk an unter dem Schutz der „pratimoksha“- Gelübde zu leben und diese edle Lebensweise miteinander zu teilen. Unser weiteres großes Glück, dass wir als Nonnen unter eurer Heiligkeits Obhut sein dürfen, erfüllt uns mit einer Freude, die in Worte nicht zu fassen ist. Diese Freude hilft uns einen entspannten Geist zu kultivieren, inmitten der manchmal schwierigen Arbeit von Selbsttransformation. Wir möchten diese Freude wahren und kultivieren können, als einen Eckstein für unser Leben in der Gemeinschaft.

Eine stabile Basis schaffen, für Nonnen, die später dazu kommen wollen
Auf gewisse Weise ist der westliche kulturelle Hintergrund nicht so hilfreich und unterstützend für das Gemeinschaftsleben. Viele von uns sind aufgewachsen mit der großen Wertschätzung unserer eigenen ‚Unabhängigkeit’, mit der Überzeugung, dass wir einen privaten Raum brauchen, und dass wir planen und arbeiten für unsere eigenen Bedürfnisse. Als ein Resultat, finden es westliche Nonnen häufig natürlich, dass sie nach der Ordination alleine Leben und sich um ihre eigenen materiellen Bedürfnisse kümmern sollten, um so im privaten den Dharma zu praktizieren. Da sowieso ein großer Mangel an Plätzen besteht, in denen westliche Nonnen zusammenleben und trainieren können, der Entscheid, einen mehr privaten und individuellen monastischen Stil zu entwickeln, ist leicht gemacht. Als ein Resultat, Westlerinnen, die in eine monastische Gemeinschaft eintreten, haben häufig viele Anpassungen zu machen, sodass ein Eingliedern nicht immer reibungslos verlaufen kann.

Mehr noch, obwohl wir das Wort “WestlerInnen” benutzen, ist klar, dass es nicht eine einzige westliche Kultur gibt. So klein, wie sie ist, unsere Gemeinschaft beinhaltet schon Leute von drei verschiedenen Kulturen. Deshalb ist es wichtig, auch diese kulturellen Verschiedenheiten im Gemeinschaftsleben zu berücksichtigen. Schwierigkeiten und Konflikte in den verschiedensten Variationen sind im Gemeinschaftsleben unvermeidlich, in dem viele Egos und viele verblendete Emotionen aufeinandertreffen. Nur mit der Zeit können wir die nötige Basis von Vertrauen und Sicherheit in uns selber und ineinander bilden, um uns diesen Momenten mit Gleichmut und Mitgefühl zu stellen.

Aus diesem Grund denken wir, keine neuen Mitglieder aufzunehmen, bis wir zuerst diese stabile Basis geschaffen haben, in die sich dann neue Mitglieder einfügen können. Lieber so, als, dass sich die Gemeinschaft den individuellen Wünschen von jedem neuen Ankömmling anpasst.
Im Moment denken wir uns, dass wir vielleicht etwa zwei Jahre brauchen, um langsam dieses nötige Fundament zu bilden, bevor wir an das Wachsen dieser kleinen Gemeinschaft in seinen Anfängen, denken können.

Unser Wunsch ist es, uns selber so auszubilden, dass wir hilfreich für unendlich viele Wesen sein können, ohne die Möglichkeiten zu verpassen, anderen unsere Hilfe in einer kleineren Form anzubieten, während wir auf diesem Weg vorwärtsschreiten. Wir sehen das Formen einer monastischen Gemeinschaft als ein hervorragender Weg beides zu tun, zu lernen wie zu geben und zu geben zur gleichen Zeit.Wir lassen es offen für später, was auf diesem Fundament gebildet wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist unser Ziel einfach, daran zu arbeiten, damit wir selber und unsere winzige Gemeinschaft als eine nützliche Plattform zum Wohle anderer in der Zukunft dient.

Eure Heiligkeit, diese Worte wurden gesprochen mit einer Stimme jedoch sind es die Aspirationen von vier Herzen. Wir wertschätzen zutiefst und über jegliche Worte eurer Heiligkeits Unterstützung und bitten, mit unseren Händen gefaltet, dass Sie uns und unsere Gemeinschaft immer in naher Obhut behalten. Bitte führen Sie uns, sodass wir selber und unser gemeinsames monastisches Leben zum besten Wohle der Wesen dienen kann.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Die vier harmonischen Freunde

Nun ist es doch schon einen Monat her, seit unsere liebe “ältere” Schwester Damchoe- la nach Amerika flog, um ihre Doktor- arbeit zu schreiben.

