Donnerstag, 20. Dezember 2012

Monlam bis zu dir

Das grosse Gebetsfestival beginnt morgen hier in Bodhgaya und geht 8 Tage. Wer immer mal reinschauen und hören will kann sich hier einklinken. Hier kannst du den Tagesablauf des Prayerfestivals herunterladen.

Samstag, 17. November 2012

Frauenpower

Am 1. November hatten wir das große Glück Tsultrim Allione für einen tägigen Workshop: “Den Dämonen Nahrung geben” hier in unserem Haus zu haben. Durch ihre langjährige Erfahrung als Praktizierende in der traditionelle Tibetischen Tradition, das Lehren und Begleiten von westlichen StudentInnen, und ihr bewegtes Leben als Mutter und Ehefrau ließen eine Praxis wachsen welche von allen Menschen angewandt werden kann, welche Interesse haben mit ihren Dämonen zu arbeiten statt sie in tiefen Kammern ihr Unwesen treiben lassen. Das Buch, das den selben Titel trägt wie der Workshop, erklärt sehr genau und mit vielen spannenden Beispielen wie wir unsere Dämonen ein Gesicht geben können, mit ihnen Fragen stellen können und wie wir sie schlussendlich zur Zufriedenheit füttern können. Ein ziemlich andere Ansatz als wir uns meist gewohnt sind die Dämonen möglichst nicht zu sehen oder gegen sie zu kämpfen was beides meist dazu führt dass sie anstatt Energie zu verlieren an Macht und Stärke gewinnen. In unserer Gemeinschaft haben wir nun angefangen mit diesem Modell zu arbeiten und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
Nur einen Tag später kam die Ehrwürdige Bhikshuni Jampa Tsedron zu Besuch und gab uns offen und mit großer Hingabe ihr Wissen um die Arbeit für die Bhikshuni Ordination in der tibetischen Tradition weiter. Seit Jahrzehnten setzt sich die Deutsche Nonne Jampa Tsedrön dafür ein, dass auch in der tibetischen Tradition Frauen die volle Ordination als Nonnen nehmen dürfen. Bis heute leider ohne Erfolg jedoch scheinen doch noch Hoffnungen zu bestehen. Mehr dazu kann hier nachgelesen werden. Zu guter Letzt kam am 4. November am Abend die Ehrwürdige Thubten Chödron zu Besuch, um einen Vortrag über die Arbeit mit Wut zu geben. Jeden Sonntag Abend gibt Damcho einen Vortrag für die spanisch sprechende Audienz über das Internet und an diesem speziellen Sonntag war es Thubten Chödron die zu den vielen, vielen Leuten über all auf der Welt sprach- übersetzt von Damcho ins Spanische.
Seit 35 Jahren Nonne, lebendige und wunderbare Lehrerein mit großem Humor und Autorin von verschiedenen Büchern wie: "Es ist Dein Ärger: Methoden zum Umgang mit starken Gefühlen" oder "Buddhismus. Antworten auf die häufigsten Fragen"-hat sie mit ihrem stündigen Vortrag uns immer wieder zum Lachen gebracht, jedoch auch sehr nachdenklich gemacht. Einiges aus ihrem Vortrag klingt immer noch nach. Zum Beispiel, wie anders unsere Welt aussehen würde, wenn wir anstatt mit Wut auf verbale Angriffe mit Mitgefühl reagieren würden indem wir innehalten und erkennen, dass die andere Person in diesem Moment ihrem Leiden Ausdruck gibt. Eine schwierige Übung, jedoch sehr, sehr empfehlenswert sie auszuprobieren. Falls Englisch keine Hindernis ist, dann kann hier eine Kostprobe von ihrem Lehrstil genommen werden. Somit haben alle drei inspirierende Frauen uns etwas gegeben, dass ihnen am Herzen liegt. Es war ein riesen Geschenk und einen grossen Segen und Glück für unser Haus und unsere Gemeinschaft.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Segensströme und Rattenfamilien

Der Blog hatte etwas Ruhepause.... hoffe er kann sich nun wieder zu mehr Aktivität bewegen lassen... Seit gut 10 Tagen sind Damchö und ich nun wieder zurück in unserem Haus in Dharmamsala und seit knapp einer Woche sind auch Nangpel und Drolma hier, begleitet bei einer Mexikanischen Freundin.
Kaum an- gekommen durften wir Unter- weisungen von Tai Situ Rinpoche erhalten und haben gerade heute eine zweieinhalb tägige sehr tiefgründige Unterweisung von Gyalwang Karmapa erhalten zusammen mit etwa 1000 Leuten aus aller Welt. Morgen geht es gleich weiter mit drei Tage Teachings von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama. So, große und starke Segensströme. Es scheint als sollte uns bewiesen werden warum es so wichtig und ein unglaubliches Glück ist hier in Indien zu sein. Das Ankommen im weltlichen Sinne war nämlich nicht ganz so leicht nachdem das Haus für vier Monate einem sehr harten Monsun ausgesetzt war. Auch die Rattenfamilien nutzen die großartige Gelegenheit um ein bisschen privaten Raum zu haben und besetzten gleich unser Haus, erfreuten sich an den verschiedenen weichen Sachen die sie fanden um bequeme Nester zu bauen. Sehr erfüllt und mit großer Freude sitze ich hier, nur das Rauschen des kleinen Baches und das Zirpen der Grillen erfüllt die Luft und bin dankbar gemeinsam mit meinen Nonnenschwestern wieder im Land des kontinuierlich fließenden Dharmas zu sein.

Samstag, 15. September 2012

Von Herz zu Herz

Wenn Seine Heiligkeit der Dalai Lama zum Nutzen der Wesen in der Welt herum reist, erwähnt er immer wieder, dass er alle Menschen denen er begegnet als seine Brüder und Schwestern betrachtet. Seine Heiligkeit erklärt, dass wir alle gleich sind, indem wir alle zur grossen Menschenfamilie gehören und glücklich sein und nicht leiden wollen. Mit dieser Inspiration im Herzen, ein neues Land und viele Menschen kennenzulernen ist ein wunderbares Geschenk und ein die Möglichkeit mit der grossen Menschenfamilie in Kontakt zu sein und von Herz zu Herz einander zu begegnen.

Samstag, 1. September 2012

Der Geist des Erwachens

Gyalwang Karmapa wurde gefragt: „Können Sie uns einen Rat geben, wie wir den erwachten Geist (Bodhichitta) entwickeln können?“ „Das Entwickeln von Bodhichitta- dem erwachten Geist- hängt von liebender Güte und Mitgefühl ab. Zuerst denken wir über das Leiden nach, das die Wesen erfahren müssen. Damit entwickeln wir den Wunsch, dass anstatt diesem Leiden alle Wesen nur Glück erfahren dürfen, dies ist liebende Güte. Auf die gleiche Weise, wenn wir über das Leiden der Wesen nachdenken, entwickeln wir den Wunsch, dass sie ganz und gar frei von diesem Leiden sein mögen, dies ist Mitgefühl. Durch das kultivieren dieser Wünsche entwickeln wir den Gedanken, dass wir erwachen erlangen müssen, sodass wir diese Wünsche erfüllen können. Dies ist der Geist des Erwachens- Bodhichitta.“

Montag, 20. August 2012

Mit Khatags und Blumen

Khenpo Karthar Rinpoche landete am 5. Juli abends in Mexico City. Etwa 70 Personen versammelten sich um diesen grossartigen, authentischen Lama am Flughafen zu empfangen. Mit grosser Freude wurden Blumen und Khatags (weisse, traditionelle Seidenschal) verteilt. Wir alle waren überaus dankbar, dass Rinpoche- trotz seines beträchtlichen Alters (89 Jahre) und einer doch ziemlich vollen Agenda- zusagte, eine Vajrasattva Einweihung und Unterweisungen für die Praxis hier in Mexico zu geben.
Mehr Fotos auf dem spanischen Blog von unserer Gemeinschaft...