Eine Woche vor ihrem Aufbruch luden wir einige Freunde aus der Umgebung ein.
Nach dem wir gut gegessen haben wurde Damchoe-la angefragt eine Geschichte aus der Vinaya zu erzählen, da sie mit vielen Geschichten vertraut ist durch ihre Einlese- und Übersetzungsarbeit für die Doktorarbeit.

Eine “freie” Kurz- version der Geschichte der “vier har- monischen Freunde” moechte ich gerne mit euch teilen.

Als Buddha gefragt wurde, nach welchen Kriterien die Hierarchie in den monastischen Gemeinschaften gebildet werden sollte, offerierte er folgende Geschichte:
„Einst lebten ein Rebhuhn, ein Hase, ein Affe und ein Elefant in einem Wald zusammen. Ihr Streben nach Harmonie erweckte auf natürliche Weise den Wunsch, dass sie sich gerne um die Jüngeren kümmern und den älteren Respekt zeigen wollen.Aus diesem Grund wollten sie heraus- finden, wer der Erste war, der zu diesem Platz kam. Der Elefant sagte: “Als ich hier ankam, war dieser Baum genau so groß wie ich.”
Der Affe antwortete: “Als ich hier ankam, hatte dieser Baum die gleiche Größe wie ich.” Da meldete sich der Hase: “Als ich hier ankam, hatte dieser Baum zwei Blätter und ich konnte den Tau von diesen Blättern lecken.” Da sprach das Rebhuhn: “Als ich hier ankam, pflückte ich eine Frucht vom Baum dort drüben. Als ich zum nächsten Baum flog, fiel ein Samen der Frucht hier auf die Erde. Dieser Baum, von dem ihr alle sprecht, wuchs aus diesem Samen.”
Nun war alles klar; das Rebhuhn war das älteste, dann der Hase, der Affe und der Elefant war der Jüngste. Die vier Freunde lebten nun nach dieser Hierarchie. Das Rebhuhn als Ältestes übernahm Verantwortung für das Training und Wohlbefinden der drei Jüngeren und wurde in wichtigen Entscheidungen stets um Rat gefragt. Jedes der Jüngeren zeigte dem älteren Respekt, indem es dem Älteren diente und die Ratschläge und das Training vom älteren akzeptierte. Jedes ältere kümmerte sich um das Jüngere und gab sein Wissen und seine Erfahrung weiter. Die vier Freunde ent- schieden ein Leben in Ethik zu leben, da sie erkannten, wie viel Leid durch unheilsames Handeln entsteht. Deshalb beschlossen sie, nicht mehr zu töten, nicht zu stehlen, sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, nicht zu lügen und keine Rauschmittel zu sich zu nehmen.
Nun lebten die vier Freunde in Frieden und Harmonie, die sich im ganzen Wald ja sogar im ganzen Königreich ausdehnte. Als das Land auf einmal so florierte, war sich der König sicher, dass dies aufgrund seiner Verdienste geschieht.Doch die Minister des Königs waren sich sicher, dass es ihre Verdienste sind, da sie den König beraten und die Königinnen waren sich ganz sicher, dass es ihre Verdienste sind, da sie im Königshaus für das Wohl sorgten. So wollte der König Genaueres wissen und besuchte einen Weisen Meister. Der erklärte dem König, dass es weder seine Verdienste, noch die der Königinnen, noch die der Minister sind, die das Land in diesen Frieden und Wohlstand brachten. Es seien vier Freunde, die im Wald auf harmonische Weise zusammenleben, dessen Verdienste sich auf das ganze Land ausbreite.
So machte sich dir Koenig, mit seinem ganzen Gefolge auf den Weg, um den vier Freunden Respekt zu zeigen, ihnen die herrlichsten Gaben darzubringen und von ihnen zu lernen, wie durch ein Leben in Frieden, Ethik und Harmonie ein ganzes Reich profitieren kann.“

So lauschten wir alle voller Freude dieser wunderbaren Geschichte von Damchoe-la und bei diesen Worten des Buddhas wuchs der Wunsch, dass sich auch von den westlichen monastischen Gemeinschaften durch ein Leben in Ethik, Respekt, Verantwortung und Training Harmonie zu allen Wesen nah und fern ausbreiten kann.