Freitag, 17. August 2012

Nonne in Mexico

Du kannst hier jede Woche mehr Fotos anschauen - http://en-el-camino-andamos.blogspot.mx/

Samstag, 11. August 2012

Vorbereitungen

Wochen, ja viele Monate vor dem grossen Event mit Khenpo Karthar Rinpoche in Mexico City im Juli waren viele Leute in die Vorbereitungen involviert. Ich bekam den Job das Auditorium, in dem Rinpoche die Einweihung geben wird, in einen Raum zu verwandeln in dem wir Rinpoche empfangen und gemeinsam praktizieren können. Ein sehr kraftvolles Thanka (tibetisches Rollbild einer Buddhafigur) wurde aufgehängt, ein grosser Altar wurde aufgestellt mit vielen, vielen Darbringungen wie Früchte, Safranwasser, Räucherstäbchen etc. Ein grosser, bequemer Sessel wurde gesponsert und mit vielen, vielen Blumen wurde die Bühne geschmückt. Hingebungsvoll und voller Freude haben viele Leute mitgewirkt, sodass sich in der Raum in einen Ort der Praxis verwandeln konnte.

Samstag, 4. August 2012

Mehr fotos

http://en-el-camino-andamos.blogspot.mx/2012/08/lo-que-aprendimos-de-la-vida.html

Mittwoch, 1. August 2012

Offenheit und Respekt

In den Buddhistischen Traditionen sind einige Sichtweisen ziemlich unterschiedlich- ein Zeichen von Buddhas großer Weisheit und Güte, indem er erkannte, dass Wesen unterschiedliche Führung und Lehren brauchen. Wenn Buddha dies schon für seine Schülerinnen und Schüler erkannte, ist es nur logisch und notwendig, dass es auf unserer Erde unterschiedliche Spirituelle Wege gibt, da die Persönlichkeit der Wesen so unterschiedlich ist. Es ist zu bezweifeln, dass es wirklich hilfreich wäre, wenn es auf dieser Erde nur eine Religion gäbe. Somit ist es wichtig, dass wir tiefes Vertrauen in unseren eigenen spirituellen Weg und Lehre haben, aber auch ehrlichen Respekt und Offenheit für die anderen Traditionen kultivieren. (Inspiriert bei einer Unterweisung von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama.)

Freitag, 27. Juli 2012

Fotos aus Mexico

http://en-el-camino-andamos.blogspot.mx/2012/07/comemorando-el-aniversario-de-la.html

http://en-el-camino-andamos.blogspot.mx/2012/07/ademas-de-la-meditacion.html

Mittwoch, 18. Juli 2012

Was für eine Möglichkeit!!!

Hier sitzen wir, mit einem menschlichen Körper, funktionierenden Sinnesorgane, einem Geist, der von Gut und Schlecht unterscheiden kann, was für eine Möglichkeit! Warum? Stell dir vor, dass du als einen Tiger wiedergeboren wurdest. Deinen Trieben folgend, rennst du nach deiner Beute um deine Jungen zu füttern. Du hast nicht die Möglichkeit zu erkennen, dass das Töten von einem anderen Lebewesen viele negative Folgen haben wird und du hast nicht die Möglichkeit zu entscheiden; ok, von heute an, ernähre ich meine Jungen vegetarisch. Was uns Menschen unter anderem von den Tieren unterscheidet, ist das Unterscheidungsvermögen- wir können lernen zu unterscheiden, welche Handlungen leidbringende Folgen haben werden und welche Glück bringen. Wir haben die Möglichkeit, uns in kontinuierlicher, innerer Zufriedenheit zu entspannen. Wir haben die Möglichkeit mehr und mehr zu erkennen, was anderen Glück bringt und wie wir anderen Glück bringen können. Wir haben die Möglichkeit, unsere Liebe und unser Mitgefühl so weit auszudehnen bis es alle Wesen umfasst. Wir haben die Möglichkeit, die wahre Natur unseres Geistes zu erkennen und somit alles Leiden zu beenden. Wir haben die Möglichkeit unseren Geist soweit zu befreien, dass wir Leben nach Leben nichts anderes machen, als dem Nutzen der Wesen zu dienen. JA! Und dies alles ist möglich mit diesem menschlichen Körper, mit dem du hier sitzt und diesen Blog liest. EMAHO, wie wunderbar!

Sonntag, 15. Juli 2012

In jedem Moment ein Fest

Geburtstag, der Tag, an dem wir feiern können, dass wir eine so wertvolles menschliches Dasein haben. Wir haben alles um dieses Leben aufs beste zu nutzen in dem wir anderen Freude und Glück bringen. Wenn wir dies erkennen, können wir in jedem Moment die Geburt von einem neuen wertvollen menschlichen Dasein feiern.

Dienstag, 10. Juli 2012

Mitfreude

Ein Grund der Mitfreude- mehr als 40 Leute, verschiedenen Alters, haben sich dazu entschlossen für drei Monate Familie, Arbeit, Freunde etc. aufzugeben und sich ganz der Reinigung des Geistes zu widmen. Wie wir alle wissen, ist es heutzutage, in unserer westlichen so beschäftigten Welt wirklich unglaublich schwierig, nur schon mal ein Wochenende im Schweigen zu sein und sich ganz und gar der spirituellen Praxis zu widmen. Somit ist es ein immens nutzbringender und kostbarer Entschluss sich für 3 Monate der Arbeit mit dem Geist hinzugeben. Wir alle können uns freuen, für die fast 40 Personen, die vom 12. Juli bis 13. Oktober ins Vajrasattvaretreat in Mexico, in Oaxaca eintauchen werden.

Montag, 9. Juli 2012

Tief bewegt

Einfach nur berührend... Nach einem Tag Unterweisungen am Morgen und Fragen und Antworten am Nachmittag, offerierte Khenpo Karthar Rinpoche jedem von uns, d.h. über 200 Leuten ein Stirn zu Stirn Segen (Rinpoche berührte unseren Kopf oder Stirne mit seiner Stirne. Jedem von uns gab er so die Möglichkeit, seine uneingeschränkte, absolut reine Liebe direkt, mitten im Herz zu spüren.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Ein Meister kommt nach Mexico

Am Samstag, 7. July, wird Khenpo Karthar Rinpoche die Vajrasattva-Einweihung hier in Mexico City geben. Es ist ein großes Geschenk, dass dieser großartige Meister der Linie nach Mexico kommen wird. In den 70iger Jahren sandte der 16te Karmapa Rinpoche nach Amerika um dort ein Kloster und Retreatzentrum zu bauen. Das Karma Tryana Dharmachakra wurde zum Hauptsitz des Karmapa in Amerika und das Retreat Zentrum Karmeling wird dieses Jahr das sechste 3 Jahres Retreat starten. Neben Karmeling lebt Rinpoche und belgeitet die Leute im Retreat. Auch ist Rinpoche, trotz seines hohen Alters, sehr aktiv im Lehren des Dharma. Khenpo Karthar Rinpoche, geboren in 1924 in der Region Kham in Tibet trat mit 12 Jahren in das Thrangu Kloster ein. Mit 20 Jahren erhielt er die volle Ordination vom 11ten Tai Situ Rinpoche. Nach einigen Klausuren, der traditionellen drei Jahres Klausur und Jahren des Studierens erhielt er mit 30 den Khenpo Titel und begann zu lehren. In 1958 flüchtete Rinpoche aus der Region Kham zuerst ins einige Monate entfernte Tsurphu Kloster- dem Hauptsitz des Karmapas- und dann nach Buthan. In Rinpoches Biografie (übersetzt im „Karmapa900“- Buch) kann man folgende Anekdote aus dieser Zeit lesen: „Als ich vor der einmarschierenden Armee floh, wurde ich mit einem Maschinengewehr beschossen. Um nicht erschossen zu werden betete ich im Laufen: ‚Karmapa khyenno, Karmapa khyenno’ (Karmapa, denk an mich!) und visualisierte tatsächlich den Karmapa wie er meinen Rücken bedeckte. Ich schaffte es, davon zu kommen und wurde von keiner einzigen Kugel getroffen. Ungefähr einen Monat später, als ich Tsurphu in Zentral-Tibet erreichte, wo seine Heiligkeit noch immer lebte, bevor er Tibet verließ, und eine Gruppe von uns eine Audienz bei ihm hatten, sagte er: ‚Ich bin so glücklich, dass ihr alle sicher den eindringenden Soldaten entkommen konntet, aber ich möchte jemand unter euch erinnern, dass ihr euren Guru eigentlich über dem Kopf visualisieren sollt, nicht auf eurem Rücken, wie so eine Art Umhang.“ Mehr über Khenpo Khatar Rinpoche ist (in Englisch) zu lesen auf http://www.kagyu.org/kagyulineage/teachers/tea15.php Auch seine Biografie (leider bis jetzt auch nur in Englisch) ist sehr inspirierend und empfehlenswert.