Freitag, 15. Mai 2009

Alicia wird Drolma (“Tara” in tibet.)

Mit dem Wunsch zu ordinieren im Herzen, folgte Alicia dem Rat von Damchoe-la, fuer das Drei-Monatsretreat “Vajrasattva” im Kopankloster nach Nepal zu reisen.Voller Hingabe und Vertrauen machte sich Alicia im Januar 2008 auf den Weg in neue Laender und in ein neues Leben.
Am Ende des Retreats, durch die Vermittlung von Damchoe-la, traf Nangpel-la Alicia in Kopan. Nach einer Pilgerreise und “Visa-Praxis” kamen die zwei Mexikanerinnen nach Thoesamling. Dort wurden sie von Damchoe-la erwartet und auch ich durfte Alicia kennenlernen, ohne zu ahnen wie eng unser Karma verknuepft ist.Ihre Hingabe zu Gyalwang Karmapa zeichnete sich schon seit laengerer Zeit ab und so teilte sie ihm ihren tiefen Wunsch mit, Nonne zu werden.Mit Praxisanleitungen und Ratschlaegen bestueckt, setzte sie ihren Weg der Vorbereitungen fort.Erfuellt und genaehrt von der Zeit in Bodhgaya ging sie im Februar wieder fuer eine private Audienz zu Gyalwang Karmapa. In dieser Versprach er Alicia, dass er die Haarschneidezeremonie selber durchfuehren werde, die Novizinnenordination jedoch von einem anderen Lama durchgefuehrt werden muss, da er noch nicht ein vollordinierter Moench ist.
Genau einen Tag bevor Nangpel-la und ich unseren einjaehrigen Geburtstag als Nonnen feierten kam ein Telefon, dass am naechsten Tag die Haarschneidezeremonie statt finden wird. So hatten wir wirklich viel zu feiern am 17. Februar 2009! Was fuer eine Freude!Etwas Zeit verging, viele Telefone und Gespraeche bis wir uns entschieden nach Sarnath zu pilgern um dort um die Novizinnengeluebde von Thrangu Rinpoche zu bitten.Einige Hindernisse mussten noch ueberwunden, doch mit viel Segen und Alicias starkem Willen oeffnete sich auf einmal die Tuere. Und so fand am 26. Maerz die Ordinations-Zeremonie fuer zwei Nonnen und einen Moench statt, geleitet vom Ehrwuerdigen Thrangu Rinpoche der die Geluebde weitergab.Nangpel-la und ich hatten das Glueck als zwei unscheinbare Mauschen im Ecken die Zeremonie zu beobachen und Alicia mit unserer Freude und unseren Glueckwuenschen im Stillen zu begleiten. Damchoe-la uebersetzte fuer Alicia in Spanisch und konnte sie so ganz nah unterstuetzen.Die Freude nun Karma Lodhroe Drolma (ehem. Alicia) in der Robe zu sehen, so nahe miterleben zu duerfen wie sich jemand voll und ganz fuer diesen edlen Weg entscheidet und nun eine Sangha von vier Nonnen zu sein machte diesen Tag zu einem wahren Freudetag.

Aus tiefstem Herzen, erfuellt mit Liebe, wuensche ich meiner Schwester im Dharma, Karma Lodroe Drolma, dass ihr Leben in den Geluebden, ihr offenes Herz und ihre Hingabe, viele Menschen beruehren und inspirieren moege. Moege ihr Leben lang sein, reich im Dharma und moege sie, wie Tara selbst, mit ihren Aktivitaeten erfuellt von Furchtlosigkeit, Grosszuegigkeit, Mitgefuehl und Weisheit dem Leiden auf dieser Erde ein Ende setzen.

Montag, 20. April 2009

Nechung Orakel

Von unserem Balkon gut sichtbar, wurde eine wunderbare Nyingma-Gompa gebaut die nun diese Tage eingeweiht wurde. Zu diesem Anlass wurde am Montagmorgen das Staatsorakel “Nechung” eingeladen, ich nehme an, um gewisse Fragen zu klaeren, die aber nicht oeffentlich waren.
Sehr nahe konnten wir jedoch teilhaben, wie der Moench “Kuten-la” sich in tiefe Meditation versenkte. Durch die Begleitung und Anrufung trainierter Moenche, nahm das Orakel Besitz von diesem Koerper. Die aussere Erscheinung veraenderte sich total und eine Energie uebernahm diesen Koerper die all unsere konventionellen Vorstellungen sprengte.
Als “Kuten-la” einst in Thosamling auf einen Besuch vorbei kam, durften wir all unsere Fragen stellen.So beschrieb er das Eintreten des Orakels in den Koerper als ein Gefuhel, wie wenn man in einem kleinen Flugzeug sitzt und in die Luftloecher faellt.
Besonders interessant fand ich, wie er beschrieb, wie er sich in tiefe Meditation versenkte und damit dem Orakel “Platz” macht.
Fuer mich eine sehr eindrueckliche Form, den Koerper zum Wohle der Wesen zu offerieren. Es ist bekannt, dass das Medium selten lange lebt, da diese enorme Energie den Koerper sehr sprapaziert.

Hier eine kurze Hintergrundinformation zum Staatsorakel ‘Nechung’
Das Nechung Orakel ist das Staatsorakel von Tibet. In Tibet und in allen groesseren Himalayaregionen spielen die Orakel eine wichtige Rolle fuer Prophezeiungen, wichtige Entscheidungen, Heiraten etc. In Tibet spielen das Nechung-Orakel und andere Orakel eine wichtige Rolle bei Staatsentscheiden.
Das Medium offeriert seinen Koerper als Basis in dem das Orakel fuer eine voruebergehnde Zeit Besitz nehmen kann. Das Medium stellt somit die Verbindung von der Welt der Phaenomene und der mehr subtilen spirituellen Welt dar. Das Medium ist somit bekannt als “Kuten”, was literarisch uebersetzt heisst; physische Basis.

Sonntag, 12. April 2009

Kleiner Einblick in unseren Alltag

Um einen kleinen Einblick in unseren Alltag zu geben, setze ich unseren Tagesplan in den Blog, eingerahmt in ein paar Gebete und Motivationen die wir morgens rezitieren. Da wir uns noch sehr in der kreativen Phase der Basisbildung bewegen, ist dieser Tagesplan kein solides Model, viel mehr eine Basis um zu sehen, was unterstuetzend ist und was eben nicht. Doch um dies wirklich werten zu koennen arbeiten wir mit dem vorgestellten Model und versuchen uns danach zu auszurichten.


Feinde die mich hassen; jene die mir Schaden bringen und ein Hindernis darstellen; meine Muetter, alle Wesen, so zahlreich wie der Raum weit, sie alle moegen Freude erleben, frei von Leiden sein und tatsaechlich schnell unuebertreffliche, kostbare vollendete Erleuchtung erlangen.

Dafuer, bis zum Erwachen, stelle ich Koerper, Rede und Geist in den Dienst des Guten. Bis zum Tode stelle ich Koerper, Rede und Geist in den Dienst des Guten. Von heute bis morgen zur gleichen Zeit stelle ich Koerper, Rede und Geist in den Dienst des Guten.