Freitag, 29. Juni 2012

Ganz zu Hause

Bei Lusia und Sergio durfte ich mich für zwei Wochen ganz zu Hause fühlen. Täglich verwöhnten mich die beiden mit den verschiedensten Spezialitäten von Mexico. Mit Freude führten sie mich durch einen mexikanischen Markt, der mich mit seiner Farbenprächtigkeit und Fülle zum Staunen brachte. Nach einigen eher ruhigen Tagen, mit praktizieren, studieren und kleineren Arbeiten, fuhren Luisa und Sergio mit mir nach Tepoztlán. Zuerst besuchten wir eine Stupa, welche letztes Jahr, im Garten eines Hotels, von tibetischen Mönchen erbaut wurde. Dann erklärten mir Luisa und Sergio die verschiedenen Heiligen, dargestellt in der katholischen Kirche von Tepoztlán. Nach einem typisch mexikanischen Mittagessen sind wir noch in Richtung Pyramide der Ureinwohner von Mexcio gelaufen- ein wunderschöner Waldweg, doch sind wir nicht ganz hoch gewandert. Jedoch gab schon der Anblick der Berge (Hügel) rund herum ein Gefühl von tiefer, uralter Kraft. Die Abende schlossen wir mit einer gemeinsamen Praxis ab, in der wir mit dem Mitgefühl von Chenrezig allen Lebewesen Glück und Frieden wünschten. Nun sind die Beiden ganz in den Vorbereitungen für das Vajrasattvaretreat und ich wohne für die letzte Woche in Mexico City um bei den Vorbereitungen für das Kommen von Khenpo Khatar Rinpoche besser mithelfen zu können.

Montag, 18. Juni 2012

Warm begrüsst

Acht Stunden, dann nochmals acht Stunden und dann nach etwa viereinhalb Stunden Anflug über Mexico City. Mit grossem Staunen erfuhr ich dass in dieser Stadt 4 Mal so viele Einwohner wie in der ganzen Schweiz wohnen. Der Boden schien sich weiterhin zu bewegen, auch als wir schon aus dem Flugzeug traten und so durchliefen wir (mit Drölma und Yeshe, eine Nonne von Argentinien) mit etwas wackeligen Beinen den letzten Sicherheitscheck am Flughafen von Mexico City. Mit Blumen und herzlichen Umarmungen empfingen uns die Freunde und Verwandten von Drölma. Auch an die Kokosnussmilch haben sie gedacht- diese wird uns helfen, den Jetlag etwas besser zu verdauen. Freunde von Drölma und Dharmaschülerin und -schüler von Damchö fuhren mit Yeshe und mir zu ihrem Haus in der 2-Stunden entfernte Stadt Cuernavaca. Yeshe ging dann nach zwei Nächten in ein Retreat etwas Ausserhalb von hier. Ich darf hier eine unglaublich herzliche und grosszügige Gastfreundschaft geniessen, habe Zeit für Praxis und für die vielen kleinen Dingen die vor dem Retreat noch erledigt werden müssen. Es ist ein grosser Segen, die Dharmafreunde von Mexico direkt kennenzulernen und etwas vom Land meiner Nonnenschwestern zu sehen und zu spüren. Emaho in Mexico!

Samstag, 16. Juni 2012

Geben

Geben. Geben hat mit Furchtlosigkeit zu tun. Je mehr man keine Angst hat, etwas zu verlieren- je mehr man feststellen kann, dass es gar nichts zu verlieren gibt- desto mehr und umfassender ist man fähig zu geben.

Montag, 4. Juni 2012

Sanghata Sutra

Heute, DEM Tag, an dem das Erwachen, die Geburt und das Paranirvana von Buddha Shakyamuni gefeiert wird, ist es natürlich von grossem Nutzen Buddhas Worte zu rezitieren. Wer immer sich von einer solchen Idee begeistern lässt und vielleicht noch andere dazu mobilisieren kann, dem kann ich empfehlen das Sanghata Sutra zu rezitieren. Ein Mahayana-Sutra, das Buddha Shakyamuni selbst von früheren Buddhas gehört hat und immensen Segen in sich trägt. „Das Sanghata Sutra ist ein Lehrer das in der Form eines Heiligen erscheint.“ Arya Sanghata Sutra Hier auf diesem Link findest du mehr Informationen über dieses Sutra und auch die Möglichkeit das Sutra in Deutsch herunterzuladen. Viel Freude!

Montag, 14. Mai 2012

Der neue Stern aus Tibet

Karmapa- Ein Buch, geschrieben bei Stephan Kulle- katholischer Theologe, Journalist und Buchautor, das uns einen Einblick gibt in das Leben des Meisters Gyalwang Karmapa, Ogyen Trinley Dorje. Mit einem Rückblick auf die Hinterlegung des Vorhersagebriefs des 16. Karmapas, der Suche und Anerkennung des neuen 17. Gyalwang Karmapa und seinen Aktivitäten in Tibet führt uns Stephan durch den radikalen Wechsel von dem Nomaden Jungen zum Gyalwang Karmapa.
„... Die Welt des kleinen Apo Gaga war von einem Tag auf den anderen vollkommen verändert. Wo immer er erschien, freuten sich Menschen, tanzten und warfen sich ehrerbietig vor ihm nieder. Es war nun öffentlich verkündet, dass er der Karmapa war, dass in ihm die hochangesehene Linie des spirituellen Meisters neue Gestalt angenommen hatte.“... Fesselnd und atemberaubend wird die Flucht des Gyalwang Karmapas über den Himalaya beschrieben. „Es war halb elf, der vereinbarte Zeitpunkt des Fluchtbeginns. Auf dem Tisch im Wohnraum Seiner Heiligkeit lag der Abschiedsbrief, in dem er erklärte, dass er wegginge, weil er die Lehren der Wurzellamas in Indien empfangen wollte, nicht weil er China nicht mochte. Am Schluss des Briefes hat er noch geschrieben, dass er eines Tages nach Tibet zurückkehren würde.“ Der Autor verschont uns nicht vor den politischen Machtkämpfen und üblen Spiele die leider auch einen Teil der traurigen Realität um die 17. Reinkarnation ist. Immer wieder verbindet Stephan Kulle seine persönlichen Begegnungen mit Gyalwang Karmapa, Gemeinsamkeiten der Religionen, harte politische Fakten und geschichtliche Ereignisse miteinander, was das Buch sehr abwechslungsreich, tiefgründing, humorvoll und informativ macht.
Man spürt die grosse Hingabe des Autors zu diesem kraftvollen, charismatischen Meister und in vielen kleinen Episoden gibt uns Stephan Kulle die Möglichkeit, den Gyalwang Karmapa ganz nah zu erleben und Zeuge zu werden von seinem Humor, Leichtigkeit, Weisheit, Tiefe, aber auch von seiner Ernsthaftigkeit. Ein Buch, das ich unbedingt weiterempfehle! „“In nomine patris, et filiis, et...“, begrüsste mich der Karmapa, und er machte sogar ein Kreuzzeichen auf den Oberkörper, so wie es die Katholiken bei den Gebeten und Gottesdiensten tun. Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte, so überrascht war ich. Er hatte es sogar genau richtig gemacht. Und sofort verwickelte er mich in ein Gespräch über den Unterschied der Bekreuzigung zwischen katholischen und orthodoxen Christen.“

Dienstag, 1. Mai 2012

Rückzug

Wenn Mann oder Frau sich in ein Meditationsretreat begibt reicht es nicht, dass man einfach eine Höhle aufsucht oder das Internet aussteckt. Sich in ein Retreat zurückziehen heisst, sich mit Körper, Rede und Geist zurückzuziehen. Sich mit dem Körper zurückzuziehen heisst, sich von der Geschäftigkeit des Alltags ganz fernzuhalten und sich an einen Ort begeben, der idealer Weise, ausserhalb geschäftigen Treibens ist, fern von äusseren Ablenkungen. Sich mit der Rede zurückziehen heisst, sich nicht in weltliche Konversationen zu engagieren, zu Schweigen und seine Stimme nur für Gebete und Mantras nutzen. Sich mit dem Geist zurückzuziehen heisst, sich den frieden-raubenden Emotionen wie Begierde, Aversionen/Hass und Ignoranz nicht einfach unterwerfen, ihnen jedoch mit Achtsamkeit und Feingefühl entgegentreten. Somit ist der Rückzug mit dem Geist der wichtigste Faktor, der bestimmt, ob man sich wirklich in einem Retreat befindet. Was nützt es in einer Höhle hoch oben in den Bergen zu sitzen, Mantras zu rezitieren und dabei ständig über die Kritik von unserer Mitarbeiterin oder über Essen nachzudenken. Dann hat der Herzens-Geist nicht die Möglichkeit mit dem tiefliegenden natürlich Gutem in Kontakt zu sein, sondern im Gegenteil, er hat das perfekte stille Umfeld um die alten nicht hilfreichen Muster weiter und sogar noch intensiver zu kultivieren. Wenn wir jedoch der Rückzug von Körper und Rede wirklich dafür nützen können, mit unserem Geist zu arbeiten, in dem wir heilsames kultivieren und unheilsames abwenden, dann kann jedes Retreat von grossem Nutzen sein- für sich selber und für alle, mit denen man in Kontakt ist- für alle Lebewesen.

Dienstag, 24. April 2012

Ausblick

Schon bald, Ende Monat, wird auch Damchö-la in den Westen aufbrechen und so bleibe ich zurück mit viel Raum und Zeit für ein 5-wöchiges Retreat.
Dieses Jahr wird unsere Gemeinschaft das erste Mal gemeinsam den Sommer verbringen und ein dreimonatiges Retreat gemeinsam durchführen- jedoch nicht in Indien sondern in Mexico. Dort werden Damchö-la und Nangpel-la ca. 40 Leute durch ein Vajrasattvaretreat begleiten, während Drölma-la und ich unser eigenes Retreat machen, jedoch mit unserer Praxis ein Teil der Gruppe sein werden.
Ein spannendes Experiment und eine wertvolle Gelegenheit für unsere Gemeinschaft einerseits Retreat zu machen und andererseits andere Leute im Retreat mitzutragen und zu begleiten.
Die spanische Sprache hat sich leider noch nicht so ganz spontan in meinem Geiste etabliert und so werde ich wohl mehr mit Händen und Füssen kommunizieren. Da kommt mir dann das Schweigen im Retreat sehr zu Gute...

Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Gelegenheit mehr von der mexikanischen Kultur im Lande selber zu erfahren, da ja doch 50% unserer Gemeinschaft und viele Leute die uns unterstützen aus diesem Land kommen.

Erst Mitte Oktober werden wir dann alle wieder in Dharamsala sein und gut zwei Monate uns wieder in den indischen Rhythmus einpendeln bevor es dann wieder an das Gebetsfestival in Bodhgaya geht....
So sieht das alles im Moment aus, jedoch wie ihr alle aus eigener Erfahrung kennt, Dinge verändern sich kontinuierlich und davon sind gerade auch Pläne nicht ausgeschlossen.

Dienstag, 17. April 2012

Rückblick aus unserer Gemeinschaft

Durch die grosszügige Unterstützung vieler Menschen durften wir- Nangpel-la, Drölma-la und ich - auch dieses Jahr zwei Monate im Rigpe Dorje Institute in Pullahari, Nepal unsere Studien fortsetzen. Eine wichtige Zeit des Zuhörens und Reflektierens in der wir unser Verständnis von Buddhas Lehren vertieften, was
uns wiederum hilft unsere tägliche Praxis zu vertiefen.

In den 10 Tagen Zwischenzeit, nach dem Studienkurs und vor dem Meditationskurs, durften wir für drei Tage mit einer kleinen Gruppe von Pullahari-Studierenden nach Lumbini, dem Geburtsort Buddhas fahren.
Jedoch kurz vor unserer Abfahrt, erfuhren wir, dass unsere Ältere Damchö-la in Bodhgaya krank geworden ist. Als wir in Lumbini weilten wurde klar, dass jemand von uns so schnell wie möglich nach Bodhgaya reisen sollte um sich um Damchö-la zu kümmern und sie notfalls auch nach Delhi in den Spital zu begleiten.

Nachdem wir verschiedene Möglichkeiten durchgecheckt hatten, entschieden wir, dass Drölma-la gleich gehen soll, da zwei von Pullahari sich eben auf den Weg nach Bodhgaya zum Gebetsfestival gemacht haben.
Schon wenige Tage danach reiste Drölma-la mit Damchö-la nach Delhi um richtige Checkups in einem Spital durchzuführen, da ihr Fieber sich einfach nicht senken wollte.
Nangpel-la und ich- zurück in Pullahari hatten unser Gepäck ready im Falle, dass Drölma-la Hilfe brauchte. Es stellte sich jedoch heraus, dass wir für das Retreat in Pullahari bleiben werden. Somit wurde das Retreat noch mehr zu einem sehr wertvollen Juwel in dem wir täglich sehr tiefgreifende Lehren erhielten und in der Meditation vertiefen durften.

Gleich nach dem Kurs reiste Nangpel-la nach Delhi. Eine Woche später kam ich nach und so trafen wir uns alle wieder in unserem Haus in Dharamsala. Jedoch nicht lange, da schon am nächsten Tag Nangpel-la und Drölma-la für den all-jährlichen Mahamudrakurs mit Tai Situ Rinpoche aufbrachen. 8 Tage in denen sie zusammen mit Praktizierender aus aller Welt direkte Unterweisungen für die Meditationspraxis erhalten.

Die letzte Diagnose die Damchö-la erhielt lautete; „Typhus mit bakteriellen Infektionen von E coli und Staphylococcus”. Nun ist sie nach wie vor in der Genesungsphase und muss vor allem mit dem Essen sehr, sehr aufpassen.

Für Nangpel-la und Drölma-la ist das Visum für Indien gleich nach dem Mahamudrakurs ausgelaufen und das führte dazu, dass wir nur mal ganze vier Tage zusammen im Haus in Dharamsala waren, bevor dann Drölma-la für ein 2 monatiges Retreat nach Nepal aufbrach und Nangpel-la nach Mexico.

Schon bald, Ende Monat, wird auch Damchö-la in den Westen reisen und so bleibe ich zurück mit viel Raum und Zeit für ein 5-wöchiges Retreat.

Ausblick folgt...

Sonntag, 15. April 2012

Ein kurzes Gebet für die schnelle Wiedergeburt von Kyabje Tenga Rinpoche

Höchste Emanation Kyabje Tenga Rinpoche,
Obwohl Du Deine Absicht mit Dharmadathu zu einem vermischt hast,
Zum Wohle der Lehre und der Wesen, im Allgemeinen wie im Besonderen,
Möge das Mond-gleiche Antlitz Deiner Emanation bald wieder aufgehen!