Tagesplan
(Montag bis Samstag)
5:00 – 5:30 Niederwerfungen zu den 35 Buddhas (Dapel und Nangpel)
5:30 – 6:00 Individuelle Praxis oder Tee
6:00 – 6:30 Praxis in der Gruppe
6:30 - 7:30 Kochen, Fruehstuecken
7:30 – 8:30 Belehrungen von Aufnahmen hoeren
9:00 – 12:00* Tibetische Klasse und Studium (Damcho und Dapel)
Formale Praxis Session (Nangpel und Drolma)
-> Sonntags: Putzen
(11 – 12) Mittagessen kochen (zwei Nonnen)
12:00 – 1:00 Mittagessen
1:00 – 2:30 abwaschen, andere Aemtli, ausruhen
2:30 – 4:30+ Uebersetzungsarbeiten (Damcho)
Tibetische Sprache studieren, memorisieren(Dapel)
Formale Praxis oder Arbeit am Computer (Nangpel)
Formale Praxis (Drolma)
Sonntags-> Freie Zeit: email, Telefons mit den Familien, Blog…
4:30 - 5:00 Yoga, Khorwa um das Nonnenkloster Drolmaling oder andere Koerperuebungen(Optional)
5:00 – 5:30 Teepause
5:30 – 7:30# Uebersetzungsarbeiten (Damcho)
Tibetische Sprache studieren, memorisieren(Dapel)
Formale Praxis (Nangpel und Drolma)
7:30 – 8:00 Shamatha Meditation (Optional)
8:00 – 9:00 Praxis in der Gruppe
9:00 Individuelle Praxis, Uebersetzungsarbeit oder Schlafzeit

*An Sojong Tagen fahren wir nach McLeod Ganj waehrend dieser Session.
+Am Mittwoch und Samstag gehen wir zur oeffentlichen Audienz in Gyuto.
#Am Samstag haben wir in dieser Zeit Gruppentreffen.


Meine Kleidung, Nahrung, Heilmittel, Besitz, Kommen und Gehen, Koerperpflege, Hinsetzen und so weiter, mein Betreten eines Ortes, mein Wohnort, ungestoertes Leben, bestes Verhalten mit Koerper, Rede und Geist, Beherrschung der sechs Sinne, Bekleiden, Massieren und Waschen meines Koerpers, Essen, Kauen und Schmecken, Beugen und Strecken, Sehen und Schauen, Einschlafen und Wachbleiben und welche passende Dienste auch immer mit meinem Koerper geleistet werden - von all diesem gibt es nichts, was ich nicht vollstaendig der Allwissenheit widme.
In den Anfaengen

Vier Nonnen; zwei Mexikanerinnen, eine Amerikanerin und eine Schweizerin, wohnen hier im pinken Haus zusammen und versuchen die wertvollen Belehrungen des Buddhas in einen gemeinsamen Alltag zu integrieren.
Drei Zimmer bilden die raumliche Basis fuer unser kleines Kloster. Die Kueche, in der Nacht der Schlafplatz fuer zwei Nonnen, das Studierzimmer, in der Nacht der Schlafplatz fuer zwei Nonnen und das dritte Zimmer ist der Gebets- und Meditationsraum. Ein Balkon wird zu unserem Essplatz und die Dachterrasse dient vorzueglich fuer Yoga und Auswendig lernen.
Ein Tagesplan gibt uns die noetige Struktur und formt das Bachbett in dem der Fluss der gemeinsamen und individuellen Aktivitaeten fliessen kann.
Ven. Nangpel und Ven. Droelma haben den Schwerpunkt mehr in der formalen Praxis, Ven. Damchoe schreibt ihre PhD Arbeit (und wird dafuer im Mai fuer einige Monate in die USA reisen muessen) und fuer mich steht das Erlernen der tibetischen Sprache im Zentrum.
Neben diesen indiviuellen Schwerpunkten haben wir morgens und abends gemeinsame Praxis, hoeren uns taeglich Belehrungen gemeinsam an und treffen uns fuer die Mahlzeiten, fuer die jede Woche zwei Nonnen verantwortlich sind.
Natuerlich haben wir immer wieder mal ein Treffen mal mehr fuer persoenlichen Austausch ein andermal mehr um Organisatorisches zu klaeren.

Um einen kleinen Einblick zu geben, wie sehr uns die gegenseitige Unterstuetzung im Dharma, ein harmonisches Zusammenleben und ein kultivieren der Dankbarkeit und Freude auf diesem Pfad am Herzen liegen, fuege ich eine deutsche Uebersetzung aus einem Teil eines Pali-Sutra an, das wir jeden Morgen in englisch rezitieren.

M. 31. (IV,1) Cūlagosinga Sutta (Im Gosingam-Walde I) - (Pali Version)

DAS HAB' ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Nadika, in der Steinernen Einsiedelei. Um diese Zeit aber der ehrwürdige Anuruddho, der ehrwürdige Nandiyo und der ehrwürdige Kimbilo im Forste des Gosingam-Waldes. Als nun der Erhabene gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich zum Forste des Gosingam-Waldes. Da sah ein Waldhüter den Erhabenen von ferne herankommen, und als er den Erhabenen gesehn sprach er also zu ihm:

"Gehe nicht in diesen Forst, o Asket: drei edle Jünglinge weilen hier, die selbstzufrieden scheinen, störe sie nicht!"

Der ehrwürdige Anuruddho hörte aber des Waldhüters Gespräch mit dem Erhabenen, und als er es gehört sprach er also zum Waldhüter:

"Wehre nicht, Bruder Waldhüter, dem Erhabenen: unser Meister, der Erhabene ist gekommen."

Und der ehrwürdige Anuruddho begab sich nun zum ehrwürdigen Nandiyo und zum ehrwürdigen Kimbilo und sprach also zu ihnen:

"Kommt herbei, ihr Brüder, kommt herbei, ihr Brüder: unser Meister, der Erhabene ist da."

Und der ehrwürdige Anuruddho der ehrwürdige Nandiyo und der ehrwürdige Kimbilo gingen nun Erhabenen entgegen. Einer nahm dem Erhabenen Mantel und Schale ab, einer machte einen Sitz zurecht, einer brachte Wasser zur Fußwaschung herbei. Es setzte sich der Erhabene auf den dargebotenen Sitz, und als er saß spülte er sich die Füße ab. Jene Ehrwürdigen aber setzten sich, nach des Erhabenen Begrüßung, zur Seite nieder. Und der Erhabene wandte sich nun an den ehrwürdigen Anuruddho, der zur Seite saß, und sprach also:

"Geht es euch, Anuruddher, leidlich, kommt ihr wohl aus, ohne Mangel an Nahrung?"

"Leidlich, Erhabener, geht es uns, wohl, Erhabener, kommen wir aus, wir ermangeln, o Herr, nicht der Nahrung."
"Vertragt ihr euch aber, Anuruddher, einig, ohne Zwist, mild geworden, und seht euch sanften Auges an?"

"Freilich, o Herr, vertragen wir uns, einig, ohne Zwist, mild geworden, und sehn uns sanften Auges an."

"Inwiefern aber, Anuruddher, vertragt ihr euch, einig, ohne Zwist, mild geworden, und seht euch sanften Auges an?"

"Da gedenk' ich, o Herr, also: 'Erreicht habe ich's, wohl getroffen, fürwahr, der ich mit solchen wahren Asketen vereint lebe.' Und ich Glücklicher, o Herr, diene diesen Ehrwürdigen mit liebevoller Tat, so offen als verborgen, mit liebevollem Wort, so offen als verborgen, mit liebevoller Gesinnung, so offen als verborgen, Und also verweilend, o Herr, denke ich: 'Wenn ich nun meinen eigenen Willen aufgäbe und mich nur dem Willen dieser Ehrwürdigen unterwürfe?' Und ich habe, o Herr, meinen eigenen Willen aufgegeben und mich dem Willen dieser Ehrwürdigen unterworfen. Verschieden, o Herr, sind zwar unsere Körper, aber ich glaube wir haben nur einen Willen."

Und der ehrwürdige Nandiyo, und der ehrwürdige Kimbilo sprach zum Erhabenen:

"Auch ich, o Herr, gedenke also: 'Erreicht habe ich's, wohl getroffen, fürwahr, der ich mit solchen wahren Asketen vereint lebe.' Und ich Glücklicher, o Herr, diene diesen Ehrwürdigen mit liebevoller Tat, so offen als verborgen, mit liebevollem Wort, so offen als verborgen, mit liebevoller Gesinnung, so offen als verborgen. Und also verweilend, o Herr, denke ich: 'Wenn ich nun meinen eigenen Willen aufgäbe und mich nur dem Willen dieser Ehrwürdigen unterwürfe?' Und ich habe, o Herr, meinen eigenen Willen aufgegeben und mich dem Willen dieser Ehrwürdigen unterworfen. Verschieden, o Herr, sind zwar unsere Körper, aber ich glaube, wir haben nur einen Willen.

"Also, o Herr, verweilen wir verträglich, einig, ohne Zwist, mild geworden, und sehn uns sanften Auges an."