CHOG TRUL TENGA RINPOCHE
THUG GONG CHÖ YING CHIG SE KYANG
LAR YANG TEN DRO CHI CHE LE
TRUL PE DA SHAL NYUR CHAR SOL

Supreme emanation Kyabje Tenga Rinpoche,
Although you have merged your intention into one with dharmadathu,
For the sake of the doctrine and beings, in general as well as in particular,
May the moon-like face of your emanation rise again soon!

Composed by/Verfasst von Sangye Nyenpa
Translated by/



Hier noch ein paar links um mehr über Tenga Rinpoche zu sehen und zu hören:
http://www.youtube.com/watch?v=fVHbrfmfNpU&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=Etpn--8S-GQ&feature=share
http://www.youtube.com/watch?v=Etpn--8S-GQ&feature=share

Dienstag, 10. April 2012

Thukdam beendet

Etwas spät und doch möchte ich alle informieren, die noch nicht davon gelesen haben. Am 3.April hat Tenga Rinpoche den Thukdam (die Nachtodmeditation) beendet.

"(Tenga) Rinpoche hat den Thukdam heute abgebrochen. Es war 15.30 Uhr am Nachmittag und er ging mit einem Knall heraus (aus dem Körper). Plötzlich wurde es richtig dunkel. Es gab viel-farbig zuckende Blitze und einige Donnerschläge, die tatsächlich das ganze Kloster erschütterten. Dem folgte ein einige Minute andauernder Regenguss. Dann zogen die Wolken fort, die Sonne kam durch und die Vögel sangen, und es lag ein wunderbarer Duft in der Luft. Etwa in westlicher Richtung gab es einige schöne Regenbögen zu sehen.

Es war wie in den alten Legenden. Man konnte geradezu die Dakinis und (Dharma-) Schützer spüren, die ihn willkommen heißen. Es war ziemlich spektakulär."

Thomas Sherab Drime
(Übersetzung Yesche U.Regel)


Der Thukdam währte somit gut 4 1/2 Tage.

Hier noch einen youtube Beitrag der Widmung von Tai Situ Rinpoches für Tenga Rinpoche.

Dienstag, 3. April 2012

Auszug aus dem "Kurzen Bericht von Tenga Rinpoches Abschied"

Benchen Monastery Comittee:
Wie Ihr wißt, wurde Kaybje Tenga Rinpoche (Siehe Blog von Februar) am 26. März abends ins Krankenhaus eingeliefert. Am 28. um 17:30 Uhr äußerte Rinpoche seinen ausdrücklichen Wunsch ins Kloster zurückzukehren. Die Ärzte rieten ihm dringend davon ab, da dort die nötige medizinische Versorgung nicht möglich sei, und sagten Rinpoche ganz offen, dass sie keinerlei Garantie übernehmen könnten, wenn er ginge. Rinpoche blieb jedoch bei seinem Entschluss, der kurze Zeit später von S.H. Karmapa bestätigt wurde. Ein Krankenwagen wurde bereit gestellt und Rinpoche kam um 19:00 Uhr im Kloster an.

Mehr als 28 Stunden hatte Rinpoche ganz aufrecht und ruhig gesessen und schien die meiste Zeit in tiefe Meditation versunken. Abends wurde Tenpa Yarpel wieder zu Rinpoche gerufen und gebeten, seine Worte aufzunehmen. Es war Tenga Rinpoches Bitte an S.H. Sangye Nyenpa Rinpoche, dafür zu sorgen, dass alle traditionellen Rituale von Kloster Benchen, wie die Tänze, Pujas etc. in Zukunft weiterhin ununterbrochen fortgeführt würden. Tenpa Yarpel bat Kyabje Tenga Rinpoche, bitte ganz schnell wiederzukommen, Tenga Rinpoche lächelte und nickte.

Um etwa 13:00 Uhr erwähnte Tenga Rinpoche, dass er ganz deutlich seine Lehrer vor sich gesehen habe, den letzten, 11. Tai Situ Pema Wangchok Gyalpa, den letzten Sangye Nyenpa Rinpoche, den letzen Dilgo Khyentse Rinpoche und den 2. Jamgon Kongtrul Palden Kyentse Öser. Dann in den frühen Morgenstunden, um 3:24 Uhr Ortszeit, ist er endgültig gegangen.
Sangye Nyenpa Rinpoche war vorher immer wieder bei ihm gewesen.

Dieser Tag, der 8. Tag des 2. tibetischen Monats, ist ein heiliger Tag der Retterin Tara. Als der Augenblick schließlich gekommen war, opferte Sangye Neynpa die Worte des "Clarifying the Thugdam State" und sprach diese Worte direkt in Rinpoches Ohr. Entsprechend veränderte Rinpoche leicht seine Haltung, legte seine Hände in Meditationshaltung und ist seitdem in die tiefe Meditation eingegangen, die als "Thugdam" bekannt ist. Ein meditativer Zustand, in den große realisierte Meister eintreten können, wenn sie ihren Körper verlassen haben. Unmittelbar danach leitete Sangye Nyenpa Rinpoche die Rezitation der Gebete der "Drei Juwelen" und besonders des "Rufen des Lamas aus der Ferne" von Jamgön Kontrul.

Inzwischen kam der wertvolle Ratschlag von S.H. Karmapa, die Umgebung von Kyabje Tenga Rinpoche sehr ruhig zu halten und zum Kundung drei Tage lang keinerlei Besuch zu zulassen. Und das werden wir so machen.
Auf Kyabje Tenga Rinpoches ausdrücklichen Wunsch, verbrannt zu werden und auf den Rat von S.E. Sangye Nyenpa Rinpoche ist der Tag für die Verbrennung auf den 18. Mai 2012 festgelegt worden.

Für die nächsten Tage während sich Rinpoche im Thugdam befindet, empfiehlt S.H. Karmapa den "Guru Yoga der vier Sitzungen" und "Den Lama aus der Ferne rufen" von Jamgön Kongtrul zu praktizieren.

Mit den besten Wünschen,

das Benchen Monastery Committee
(Vollständiger Bericht)

*Als "Thugdam" wird ein Zustand tiefer Meditation zum Zeitpunkt des Todes bezeichnet. In dem Moment des Sterbeprozesses, in dem der "äußere Atem" aufhört und die Energien sich im zentralen Energiekanal des Körpers zusammenziehen, zeigt sich für einen Moment die Natur des Geistes. Gewöhnliche Wesen können diesen Prozeß normalerweise nicht bewußt miterleben, da die Eindrücke, die dabei im Geist entstehen, so stark sind, daß eine Ohnmacht eintritt, aus der man erst drei Tage später im Bardo, dem Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt, wieder erwacht.

Thugdam ist ein außergewöhnlicher Zustand, der nur von sehr fortgeschrittenen Praktizierenden erlangt und längere Zeit gehalten werden kann. Die äußeren Zeichen dieses Meditationszustandes sind ein warmer Körper, obwohl der physische Tod bereits eingetreten ist, und das Beibehalten der eingenommenen Meditationsstellung. Im Normalfall erschlaffen kurz nach dem Eintritt des Todes alle Gliedmaßen.

Samstag, 31. März 2012

Mein Glück ist dein Glück, dein Leiden ist mein Leiden

Letztes Jahr in den 10 Tagen Meditationskurs nach den 2 Monaten Studium auch in Pullahari, haben wir uns mit der Gleichheit von uns und anderen auseinandergesetzt.
Wie sind wir alle gleich? Genau wie ich glücklich sein möchte, so wollen alle fühlenden Wesen glücklich sein und genau wich ich nicht leiden will, so will kein fühlendes Wesen leiden.
Dieses Verständnis formt die Basis für den diesjährigen Kurs, in dem wir einen Schritt weitergehen und mit der Übung arbeiteten in der wir das Leiden und die Ursachen des Leidens- alle unheilsamen Handlungen von anderen nehmen und unser Glück und die Ursachen unseres Glück-nämlich alle heilsamen Handlungen, anderen geben. Diese Übung wird in Tibetisch „Tonglen“ (Nehmen und Geben) genannt und wird meist mit dem Atem verbunden.
Mit DruponKhenopLodroNamgyals sorgfältiger Anleitung, haben wir jeden Tag mehr Aspekte von dieser immens tiefgründigen und unendlich weiten Übung verstehen dürfen.
Es wurde offensichtlich, nur die vollkommen erwachten Meister und Meisterinnen sind fähig, diese Übung wirklich ganz und gar in die Praxis umzusetzen. Jedoch heisst das überhaupt nicht, dass wir nicht schon heute selber üben können. Im Gegenteil, auch die Erwachten haben mal angefangen wie wir, haben sich jedoch mit freudvoller Hingabe ganz solchen Übungen gewidmet und somit die Ursachen geschaffen für das höchste Erwachen.
Unser grösstes Hindernis, dass wir Mühe haben, wirklich das Leiden und seine Ursachen anderer einzuatmen und das Glück und seine Ursachen von uns auszuatmen, ist, dass wir nicht erkennen wie verbunden wir alle eh schon sind.
Wir stecken in diesem falschen Konzept fest, dass ich da bin und dort ist jemand ganz separat von mir der/die nichts mit mir zu tun hat. Doch wenn wir etwas genauer hinschauen, können wir feststellen, dass nichts- aber auch gar nichts was ich habe, was ich geniesse, an was ich mich freue, nicht in Abhängigkeit von anderen entstanden ist.
Um noch etwas tiefer in die Philosophie einzutauchen- wie kann das ich ohne ein du sein und wie kann ein du ohne ein ich sein? Ich und du, ich und andere existieren in totaler Abhängigkeit. Ohne ein ich kein du und ohne ein du kein ich.
Darum, wenn andere glücklich sind, dann bin auch ich glücklich- darum möchte ich jedes bisschen Glück das ich habe mit anderen teilen, und wenn andere Leiden dann erweckt das den Wunsch alles alles Leiden auf mich zu nehmen.
Als Unterstützung zwischen den Meditationssessions bekamen wir ein Zitat mit auf dem Weg, dass wir so durch den Alltag tragen können. Es geht ungefähr so:
Was immer ich an Glück erlebe, ich widme es zum Wohle und Glück aller Wesen so weit wie der Raum,
Was immer ich an Leiden erlebe, ich nehme das Leiden aller Wesen auf mich, möge so der Ozean von Leiden geleert sein.

Sonntag, 25. März 2012

Pilgerreise nach Lumbini

Nach zwei Monaten, kontinuierlich im Strom der Dharmalehren sitzen und sich von den Worten durchdringen zu lassen und danach den Geburtsort von Buddha besuchen können, war ein wunderbares Geschenk.
Gemeinsam mit Khenpo Choekey und einigen Schülerinnen und Schülern aus dem Winterprogramm in Pullahari fuhren wir nach Lumbini.
Eine farbenprächtige, etwa 8-stündige Fahrt durch die Landschaft von Nepal.
Beim Geburtsort von Buddha Shakyamuni rezitierten wir die 12 wunderbaren Taten die Buddha vollbrachte; wie z.B. seine Geburt in Lumbini,seine Entscheidung den Palast und das weltliche Leben hinter sich zu lassen, sich zu ordinieren, sich unter den Bodhibaum in Bodhgaya zu setzen mit dem Schwur nicht aufzustehen bevor er nicht die Erleuchtung erreicht hat, das Dharmarad zu drehen.
Mit seinen Unterweisungen können wir etwa 2600 nach Buddha Shakymuni's Geburt immer noch seine unermessliche Güte spüren, mit der er die verschiedenste Methoden lehrte, wie wir uns von dem Leiden befreien können. Methoden, die für die verschiedensten Persönlichkeiten zugeschnitten sind, sodass sie uns heute noch so tief in Kontakt mit der reinsten Form unseres Geistes bringen können.
Zu praktizieren, rezitieren, Milarepa Lieder singen und gemeinsam mit Dharmafreunden die Stille und Tiefe diese Ortes zu teilen brachte diese unglaublich reiche Studienzeit von diesem Jahr zu einem glorreichen Abschluss.

Mittwoch, 7. März 2012

Zwei Monate eingetaucht

Mit unserer persönlichen Praxis begannen wir den Tag. Mit zwei weiteren Nonnen die am Kurs teilnahmen trafen wir uns für gemeinsame morgendliche Rezitationen. Nach dem Frühstück nutzten wir meist die Zeit um Auswendig zu lernen oder uns in die Notizen des vorherigen Tages zu vertiefen.
Um etwas 9.10 Uhr betrat Drupon Khenpo Lodrö Namgyal den Tempel mit seinem allmorgendlichen, sehr erheiternden Ritual, uns in all den verschiedenen Sprachen einen „Guten Morgen“ zu wünschen.
Gut zwei Stunden durften wir Khenpo-la´s tiefgründigen, präzisen und doch so alltagsnahen Erklärungen zum Text des grossen Gelehrten Shantarakshita und dem Kommentar von dem Meister Mipham Rinpoche zuhören.
Nach einer halben Stunde Tee pause, vertieften wir uns in die Themen der Morgenunterweisungen mit der geduldigen, weisen und klaren Worten von Jim Scott, dem Übersetzer und langjähriger Schüler von Khenpo Tsultrim Gyatso Rinpoche.
Nachdem unsere knurrenden Mägen beruhigt wurden ging es weiter mit Khenpo Choekey`s Klasse zu einem Text vom dritten Karmapa Rangjung Dorje. Mit dem tibetischen Text vor uns liegend versuchten wir den Worten von Khenpo-la zu folgen, doch waren wir sehr froh, dass Christopher dann diese wertvollen Worte noch übersetzte.

Meist setzten wir drei uns zusammen und gingen unsere Notizen nochmals gemeinsam durch, klärten Fragen und diskutierten das Gehörte.
Dann, Hausaufgaben, persönliche Praxis und 20.30 Uhr gemeinsame Abendpraxis und Widmungen all unserer Aktivitäten zum Wohle von allen Wesen.

Dies waren unsere Tage fuer die letzten zwei Monate, gefuellt mit wunderbaren Unterweisungen, Diskussionenen, Reflektionen... Mit grosser Dankbarkeit sende ich was immer an positiver Kraft wir angesammelt haben an jeden einzelnen von euch weiter. Moege sie Freude und Einsicht bringen.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Wunderbarer Abschluss

Mit wunderbaren Wunschgebeten, herzerwaermenden und erheiternden Dankesreden haben wir heute morgen unsere zwei Monate Studium im Rigpe Dorje Institute im Pullahari-Kloster, Nepal, beendet. Mit dem grossen Wunsch all diesen wunderbaren, tiefgreifenden Dharmanektar, den wir hier erhalten durften, zu vertiefen, und mehr und mehr in unsere Praxis einsinken zu lassen.

Dienstag, 21. Februar 2012

Inspiration

Wir hatten das grosse Glueck an einem unserer freien Tage an einer Unterweisung von Tenga Rinpoche teilzunehmen...

Im Rollstuhl kam er in die Gompa und sogleich füllte sich der Raum mit dem grossen Mitgefühl. Mit immenser Klarheit präsentierte er die Erklärungen der Shinepraxis nach dem Text des 9ten Karmapa, lebendig und frisch wie er da sass, seine drei Finger hob, mit dem noch funktionierenden Auge Kontakt aufnahm und in seiner ganzen Haltung, Gestik einfach nur Geben will. So nah Tenga Rinpoche zu erleben, zu sehen, wie sein physischer Körper am zerfallen ist und dennoch dieser Herzensgeist, der gefüllt ist mit der weite und tiefe des Bodhichitta- dem Geist der Erwachen Erlangen will, um alle Wesen aus dem Leiden zu befreien. Nicht das kleinste bisschen Selbstmitleid oder Selbstbezogenheit, durch und durch nur diesen Wunsch für uns alle dazusein und uns zu geben, was immer wir brauchen um uns von dem anfangslosen Kreisen im Leiden zu befreien.
Nur schon in Rinpoches Präsenz zu sitzen und diesem für uns hart zu fassender scheinbarer Gegensatz ausgesetzt zu sein, war eine tiefe Lehre in sich selbst die mich begleiten wird, wann immer die Wehwechen im Körper versuchen, das Selbstmitleid zu wecken.
Mit tiefer Dankbarkeit werfe ich mich nieder, zu den Füssen von diesen grossen Meistern unserer Zeit, die uns zeigen, dass es möglich ist, das Kreisen im Leiden zu druchbrechen und sich kontinuirlich nur für das Wohl anderer

Mittwoch, 8. Februar 2012

Erklärung des Gyalwang Karmapa, Ogyen Trinley Dorje

Bodhgaya, 6. Februar 2012

Es sind soeben Berichte aufgetaucht, dass sich drei weitere Tibeter in Osttibet an einem einzigen Tag in Brand gesetzt haben. Und dies kurz nachdem sich im Monat Jänner vier Tibeter selbst verbrannt hatten und andere bei Demonstrationen starben. Während die Spannungen sich zuspitzen, antworten die chinesischen Behörden mit vermehrter Gewalt und Unterdrückung, statt sich darum zu kümmern und zu versuchen, die Ursachen der Situation zu verstehen. Jeder neue Bericht über den Tod eines Tibeters bringt mir immensen Schmerz und Traurigkeit; drei an einem einzigen Tag ist mehr, als das Herz ertragen kann. Ich bete dafür, dass diese Opfer nicht vergeblich gewesen sind, sondern einen Wandel in der Politik, der unseren tibetischen Brüdern und Schwestern Erleichterung und Hilfe bringen wird, herbeiführen werden.

Es ist mir der Name Karmapa gegeben, und so gehöre ich zu einer 900 Jahre alten Reinkarnationslinie, die, wie die Geschichte zeigt, immer jedwedes politisches Engagement vermieden hat, eine Tradition, die zu ändern ich nicht die Absicht habe. Und doch fühle ich als Tibeter große Sympathie und Zuneigung für das tibetische Volk und ich habe große Bedenken, still zu bleiben, während sie solchen Schmerz erfahren. Ihr Wohlergehen ist meine größte Sorge.

Tibetische Demonstrationen und Selbstverbrennungen sind ein Symptom tiefer, aber nicht zur Kenntnis genommener Unzufriedenheit. Wenn den Tibetern echte Möglichkeit gegeben wäre, ihr Leben so zu führen, wie sie es wünschen und ihre Sprache, Religion und Kultur zu erhalten, dann würden sie weder demonstrieren noch ihr Leben opfern.

Seit 1959 standen wir Tibeter unvorstellbarem Verlust gegenüber, doch haben wir aus Not und Unglück Nutzen gezogen. Viele von uns haben unsere Identität als Tibeter wiederentdeckt. Wir haben unter den Volksteilen der drei Provinzen Tibets ein nationales Einheitsempfinden wiederentdeckt. Und wir gelangten dazu, einen vereinenden Führer - in der Person von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama - wertzuschätzen. Diese Faktoren haben uns allen eine weite Basis für Hoffnung gegeben.

China spricht davon, Tibet Entwicklung gebracht zu haben, und als ich noch in Tibet lebte, war es materiell gesehen behaglich. Wohlstand und Entwicklung haben jedoch den Tibetern hinsichtlich dessen, was sie als am wertvollsten betrachten, nicht genutzt. Materieller Komfort bedeutet wenig ohne innere Zufriedenheit. Die Tibeter leben mit dem ständigen Argwohn, dass sie gezwungen werden, gegen ihr Gewissen zu handeln und seine Heiligkeit den Dalai Lama zu denunzieren. Die chinesischen Autoritäten stellen Seine Heiligkeit ständig als den Feind dar. Sie haben die wiederholten Bemühungen, eine friedliche und ausgehandelte Lösung für das tibetisch-chinesische Problem zu finden, abgewiesen. Sie lehnen das von Herzen kommende Vertrauen und die Loyalität, mit welchen das tibetische Volk allseits Seine Heiligkeit betrachtet und hochschätzt, ab. Selbst Tibeter, die Jahrzehnte später, nachdem Seine Heiligkeit der Dalai Lama ins Exil gegangen ist, in Tibet geboren sind, betrachten ihn dennoch als ihren Führer und ihre Zuflucht nicht nur für dieses Leben, sondern für Leben auf Leben folgend. Es ist daher eine Kränkung und Beleidigung und nützt niemandem, wenn Seine Heiligkeit der Dalai Lama unausgesetzt in feindlichen Begriffen geschildert wird. Auf das Herz tibetischen Glaubens loszuschlagen schadet vielmehr jeder Aussicht, das Vertrauen der Tibeter zu gewinnen. Das ist weder effektiv noch weise.

Ich rufe die Behörden in Peking dazu auf, über die oberflächliche Tünche von Wohlergehen, wie sie von örtlichen Funktionären präsentiert wird, hinauszusehen. Das wirkliche menschliche Elend der Tibeter in Tibet anzuerkennen und volle Verantwortung zu übernehmen für das, was dort geschieht, würde eine weise Basis schaffen dafür, dass wechselseitiges Vertrauen zwischen den Tibetern und der chinesischen Regierung aufgebaut werden könnte. Anstatt es als eine Angelegenheit politischer Opposition zu betrachten, wäre es für die chinesischen Behörden viel effektiver, es als eine Sache grundlegenden menschlichen Wohlergehens zu behandeln.

In diesen schwierigen Zeiten mahne ich die Tibeter in Tibet eindringlich: Bleibt euch selbst treu, behaltet euren Gleichmut angesichts der Härten und bleibt auf die lange Sicht konzentriert. Behaltet immer im Gedächtnis, dass eure Leben großen Wert haben, als menschliche Wesen wie auch als Tibeter.

Mit der Aussicht des nahenden Tibetischen Neujahrs biete ich meine Gebete dar, dass die Tibeter, unsere chinesischen Brüder und Schwestern und unsere Freunde und Unterstützer überall in Indien und in aller Welt dauerhaftes Glück und wahren Frieden finden mögen. Möge das Neue Jahr eine Ära der Harmonie einleiten, gekennzeichnet von Achtung und Liebe füreinander und für die Erde, die unser gemeinsames Zuhause ist.

Ogyen Trinley Dorje,
17. Gyalwang Karmapa


deutsche Übersetzung: Sylvester Lohninger
www.maitreya.at

Montag, 23. Januar 2012

Ohne Heizung, ohne Licht, ohne Essen

Am 31.12.2011, meine Mutter und ich sassen gemütlich auf dem Bett in einem Zimmer imPullahari Kloster. Zugegeben, etwas zähneklappernd – da es doch sehr kalt war und es hier keine Heizungen gibt- jedoch ganz vergnügt, vertieft im Gespräch.
Plötzlich klopft es ziemlich heftig an die Türe. „Ani-la,http://www.blogger.com/img/blank.gif Ani-la!“ Nicht grad enthusiastisch befreite ich mich aus dem warmen Berg der Decken und öffnete. Draussen stand ein Mönch der mich ganz erstaunt fragte, ob meine Mutter und ich nichts zum Abend essen. Etwas erstaunt begann ich zu erklären, dass ich schon erwähnte, dass wir abends nichts essen etc. als er mich unterbrach und sagte: „Aber es ist Neujahrsabend und Khenpo Choeky liess extra etwas spezielles kochen für euch, vor allem für deine Mutter. KhenpoChoekyhabe gesagt, dass ihr kommen sollt.“
Ich sah ein, dass es hier nicht mehr um eine Diskussion ging, gleichzeitig war ich natürlich sehr gerührt. Gemeinsam mit Parami stiegen wir all die vielen Treppen hoch und trafen dann im Lehrerzimmer des Pullahari Klosters auf KhenpoChoeky und Yvonne und Christopher (langjährige Schülerin und Schüler und nun auch Übersetzer des Studienprogrammes), in den Töpfen die feinsten Momos, frisches Gemüse aus dem Garten, Suppe und Pommes Frites.
Mit einem riesen grossen verschmitzten Lachen erklärte KhenpoChoeky wie er es doch sehr schlecht finden würde, wenn meine Mutter zu Hause erzählen würde, dass sie ihre Neujahrs Nacht ohne Strom, ohne Essen und in der Kälte verbringen musste. Dies könne er ihr und dem Ruf von Pullahari nicht zumuten.
Beim heiteren Zusammensein, erzählte Khenpo-la Geschichten aus seiner Zeit in Afrika bis die Runde dann so plötzlich aufgehoben wurde wie sie zusammenkam und Khenpo-la uns auf die Kora schickte. Mit Yvonne und Christopher drehten wir noch drei Runden um den grossen Tempel bis Parami und ich dann mit frohem Herzen, gerührt und voller Leichtigkeit nach einer gemeinsamen Chenrezigpraxisuns in das warme Bett verkrochen und im Traumland ins neue Jahr rutschten.

Sonntag, 15. Januar 2012

Drei Wochen an drei Orten

Drei Wochen an drei Orten, kontinuierliche Segensströme, Dharma-Unterweisungen, Pilgerreise, Entspannungszeit.... Gemeinsam mit meiner Mutter, Parami, erlebten wir eine unglaublich schöne Zeit.
Kaum am Kangra-Flughafen- in der Näher Dharamsala- gelandet, konnten wir uns zu den Füssen von unserem kostbaren Lama Gyalwang Karmapa in der öffentliche Audienz niederwerfen. Mit diesem glorreichen Start unserer gemeinsamen Zeit war die Richtung bestimmt, indem der Fluss von Paramis grossen Ansammlungen von Verdienstenuns von einem wunderbaren Ereignis zum nächsten trug.
In den grossartigen Feierlichkeiten während Karmapa900 in Delhi war jeder Tag durchdrungen von der umarmenden unendlichen Güte und tiefen Weisheit von Gyalwang Karmapa, in die wir einfach einsinken durften.
Mit dem Flugzeug über die Himalayas, landeten wir am 26. Dezember in Nepal. Neben dem Besuch bei TengaRinpoche und einer kraftvollen Guru Rinpoche Höhle genossen wir es, in den Strom der vielen Menschen einzutauchen, die morgens und abends ihr „Kora“ um die Boudha Stupa drehen und dabei ihre Mantras und Gebete rezitieren.
Die letzten Tage unserer gemeinsamen Zeit liessen wir im Pullahari Kloster ausklingen in dem wir so voller Gastfreundschaft und Herzlichkeit aufgenommen wurden.
Ich bin voller Dankbarkeit für alle die diese Reise für Parami möglich gemacht haben, vor allem für meinen Vater Bernard und all die lieben Menschen, die sich somit mir und Parami freuten, dass wir diese gemeinsame Zeit erleben durften.
Es ist ein unglaubliches Geschenk, wenn es möglich ist, dass sich Eltern und Kinder gegenseitig auf ihrem spirituellen Wegen unterstützen, sich gegenseitig inspirieren und mit Respekt und Achtung miteinander im Austausch sein können.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Mut zum Glueck

Mit dieser grossen Glocke (zu finden vor der Boudha-Stupa in Nepal), laeute ich zusammen mit euch, etwas verpaetet jedoch nicht minder von Herzen, das neue Jahr ein. Moege es Freude und Frieden bringen.
Moegen wir das Vertrauen in das Glueck, das immer in uns wohnt, vertiefen. Dieses Vertrauen moege uns den Mut geben, dass wir alle in diesem Jahr die Unzufriedenheiten, Aversionen und Begierden in unserem Herzens-Geist reduzieren koennen und Genuegsamkeit, liebende Guete, Mitgefuehl, und Weisheit mehr kultivieren koennen und so direkt einen Beitrag leisten, fuer den Frieden in dieser Welt.
Moegen wir immer mehr die geschickten Mittel besitzten, um schwierige Situationen als unsere Lehrer zu betrachten und sie zu nutzen, um unsere besten Qualitaeten zu naehren.


Wir drei- Nangpel-la, Drolma-la und ich, sind voll und ganz eingetaucht, in den Ozean des kostbarsten Dharmanektars, hier im zwei-monatigen http://www.blogger.com/img/blank.gifStudienprogramm im Pullahri-Kloster in Nepal. In den naechsten zwei Blogberichten werde ich etwas aus der wunderbaren Zeit mit meiner Mutter in Indien und Nepal erzaehlen.


Hier noch Neujahrsgruesse vom Ehrwuerdigen Tai Situ Rinpoche:

http://www.youtube.com/watch?v=qlrMmP_Q7OM

Neujahrsgrüße zum tibetischen Jahr des Wasser Drachens und dem Jahr 2012. Wie jedes Jahr möchte ich euch daran erinnern, zum Beginn eines neuen Jahres eine Rückschau zu halten, inwieweit wir uns als Buddhisten und als gute Menschen weiterentwickelt und verbessert haben. Dann sollten wir den klaren Beschluss fassen, das kommende Jahr noch besser werden zu lassen.

Wir sollten uns als Buddhisten und als Menschen immer an die Grundlage der Lehre Buddhas erinnern. Wir sollten uns immer daran erinnern, was allen menschlichen Wesen gemeinsam ist: es gibt kein Lebewesen, das nicht glücklich sein möchte und es gibt kein Lebewesen das gerne leidet, genau wie wir selbst. Auf dieser Grundlage sollten wir unser Bestes tun, um unser Leben so bedeutungsvoll und positiv wie möglich zu gestalten, Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag und Stunde für Stunde.

Wir sollten folgendes Prinzip deutlich betonen: Wir vermeiden alles, was uns und anderen schadet. Wir führen das aus, was uns und anderen wohltut. Wir lernen immer von allem, das in unser Leben kommt, ob positiv oder negativ. Und wir sollten alle Menschen respektieren, ob sie aus der gleichen Religion kommen oder einer anderen, aus der gleichen Ideologie oder einer anderen, aus dem Osten oder Westen, Norden, Süden oder aus der Mitte. Wir sollten jede Lebensform und jeden Menschen respektieren und uns äußerst bemühen, ihre Gefühle und ihr Wohlergehen zu berücksichtigen. Wenn wir andere schon nicht den Vorzug geben können, dann sollten wir sie zumindest genauso wichtig nehmen. Natürlich ist es wundervoll, wenn wir dem Wohlergehen Anderer größere Wichtigkeit geben können als unserer eigenen. In jedem Fall versichere ich euch: ein guter Mensch zu sein, macht Spaß! Ein guter Mensch zu sein, bringt Freude, ein guter Mensch zu sein, macht glücklich, ein guter Mensch zu sein, fühlt sich wunderbar an. Es ist keine schwierige Angelegenheit. Es ist das Beste und Leichteste, wenn du den Grund und den Nutzen und das Prinzip wirklich verstehst.

Ich wünsche euch also allen ein sehr gutes Jahr. Möge es glorreich sein wie der Drache, fruchtbar und nährend und reinigend wie Wasser. Möge es ein wundervolles Wasser Drachen Jahr sein und ein wundervolles 2012. Alles Gute und der Segen des Buddha.
(übersetzt von Hanna Hündorf)